smart EQ fortwo Test

Umweltbewusster City-Flitzer

6/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Äußerst kompakter Wendekreis
  • Bequemer Einstieg
  • Flottes Beschleunigen
  • Eingeschränkte Reichweite
  • Eingeschränkter Fahrkomfort
  • Mäßige Bremsleistung

21.940 € - 26.700 € Preisklasse

2 Sitze

- l/100km

Test

Smarter geht es nicht in der Stadt als mit dem smart fortwo. Mit 2,70 Meter Länge passt der smart EQ fortwo in die engsten Parklücken – längs oder quer –, die mit einem Fiat 500 oder VW up! ausgelassen werden müssen. Die Übersicht nach hinten ist klasse und der Wendekreis von 6,95 Metern phänomenal. Das macht den superkompakten smart Zweisitzer auch in seiner dritten Generation zum konkurrenzlosen Angebot für den Stadtverkehr.

Der bequemste, geräumigste und sicherste smart Zweisitzer seit 1998 ist der der dritten Generation, weil er länger und breiter geworden ist. Um 20 Zentimeter vom Bug bis zum Heck im Vergleich zum ersten Smart City-Coupé und um zehn Zentimeter von der linken zu rechten Flanke im Vergleich zur Vorgeneration.

Auf den zwei Sitzen herrscht daher so viel Platz, wie man es dem Kurzformat vor dem Fahrzeug stehend gar nicht zutraut. Selbst groß gewachsene Fahrer sitzen gut. Der Ein- und Ausstieg ist sehr bequem. Man muss in engen Parklücken nur darauf achten, mit der langen und leichten Tür nicht das Blech des Nebenparkers zu kontaktieren.

Einen großen Kofferraum darf man bei der Kürze nicht erwarten und bekommt dann, leicht zugänglich über die geteilte Heckklappe, eine ganz gute Portion für zwei Personen serviert. 260 bis 350 Liter Kofferraumvolumen (Werte in der Tabelle für das EQ fortwo Cabrio in Klammern). Das reicht für drei Getränkekästen und wenn die Lehne des Beifahrersitzes flach gelegt wurde, noch für etwas mehr.

Und das Fahrwerk und die Straßenlage? Der erste smart war ein harter Hund, der die schlechte Straße unbarmherzig nach innen durchreichte. Der aktuelle smart EQ fortwo präsentiert sich mit dem schweren Akku im Fahrzeugboden komfortabler. Der Geräuschkomfort hat sich wie der Fahrkomfort erheblich verbessert. Vormachen darf man sich aber trotzdem nichts. Absoluter Komfort ist mit 1,87 Meter Radstand nicht machbar.

Die elektrisch-mechanische Lenkung arbeitet nicht sonderlich rückmeldefreudig, aber so direkt, dass smart fahren in der City eine Freude ist. Bei höheren Geschwindigkeiten – ein smart EQ fortwo läuft maximal 130 km/h – wird das Fahren etwas nervöser, der Geradeauslauf angreifbarer und gelegentlich setzt es im Seitenwind empfindlichen Leichtgewicht auch mal eine Böe von der Seite – das ideale Einsatzgebiet des smart fortwo war und bleibt die Stadt. Das gilt auch für den Elektromotor. Mit dem hat man mit 82 PS Leistung in der Stadt zwar genügend Schwung, aber auf längeren Strecken setzt die knappe Reichweite Grenzen.

Wie weit man mit einer Batterieladung kommt, wie viel Zeit fürs Laden vergeht, wie sich der Elektromotor im smart EQ fortwo schlägt und wie es um die Ausstattung im smart EQ fortwo steht, darüber erfahren sie in dieser Kaufberatung mehr.

