Tesla Model 3 Testbericht

Das Tesla Model 3 ist, wie sollte es bei dem Namen auch anders sein, das dritte Fahrzeug der reinen Elektroauto-Marke nach den beiden größeren Model S und Model X.

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Was gut ist

  • Starker Antrieb
  • Hohe Reichweite
  • Dynamisches Fahrwerk

Was nicht so gut ist

  • Bedienung ist Geschmackssache
  • Reichweitenschwäche bei LFP-Akku
  • Unnötig komplizierte Türgriffe

Tesla Model 3: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?

Bewertung des Tesla Model 3

Das Tesla Model 3 ist, wie sollte es bei dem Namen auch anders sein, das dritte Fahrzeug der reinen Elektroauto-Marke nach den beiden größeren Model S und Model X. Genaue Beobachtende der Firma horchen allerdings auf, denn zählt man den früheren Tesla Roadster von 2008 mit, müsste aus dem Model 3 ganz schnell ein Model 4 werden.

Teslas schneller Aufschwung

Mit dem Roadster begann der Einstieg in die Automobilindustrie für das 2003 gegründete Unternehmen, das sich 2017 von Tesla Motors lediglich in Tesla, Inc. umbenannte.

Von Beginn an positionierte sich Tesla als Manufaktur reiner Elektrofahrzeuge und hat sich schnell zum Vorreiter der Elektromobilität etabliert. Enorm erfolgreich wurde die Marke mit dem Model S vor allem aufgrund großer Batterien mit hoher Reichweite, dem autonomen Fahren sowie einer Design-Sprache die schnörkellos, modern und attraktiv ist. Heute ist Tesla beinahe so etwas wie das Apple der Autoindustrie.

Ein neues Einstiegsmodell

Mit dem 2016 vorgestellten Model 3 erweiterte Tesla schließlich das Fahrzeugangebot um ein vergleichsweise kleines und daher auch günstiges Modell, mit dem eine breitere Zielkundschaft angesprochen werden kann. Dank dem Model 3 gelingt nun der Einstieg in die Elektromobilität mit dem “T” auf der Motorhaube. Doch Tesla wäre nicht Tesla, wenn sich das Model 3 nicht trotzdem noch in der gehobenen Mittelklasse bewegen würde.

Das Tesla Model 3 ist das weltweit meist verkaufte Elektroauto, weil es in vielen Kaufkriterien zu überzeugen weiß. Mit dem starken Antrieb, dem niedrigen Stromverbrauch und der hohen Reichweite. Im Modelljahr 2021 erfuhr das erfolgreiche Konzept noch einige Verbesserungen.

Vor etwas mehr als einem Jahrzehnt wurde der kalifornische Autoproduzent Tesla von deutschen Autoproduzenten noch belächelt. Heute lächelt niemand mehr über das amerikanische Innovations-Unternehmen. Nicht in München, wo BMW mit dem i3 und i8 auf Offensive setzte, aber etwas zu früh. Nicht in Stuttgart, wo man zu spät dran war, und nicht in Wolfsburg, wo Volkswagen mit dem ID.3 und ID.4 auf Aufholjagd setzt. Aber, wer aufholt, wurde zuvor überholt.

Noch immer mit Vorsprung

Tesla war schon 2008 da. In Kleinserie mit dem Tesla Roadster, der auf dem Lotus Elise aufbaute, und danach mit dem Model S in Großserie. 2017 folgte das Model 3. Von der Mittelklasselimousine verkaufte Tesla allein im Jahr 2020 rund 360.000 Exemplare weltweit.

Konkurrenz? Existiert kaum, denn in dieser Größenklasse setzen die Konkurrenzunternehmen primär auf die Kategorien SUV und Crossover. BMW auf einen iX3, Ford auf einen Mustang Mach-E, Mercedes auf einen EQC und Volkswagen auf einen ID.4.

Der neue Polestar 2 kommt dem Model 3 vom Format und Preis nahe. In dem Moment, in dem der Schwede im Jahr 2020 startete, präsentierte sich der Tesla nach drei Jahren Produktionszeit aber schon als ausgereiftes Produkt und im 2021er Modelljahr mit kluger Weiterentwicklung.

