KIA Soul EV Test

Rein elektrisch angetriebener SUV

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Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Einfache Bedienung
  • Gutes Raumangebot
  • Agiles Handling
  • Lange Ladezeiten
  • Beschränkt reisetauglich
  • Relativ kompakter Kofferraum

29.490 € - 31.390 € Preisklasse

5 Sitze

- l/100km

Test

Ein Elektromotor spart? Und er ist umweltfreundlicher? Elektroautos im Stil des Kia Soul EV und seiner Konkurrenten Nissan Leaf, Renault Zoe und BMW i3 geben gute Antworten auf diese Fragen, denn sie schaffen 200 bis 300 Kilometer an Reichweite und fahren mit null Emission.

Der Soul bringt in seiner zweiten Generation grundsätzlich gute Anlagen für ein Elektroauto mit. Der hohe Aufbau ist bestens für den Elektroantrieb geeignet, denn der im Fahrzeugboden des 4,14 Meter langen Soul deponierte Akkupack ist nicht nur 1,60 Meter lang, sondern an der höchsten Stelle 28 Zentimeter hoch.

Hier verspürt man kein Engegefühl, die Platzverhältnisse gleichen fast denen der Soul Modelle mit Benzin- und Dieselmotor. Damit ist genug Platz für vier Passagiere, die in einem luftigen Innenraum bequem mitfahren und entspannen können, denn aufgrund der Lautlosigkeit des Antriebs hält sich die Geräuschkulisse sehr in Grenzen.

Große Menschen sitzen gut, trotzdem kommt die Dynamik nicht zu kurz. Das liegt am 110 PS starken Elektromotor und dem inspirierenden Leistungsaufbau – voller Schub ab der ersten Umdrehung.

Mit dem macht der Soul EV richtig Spaß in der Stadt – seinem Hauptrevier. Die gute Rundumsicht, die spielerische Bedienbarkeit und die kompakten Maße sind im Stadtgewusel ebenso von Vorteil.

Ganz billig ist der Soul EV jedoch nicht, aber viel günstiger als man es Elektroautos vor Jahren noch voraussagte. Und das ohne ein Gefühl von Verzicht und Entsagung, denn der Soul EV ist schon in der Einstiegsversion gut ausgestattet.

Elektroautos bieten wegen der Batterie wenig Platz und sie sind schwer zu bedienen? Alles Quatsch. Zumindest, was das Sitzen, Packen und die Bedienung im Kia Soul EV angeht.

Das Interieur

Im Vergleich zur Benzin- und Dieselvariante des Kia Soul müssen Fahrer und Beifahrer keine Einschränkungen hinnehmen, denn Bein-, Kopf- und Schulterfreiheit sind genau gleich. Nur auf der Rücksitzbank muss man sich beim Soul EV ein wenig kleiner machen, der Spielraum für die Beine fällt um acht Zentimeter kürzer aus. Zu langbeinig sollte man also nicht sein, wenn man im Soul elektrisch unterwegs sein möchte und oft hinten einsteigt.

Auch was die Bedienung angeht, ist der Soul EV ein gut berechenbarer Typ. Die Instrumente sind gut strukturiert und die Anzeigen liegen, von der Außentemperatur bis zu den Navigationspfeilen, gut im Blick. Das sind im Elektroauto wichtige Angaben, wegen der Suche nach Stromtankstellen und der bei niedrigen Temperaturen abnehmenden Reichweite.

Der Screen der Navigation zeigt die Ladestationen in der Nähe und die Umgebung in plastischer 3D-Ansicht. An Anschlüssen herrscht mit den USB- und AUX-Ports und den zwei 12 Volt-Steckdosen mit 120 und 180 Watt (Bestandteil des Komfort-Pakets) kein Mangel.

Die Verarbeitung gefällt ebenfalls. Das Cockpit des Soul EV wird – wie früher in der Billig-Modell-Zeit von Kia – nicht mehr von schnödem Hartplastik dominiert. Optisch wirkt die Innenraumlandschaft mit dem Klavierlackimitat um Schalthebel und Monitor harmonisch.

Das Multifunktions-Lederlenkrad fühlt sich gut an und liegt angenehm in der Hand. Über dieses werden Radio, Telefon, Bordcomputer, Tempomat und der Lenkmodus in den drei Modi Normal, Sport und Komfort gesteuert.

