Audi A4

Premium-Limousine mit erstklassigem Interieur

8,9
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Starker und sparsamer Topdiesel
  • Ausgewogenes Fahrwerk
  • Gute Basisausstattung
  • Durchschnittlicher Kofferraum
  • Hoher Aufpreis für 190 PS-Benziner
  • Kopffreiheit im Fond

31.850 € - 52.600 € Preisklasse

5 Sitze

3,7 - 6,3 l/100km

Test

Der Audi A4 war in den ersten Generationen ganz und gar in der Mittelklasse verortet, aber in der aktuellen Auflage, die im Herbst 2015 auf den Markt kam, fühlt sich Audis Mittelklasse nicht mehr wie ein Fahrzeug aus der Mittelklasse an. Das hat er manchem Konkurrenten in seiner Klasse, zu der BMW 3er, Mercedes C-Klasse, Jaguar XE und VW Passat zählen, voraus.

Der Fortschritt der Neuauflage bemisst sich schon im Gewicht und in der Länge. Im Vergleich zum Vormodell steht der aktuelle Audi A4, der als Limousine und Kombi Avant angeboten wird, heute bis zu 120 Kilogramm leichter auf der Waage und trotzdem sind die Abmessungen auf 4,73 Meter Länge und 1,84 Meter Breite gewachsen.

Für den Audi A4 und den A4 Avant werden acht Motoren mit bis zu 354 PS Leistung angeboten. Der 150 PS starke A4 2.0 TDI ultra ist mit 3,7 l/100 km der sparsamste A4 und der S4 mit seinem V6-Turbo der stärkste. Mit Gasantrieb erhält man den A4 Avant ebenfalls.

Der Leichtbau macht den Audi zu einer handlichen Partie. Das Handling lässt sich mit Extras wie Dynamiklenkung, Sportfahrwerk und dynamischer Dämpferregelung noch verbessern. Mit Fahrerassistenzsystemen wie dem Stop & Go-Tempomat oder Annehmlichkeiten wie dem virtuellen Cockpit und schnellem LTE-Internet bedient sich der Mittelklässler A4 in der Oberklasse. Die Preise können damit ein hohes Niveau erreichen. Der neue A4 hat es schon, denn er fühlt sich in einigen Eigenschaften schon nach oberer Mittelklasse an.

Man nimmt Platz im A4, aber man sitzt fast wie im A6. Der neue Audi A4 baut ein gutes Stück länger als bisher und bietet auf der Rücksitzbank mehr Platz. Das Raumgefühl ist großzügig, der Sitzkomfort sehr gut, die Materialien hochwertig und die Verarbeitung gelungen. Und auch das Geräuschniveau fühlt sich nicht mehr nach A4-Fahren an.

Das Interieur

Der Audi A4 baut 2,5 Zentimeter länger als sein Vorgänger. Das Mitreisen auf der Rücksitzbank machen die 2,3 Zentimeter mehr Beinfreiheit angenehmer. Zudem wuchs die Kopffreiheit um 2,4 Zentimeter. Das Cockpit wirkt edel und sehr modern, wenn die Navigationskarte auf dem 12,3-Zoll-Display direkt hinter dem Lenkrad im Panoramaformat eingeblendet wird.

Klar, es existieren auch Nachteile. Das Handling des MMI-Bediensystems empfindet nicht jeder als verbessert. Großen Menschen geht hinten der Kopfraum aus, weil sich das Dach im Fond früh absenkt. In der Mitte der Rücksitzbank möchte niemand wirklich gerne sitzen, weil dort der Mitteltunnel den Fußraum zweiteilt.

Der Kofferraum

Das Ladeabteil der A4 Limousine fasst 480 und 965 Liter, wenn die Rückbanklehne heruntergeklappt ist. Das ist ein durchschnittliches Volumen, das von einem VW Passat locker übertroffen wird, der 586 Liter aufnimmt. In einem Mittelklasse-Kombi liegt das Kofferraumvolumen in der Regel bei etwa 500 bis 1.500 Litern.