Wie viel kostet das Tesla Model 3?

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So richtig günstig ist das Tesla Model 3 in der Versicherung nicht. In der Haftpflicht fällt die Typklasse 19 noch moderat aus. Auch die Teilkasko-Einstufung von 23 geht in Ordnung. Bei der Vollkasko wird mit der Typklasse 26 schon ziemlich hoch angesetzt.

Leistung und Fahrkomfort

Anstatt eines Schlüssels wird im Model 3 mit einer Karte gestartet. Wie viel PS an den Start gehen, darüber entscheiden die eigenen Wünsche und das Budget.

Die Spanne reicht vom Standardmodell für 45.560 Euro bis zum Model 3 Performance für 58.560 Euro. Das 325 PS starke und 420 Newtonmeter produzierende Model 3 Standard Plus geht mit einem E-Motor, dem kleinen Akku und Hinterradantrieb an den Start und sorgt bereits für dynamische Fortbewegung.

Das Einstiegsmodell wuchtet seine 1,6 Tonnen in 6,1 Sekunden aus der Statik auf Tempo 100 und erreicht 225 km/h. Das sollte im Elektroauto reichen. Wer die Höchstgeschwindigkeit öfter nutzt, sieht die Ladesäule öfter.

Das Model 3 mit zwei Elektromotoren, dem großen Akku und Allradantrieb läuft mit seinen 498 PS Leistung und 575 Nm Drehmoment 233 km/h und spurtet in 4,4 Sekunden auf 100 km/h.

Mit den 513 PS und 660 Nm geht es im ebenfalls zweimotorigen Model 3 Performance bis auf 261 km/h. Die 100 km/h sind in 3,3 Sekunden erreicht. Da kommt keiner hinterher. Ein Polestar 2 mit 205 km/h nicht, der VW ID.4 mit maximal 180 km/h nicht und auch der 400 PS starke Jaguar I-Pace nicht, der bei 200 km/h vom Begrenzer abgefangen wird.

Platz und Praxistauglichkeit

Beim Tesla Model 3 handelt es sich um eine viertürige Limousine. Die regt zum Reisen an, was dank der angesprochenen Reichweite und dem schnellen Ladevorgang an einem Tesla Supercharger auch gut möglich ist. So richtig klassisch wirkt die Tesla-Limousine dann aber nicht, denn nur leicht abgesetzt ist das Stufenheck, während sich die Heckscheibe weit in Richtung des kurzen Hinterns zieht und im flachen Winkel abfällt. So erinnert das Model 3 im Profil an ein Coupé.

Die Veränderungen an der Karosse und im Innenraum fallen im 2021er Modelljahr nicht groß aus mit in Mattschwarz statt Chrom gehaltenen Türgriffen und Fensterzierleisten sowie mattschwarzem statt klavierlackfarbenen Kunststoffflächen auf der Mittelkonsole.

Die Kunststoffe mit weicheren Oberflächen fassen sich angenehmer an. Mit dem induktiven Ladeplatz für zwei Smartphones bietet das Tesla Model 3 wieder einmal etwas, was andere noch nicht zu bieten haben.

Der wichtigste Fortschritt manifestiert sich jedoch dort, wo es um Verbrauch und Reichweite geht. Mit einem Update der Software wurde die Reichweite erhöht. Mit der beim Model 3 mit großem Akku serienmäßigen Wärmepumpe, die im Polestar 2 extra kostet, reduziert sich der Energieverbrauch.

Weniger Platz als im SUV

Vom Platz hat ein ähnlich langes E-SUV bauartbedingt mehr zu bieten als die 4,69 Meter lange, nur 1,44 Meter hohe Tesla Limousine, bei der die Kopffreiheit im Fond endlich ist. Hinter der Sitzbank kommen realistisch 340 Liter Gepäck unter, die über eine schmale Luke geladen werden. Auch wenn Teslas Datenblatt mehr verspricht. Vorne im Fach unter der Fronthaube verstaut man am besten die Ladekabel, die dann nicht mehr im Kofferraum herumfliegen.

