Renault ZOE Test

Innovatives Stadtauto elektrisiert die Gemüter

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Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Reichweite (Stadteinsatz)
  • Kräftiger Durchzug
  • Geringe Wartungskosten
  • Reichweite (Langstrecke)
  • Hoher Batteriepreis
  • Wenig Assistenzsysteme

21.900 € - 37.900 € Preisklasse

5 Sitze

- l/100km

Test

Reicht die Reichweite? Wie klappt das mit dem Laden? Ist ein Elektroauto schon günstiger als ein Benziner? Das sind Fragen, die sich jeder stellt, der über die Anschaffung eines Elektroautos à la Renault Zoe oder Nissan Leaf nachdenkt.

Der Leaf, der seit 2018 in der alltagstauglicheren zweiten Auflage durch die Städte stromert, ist das weltweit erfolgreichste Elektroauto, aber der Renault Zoe, der 2012 präsentiert wurde und neben dem zweisitzigen Twizy und den Transportern Kangoo Z.E. und Master Z.E. nun schon das vierte Elektroauto von Renault ist, verkauft sich in Deutschland bis heute am besten.

Das hat mit dem ordentlichen Platzangebot im vier Meter langen Viertürer zu tun wie auch mit der 41-kWh-Batterie, die im Jahr 2017 dem 22-kWh-Akku zur Seite gestellt wurde. Seit Anfang 2018 steht diese auch in Verbindung mit dem 109-PS-E-Motor zur Verfügung.

Die Frage bleibt trotzdem: Steht das französische Elektroauto seinen Alltag? Die Voraussetzungen sind gut. Die große Batterie sorgt für eine erhöhte Reichweite, die nach der Herstellerangabe maximal 400 km reichen soll. Ob man mit dem Elektromotor im 1,5 Tonnen schweren Zoe tatsächlich so weit kommt?

Im Innen- und Kofferraum des 4,09 Meter langen, 1,73 Meter breiten und 1,56 Meter hohen Renault Zoe ist Platz nicht das Problem.

Das Interieur

Das Raumangebot im Innenraum fällt größer aus als erwartet, weil die Batterie im Fahrzeugboden untergebracht ist. Auf den Vordersitzen sitzt man ganz bequem, allerdings bieten die Sessel zu wenig Seitenhalt. Dahinter wird es, abhängig von der Länge der eigenen Beine und der Sitzposition der vorne sitzenden, erst ab etwa 1,85 Meter Körperhöhe um den Kopf enger.

Den Zustieg erleichtern die serienmäßigen vier Türen. Beim Finden der Sitzposition auf dem Fahrerplatz ist das in der Höhe und Tiefe verstellbare Lenkrad von Vorteil. Das Bedienen des Infotainments erfordert Eingewöhnung. Schnell gewöhnt hat man sich an den per Smartphone-Steuerung vorwärmbaren Innenraum.

Der Kofferraum

Das Volumen des Kofferraums reicht für die täglichen Dinge dicke. 338 Liter stehen zur Verfügung. Soll Sperriges geladen werden, ist der Zoe nicht mehr so praktisch.

Ein doppelter Ladeboden, der die Stufe im Ladeboden nach dem Umklappen der Rückbank ausgleichen könnte, ist nicht vorhanden und so sorgt die oben auf die Sitzfläche gepackte Rückenlehne für eine Packhöhe kostende Erhebung auf der Ladefläche. Das Volumen, das bei maximaler Bepackung in den Zoe passt, soll trotzdem bei 1.225 Liter liegen.

Dass die Batterie im Fahrzeugboden sitzt, erweist sich auch in Fahrt von Vorteil. Damit ist das Gewicht des Zoe zwischen den Achsen ausgewogen verteilt, was gute Voraussetzungen für gutmütige, sichere und handliche Fahreigenschaften erschafft.

Die Lenkung des Zoe arbeitet zwar nur durchschnittlich präzise, trotzdem ist am unkomplizierten Handling des französischen Stromers wenig auszusetzen. Außer vielleicht, man fährt gerne sportlich. Dann verlieren die schmalen Sparreifen in flott durchfahrenen Kurven schnell an Haftung.

Der Komforteindruck im Zoe hat auch mit gut abgestimmten Federn und Dämpfern zu tun, aber vor allem mit dem Fahrgeräusch: Vom Motor ist im Elektroauto kaum etwas zu hören. Im Abrollkomfort präsentiert sich der französische Stromer bekömmlich. Nur über Fugen spürt man etwas mehr vom schlechten Straßenbelag.

Der Zoe tritt als Elektroauto ganz pur auf. Umweltverschmutzer wie ein Benzin- oder Dieselaggregat kommen im Motorraum nicht zum Einsatz, sondern nur ein Elektroantrieb.

Der Elektromotor

Die Qual der Wahl bei der Entscheidung für den passenden Motor wie bei einem VW Polo, mit seinen zahlreichen Motorisierungen, besteht beim Zoe nicht. Es gibt nur einen Motor. Trotzdem sollte man sich vor der Anschaffung einige Gedanken über die Motorleistung und die Akkugröße machen.

Den Elektromotor erhält man in zwei Leistungsstufen. Mit 92 PS (Code: R90) und seit 2018 auch mit 109 PS (R110). Der Krafteindruck ist bei beiden Leistungsstufen ein anderer. Dank der 17-PS-Extrapower absolviert der 109 PS starke Zoe die Beschleunigung von 80 auf 120 km/h zwei Sekunden flotter als bisher.

Die 300 kg schwere Batterie verfügt über eine Kapazität von 22 kWh oder 41 kWh. Mit dem kleineren Akku pendelt die Reichweite zwischen 100 und 200 km und mit dem größeren zwischen 150 und 300 km. Der Verbrauch liegt in der Praxis bei 13 kWh bis 26 kWh.

