BMW X1

Kompakt-SUV beschert "Freude am Fahren"

8,6
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Guter Dreizylinder
  • Viel Platz
  • Verschiebbare Rückbank
  • Hoher Preis im Konkurrenzvergleich
  • Sicherheitsassistenten kosten extra
  • Kein Sechszylinder im Angebot

31.700 € - 49.250 € Preisklasse

5 Sitze

4,1 - 6,3 l/100km

Test

Der neue BMW X1 bietet eigentlich alles. Alles, was ein BMW nicht haben sollte. Die neue Frontantriebsplattform teilt sich die zweite X1-Auflage, die dem Heckantrieb adé sagt, mit BMWs 2er Active Tourer. Einem Van.

Der Motor wurde vorne nicht längs eingebaut, sondern quer. Im Motorraum arbeiten nie BMWs ausgezeichnete Sechszylindermotoren, sondern nur noch Vierzylinder und sogar ein Dreizylinder. Das klingt nach weniger, bietet aber mehr. Der neue BMW X1 ist ein X1 für Fortgeschrittene.

Mit der Neuauflage des SUV gelang BMW das, was nur sehr selten gelingt: Der neue X1 fällt zwar etwas kürzer aus als der alte X1, legt im Raumangebot aber deutlich zu. Spürbar ist das rundum. Vorne wie hinten sitzt man deutlich höher. Das macht den Einstieg bequemer und gleichzeitig verbessert es die Übersicht.

Im Fond fällt die Beinfreiheit viel üppiger aus dank der erstmals lieferbaren verschiebbaren Rücksitzbank. Die bieten manche Konkurrenten der Kompakt-SUV-Klasse nicht, in der die Protagonisten Audi Q3, VW Tiguan, Ford Kuga, Mercedes GLA, Nissan Qashqai, Honda CR-V und Mazda CX-5 heißen.

Auch in der Ausstattung erreicht der BMW X1 ein neues Level, das sich mit modernen Extras vom Head-up-Display bis zum Stauassistenten noch gepflegt ausbauen lässt. Gut gerüstet präsentiert sich der X1 auch im Motorraum. Der 231 PS starke Diesel des X1 xDrive25d verteilt die Kräfte zwischen Vorder- und Hinterachse mit entspannter Akustik.

Der 190 PS-Diesel ist ein ebenso harmonisches Triebwerk. Dies lässt sich auch vom 231 PS leistenden Turbo-Vierzylinder im X1 xDrive25i behaupten, der laufruhiger und weicher hochdreht. Erstmals kommt im X1 sogar ein Dreizylinder-Benziner mit 136 PS im sDrive18i zum Einsatz. Wie sich das anfühlt? Konkurrenzfähiger denn je – nicht nur wegen dem weit besseren Raumangebot.

Der fast schon traditionell den Münchnern gemachte Vorwurf, dass es auf der Rückbank zu eng zugeht, läuft im BMW X1 ins Leere. Besonders dann, wenn die praktische verschiebbare Rücksitzbank mitbestellt wurde, mit der sich entweder mehr Platz für die Mitfahrer oder das Gepäck schaffen lässt.

Das Interieur

Die Beschreibung des Innenraums sollte man im X1 von hinten starten, denn vorne steht in Sachen Sitzen, Ablesen und Bedienen alles zum Besten. Man sitzt hier auch als Langbeiner tadellos, weil sich die vorderen Sitzflächen verlängern lassen und der Sitz 3,6 Zentimeter höher baut als zuvor. Damit gelingt der Einstieg leichter und man genießt mehr Übersicht.

Dahinter hat sich auch alles zum Besseren gewendet. Schon ohne die um 13 Zentimeter verschiebbare Rücksitzbank sitzt man 6,4 Zentimeter höher, bei 3,7 Zentimeter mehr Beinfreiheit vor den Knien. Schiebt man die Rücksitzbank zurück sind es dann sogar bis zu 6,6 Zentimeter – eine andere, bessere Welt für Erwachsene, die hinten mitfahren. Auch das Raumgefühl hat gewonnen, weil der aktuelle X1 satte 5,3 Zentimeter höher baut als bisher.

Der Kofferraum

Der Laderaum glänzt mit Variabilität, weil er sich mit der verrückbaren Rücksitzbank an die eigenen Wünsche adaptieren lässt. Wird die Rückbank weiter nach hinten geschoben, steht mehr Platz für die Beine zur Verfügung, wird sie weiter nach vorne geschoben, fürs Gepäck. Ein Volumen von 505 Liter fasst der Gepäckraum hinter der sich elektrisch öffnenden Heckklappe. Wird die im Verhältnis 40:20:40 klappbare Rücksitzbank komplett flach gelegt, passen 1.550 Liter auf die Ladefläche.

