Opel Astra

Kompakter Allrounder mit guter Sicherheitsausstattung

8,1
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Gutes Raumangebot
  • Gesundheitssitze
  • Guter Dreizylinder
  • Schlechte Übersicht
  • Keine Schutzleisten am Stoßfänger
  • Kein vollwertiges Ersatzrad

17.260 € - 32.270 € Preisklasse

5 Sitze

3,5 - 6,2 l/100km

Test

Was weniger Gewicht und viel Ingenieurseinsatz aus einem Auto machen können, das gegen einen VW Golf nie so richtig eine Chance hatte? Etwas viel Überzeugenderes. Der neue Astra macht so viel richtig gut, dass sie ihn zum Auto des Jahres 2016 wählten. Warum? Bessere Motoren, bessere Bedienung, besseres Raumangebot, besseres Fahrwerk und das allerwichtigste: weniger Gewicht.

Der Astra wiegt bis zu 200 Kilogramm weniger als zuvor. Die neuen Motoren haben damit ein leichteres Spiel, wodurch das Handling gewonnen hat – Fahren Sie mit dem neuen und dem alten Astra durch eine Kurve, und Sie wissen, was gemeint ist.

Weniger Gewicht, weniger Verbrauch, moderne Ausstattung – All das sind, gerade wenn der Kauf eines VW Golf geplant ist, gute Gründe mal über einen Astra nachzudenken. Der Opel, der in fünf Ausstattungslinien angeboten wird, bietet Extras, die beim Konkurrenten aus Wolfsburg nicht zu bestellen sind: LED-Matrix-Scheinwerfer oder die ungemein komfortablen Gesundheitssitze. Damit hebt sich der Opel Astra von den Kontrahenten ab, die in der Kompaktklasse BMW 1er, Ford Focus, Hyundai i30, Peugeot 308 und Seat Leon heißen.

Im Motorraum fällt die Wahl zwischen 95 bis 200 PS. Schon ein kleiner Dreizylinder mit lediglich 1,0 Liter Hubraum und 105 PS macht erstaunlich viel Laune. Opels Kompakter auch. Damit sind die Chancen, dass ehemalige Golf-Fahrer zu Astra-Fahrern werden, gestiegen.

Der Opel Astra Fünftürer ist 4,37 Meter lang. Damit ist der Rüsselsheimer kurz genug für engere Parklücken in der Innenstadt, aber auch lang genug, um mit ihm zu viert auf Reisen zu gehen. Die Neuauflage bietet mehr Platz auf den Vordersitzen, der Rücksitzbank und im Kofferraum. Die Verarbeitungs- und Materialqualität fällt ansprechender aus und endlich überzeugt auch die Bedienung.

Das Interieur

Der alte Astra stellte den Fahrer mit seiner mit Schaltern überfrachteten Mittelkonsole permanent auf die Probe. Im neuen Astra verläuft die Bedienung dagegen auf klaren Pfaden. Das Touchscreen-Display bildet das Bedienzentrum und die Menüstruktur ist logisch arrangiert. Manchmal werden die zu langsamen Reaktionen des Systems kritisiert, mehr nicht.

Die Sitzposition, besonders auf den optionalen Ergonomiesitzen, passt zu jeder Fahrerstatur. So gut wie ums Sitzen ist es um die Übersicht nicht gestellt. Die Fensterlinie steigt nach hinten an und die C-Säulen verbauen den Blick. Daher machen die Rückfahrkamera und die Parksensoren ganz viel Sinn. Auf der Rückbank gibt es zwei vollwertige Sitzplätze. Der dritte fällt, nicht anders als im Golf, schmal aus.

Der Kofferraum

Der VW Golf gibt in der Kompaktklasse 380 Liter Kofferraumvolumen vor, aber auch das Gepäckabteil des Astra hat Format. Der Kofferraum fasst 370 Liter und wenn die Rückbank heruntergeklappt wurde 1.210 Liter.