Links unterhalb des Lenkrads finden sich noch die Tasten für die Lenkradheizung und den Spurhalteassistenten. Wenn Ihnen die Warngeräusche auf die Nerven gehen, dann schalten Sie ihn einfach ab.

Im Umfeld des Fahrerplatzes gibt es einige Möglichkeiten, seine mitgeführten Sachen abzulegen. Vor dem Schalthebel ist eine Vertiefung fürs Smartphone und hinter den zwei Becherhaltern das tiefe Mittelfach. Im geräumigen Handschuhfach des Soul EV bringt man ebenfalls einiges unter.

Der Kofferraum

Im Innen- bzw. Kofferraum des Soul EV herrscht allerdings nicht so viel Variabilität, da der Koreaner keine verschiebbare Rückbank besitzt. Das Gepäckabteil des Elektro Soul fällt für 4,14 Meter Länge und 1,80 Meter Breite mit einem Volumen von 280 Liter relativ kompakt aus. Der ein gutes Stück kürzere VW Polo hat immerhin 351 Liter zu bieten.

Was haben Heizung, Klimaanlage und die Außentemperatur mit dem Fahren zu tun? Sie können die Reichweite im Elektroauto erheblich reduzieren.

Beim Fahren des Soul EV kommt trotzdem gleich Freude auf. Die Lenkung und Bremsanlage sind vom Ansprechverhalten her nicht mehr vergleichbar mit dem, was einem noch vor zwei Jahrzehnten aus Korea vorgesetzt wurde. Der EV liegt straff und stramm auf der Straße, aber nicht trampelig wie manch anderes Fahrzeug mit erhöhtem Aufbau.

Auch gegen flotte Kurven spricht nichts. Die Kombination aus schwerem Akku, der für einen tiefen Schwerpunkt sorgt, und dem straffen Fahrwerk, hält der Soul EV gut die Mitte zwischen Komfort und Handling. Die Lenkung arbeitet sehr leichtgängig, das Geräuschniveau ist komfortabel, weil der Innenraum gut gedämmt ist und man vom Elektromotor kaum etwas hört.

Fährt man mit maximaler Energierückgewinnung beim Bremsen (Rekuperationsleistung), mit sanftem Gasfuß und mit aktivierter Fahrerplatz-Klimatisierung (Heizung auf der Beifahrerseite abgeschaltet), spart man am meisten Strom.

An das Laden hat man sich schnell gewöhnt, viele Supermärkte bieten mittlerweile eine kostenfreie Ladestation an. Nur besonders schnell geht es damit zumeist noch nicht. Vier bis lange 14 Stunden vergehen in der Regel, bis der Akku wieder bei vollen Kräften ist.

Nur wenn man die seltene Gelegenheit hat, an einer Schnellladestation aufzuladen, steht schon nach einer halben Stunde wieder 80 Prozent der Batteriekapazität zum Fahren zur Verfügung.

Ein Elektromotor ist der ideale Motor für die Stadt. Da er von der Ampel auf den ersten Metern so vehement wegzieht wie nur weit stärkere Verbrennungsmotoren. Und auch, weil in der Stadt weit mehr Stromtankstellen zu finden sind als anderswo.

Der Elektromotor

In der City steht man mit reinem Gewissen und Auto im Stau. Die anderen verpesten die Luft, der Soul EV nicht. Durchfahrtverbote gelten nicht für Elektroautos.

Die Beschleunigung mit 110 PS Leistung und 285 Newtonmeter Drehmoment, die mit einem Elektromotor eindrucksvoll ab der ersten Umdrehung zur Verfügung stehen, mutet spektakulärer an, als es die 11,3 Sekunden von Null auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h erwarten lassen.

Eben weil auf dem Datenblatt auch noch andere Angaben stehen: In nur 6,5 Sekunden beschleunigt der Soul EV druckvoll und geschmeidig von 60 auf 100 km/h und in 8,9 Sekunden von 80 auf 120 km/h.

Die Reichweite fällt mit 250 Kilometern (Werksangabe) nicht zu kurz aus. Zumindest nicht unter Idealbedingungen. Gibt man viel Gas und schaltet alle Verbraucher im kalten Winter voll zu (etwa die Strom fressende Klimaanlage), kann sich die Reichweite halbieren.

