Opel Corsa Test

Ein Schwergewicht in der Kleinwagenklasse

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Sicheres Fahrverhalten
  • Gutes Platzangebot
  • Zu viel Gewicht
  • Teils holpernde Fahrzeugbewegung
  • Monitor zu tief

12.135 € - 19.040 € Preisklasse

5 Sitze

4,8 - 7,7 l/100km

Test

Ein Kleinwagen, der auch als Erstwagen für die junge Familie taugt – Früher klappte das nicht. Heute gibt der Opel Corsa, der im Jahr 1982 auf den Markt kam und jetzt schon in fünfter Generation produziert wird, bessere Antworten denn je.

Mit einer Länge von 4,02 Metern passt der sich am Adam optisch anlehnende, aber günstigere Corsa gut in die Parklücken. Trotzdem überzeugt das Platzangebot. Die Bedienung fällt – das war nicht immer so – überzeugend aus. Viele Sicherheitsassistenten und das Infotainment sind neu.

Die Verarbeitung ist stimmig. Das Gleiche lässt sich vom überarbeiteten Fahrwerk, das an Komfort und Präzision gewonnen hat, und den Motoren behaupten, unter denen ein 1,0 Liter-Dreizylinder-Turbo hervorsticht.

Der Corsa bleibt trotzdem der Corsa, der von Herzen kein Adam sein will. Er ist definitiv der praktischere Kompakte. Im Adam geht es auf der Rücksitzbank und im Kofferraum eng zu. Im Corsa nicht. Mit seiner universell begabten Alltagstauglichkeit stellt er einige seiner Konkurrenten in den Schatten. Platzhirsche wie VW Polo und Ford Fiesta, Protagonisten wie Skoda Fabia und Seat Ibiza oder Nebendarsteller wie Hyundai i20, Kia Rio, Mazda 2 und Suzuki Swift.

Zur Wahl steht der Opel Corsa als Zwei- oder Viertürer, in fünf Ausstattungslinien und in acht Motorvarianten mit 70 bis 207 PS. Und das zu fairen Preisen.

In modernen Kleinwagen sitzen die Insassen heute viel bequemer als früher. Das Platzangebot auf den Vordersitzen passt und auch auf den Rücksitzen und im Kofferraum geht weitgehend alles in Ordnung. Wie im Opel Corsa.

Das Interieur

Kleinwagen sein heißt nicht klein sein. Der Kopfraum genügt auch Großen. Einige Tester mit langen Beinen wünschen sich auf den Vordersitzen mehr Oberschenkelauflage, andere etwas mehr Seitenhalt.

Auf der Rücksitzbank spürt man, dass der 1,75 Meter breite Corsa wie jeder Kleinwagen ein besserer Vier- als Fünfsitzer ist. Hier sitzt man aufrecht gerade – gut für die Beinfreiheit und die Platzökonomie im Kofferraum.

Der Kofferraum

Ein Volumen von 285 bis 1.120 Liter steht bereit. Durchschnitt. Die Ladekante fällt etwas hoch aus. Die Stehhöhe unter der Heckklappe reicht bis etwa 1,85 Meter. Positiv fiel im Test der doppelte Ladeboden auf. Durch den steht ein großes, nicht einsehbares Fach im Kofferraumunterteil zur Verfügung.

Und der Kinderwagen, Papa? Ein großer passt in den Kofferraum. Liegend und ohne die Rückbank flach legen zu müssen. Bestellt man den pfiffigen Fahrradträger, muss allerdings auf das Ersatzrad, die Rückfahrkamera und die Anhängerkupplung verzichtet werden.

Bereits auf den ersten Kilometern rückt der Opel Corsa die Gedankenwelt zurecht. Es ist eine bessere Corsa-Welt. Mit 2,51 Meter Radstand reist man angenehm bequem. Dieser komfortable Fahreindruck wird von den guten Sitzen bestätigt und die 16-Zoll-Reifen tun ihr Übriges, um das Fahrverhalten abzurunden.

Wenn man etwas am Fahrwerk kritisieren mag, dann vielleicht die leicht holpernde Bewegung, die das Fahrzeug macht, wenn es über Querfugen und Schlaglöcher fährt. Zudem fällt die Lenkung ein wenig gefühlsarm aus, weshalb sich ein etwas schwammiges Fahrgefühl einstellen kann. Beim Einparken hilft jedoch der äußerst leichtgängige City-Modus der Lenkung, das Fahrzeug in kleinste Lücken zu manövrieren.

Der getestete 1,4 Liter-Turbo, der schön anpackt und von dem man wenig hört, beweist es: Früher baute Opel solide Motoren, heute bessere. Zur Wahl stehen sechs Benziner mit 70 bis 207 PS und zwei Diesel mit 70 und 95 PS, dazu das manuelle Fünf- oder Sechsgang-Schaltgetriebe, das automatisierte Fünfgang-Getriebe oder die Sechsstufen-Automatik. Damit ist man mit 162 bis 230 km/h durchschnittlich flott bis ausgesprochen flott unterwegs.

Die Benziner

Zwei Motoren ragen hervor. Der fein durchziehende Einliter-Turbo-Dreizylinder mit 115 PS, der allerdings (zu) teuer ist und der seine 100 PS gut zur Schau stellende 1.4 Turbo. Dessen maximales Drehmoment von 200 Newtonmeter steht zwischen 1.850 und 3.500 Umdrehungen zur Verfügung und die maximale Leistung schließt sich zwischen 3.500 und 6.000 U/min unmittelbar an.