Die Ladekante fällt ein wenig hoch aus und nach der Kante geht es tief hinunter, da der Opel keinen variabel verstellbaren Ladeboden bietet. Das macht das Einladen von schweren Dingen mühsamer. Unter der weit nach oben öffnenden Heckklappe können auch Große gut einladen.

Wer den Ersatzreifen im Kofferraum sucht, sucht vergebens. Serienmäßig wird der Astra nur mit einem Reifenreparaturset ausgeliefert und optional lediglich mit einem Notrad. Ein vollwertiges Ersatzrad hat Opel im Fünftürer nicht im Angebot. Aber eine Anhängerkupplung, an der bis zu 1.550 Kilogramm schwere Anhänger gezogen werden können.

Weniger Gewicht bringt mehr Fahrvergnügen. Diese Formel geht zumindest im aktuellen Astra voll auf. Je nach Ausstattung und Motor wiegt Opels Kompakter bis zu 200 Kilo weniger als bislang. Das macht ihn beim Einlenken agiler. Die elektromechanische Servolenkung arbeitet präzise und liefert eine gute Rückmeldung.

Auch das Komfortbild fällt stimmig aus. Das straffere Fahrwerk schadet zwar dem Komfort auf groben Fahrbahnverwerfungen, verdaut aber auch lange Bodenwellen souverän und bereitet auf Landstraßen Freude. Je mehr Kurven die haben, desto besser.

Da verschmerzt man locker, dass das Adaptivfahrwerk, mangels Nachfrage beim Vorgänger, für den Astra nicht mehr angeboten wird. Wer im Winter häufig auf verschneiten Straßen unterwegs ist, vermisst aber vielleicht doch etwas: den Allradantrieb. Den hat Opel im Astra nicht im Angebot – aber VW im Golf und BMW im 1er schon.

Und immer wieder das gleiche Lied vom geringeren Gewicht – Die Fortschritte bei Dynamik und Verbrauch ergeben sich aus weniger Kilos auf den Achsen. Heute wiegt ein Opel Astra, abhängig von Motor und Ausstattung, nur noch 1.244 bis 1.360 Kilogramm. Dem stehen fünf Benziner und vier Diesel mit 95 bis 200 PS gegenüber. Viele Motoren sind ganz neu – auch der agile 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbomotor.

Die Benziner

Der Dreizylinder-Turbo mit 105 PS ist dem 100 PS starken Vierzylinder-Sauger, der sich weder durch besonders ausgeprägtes Temperament noch durch besondere Sparsamkeit auszeichnet, vorzuziehen. Der Dreizylinder haucht dem Astra in Kombination mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe dagegen überraschend viel Leben ein. Der Turbo legt munter los und arbeitet kultiviert. Der Verbrauch ist brav: 4,1 bis 4,3 l/100 km auf dem Datenblatt, so zwischen 5,0 und 5,5 Liter in der Praxis.

Noch mehr Kraft liefern der 1,4-Liter- und der 1,6-Liter-Turbo mit 150 und 200 PS, die beide mit dem präzise schaltbaren Sechsgang-Getriebe liiert sind. Die Sechsgang-Automatik erhält man ausschließlich im 150 PS-Benziner und 136 PS-Diesel.

Die Diesel

Ein Dieselmotor ermöglicht die größte Reichweite mit dem 48-Liter-Tank. Schon der 95 PS-Diesel liefert mit 280 Newtonmeter Drehmoment genug Kraft und Elastizität. Der 110 PS starke Diesel mit ebenfalls 1,6 Liter Hubraum ist mit 3,4 bis 3,5 l/100km der sparsamste Motor im Astra. Der 1,6er mit 136 PS kostet deutlich mehr, legt aber noch etwas kraftvoller los, ohne viel zu schlucken: Nie die angegebenen 3,8 bis 3,9 l/100km, aber mit rund fünf Litern immer noch wenig.

Sparsam arbeitet auch der stärkste Dieselmotor. Der setzt nicht auf mehr Hubraum, sondern auf die Kraft der zwei Turbolader. 160 PS und 350 Nm sind das Ergebnis. Und die 4,1 bis 4,2 l/100 km Verbrauch sind für ein Auto, das auch mit 220 km/h zu bewegen ist, ein exzellenter Wert – selbst als schöngerechneter Werksverbrauch.