Es existiert zwar weniger Platz als im SUV, na und? Der eigene Platzbedarf entscheidet und das Model 3 steht eleganter auf der Straße und bereitet mehr Fahrfreude als ein hoher SUV. Wegen dem tieferen Fahrzeugschwerpunkt und dem direkteren Handling.

Innenraum, Infotainment und Ausstattung

Dass Model 3 ist in drei verschiedenen Ausführungen erhältlich, die nicht nur Einfluss auf die Ausstattung, sondern auch auf den Motor und die Batteriekapazität haben.

Ob beim Bedienen die gleiche Freude wie beim Fahren aufkommt, hängt sehr davon ab, wie man sich darauf einlässt. Das futuristische Cockpit des Model 3 verzichtet weitgehend auf Schalter. Die Bedienung der Fahrzeugfunktionen und des Infotainments läuft weitgehend über den 15-Zoll-Bildschirm ab.

Dabei geht der Tesla andere Wege. Die Einstellung der Außenspiegel über das Lenkrad oder die Feinregulierung der Scheibenwischer über den Touchscreen sind nicht das, was man in der Fahrschule gelernt hat. Aber so ist das nun einmal. Bedienrevolutionen haben wie alle Revolutionen wenig mit Gewohnheit zu tun.

Auch ein Vorteil der Moderne und Vernetzung: Werkstattaufenthalte sind seltener, denn Fehlerkorrekturen, Updates der Software oder die Freischaltung von Extras gehen übers Netz vonstatten.

Reichweite und Ladedauer

Wie schon beim Model S handelt es sich auch beim Model 3 um eine Limousine mit Elektroantrieb. Gleichzeitig stößt Tesla aber auch in andere Segmente vor und bietet mit dem Model X und dem Model Y nun auch SUV-Modelle an.

Das Elektroauto ist die Paradedisziplin der Marke, die einen großen Teil zur Konkurrenzfähigkeit von Elektromodellen beitrug. Tesla machte das Elektroauto mehr oder weniger salonfähig mit großer Reichweite, hoher Konnektivität und zahlreichen Assistenzsystemen. Das ist auch beim bis dato kleinsten Tesla-Elektroauto, dem Model 3 der Fall, das über eine starke Reichweite verfügt.

Weiter als die anderen Hersteller kommt das Model 3 mit dem gemeinsam mit Panasonic entwickelten 75-kWh-Akku. Bis zu 602 Kilometer verspricht Tesla auf dem Papier. Die Reichweite kann aber auch im realen Leben über 500 Kilometer liegen, wenn man es behutsam angeht.

In der Regel kommt man mit einem voll gefüllten 75-kWh-Lithium-Ionen-Batteriepack etwa 300 bis 350 Kilometer weit, bis man wieder an Teslas Supercharger oder an einer CCS-Ladesäule steht.

Die Außentemperatur spielt seit dem 2021er Facelift weniger eine Rolle für die Reichweite, da das Model 3 mit der größeren Batterie nun serienmäßig eine Wärmepumpe mit an Bord hat. Damit fährt es unter den Elektrischen ganz vorne mit. Mit einem elektrischen SUV oder Crossover, etwa dem Ford Mustang Mach-E, kommt man ähnlich weit, aber nur aufgrund des größeren Akkus - bei höherem Verbrauch. Der kann im Model 3 - Stadtgebiet vorausgesetzt - minimal bei 12 kWh/100 km liegen, was ein Spitzenwert ist.

Spitze im Verbrauch

Der Stromverbrauch des Tesla Model 3 macht den Unterschied. Das Model 3 verbraucht für die gebotene Leistung wenig. Ein Polestar 2 verbraucht mehr Strom.

Das Laden am Supercharger ist mit rund 37 Cent pro kWh deutlich günstiger als an anderen Schnellladern. Zurzeit existieren in Europa über 600 Supercharger, die sich zumeist an den Autobahnen finden. Tendenz steigend.

