Skoda Octavia

Alltagsheld mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

8,4
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Üppiges Platzangebot
  • Großer Kofferraum
  • Gute Verarbeitung
  • Basismodelle ohne Allradoption
  • Geradeauslauf
  • Langsamfahrkomfort

17.450 € - 36.160 € Preisklasse

5 Sitze

3,9 - 6,6 l/100km

Test

Ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis verkauft sich sehr gut – für diesen Satz steht der Skoda Octavia auch nach seinem Facelift wie kaum ein anderes Fahrzeug ein. Der Verkaufserfolg hatte dabei von Anfang an mit der Konzernmutter Volkswagen zu tun: Unter der Motorhaube des Octavia arbeiten zuverlässige und sparsame Triebwerke von VW, unter der Karosse kommt bewährte VW-Technik zum Einsatz und fast jede Anzeige und jeder Schalter hat seinen Ursprung ebenso in Wolfsburg.

Technisch basiert der Octavia auf dem VW Golf und wie der kompakte Wolfsburger hat auch der Tscheche ein Facelift bekommen. Dabei wurde das Außendesign aufgefrischt und der Innenraum modernisiert. Erkennungsmerkmal des neuen Octavia ist das Vier-Augen-Gesicht.

Angeboten wird er als Limousine und Kombi, mit Vorderradantrieb oder Allradantrieb, als höher gelegter Octavia Scout mit Offroad-Attitüde und als feurige Sportversion RS. Das Motorenangebot setzt auf Super, Diesel und Erdgas im Tank und ist mit 86 PS bis 230 PS breit gefächert.

Seine Qualitäten machen den Octavia heute zu einer reizvollen Offerte, die nicht nur von Familien und Preis-Leistungs-Jüngern geschätzt wird. Ein weiterer Vorteil des Tschechen mit den VW-Genen ist neben dem niedrigen Einstiegspreis das großzügige Platzangebot, dass der Octavia den meisten Konkurrenten, zu denen VW Golf, Opel Astra, Ford Focus, Seat Leon, Honda Civic, Kia Cee’d und Mazda 3 zählen, voraushat.

Das Raumangebot ist bei der Kaufentscheidung eines Familienautos ein entscheidendes OK- oder K.o.-Kriterium. Wenn hier alles stimmt, ist schon viel gewonnen.

Durch das aufgefrischte Außendesign beim Facelift haben die Limousine und der Kombi leicht an Gesamtlänge gewonnen. Das Stufenheck kommt jetzt auf 4,670 Meter (ehemals 4,659 m) und der Kombi auf 4,667 Meter (ehemals 4,659 m).

Dabei stimmt das Platzangebot auf den Sitzen und im Kofferraum beim Einladen des Kinderwagens oder des Urlaubsgepäcks. Der Favorit der Octavia-Kunden ist der Kombi, was vor allem zwei Gründe hat: die noch geräumigere und variablere Ladefläche sowie den Aufpreis von lediglich 700 Euro.

Das Interieur

Im Cockpit liegt alles gut im Blick. Die Qualität und die Solidität der Verarbeitung kommen jener der Konzernmutter Volkswagen schon sehr nahe, obwohl man hier und da bemerkt, dass der Skoda einen gewissen Respektsabstand zu seinen deutschen Brüdern halten muss. Wenngleich dieser Abstand durch die seit dem Facelift neuen Bezugsmaterialien und Dekorblenden noch geringer geworden ist.

Ebenfalls neu sind das Glasdesign des bis zu 9,2 Zoll großen Top-Infotainmentsystems Columbus, die Möglichkeit des induktiven Ladens vom Smartphone und der WLAN-Hotspot. Geblieben ist erfreulicherweise die unkomplizierte Bedienung, bei der man nicht nur sucht, sondern auch findet. Ähnlich ansprechend fallen die “simply clever”-Details aus, wie beispielsweise der hinter der Tankklappe befestigte Scheibenkratzer, ein personalisierbarer Schlüssel, ein beheizbares Lenkrad und Klapptische an den Lehnen der Vordersitze.

Apropos Sitze. Wenn man vorne Platz nimmt, hat man flott die richtige Sitzposition gefunden. Man sitzt bequem. Auf Langstrecke würden sich einige Fahrer aber etwas mehr Unterstützung im unteren Rückenbereich wünschen und auf schnell genommener kurviger Landstraße über etwas mehr Seitenhalt im Fahrersitz freuen.

Auf der Rücksitzbank genießt man dank dem 2,67 Meter langen Radstand und einer Innenbreite von 1,45 Meter auch als Erwachsener reichlich Bewegungsfreiheit. Im Octavia Combi sitzt man als großer Mensch sogar noch einen Deut besser, weil die Sitzhöhe auf der Rückbank mit 995 statt 980 Millimeter um 15 Millimeter höher ausfällt.