Ab Werk ist der Astra immer mit Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer sowie Kopfairbags vorne und hinten, ESP und Reifendruckkontrolle ausgestattet. Noch mehr Sicherheit bringen die Assistenten.

Wenn die Ausstattungslinie Innovation geordert wird, sind die Verkehrszeichenerkennung, der Spurhalteassistent, der Kollisionswarner und der City-Notbremsassistent mit an Bord. Optional ist der Toter-Winkel-Warner bestellbar. Warum der allerdings nur bis 140 km/h arbeitet, will nicht recht einleuchten.

Die LED-Matrix-Leuchten, die ihren Lichtpegel je nach Fahrsituation automatisch anpassen, bieten mehr Sicherheit, weil man besser sieht und die LED-Rückleuchten ebenso, weil man besser gesehen wird. Bei einer Bremsung leuchten die LEDs früher auf und warnen den Hintermann bei einer Vollbremsung durch schnelles Aufflackern – was einen Auffahrunfall verhindern kann.

Bremst der Astra voll, steht er schnell. Im ADAC-Bremstest kam der Opel Astra nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach ausgezeichneten 35,2 Metern zum Stillstand. Das Crashverhalten der Karosserie und die Absicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

In den fünf Ausstattungslinien Selection, Edition, Active, Dynamic oder Innovation ist der neue Opel Astra bestellbar.

Beim Basismodell Selection gehören die manuelle Klimaanlage, das LED-Tagfahrlicht, die Zentralverriegelung, die Berganfahrhilfe und die elektrischen Fensterheber vorne zum Serienumfang. Im Ausstattungslevel Edition kommen das Radio mit Freisprecheinrichtung und Bluetooth-Schnittstelle, der Bordcomputer, die elektrischen Fensterheber hinten und die hinteren Parksensoren dazu.

Die Linie Active wird mit Sicht- und Lichtpaket, Nebelscheinwerfern, Sporttaste und dem Zugang zum OnStar-Service ausgeliefert. Das höchste Niveau Innovation ist mit der Zweizonen-Klimaautomatik, Sitzen mit Stoff-Lederimitat, Leichtmetallrädern, Licht- und Regensensor, Rückfahrkamera, Parksensoren, Front- und Heckkamera sowie reichlich Sicherheitsassistenten sehr umfangreich ausgestattet.

Abrunden lässt sich die Ausstattung des Astra mit Extras wie der Einparkautomatik, den bequemen Ergonomie-Vordersitzen, der Massagefunktion, dem beheizten Lenkrad und den beheizten Rücksitzen.

Modern präsentiert sich das Infotainment, mit dem das Smartphone via CarPlay und Android Auto eingebunden wird. Die Inhalte des besten Stücks laufen auf dem Touchscreen zusammen. Mit OnStar wird der Astra zum WLAN-Hotspot und Opels Servicecenter hilft, wenn der Fahrer mal ein Hotel oder etwas Dringendes sucht. So etwas gibt es bei VW für den Golf nicht.

Was sich das Opel Marketing bei den Farben ausgedacht hat, ist vor dem Hintergrund der sonst fairen Aufpreise jedoch schwer zu verstehen: Fast jede Lackierung kostet extra. Sogar Weiß. 195 Euro.

Zusammenfassung

Der neue Astra macht nichts kaufentscheidend falsch, außer man möchte ihn mit Allradantrieb (nicht lieferbar) oder Doppelkupplungsgetriebe (auch nicht lieferbar) bestellen.

Die neuen Motoren machen einen guten Job, die Bedienung geht leicht von der Hand, das Infotainment fällt zeitgemäß aus, die Qualität stimmt und das Idealgewicht hat dem Temperament und dem Handling ordentlich auf die Sprünge geholfen. Damit hat der Opel Astra auch gegen den VW Golf bessere Chancen – mehr als je zuvor.

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