Auch hier leistet ein A4 Avant nur Pflichterfüllung: 505 bis 1510 Liter bei dachhoher Beladung – was für ein Familienauto allerdings in der Regel dicke ausreicht. Zwar lässt sich die elektrische Heckklappe optional ohne Handanlegen per Fußkick in Richtung Stoßfänger öffnen, aber Praktisches wie eine verschiebbare Rücksitzbank oder zu öffnende Heckscheibe wie im BMW 3er Touring sucht man vergebens.

Von bis zu 120 Kilo Mindergewicht profitiert das Fahrverhalten. Das neu entwickelte Fahrwerk und die neue elektromechanische Servolenkung sorgen für mehr Präzision im Handling. Auch die gute Aerodynamik (cw-Wert: 0,23) hört man. Weil man weniger hört.

Auf der Autobahn fährt der A4 nicht nur laufruhig, sondern er liegt mit seiner ausgewogenen Feder- und Dämpferabstimmung komfortabel und satt auf der Straße. Mit dem optionalen Komfortfahrwerk und den adaptiven Dämpfern wirkt alles noch geschmeidiger.

Mit dem Frontantrieb zu tun haben das Untersteuern im Grenzbereich und die in engen Kehren bei Vollgas bemerkbaren Antriebseinflüsse in der Lenkung. Das ist aber im Fahralltag selten spürbar. Manche kreiden dem Audi A4 auch das leicht künstliche Lenkgefühl und seine Seitenwindempfindlichkeit an.

Subjektive Meinungen, vielleicht macht ein Vergleich die unbestreitbaren Talente des A4-Fahrwerks deutlicher: Ein Audi A4 kurvt weniger sportlich über Landstraßen wie ein BMW 3er und federt nicht ganz so komfortbewusst wie eine Mercedes C-Klasse. Damit liefert er aber trotzdem einen überzeugenden Kompromiss, weil er so beide Fahrwerkswelten in sich vereint.

Audi A4 und A4 Avant gehen in Deutschland mit acht Motoren an den Start. Kombinierbar sind die mit Sechsgang-Schaltgetriebe, Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe oder Achtgang-Automatik sowie mit Front- oder Allradantrieb bei den stärkeren Motoren.

Die Benziner

Den Einstiegsbenziner bestellen viele Kunden. Der 1,4-Liter-Turbo-Direkteinspritzer arbeitet laufruhig und performt mit seinen 150 PS unten herum lebendig. Bei höherem Tempo geht ihm dann aber doch etwas die Luft aus, weshalb der 190 PS starke 2.0 TFSI wohl doch der bessere Motor für Langstrecken ist. Nachteil: Er kostet happige 4.400 Euro Aufpreis.

Mit den stärksten Benzinmotoren, dem 2.0 TFSI Quattro mit 252 PS und dem 3,0-Liter-V6-Turbo des Audi S4 mit 354 PS ist der A4 noch viel souveräner motorisiert. Der S4 beschleunigt wie ein guter Sportwagen in 4,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

Am meisten sparen lässt sich mit dem A4 Avant g-tron. Der hat nicht nur einen Tank für Benzin, sondern auch einen für Erdgas (CNG). Die Reichweite mit 19 Kilogramm Gas liegt bei 500 Kilometern und mit Gas und Benzin bei 950 Kilometern. Einziger Haken: Der A4 Avant g-tron mit seinem 170 PS leistenden TFSI kommt erst Ende 2016 in den Handel.

Die Diesel

Der 150 PS produzierende A4 2.0 TDI ultra ist dank seiner rollwiderstandsoptimierten Reifen und weiterer Sparfeinheiten mit 3,7 Liter im Verbrauch der Sparsamste unter den Dieselaggregaten. Die 190 PS-Variante des 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesels taugt noch mehr für flott zurückgelegte Langstrecken. Bei ähnlich niedrigem Verbrauch.

Der begehrenswerteste Dieselmotor bleibt der kraftvolle, elastische und laufruhige 3.0 TDI, der in zwei Leistungsstufen mit 218 oder 272 PS angeboten wird. Der Stärkere der beiden wird immer in Verbindung mit der Achtgang-Automatik und Allradantrieb ausgeliefert. Mit ihm läuft der A4 250 km/h, ist aber auch mit einem Verbrauch von nur sechs Litern zu bewegen. Auch das macht ihn so begehrenswert. Einen Nachteil hat dieser Motor aber, Sie ahnen es sicherlich schon: den hohen Preis.