Der Kofferraum

Das Ladeabteil der Octavia Limousine fällt, wenn man es mit den Laderäumen der Konkurrenten vergleicht, sehr geräumig aus. In der Limousine kommt ein Volumen von 590 Liter unterhalb der weit nach oben klappenden Heckklappe unter.

Nach dem Umlegen der Rücksitzbanklehne, nachdem eine Stufe im Ladeboden bleibt, lässt sich in der Octavia Limousine so viel verstauen wie bei manch anderen Mittelklasse-Kombis: 1.580 Liter. Im Gegensatz zur enormen Tiefe des Kofferraums fallen die Breite und die Höhe durchschnittlich aus.

Die Ladekante liegt mit 66 Zentimetern nicht zu hoch, allerdings muss das Gepäck beim Ausladen über die höher als die Ladefläche liegende Kofferraumabschlusswand gehievt werden. Praktisch ist jedoch, dass sich dank der in der Rückbanklehne integrierten Ladeluke auch lange Gegenstände laden lassen.

Als Langstrecken- und Vertreterfahrzeug wird der Skoda Octavia geschätzt. Wer eine Zeit den Verkehr auf der Autobahn beobachtet, bemerkt das, ohne dass er die Statistik bemühen muss. Wenn man einsteigt und losfährt, begreift man auch, warum das so ist.

Der Geräuschpegel im Innenraum ist angenehm niedrig. Das Fahrwerk wurde leicht straff abgestimmt, ist aber komfortabel genug. Nur unbeladen holpert es ein wenig mehr, als es einem lieb sein kann, was sich mit mehr Zuladung aber gibt. Die Servolenkung, die präzise arbeitet, ist ebenso nicht ganz frei von Makel. In der Mittellage arbeitet sie mit etwas zu viel Widerstand, wodurch der Geradeauslauf leidet.

Im Stadtverkehr ist der Octavia mit seinem exzellenten Wendekreis von 10,4 Metern zwar äußerst handlich, aber auf kurvigen Landstraßen fahren ihm ein SEAT Leon und Ford Focus mit weniger Seitenneigung und Untersteuern davon. Das verbessert sich mit dem Sportfahrwerk, dem Allradantrieb und der Multilenkerachse, die allerdings erst mit den stärkeren Motoren zu bestellen sind.

Das Motorenangebot der Octavia Limousine entspricht dem des Octavia Combi. Fünf Benzinmotoren, zwei Dieselaggregate und der Erdgasantrieb im Octavia 1.4 TSI G-TEC stehen zur Wahl. Das Leistungsspektrum reicht vom meist überforderten 86 PS-Einstiegsmotor über den soliden 150 PS Turbodiesel bis zum quicklebendigen 230 PS-Turbomotor des Octavia RS.

Die Benziner

Den 1,2-Liter-Turbo plagt mangels Hubraum eine Anfahrschwäche und das Gewicht des Octavia. Was mit 86 PS in einem leichteren Kompaktwagen noch gut funktioniert, kommt in einem mindestens 1,2 Tonnen schweren Octavia schnell an seine Grenzen. Dann muss der Motor gedreht werden und der Verbrauch steigt. Über die angegebenen 4,9 l/100 km auf rund 6,5 Liter Super.

Der 150 PS aufbietende 1.4 TSI produziert mit 250 Newtonmetern Drehmoment mehr Dampf im Drehzahlkeller. In 8,1 Sekunden überschreitet die Tachonadel die 100 km/h-Markierung und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 219 km/h.

Noch dynamischer fährt der 180 PS starke Octavia 1.8 TSI, der in 7,3 Sekunden 100 km/h erreicht und bis 231 km/h sprintet. Leistungsmäßig übertroffen wird diese Motorvariante nur vom 230 PS starken Octavia RS, der in nur 6,7 Sekunden auf Tempo 100 kommt und eine Maximalgeschwindigkeit von 250 km/h aufweist.

Richtig sparsam, im Sinne von günstig beim Tanken, ist der bivalante, mit Gas und Superbenzin betankbare Octavia 1.4 TSI CNG mit 4,5 kg/100 km im CNG-Betrieb.

Die Diesel

Wer auf Langstrecke sparen will, fährt zumeist Diesel. Das Grundnahrungsmittel heißt hier 1.6 TDI mit 90 oder 115 PS.

Mit dem 2.0 TDI mit 150 PS geht es schon flotter voran. Der verbraucht in der Praxis auch nur um die fünf Liter, spurtet aber in 8,6 Sekunden auf 100. Kombinierbar ist der Vierzylinder mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe oder dem Sechsgang-DSG-Getriebe sowie dem 4×4-Antrieb.

Noch mehr Kraft erhält man mit dem Octavia RS Diesel mit 184 PS an die Hand. Sogar wortwörtlich, denn diese Dieselvariante muss mit mehr Schalten bei Laune gehalten werden.