Im Vergleich zu einem Audi Q3 ist das eine ordentliche Portion (460 bis 1365 l). Ein BMW X3 bietet unwesentlich mehr Raum fürs Gepäck (550 bis 1.600 l), ein neuer VW Tiguan aber schon (615 bis 1.655 l). Zugeladen werden dürfen bis zu 600 Kilogramm und im Hängerbetrieb bis zu zwei Tonnen an den Haken.

Die Antriebsmomente verteilt der Allradantrieb xDrive je nach Fahrsituation zwischen Vorder- und Hinterachse. Nur im Einstiegsbenziner X1 sDrive18i und im Einstiegsdiesel X1 sDrive18d kommt der Vorderradantrieb zum Einsatz.

Schon der erste Eindruck ist positiv. Der BMW X1 retourniert schlechten Belag gekonnter als bisher. Die Bremse greift angenehm schnell und die Lenkung ist, auch wenn sie in diesem BMW nie frei von Antriebseinflüssen arbeitet, mal wieder vorbildlich. Die Federn und Dämpfer reagieren sensibel. In schnellen Kurven bemerkt man in den seitenhaltstarken Vordersitzen allerdings auch, dass die Grenzen in einem frontgetriebenen X1 schneller erreicht sind als in einem BMW mit Heckantrieb.

Will man dem sportlich entgegenwirken, bietet auch BMWs Einstiegs-SUV, der auf 17 bis 19 Zoll großen Rädern rollt, die Optionen hierfür: M Sportfahrwerk, dynamische Dämpferkontrolle und variable Sportlenkung. Im Sportmodus dringt schlechter Belag dann allerdings ziemlich ungefiltert in die Sitzpolster und mit dem M Sportfahrwerk rollt der X1 recht hölzern ab – eine Probefahrt dieser Variante empfiehlt sich daher vor der Bestellung.

Und wie verhält sich der BMW X1 im Gelände? Diese Frage ist für die meisten Fahrer von sekundärer Bedeutung. Die Wenigsten fahren den SUV offroad. Wenn doch, dann geht in Schräglage überraschend viel (im Test: 34 Grad). Mit 18,3 Zentimetern Bodenfreiheit erklimmt man eindrucksvolle Hügel und mit der Bergabfahrhilfe, deren Tempo sich über den Tempomat einregeln lässt, kommt man von diesen auch wieder sicher herunter. Rollt der X1 an der Steigung zurück, greift für drei Sekunden die Anfahrhilfe.

Die Motoren im X1 sind entweder an ein Sechsgang-Handschaltgetriebe oder an die sanft und schnell schaltende Achtstufen-Automatik gekoppelt. Die Motoren leisten im X1 150 bis 231 PS. Die starken Vierzylinder haben den SUV gut im Griff. Lässt sich das auch vom Einstiegsbenziner mit drei Zylindern behaupten?

Die Benziner

Der 231 PS starke 2,0-Liter-Turbo packt besser an als die 192 PS-Variante. Bereits ab 1.250 Touren stehen 350 und nicht 270 Newtonmeter an den Antriebsrädern zur Verfügung. Der stärkste Benziner zieht geschmeidig an, arbeitet laufruhig und dreht weich hoch bis über 6.000 Umdrehungen. Der kombinierte Verbrauch liegt bei 6,6 l/100 km – aber nicht in der Realität, in der auch schon mal eine „10“ auf dem Bordcomputerdisplay auftaucht.

Ist einem das zu viel, sitzt man im sDrive18i goldrichtig. Das erwartet man vielleicht nicht von einem Dreizylinder mit 1,5 Liter Hubraum, aber der Dreier, der 204 km/h schnell läuft, übertrifft alle Erwartungen. Er arbeitet leise, haftet gut am Gas und baut erst bei massiver Kraftanforderung ab.

Die optionale Achtgang-Automatik sorgt für niedrige Drehzahlen. Das senkt den Verbrauch. Der im Normmittel zwischen 5,1 und 5,6 l/100 km liegt und im realen Leben mit dem 51-Liter-Tank eine Reichweite von 800 Kilometer ermöglicht – sparsam.

Die Diesel

Noch sparsamer tun es bei 1,5 bis 1,65 Tonnen Gewicht die Diesel, allen voran der 2,0-Liter-Vierzylinder im X1 sDrive18d. Der zieht den X1 mit 330 Newtonmetern Drehmoment kräftig an und setzt mit 150 PS Leistung nach. Der Motor fährt sich harmonisch im Einklang mit der Automatik und mit einem Verbrauch von 4,1 bis 4,5 l/100 km äußerst sparsam.

Das mit der Sparsamkeit gilt jedoch auch für die stärkeren Diesel, die in vielen Situationen wegen mehr Hubraum, Drehmoment und Leistung gelassener agieren. Der 190 PS leistende xDrive20d und der 231 PS produzierende X1 xDrive25d schicken ab 1.750 Umdrehungen 400 und 450 Newtonmeter an die Vorder- und Hinterachse.