Da der A4 im Herbst 2015 auf den Markt kam, ist er von der Sicherheitstechnik auf dem neusten Stand. Das bedeutet die volle Packung Sicherheit, wenn man bereit ist dafür zu bezahlen. Lieferbar sind A4 und A4 Avant mit Spurhalteassistent, Spurwechselassistent, Ausweichassistent, Abbiegeassistent und vielem mehr.

Der Stauassistent übernimmt das Bremsen und bis 65 km/h, wenn die Strecke es zulässt, auch die Lenkarbeit. Der Effizienzassistent deutet mit Hilfe seiner Kameras, Sensoren und Navidaten die kommende Strecke und bremst und beschleunigt dann das Fahrzeug selbstständig. Das ist raffiniert, aber auch teuer.

Ob man die Verkehrszeichenerkennung bestellt, sollte man sich überlegen. Sie regelt nach den erkannten Temposchildern die Geschwindigkeit zwar fast immer korrekt ein, aber manchmal auch nicht. Das führt dann zu komischen Manövern wie plötzlichem Abbremsen oder unmotiviertem Beschleunigen.

Da lobt man sich die Güte der lange bewährten Sicherheitssysteme Bremse und Karosserieschutz im A4. Nach zehn Vollbremsungen aus 100 km/h stand der Audi A4 im ADAC-Bremstest zwar nicht nach 31,9 Metern wie in einem anderen Test, aber nach 36,2 Metern. Das ist schon eine heftige Streuung, aber immer noch in Ordnung. Im Euro NCAP-Crashtest erhielt Audis Mittelklasse mit fünf Sternen die Maximalwertung.

Der Audi A4 trumpft mit Infotainment und Fahrerassistenzsystemen auf, die bisher nur den höheren Klassen vorbehalten waren. Auf Wunsch sind schnelles LTE-Internet, mit dem sich per WLAN-Hotspot via Smartphone oder Tablet surfen lässt und die MMI Navigation plus mit Touchpad an Bord. Oder die Audi phone box, die das Smartphone an die Bordantenne andockt und es induktiv lädt. Oder das eindrucksvolle 12,3-Zoll-virtual cockpit. Oder die Matrix-LED-Scheinwerfer und der Stop & Go-Tempomat. Sie sehen, die Möglichkeiten sind fast grenzenlos.

Schon mit der Serienausstattung lässt sich in A4 und A4 Avant gut auskommen. Sie umfasst Xenon-Scheinwerfer, Müdigkeitswarner, Geschwindigkeitsbegrenzer, Notbremsassistent, Keyless go, Bluetooth-Schnittstelle, 7-Zoll-Farbmonitor und die Klimaautomatik. Im A4 Avant gehören zum Lieferumfang ab Werk immer die elektrische Kofferraumabdeckung und die elektrische Heckklappe. Der Vorteil von der Basisausstattung liegt auch in ihrer guten Erweiterbarkeit.

Die Lines sport und design sind im Audi A4 ganz neu. Bei ihnen gehören unter anderem schickere Dekorleisten und Stoffe zum Serienumfang. Die sport-Linie fügt noch zusätzlich bequemes wie die Sportsitze mit Lendenwirbelstütze hinzu, während in der design-Linie das fesche Lichtpaket inklusive ist. Beide Lines stehen mit 1.900 Euro in der Preisliste. Wie noch vieles, vieles mehr, von der Sitzheizung bis zum Head-up-Display. Die Grenzen setzt hier nur das eigene Budget.

Zusammenfassung

Schon der alte Audi A4 war ein gutes Auto, der neue ist aber ein besseres. Das Platzangebot, der Komfort, die Verarbeitungsqualität und die Sicherheitsausstattung wurden auf ein neues Level gehoben. Dadurch zählt der Audi A4 nicht nur in seinem direkten Konkurrenzumfeld zu den attraktiven Angeboten. Im Fahrgefühl und in den Platzverhältnissen ist die Mittelklasse A4 der oberen Mittelklasse A6 schon ein gutes Stück näher gerückt.

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