Bei hohem Tempo schrumpft die Reichweite dramatisch. Nutzt man die Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h permanent, ist die Batterieladung schnell verschossen.

Fährt man intelligent und defensiv, kommt man weit. Wie weit, hängt auch vom Fahrprofil (flache Strecke, häufige Steigungen, Berge), dem Einsatz der Verbraucher (Klimaanlage, Heizung, Radio) und der Außentemperatur ab, denn in einem kalten Winter kommt man im Zoe nicht so weit wie in einem milden Frühling.

Das Laden dauert im Vergleich zum Tanken immer lang. Selbst an der Schnellladesäule vergeht mindestens eine Stunde mit dem 22 kWh-Akku und 1,45 Stunden mit dem 41 kWh-Akku, um 80 %-Ladung zu erreichen.

An der Wallbox in der eigenen Garage dauert eine 100-%-Ladung zwei bis drei Stunden oder 4,30 Stunden und am Schuko-Stecker mit 9,5 und 16 Stunden richtig lang. Damit empfiehlt sich der Zoe nicht für lange Reisen.

Mit der Vielzahl an Assistenzsystemen kann der Renault Zoe schon deshalb nicht dienen, weil er bereits im Jahr 2012 vorgestellt wurde.

Trotzdem bietet der Zoe Sicherheit auf Fünf-Sterne-Niveau. Das E-Mobil erfüllt alle gesetzlichen Crashtest-Auflagen. Sechs Airbags schützen die Insassen; zwei Adaptivairbags für Fahrer und Beifahrer, zwei Kopf-Thorax-Seitenairbags in den Vordersitzen und zwei Anti-Submarining-Airbags in den Vordersitzen. Die Batterie ist crashsicher im Fahrzeugunterbau eingebaut.

Zum Standardprogramm im Fünfsitzer zählen heute Isofix-Kindersitzbefestigungen auf dem Beifahrersitz und den äußeren Fondplätzen sowie Kopfstützen an den fünf Sitzplätzen. Ebenso das ESP und der Bremsassistent. Alles das hat der Renault mit an Bord.

Ein Sicherheitsposten hat im Zoe etwas mit dem flüsternd leise arbeitenden Antrieb zu tun: Der bis 30 km/h aktive Soundgenerator warnt Fußgänger auf der Straße. Das sorgt für Sicherheit und klingt im Innenraum ziemlich gewöhnungsbedürftig, vielleicht ist er deshalb abstellbar?

Im ADAC-Bremstest kam der Renault Zoe nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach durchschnittlichen 36,8 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Zwei Ausstattungsniveaus stehen zur Wahl. Der Zoe Life fährt eine Klimaautomatik, ein Navigationssystem, einen Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, das schlüssellose Startsystem Keycard und das Touchscreen-Infotainment mit vier Lautsprechern und Bluetooth auf, an das man das Smartphone via Android Auto ankoppelt.

Im Zoe Intens erfolgt die Entriegelung der Türen mit dem Keycard Handsfree automatisch (Option für Life), sobald das Bordsteuergerät die Chipkarte identifiziert hat und Infrarot-Sensoren die Hand am Griff registrieren. Ebenso verriegeln sich die Türen von selbst nach Verlassen und Entfernen vom Fahrzeug.

Die Ausstattung des Zoe Intens umfasst zudem ein Infotainmentsystem mit sechs Lautsprechern und Doppelantenne, die hinteren Parksensoren, den Licht- und Regensensor und die Rückfahrkamera.

Im optionalen Bose Edition-Paket steckt mit dem Soundsystem mit sieben Lautsprechern und DAB+-Digitalradioempfang viel Musik drin. Hinzu kommen Ledersitze in Braun mit Sitzheizung (vorne), das Lederlenkrad und mit Leder bezogene Verkleidungen.

Äußeres Kennzeichen sind glanzgedrehte 16-Zoll-Leichtmetallräder statt der 15-Zöller des Life aus Stahl und der 16-Zoll-Leichtmetallräder des Intens.

Bestellt man einen Renault Zoe, gehört einem das Auto samt kostspieliger Batterie (+ 8.000 Euro) oder man kauft das Auto und mietet die Batterie. Dafür stehen verschiedene Angebote, die sich nach der Akkukapazität und der jährlichen Fahrleistung richten, und eine Flaterate im Angebot.

Die soll sich bereits ab einer Jahreslaufleistung von 20.000 Kilometern rechnen – aber wer fährt jährlich 20.000 Kilometer im Elektroauto?

Zusammenfassung

Reicht die Reichweite? Zum Reisen wegen der eingeschränkten Reichweite und der langen Ladezeiten nicht. Das ideale Einsatzgebiet ist der Stadt- und der Pendlerverkehr.

Und wie klappt das mit dem Laden? In der Stadt sollte eine Ladesäule in der Nähe sein. Am besten funktioniert das Aufladen in der eigenen Garage.

Macht das ein Elektroauto günstiger als einen Benziner? Der Renault Zoe kostet, auch wenn er zu den preiswerten Elektroautos zählt, deutlich mehr als ein gleich großer Benziner, und der Aufpreis für die Batterie ist hoch. Die Vorteile sind der niedrige Preis für den Kraftstoff Strom und die geringen Wartungskosten

Die Hauptfrage vor dem Kauf eines Renault Zoe ist also die, die sich zurzeit vor jedem Kauf eines Elektroautos stellt: Wie gut der Zoe in den Alltag passt, entscheidet vor allem der eigene Alltag.

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