Technische Daten

Abmessungen und Maße
Länge 2,70 Meter
Breite 1,66 Meter
Höhe 1,56 (1,55) Meter
Kofferraumvolumen 260 bis 350 (260 bis 340) Liter
Türen 2
Leergewicht 1.085 (1.115) Kilogramm
Zuladung 225 (205) Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 1.310 (1.320) Kilogramm
Zulässige Anhängelast
ungebremst / gebremst
 -/-

Der Verbrenner hat im smart ausgebrannt. Mit dem Wechsel ins neue Jahrzehnt bietet smart den fortwo nur noch mit Elektromotor an.

Der Elektromotor

Mit dem Elektromotor fährt der smart EQ fortwo emissionsfrei, wenn der Strom aus sauberer Stromerzeugung, also aus regenerativer Stromgewinnung kommt. Und das nicht nur mit reinem Umweltgewissen, sondern auch mit Fahrspaß.

Die Fahrleistungen in der Stadt überzeugen mehr, als der Beschleunigungswert von 0 auf 100 km/h etwas darüber aussagt, denn auf den ersten Metern legt der Elektro-smart sofort mit dem vollen Schub von 160 Newtonmeter Drehmoment los. Um aus dem Stand auf Tempo 60 zu beschleunigen, vergehen nur 4,8 Sekunden. Und das in einem sauberen Zug ohne Automatikgeruckel, wie in manchem smart zuvor, da der EQ nur einen Gang besitzt.

Die Einpedalbedienung wie im BMW i3, den man durch die starke Verzögerung beim vom Gas gehen ausschließlich mit dem Gaspedal fahren kann, ist im smart leider nicht möglich. Die Energierückgewinnung (Rekuperation) ist zu schwach.

Der Verbrauch wird von smart für den EQ fortwo mit 14,0 bis 16,5 kWh/100 km und für das EQ fortwo Cabrio mit 14,2 bis 16,8 kWh/100 km angegeben. Abhängig ist der Verbrauch vom Gas geben, dem befahrenen Terrain, der Nutzung der Verbraucher und der Außentemperatur. Bei niedrigeren Außentemperaturen im Winter, schuftender Klimaanlage im Hochsommer und permanenter Höchstgeschwindigkeit steigt der Verbrauch stark an und die Reichweite sinkt.

Die Reichweite gibt smart mit maximal 159 Kilometern an. Fährt man in der Stadt, wo Elektroautos wegen dem niedrigeren Temponiveau am wenigsten Strom aus dem Akku saugen, ist eine Reichweite von 100 bis 120 Kilometer realistisch. Andere Elektroautos wie der VW e-up! oder der Mini SE kommen mit ihrem größeren Akku deutlich weiter. Für Langstrecke ist ein EQ fortwo also nichts. Auch wegen der Ladezeiten.

EQ fortwo
Batteriekapazität [kWh] 17,6
Leistung [PS] 82
Getriebe 1-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Vmax [km/h
11,6 | 130
Kraftstoff Strom

Das Laden der Batterie hat etwas mit dem Preis und dem Platz im Kofferraum zu tun. Bestellt man den optionalen 22 kW-Bordlader mit Schnellladefunktion, steigt der Preis und zwei Ladekabel liegen im eh schon knappen Gepäckabteil herum. Dann geht das Laden aber deutlich flotter, denn der 17,6-kWh-Akku ist dann schon in 40 Minuten wieder fit. Mit dem 4,6-kW-Lader dauert es gut 3,5 Stunden und an der Haushaltssteckdose 6 bis 8,5 Stunden.

Durch die Kooperation mit dem Ladenetzwerk Plugsurfing steht nun beinahe jede öffentliche Ladesäule zur Verfügung. Über die smart EQ control App werden diese Ladesäulen angezeigt. Wenn sie jedoch belegt sind, muss ein Umweg oder Wartezeit eingeplant werden. Für den, der keine Lademöglichkeit im Hof oder in der Garage zur Verfügung hat, erfordert Elektroautofahren also noch ein gewisses Maß an Idealismus und Flexibilität, oder idealer Weise: beides.