Einen guten Teil zur Laufruhe und entspannten Fortbewegung trägt die gute Dämmung bei. Und langsam sind die Diesel ebenso wenig. Der xDrive25d läuft wie der xDrive25i 235 km/h und beschleunigt in 6,6 statt 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Bei vorbildlichem Verbrauch, der schon mal zwei bis drei Liter unter dem des Benziners liegen kann.

Der X1 mit Frontantrieb fährt sicher, der X1 mit Allradantrieb, der die Antriebsmomente variabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt, noch sicherer. Solange man sich an die Regeln der Physik hält.

BMWs X1 fühlt sich in der Sicherheitsausstattung nicht nach Einstiegs-SUV an. Im jüngsten SUV der X-Baureihe kommen Assistenten zum Einsatz, die auch in den größeren und teureren BMW X-Modellen eingesetzt werden. Zum möglichen Ausstattungs-Repertoire gehören der Stauassistent, der Spurverlassenswarner, die Auffahr- und Personenwarnung, die City-Anbremsfunktion und die automatische Notruffunktion.

Mit dem erstmals im X1 eingebauten Head-up-Display, das die wichtigen Fahrinfos hell und deutlich direkt auf die Windschutzscheibe projiziert, bleibt der Blick auf die Straße gerichtet. Der Tempomat mit Stop & Go-Funktion sorgt im Stau für mehr Ruhe beim Reisen.

Und auch die Bremsen verstehen ihr Geschäft. Im ADAC-Bremstest stand der BMW X1 nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach hervorragenden 34,8 Metern. Das Crashverhalten der Karosserie und die Absicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Gut ausgestattet ist der BMW X1 schon ab Werk. Bereits im Basismodell gehören das Radio mit USB- und AUX-IN-Anschluss, die Bluetooth-Freisprecheinrichtung, der Fahrerlebnisschalter, 17-Zoll-Leichtmetallräder, der Regensensor, die Auffahrwarnung samt Citybremsfunktion, die Nebelscheinwerfer, die Klimaanlage und das iDrive, dessen 6,5-Zoll-Monitor als freistehendes Display in die Armaturentafel integriert ist, mit zur Serienausstattung.

Angeboten wird der SUV neben dem Basismodell in den vier Ausstattungslinien Advantage, Sport Line, xLine und M Sport. Im X1 Advantage zählen die Zweizonen-Klimaautomatik, die Parksensoren hinten und der Tempomat mit zum Paket.

Im xLine verschönern Exterieurumfänge in Aluminium die Front und das Sportlederlenkrad und die braun-schwarzen Stoff-Leder-Bezüge der Sitze den Innenraum. Die Sport Line rollt auf 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und setzt mit schwarzen Zierteilen und schwarzen Sportsitzen mit roten oder grauen Flächen Akzente.

Die kostspielige M Sport-Ausstattung fällt nicht nur mit 18 Zoll oder 19 Zoll großen M Leichtmetallrädern, M Aerodynamikpaket und Sportfahrwerk umfangreicher aus. Zudem finden sich anthrazitfarbene Stoff-Alcantara-Sportsitze mit blauem Kontrastmuster im Interieur und man erhält das optisch wie haptisch reizvollere M Lederlenkrad in die Hand.

Darüber hinaus geht im X1 noch mehr, denn die Aufpreisliste fällt lang aus. Mit reizvollen Extras wie der Navigation Plus, dem großen 8,8-Zoll-Display, Voll-LED-Scheinwerfern, der Parkkamera, dem Panorama-Glasdach, der dynamischen Dämpferkontrolle und Sportsitzen steigt der Luxus, aber auch, klar, der Preis eines X1. Der schaut im Innenraum nicht nur hochwertiger aus als der Vorgänger, sondern er ist auch im Infotainmentangebot up to date.

Über die fest im Fahrzeug verbaute SIM-Karte geht es ins Internet. Die Anbindung des Smartphones gelingt schnell und einfach. Mit Apps lässt sich die Funktionalität von Navi und Infotainment weiter aufwerten. Das in jedem Fall empfehlenswerte Zubehör heißt Achtgang-Automatik (plus 2.100 Euro), im 18d Allradantrieb (plus 2.000 Euro) und verschiebbare Rücksitzbank (plus 350 Euro).

Zusammenfassung

Der X1 bietet nun wirklich fast alles, was man von einem Kompakt-SUV erwarten kann. Der Fortschritt ist im Vergleich zum Vormodell riesig. Das betrifft die neuen Motoren, die moderne Technik- und Sicherheitsausstattung und das erwachsen gewordene Raumangebot. Mit dem stellt der BMW X1 sogar den 21 Zentimeter längeren und über 8.000 Euro teureren BMW X3 in mancher Kategorie in Frage, was seinen hohen Preis wieder etwas relativiert.

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