Der Skoda Octavia erhielt im Euro NCAP-Crashtest mit fünf Sternen die Maximalwertung. Nach einer Vollbremsung aus 100 km/h stand er im ADAC-Bremstest schon nach 34,1 Metern. Einen sicheren Fahreindruck hinterlässt aber auch das Fahrverhalten. An den Grenzen der Haftung setzt das Untersteuern an der Vorderachse sanft ein und dann sichert das ESP. Im Notfall verhindert oder mindert der automatische Bremseingriff Schlimmeres.

Dafür, dass es erst gar nicht zu einer Kollision kommt, sorgen der Spurhalteassistent, die Müdigkeitserkennung und der adaptive Tempomat, der bei einer mit dem Frontradar erkannten Gefahrensituation – etwa am Stauende, wenn der Fahrer bei der Annährung keine Reaktion zeigt – eine kontrollierte Vollbremsung einleitet. Fahrhelfer wie der Fernlicht- und der Parkassistent erhöhen die Sicherheit ebenfalls, machen das Fahren im Octavia noch zusätzlich komfortabler.

Seit dem Facelift sind auch die Anhängerrangierhilfe und der vorausschauende Fußgängerschutz bestellbar.

Vergleicht man den Octavia mit dem Golf, erhält man hier effektiv mehr Auto fürs Geld. Erstens weil der Skoda auf 4,67 Meter mehr Platz bietet als der VW (Länge: 4,26 m, Variant: 4,57 m) und zweitens weil er trotzdem weniger kostet. Mit einem Preis von 17.450 Euro ist er günstiger als der Golf (ab 19.625 Euro). Dann arbeitet sich allerdings der 86 PS schwache 1,2-Liter-Motor an den Vorderrädern ab.

Das Interieur fällt im Vergleich zu den drei anderen Ausstattungslinien Ambition, Style und L&K unkomplett aus, denn im Active sind zwar ESP, Fahrer-, Beifahrer-, Kopf-, Knie- und Seitenairbags, das ESP, der Bremsassistent, die Zentralverriegelung, die 60:40-umklappbare Rücksitzlehne und das Radiosystem Swing samt USB-Port mit an Bord, aber nicht die so wichtige Klimaanlage.

Die ist in der nächsthöheren Octavia-Ausstattung Ambition genauso inklusive wie ein Tempomat, elektrische Fensterheber rundum, Parksensoren hinten, Nebelscheinwerfer, Lendenwirbelstützen in den Vordersitzen, die Maxi-Dot-Anzeige und der automatisch abblendende Innenspiegel. Außerdem besteht erst ab dieser Linie die Option, den Octavia mit Extras wie dem Spurhalteassistenten, der automatischen Geschwindigkeitsregelung ACC oder LED-Scheinwerfern aufzurüsten.

Zahlt man nochmals zu, sitzt man im Octavia Style. Der bietet mit der 2-Zonen-Klimaautomatik, beheizbaren Leder-Stoff-Sitzen, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie dem Radio Bolero mit digitalem Empfang und Bluetooth-Schnittstelle, den Luxus, der in der Topausstattung L&K gipfelt.

Investiert man in die L&K-Linie, dann nimmt man auf mit Leder und Alcantara bezogenen und elektrisch einstellbaren Vordersitzen Platz und erhält dazu ein CANTON Soundsystem, LED-Scheinwerfer mit Reinigungsanlage, Chromzierleisten an den Fenstern, Parksensoren vorne und hinten sowie breite 18-Zoll-Räder mitgeliefert.

Die Ausstattung des Octavia RS fällt ebenso üppig aus und erweist mit Sportsitzen, dem Sportfahrwerk und sportlicheren Schwellern einen deutlich dynamischeren Charakter.

An dieser langen – noch viel länger möglichen Aufzählung – bemerkt man schon: Mit den Ausstattungslinien und Extras, steigt das Niveau, aber auch der Preis des Octavia. Damit hat der Octavia etwas an Schnäppchen-Qualität verloren. Deshalb ist es durchaus geschickt, sich doch das Basismodell zu bestellen und die Klimaanlage für 1.140 Euro extra hinzu zu bestellen – und sonst nichts weiter.

Zusammenfassung

Die Vernunft hat Vorfahrt im Octavia – daran hat sich nichts geändert, auch wenn der Tscheche an Schnäppchen-Qualität eingebüßt hat. Trotzdem hat der Skoda der Konkurrenz noch immer vieles voraus. Das überragende Raumangebot genauso wie die harmonische Abstimmung von Antrieb und Fahrwerk und die vielen gut bedachten Details, die sich woanders so häufig selten finden und hier oft nichts oder nur wenig extra kosten.

Das ist selbst beim Golf anders, der nicht nur teurer als der Skoda ist, sondern bei dem die Aufpreisliste noch länger ausfällt. Damit lebt das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis im Octavia weiter. Der ist und bleibt ein guter Reise- und Familienwagen ohne große Nachteile und wenige kleine, die man ziemlich lange suchen muss, um etwas kritisieren zu können. Eines weiß man aber auch so: So viel Auto fürs Geld bekommt man selten.

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