Auffälligste 2020er-Neuerung im Innenraum neben dem großen Ablagefach für ein großes Smartphone oder zwei Kaffeebecher ist das neue Infotainment mit dem 8-Zoll-Touchscreen.

Mit einem flotten Blick auf das Handgelenk kann man jetzt über seine Apple Watch den aktuellen Batteriestatus abfragen, die Reichweite einsehen oder die Vorklimatisierung starten. Mit der App „my smart“ kann der fortwo aus der Ferne ent- und verriegelt werden. Die App „ready to share“ macht privates Carsharing einfach.

Mit der App können autorisierte Nutzer mit ihrem Smartphone den fortwo öffnen. Möglich wird dies durch die Keyless Entry-Funktion des Fahrzeugs. Mit der Bezahlfunktion lassen sich dann die Kosten zwischen den Nutzern splitten – das kann den smart fortwo zu einer Art WG auf Rädern machen.

Und auch beim Packen hilft einem der Kleine, in dem Kofferraum ein bauartbedingt knappes Gut ist, mit der App „pactris“. Hinter der App verbirgt sich ein Algorithmus, der dem Nutzer schon während des Einkaufs sagt, ob und wie später alles in den Kofferraum seines smart passt. Dazu scannt der Fahrer beispielsweise in einem Möbelhaus den Barcode auf den Artikeln und die App zeigt an, wie die Pakete in seinen fortwo passen.

Bei den zusätzlich zum Basismodell angebotenen Ausstattungslinien passion, pulse und prime bleibt es. Jede Linie des EQ fortwo, der knapp 1.000 und 4.000 Euro weniger als der Smart EQ forfour und das EQ fortwo Cabrio kostet, kann mit drei Ausstattungspaketen kombiniert werden.

Das Advanced-Paket beinhaltet das neue Mediasystem mit Smartphone-Integration, die Armlehne vorne sowie eine akustische Einparkhilfe. Im darauf aufbauenden Premium-Paket kommen das Panoramadach, bzw. ein Windschott beim fortwo Cabrio, die Rückfahrkamera und ein Ablagenetz an der Mittelkonsole hinzu. Mit dem Exclusive-Paket sind die Voll-LED-Leuchten an Front und Heck sowie der Regen- und Lichtsensor, die Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, die Ambientebeleuchtung und der automatisch abblendende Innenspiegel mit dabei.

Und die Sicherheit? Das Sicherheitskonzept für die Batterie wurde so entwickelt, dass die Insassen nicht mit Hochspannung in Kontakt kommen können. Im Fall eines Unfalls schalten sich je nach Unfallschwere die Hochspannungselemente aus. Außerdem ist die Batterie in einem stabilen Rahmen im Unterboden verstaut.

Besteht bei einer Geschwindigkeit oberhalb von 30 km/h eine Kollisionsgefahr mit dem vorausfahrenden Fahrzeug, warnt der Assistent mit einem Warnton. Das System unterstützt den Fahrer auch bei der Bremsung oder löst im Notfall autonom eine Bremsung aus. Auch von Vorteil ist der Seitenwindassistent im leichten fortwo.

Im ADAC-Bremstest kam der smart fortwo nach einer Vollbremsung aus 100 km/h erst nach späten 39,1 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Systeme wurden im Euro NCAP-Crashtest mit vier von fünf Sternen bewertet.

Zusammenfassung

Der smart fortwo bietet all das, was man in der Stadt am besten gebrauchen kann. Er ist kurz. Deshalb kriegt man noch einen Parkplatz. Er ist wendig und emissionsfrei. Deshalb ist er im Zentrum in seinem Revier. Was ihm vielleicht fehlt, sind zwei Plätze. Dafür gibt es den smart forfour. Und auch die Reichweite ist niedrig. Besitzt man aber einen eigenen Ladepunkt und nutzt man den Elektro-smart im täglichen Pendlerverkehr, gibt es vielleicht, trotz seiner Schwächen, momentan nichts kürzeres und besseres als den EQ fortwo.

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