Mercedes A-Klasse Test

Straff abgestimmter Dynamiker mit schickem Design

8/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Modernes Infotainment
  • Viele Fahrassistenzsysteme
  • Große Motorauswahl
  • Mäßig Platz im Fond
  • Unübersichtliches Heck
  • Nur zwei Jahre Garantie

26.555 € - 47.797 € Preisklasse

5 Sitze

4 - 7,3 l/100km

Test

Die erste Mercedes A-Klasse von 1997 wurde berühmter, als es Daimler lieb war, weil der hohe Benz beim so genannten „Elchtest“ plötzlich beim Ausweichmanöver umkippte. Das war einmal. Sorgen um die Fahrsicherheit muss man sich heute in der vierten Generation der Stuttgarter Kompaktklasse nicht mehr machen.

Jugendlich-sportiv steht die Mercedes A-Klasse, die im Frühsommer 2018 als Gegenspieler von Audi A3, BMW 1er, Opel Astra und VW Golf präsentiert wurde, vor einem. Nicht hoch, sondern mit tiefem Schwerpunkt und breiter Spur. Das verspricht ein gutes Handling und eine sichere Straßenlage. Das Versprechen hält der jugendliche Babybenz, genauso wie das Vormodell.

Und Mercedes hat in der mit 4,42 Meter Länge deutlich gewachsenen Neuauflage weit mehr innovative Technik eingebaut, was sogar die großen Limousinen der E-Klasse und S-Klasse in Teilbereichen alt aussehen lässt: modernstes Infotainment und viel künstliche Intelligenz.

Wie jugendlich die neue A-Klasse auftritt, zeigt sich auch im Cockpit. Analoge Instrumente sind dort ganz verschwunden. Tacho und Drehzahlmesser zeigen auf dem freistehenden Display digital an. Drei Cockpitvarianten sind bestellbar: zwei 7-Zoll-Displays, ein 7- und ein 10,25-Zoll-Display oder zwei 10,25-Zoll-Displays. Das Infotainment-Navigations-System macht – dank künstlicher Intelligenz – selbstständig Routenvorschläge oder schlägt Radiosender vor.

Die Sprachbedienung wurde im Vergleich zum Vorgänger verbessert und kann jetzt auch mit Alltagssprache gesteuert sowie mit Sprachdiensten wie Alexa verbunden werden. Das Smartphone kann den Autoschlüssel ersetzen (praktisch bei mehreren Fahrern und fürs Car Sharing) und warnt den Fahrer per App, wenn die geparkte A-Klasse entwendet oder angefahren wurde.

Die Bedienlogik des komplexen Systems ist schnell durchschaut, der Funktionsumfang, der über Touch-Oberflächen am Bildschirm und Lenkrad gesteuert wird, nicht. Daran muss man sich also erst gewöhnen.

An anderes haben sich A-Klasse-Fahrer in der dritten Generation schon gewöhnt. Richtig viel Platz steht auf den hinteren Plätzen nicht zur Verfügung. Der Kofferraum fällt mit 370 Litern aber fast so groß aus wie im VW Golf und auch um die Verarbeitungsqualität, die Motoren und die Sicherheitssysteme ist es in der Mercedes A-Klasse gut gestellt.

Von der Länge, Breite und im Radstand ist die Mercedes A-Klasse im Vergleich zur Vorgeneration gewachsen. Zwölf Zentimeter vom Bug bis zum Heck spürt man im Innenraum, aber nicht überall gleichermaßen.

Auf den straff gepolsterten Vordersitzen sitzt man auch mit 1,90 Meter in Fragen der Kopf-, Bein- und Schulterfreiheit sehr bequem. Hinten auf der Rückbank haben es große Menschen aber nicht ganz so bequem.

Schon beim Einstieg muss man sich etwas ducken, denn die A-Klasse misst nur 1,44 Meter in der Höhe und ihr Dach geht hinten coupéhaft-flach ab. Auch, wenn man als nicht ganz so großer Erwachsener mit genügend Kopf- und Beinfreiheit sitzt, ist der Fond mit den schmalen Seitenscheiben und dem schmalen Heckfenster eher auf Maß genäht als luftig.