Der mit 290 Kilogramm Gewicht reichlich schwere Akku, der dazu beiträgt, dass der Soul EV über 1,6 Tonnen wiegt, speichert 30 Kilowattstunden (kWh) Energie. Der von Kia angegebene Verbrauch liegt bei 14,3 kWh alle 100 Kilometer.

Angst vor der Lebensdauer des Akkus muss man nicht haben. Kia gibt aufs ganze Fahrzeug inklusive Akku sieben Jahre Garantie. Der Akkumulator ist für einen zehn Jahre langen Einsatz konstruiert.

Zur Sicherheitsausstattung des Soul EV zählen das ESP, die Berganfahrhilfe, die Gegenlenkunterstützung, die Rückfahrkamera, das Reifendruckkontrollsystem, sechs Airbags und eine Besonderheit:

Weil der Kia Soul EV völlig geräuschlos startet, verfügt er zum Schutz von Fußgängern über ein künstliches Motorgeräusch. Das wird aktiviert, sobald sich der Elektro Soul in Bewegung setzt oder wenn der Rückwärtsgang eingelegt wird. Fährt man schneller als 20 km/h, wird das Signal abgeschaltet.

Im ADAC-Bremstest kam der Kia Soul EV nach einer Vollbremsung aus 100 km/h erst nach 39,1 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest nur mit vier von möglichen fünf Sternen bewertet.

Das Einstiegsmodell des Soul EV fühlt sich so an wie bei manch anderem Fahrzeug die Topausstattung. Schon das Einstiegsmodell Plug verfügt über eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik mit separat klimatisierbarer Fahrerseite und ein Navigationssystem mit einem 8-Zoll-Display.

Das ist hilfreich, weil das Navi dem Fahrer wichtige Infos zur  verfügbaren Reichweite, zum Ladestatus und zum programmierbaren Laden liefert.

Ebenso gehören zur Serienausstattung ein Radio mit digitalem Empfang (DAB/DAB+), eine Smartphone-Integration via Bluetooth, eine Rückfahrkamera, ein Tempomat, die beheizbaren Vordersitze und ein beheizbares Lederlenkrad.

Die Serienausstattung der Topversion Play umfasst darüber hinaus elektrisch anklappbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer, einen selbstabblendenden Innenspiegel, eine Batterieheizung und einen Schnellladeanschluss für den CHAdeMO-Stecker.

Viele extra zu bezahlende Optionen bleiben da nicht übrig, lediglich das Panoramadach und das Komfort-Paket kosten extra. Das Komfort-Paket beinhaltet Teilledersitze mit Sitzkühlung vorn, Sitzheizung hinten, Ambiente-Beleuchtung, drei 12-Volt-Steckdosen und vordere und hintere Parksensoren.

Über Android Auto oder Apple CarPlay wird das Smartphone eingebunden. Zu den Apps und Smartphone-Funktionen, die mit Android Auto über den Touchscreen bedient werden können, gehören die Navigation über Google Maps per Sprachsteuerung, die Freisprechfunktion beim Telefonieren, Text- und Spracherkennung und das Streamen von Musik.

Bei Apple-Geräten kann über die Spracherkennung Siri telefoniert, diktiert oder das Navigieren mit Apple Maps gesteuert werden.

Zusammenfassung

Ein Elektromotor spart? Nur beim Fahren, denn in der Anschaffung kostet ein Soul EV erheblich mehr als die Soul Modelle mit Benzin- und Dieselmotor.

Und ist der E-Motor umweltfreundlicher? Nur, wenn der Strom zum Fahren aus regenerativen Quellen gewonnen wurde und nicht aus Kohleverstromung.

Der antrittsstarke und elastische Elektromotor ist der beste aller Aggregate im Motorenprogramm des Soul. Der kraftvolle E-Motor bietet in Kombination mit seinem spielerischen Handling das reizvollste Fahrerlebnis.

Beim Akku stören nur die lange Ladezeit und die Reichweite. Vor allem auf Reisen, aber nicht unbedingt in Stadtnähe. In den meisten Fällen genügt die Reichweite des Soul EV daher tatsächlich den Erfordernissen des Alltags.

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