Die Ladegeschwindigkeit entscheidet über die Langstreckentauglichkeit, bei der Teslas Model 3 im Vergleich zur Konkurrenz Punkte macht.

Von Vorteil ist, dass die Ladestopps und -zeiten an der Strecke automatisch von der Navigation berechnet werden. Und die Ladezeit wurde mit dem neuen V3-Supercharger deutlich verkürzt. An dem ist der 75-kWh-Akku mit 250 kW Ladeleistung flott wieder fit.

Aber eher in der Theorie. In der Praxis wird der Tesla mit 120 bis 170 kWh geladen. Ein jüngerer Polestar 2 mit 78-kWh-Akku schafft es mit 150 kWh nicht schneller.

Wie lange man lädt, hängt von der Stromquelle ab. An der Haushaltssteckdose dauert es am längsten. Am Supercharger der neuesten Generation geht es am flottesten. Im Tesla Model 3 mit dem 75-kWh-Akku vergehen 0,6 bis 43,5 Stunden und im Model 3 Standard mit dem 50-kWh-Akku dauert das Gleiche 0,6 bis 31,8 Stunden.

Sicherheit und Schutz

Mit den Assistenzsystemen ist das im Model 3 so eine Sache. Die Verkehrszeichenerkennung übersieht gelegentlich Tempolimits und der Tesla mit dem Frontradar manchmal ein Hindernis. Man sollte sich also nicht zu 100 Prozent, was für autonomes Fahren notwendig wäre, auf den Autopilot verlassen.

Die fünf Sterne im Euro NCAP-Crashtest erhielt das Model 3 und mit der effektiv verzögernden Bremsanlage strahlt der Tesla ebenfalls Sicherheit aus. In den Bremstests des ADAC stand das Model 3 nach guten 34,1 und 34,4 Metern.

Zuverlässigkeit und Probleme

Hochgradig sicherheitsrelevante Probleme sind zum Tesla Model 3 kaum bekannt. Dennoch gab es in der Vergangenheit immer wieder Rückrufaktionen, die meist im Zusammenhang mit der Software oder der Elektronik des Fahrzeuges standen. Einige Probleme ließen sich zudem über einfache Software-Updates beheben.

Zu den Ursachen zählte unter anderem, dass das Notrufsystem des Fahrzeuges ausfallen konnte. Bei einer weiteren Maßnahme wurde das Kabel in der Heckklappe, welches die Bilder der Rückfahrkamera transportiert geprüft, weil es in Einzelfällen durch häufiges Öffnen und Schließen des Kofferraums zu Beschädigungen kam.

In den USA waren zuletzt im Mai 2022 alle Tesla-Modelle von einem Rückruf betroffen. Dabei führte die Abwärme des Prozessors zu einem Überhitzen der gesamten Einheit über die auch die Rückfahrkamera und weitere Assistenzsysteme gesteuert werden. In Deutschland verkaufte Fahrzeuge sind davon bislang nicht betroffen.

Tesla Model 3 FAQs

Das Model 3 von Tesla erhält eine Umweltprämie in Höhe von 9.000 Euro.

Bewegt man das Model 3 flott, kann der Verbrauch bei 25 bis 30 kWh liegen. Fährt man sanft, sind Verbrauchswerte zwischen 12 und 17 kWh/100 km realistisch. Am niedrigsten ist der Verbrauch im Elektroauto im Stadtverkehr.

Das Laden am Supercharger ist mit 37 Cent pro Kilowattstunde vergleichsweise günstig. Deutlich günstiger als an anderen Schnellladestationen, an denen auch schon mal das Doppelte bezahlt werden muss.

Geht man es sparsam an und tankt man den günstigen Strom zuhause, kann man mit Stromkosten unter 4 Euro alle 100 Kilometer rechnen.

Im Tesla Model 3 mit dem 75,0-kWh-Akku vergehen beim Laden 0,6 bis 43,5 Stunden und im Model 3 Standard mit dem 50,0-kWh-Akku 0,6 bis 31,8 Stunden. Abhängig ist die Ladelänge von der Stromquelle.

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