Um zu sehen, was um die hinteren Dachsäulen und unterhalb der hoch positionierten Heckscheibe passiert, bedarf es einer Rückfahrkamera – und an steilen Auffahrten und hohen Bordsteinkanten setzt die A-Klasse auch relativ früh auf – der Tribut an ihre optisch schicke Tieferlegung.

Und der Kofferraum? Mit 370 bis 1.210 Liter Volumen (200 d/220 d: 335 l, 180 d:,360 l, Dieselmodelle: maximal 1.200 l) ist der Gepäckraum um rund 30 Liter geräumiger als zuvor. Damit erreicht das Volumen beinahe Golf-Format (380 Liter)

Länge 4,42 Meter
Breite 1,80 Meter
Höhe 1,44 Meter
Kofferraumvolumen 370 (335/360) bis 1.210 (1.200) Liter
Türen 5
Leergewicht 1.350 bis 1.555 Kilogramm
Zuladung 490 bis 520 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 1.860 bis 2.055 Kilogramm
Zulässiges Anhängelast ungebremst / gebremst 675 bis 750 Kilogramm/1.300 bis 1.800 Kilogramm

An den Elchtest, einen simulierten abrupten Spurwechsel zwischen zwei Fahrgassen, bei dem es die erste A-Klasse im Test einst fulminant auf die Seite legte, erinnert im aktuellen Modell nichts mehr. Die A-Klasse haftet mit den 16 bis 19 Zoll großen Pneus und dem Front- oder Allradantrieb (4MATIC) sehr fahrsicher und fährt auch bei hohem Tempo sehr fahrstabil.

Den 1,35 bis 1,55 Tonnen Gewicht stehen Benzin- und Dieselmotoren mit 109 bis 306 PS gegenüber, die ihre Leistung mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe, der 7-Gang- oder 8-Gang-Automatik auf die Straße bringen.

Die Benziner

Sechs Benzinmotoren mit 109 PS im A 160 bis 306 PS im Mercedes-AMG A 35 4MATIC stehen zur Wahl. Die drei Modelle A 160, 180 und 200 verfügen über einen neuen 1,3-Liter-Vierzylinderturbo, der mit wenig Hubraum ein ordentliches Drehmoment produziert (A 200: 250 Nm). Der Verbrauch liegt im 163 PS starken 1,3-Liter-Turbo bei 5,8 bis 6,1 Liter/100 km (Werksangabe).

Bei dieser Motorisierung und auch dem A 180 gibt es die Wahl zwischen dem 6-Gang-Schaltgetriebe oder dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT), mit dem der zusammen mit Renault entwickelte 1,3-Liter-Motor nicht sonderlich harmonisch zusammenarbeitet. Daher kann man sich die 2.100 Euro Aufpreis auch sparen. Die 190-, 224- und 306-PS-Benziner, die je nach Leistungsstärke zwischen einem und eineinhalb Liter Super mehr verbrauchen, erhält man ausschließlich mit der Automatik.

A 160/180/200 A 220/250 AMG A 35 4MATIC
Hubraum [ccm] 1.332 1.991 1.991
Leistung [PS] 109/136/163 190/224 306
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 7-Gang-Automatik 7-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Höchstgeschwindigkeit [km/h
10,9/9,2/8,2 | 200/215/225 6,9/6,2 | 240/250 4,7 | 250
Kraftstoff Benzin Benzin Benzin

Die Diesel

Mit dem neu entwickelten Motor im A 180d hält der 43-Liter-Tank (optional: 51 Liter Volumen) lang. Der Vierzylinder-Diesel im 180 d, der aus 1,5 Liter Hubraum 116 PS Leistung und 260 Nm Drehmoment produziert, kommt mit etwas über vier Litern Diesel alle 100 km aus (Werksangabe). In der Praxis sind es mit dem Einstiegsdiesel und auch mit den kaum mehr verbrauchenden 2,0-Liter-Dieselmotoren im A 200 d und 220 d rund ein bis zwei Liter mehr.