Der Turbomotor bedarf daher keiner hohen Drehzahlen und heftet sich gut ans Gas. Das macht ihn zum vielleicht attraktivsten Alltagsmotor im Corsa. Wäre da nicht das mit dem Übergewicht. Die elf Sekunden, die beim Beschleunigen von 0 auf 100 km/h vergehen, deuten es schon an: 1,2 Tonnen sind für einen Kleinwagen definitiv zu viel. Trotzdem verhagelt ihm das Übergewicht nicht die Verbrauchswerte:

Trotz des Übergewichts fährt sich der Corsa recht sparsam mit Verbrauchswerten zwischen 4,1 und 7,5 Litern. Der 1.4 Turbo gönnt sich jedoch mit 7,0 Litern pro 100 km 1,8 Liter mehr als das Werk angibt.

Die Diesel

Die Diesel sind hierbei die Sparkönige. Die 3,2 und 3,8 Liter, die alle 100 Kilometer dem 45 Liter-Tank entweichen, versprechen mehr Reichweite, als man einem Kleinwagen noch vor Jahren zutraute – noch so ein Fortschritt.

Wie die Überarbeitung des 1,2 Liter-Dieselmotors, dem sein Turboloch gründlich abgewöhnt wurde. Er legt mit seiner Kraft früh und kraftvoll los. Der 1.3 CDTI hat mit seinen 75 PS da mehr Mühe. Und das liegt wieder, aber klar: am Übergewicht des Corsa.

Der Grenzbereich offenbart, dass die größte aktive Sicherheit immer noch von einem gut gemachten Fahrwerk ausgeht. Testet man dessen Grenzen aus, verhält sich der Corsa sicher. Erst stöhnen die Gummis auf, dann setzt es Haftreibung und kräftiges Untersteuern, bei einem Lastwechsel auch kurze Unruhe im Heck, aber dann greift das ESP.

Wenn man den Corsa bis zum Stillstand verzögern will, dann gelingt es dank gut zupackender Bremsen recht zügig. Aus Tempo 100 genügen ihm dabei etwa 36 Meter. Ein Ford Fiesta, Kia Rio, Skoda Fabia und Mazda 2 brauchen da länger, bis sie stehen.

Abgesichert wird die Fahrt zudem von sechs Airbags und Assistenzsystemen für das Spurhalten, Spurwechseln und Abstandhalten. Im Euro NCAP-Crashtest erreicht der Corsa vier von fünf möglichen Sternen und eine Wertung von 77 und 79 % in der Kinder- und Erwachsenensicherung, 71 % im Fußgängerschutz und 56 % in der Sicherheitsunterstützung.

Die Verarbeitungsqualität des Corsa überzeugt bis auf wenige Ausnahmen – kratzempfindliche Kunststoffe an Türen und am Armaturenbrett sowie der billige Dachhimmel. Funktion hat klar Priorität. Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Anzahl der Schalter minimiert und ihre Anordnung ist nun logischer und besser erreichbar. Mit „IntelliLink“ lässt sich das Smartphone andocken, die Navigation via App und das Freisprechen via Bluetooth erledigen.

Nachteile gibt es auch. Die zu tiefe Einbauposition des Monitors wird oft kritisiert, weil dessen Position zu weit außerhalb des Blickfelds liegt. Das Gleiche gilt für einige vom Lenkradkranz verdeckte Tasten sowie die Neigungsverstellung der Vordersitze, die zwischen Dachsäule und Einstellrad zu wenig Platz für die Finger lässt.

Ansonsten ist der Corsa ein richtiger Alltagsheld, was sich am großen Handschuhfach, an der praktischen Ablage vor dem Schalthebel, an den im Lenkradkranz integrierten Daumenstützen oder an dem fast ideal in der Innenraummitte positionierten Getränkehalterduo, das sich von allen Sitzplätzen aus gleich gut nutzen lässt, zeigt.

Für 11.980 Euro sitzt man im Corsa Selection 1.2 mit dem Basis-Vierzylindermotor, aber auch arg karg hinter den zwei einzigen Türen, denn zum „Luxus“ zählen lediglich elektrische Fensterheber vorne, elektrische Außenspiegel und die Zentralverriegelung.

Im 1.2 Edition fühlt sich Corsa-Fahren mit manueller Klimaanlage, Bordcomputer und CD-Bluetooth-Radio schon deutlich besser an. Im viertürigen, 95 PS starken 1.3 CDTI und der Topausstattung Innovation mit dem Tempomat, dem zweifachen Kofferraumboden, den Bi-Xenon-Scheinwerfern und dem Opel OnStar-System sogar noch besser.

Wie fair Opel mit der Kundschaft umgeht, offenbaren auch die moderaten Preise der Extras. Das Frontkamera-Paket mit den drei Assistenten Kollisionswarner, Verkehrszeichenerkennung und Spurhaltehelfer erhält man im Sparpack für 700 Euro, den automatischen Parkassistenten für 580 Euro und die Rückfahrkamera für 295 Euro.

Zusammenfassung

Wenn man den Corsa gefahren ist, wundert es wenig, dass Opels gar nicht mehr kleiner Kleinwagen den VW Polo bei den Zulassungen jüngst hinter sich ließ. Warum dies so ist, hat fraglos etwas mit gelungenen Motoren, dem verfeinerten Fahrwerk, verbesserter Sicherheit und spielerisch leichter Bedienung zu tun. Damit ist und bleibt der Corsa – und das hat nichts mit dem Übergewicht zu tun – ein Schwergewicht in seiner Fahrzeugklasse.

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