A 180d A 200d A 220d A 180d
Hubraum [ccm] 1.461 1.950 1.950 1.968
Leistung [PS] 116 150 190 116
Getriebe 7-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik 7-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Höchstgeschwindigkeit [km/h
10,5 | 202 8,1 | 220 7,0 | 235 10,5 | 202
Kraftstoff Diesel Diesel  Diesel  Diesel

Zwischen vier Ausstattungslinien wird in der Mercedes A-Klasse gewählt.

A-Klasse Einstiegsmodell

Das Basismodell rollt auf 16 oder 17 Zoll großen Rädern. Es ist mit dem Multifunktions-Sportlenkrad, der klappbaren Armauflage in der Mittelkonsole, der automatischen Beifahrer-Airbag-Abschaltung, dem Regen-Licht-Sensor, der Klimaautomatik, dem schlüssellosen Startsystem und dem Multimediasystem mit zwei USB-Schnittstellen im Hinterteil der Mittelkonsole passabel ausgestattet.

A-Klasse Style

Den Unterschied machen im Style die in Silber lackierten Lamellen im Grill und die in Wagenfarbe lackierten Seitenschweller. Neben dem Fahrzeugschlüssel mit Chromzierrahmen erhält man diese Version mit Sitzen in Kunstleder-Stoff-Bezug und Ziernaht, farbigen Einlegern in den Lüftungsdüsen, Gepäcknetzen an den Vordersitzlehnen und dem Ablagenetz im Beifahrerfußraum.

Die Fondsitzlehnen sind anstatt 40:60 klappbar im Verhältnis 40:20:40 umlegbar und weitere Ausstattung geht in dieser Linie mit dem Doppel-Cupholder, dem Sicht-Paket, dem Farbband in der Instrumententafel und etwas Chrom am Schalthebel mit an Bord.

A-Klasse Progressive

Im Progressive sind die Endrohrblenden und die Heckschürze teils in Chrom gefasst und es sind immer 17-Zoll-Leichtmetallräder montiert. Die Sitze besitzen eine doppelte Ziernaht und das Lenkrad ist mit Leder ummantelt. Den Dachhimmel hat man im Werk mit schwarzem Stoff ausgekleidet und das Cockpit mit Karbonimitat aufgehübscht.

A-Klasse AMG Line

Die AMG-Variante ist mit sportiverer Frontschürze, Seitenverkleidung und Heckschürze die sportlichste A-Klasse, die auf 18 Zoll und mit tiefer gelegtem Fahrwerk sowie der Direktlenkung vom Händlerhof rollt.

Inklusive sind hier die Sportsitze, die Sportpedalanlage aus gebürstetem Edelstahl, das unten abgeflachte Dreispeichen-Sportlenkrad mit Leder-Nappa-Bezug und Aluzierteile. Dazu erhält man schwarze Fußmatten mit dem AMG Schriftzug und noch einige weitere Features, an denen auch sonst in der Preisliste, vom Navigationssystem bis zum Head-up-Display, kein Mangel herrscht.

Schon als Basismodell gehört die A-Klasse zu den sicheren Partien. Serienmäßig ist sie mit einem guten Assistenzpaket, dem automatischen Notbremsassistenten, dem Spurhaltehelfer und dem Geschwindigkeitsbegrenzer ausgestattet.

Optional geht bei den Fahrassistenten noch weit mehr mit dem Toter-Winkel-Assistenten, der Verkehrszeichenerkennung mit Falschfahrwarnfunktion, dem Tempolimits beachtenden ACC-Tempomat oder dem Parkassistenten für das Ein- und Ausparken in Längs- und Querparklücken.

Im ADAC-Bremstest kam die Mercedes A-Klasse nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach sehr guten 34,5 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der Maximalwertung von fünf Sternen bewertet.

Zusammenfassung

Wir würden sagen: Verjüngung gelungen. Wer heute an die Mercedes A-Klasse denkt, denkt nicht mehr an den Elch. Man fährt sportlich und sicher. Damit gehen zwar einige Nachteilchen einher (straffer Abrollkomfort, Kopffreiheit im Fond, Übersicht), aber mit vielem anderen spielt die A-Klasse voll auf der Höhe der Zeit.

Dazu gehören die Digitalinstrumente, das moderne Infotainment und die Sicherheitsausstattung. Da hat sie vielen Konkurrenten in der Kompaktklasse einiges voraus.

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