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Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid Test

Umweltfreundlicher Familien-SUV

8/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Rein elektrischer Betrieb
  • Gute Ausstattung im Basismodell
  • Fünf Jahre Garantie
  • Hybridvorteil vor allem in der Stadt
  • Höherer Autobahnverbrauch
  • Fahrassistenz-Paket nicht fürs Einstiegsmodell

37.990 € - 49.990 € Preisklasse

5 Sitze

1,8 l/100km

Test

Seit langer Zeit zählt der Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid mit seiner aufwendigen Kombination aus konventionellem Benzinmotor, starkem Elektroantrieb und Betriebskosten senkendem Steckerzugang zu den einmaligen und beliebten Angeboten auf dem Markt.

Und auch Jahre nach der Präsentation, die im Oktober 2013 stattfand, besitzt der Outlander Plug-in Hybrid kaum echte Konkurrenz. Unter den SUVs bieten nur wenige, wie etwa der Hyundai Ioniq Plug-in Hybrid, der DS 7 Crossback E-Tense 4×4 oder der weit kostspieligere Volvo XC60 T8 Twin Engine AWD, die Möglichkeit mit dem Benziner an die Ladesäule zu fahren.

Und in einer Zeit, in der sparen mit dem Dieselmotor nicht mehr Trend ist, hat das raffinierte Antriebskonzept des Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid, der 2018 eine Überarbeitung verpasst bekam, sogar noch an Attraktivität gewonnen.

Die zwei Elektromotoren treiben den Outlander auch auf der Autobahn rein elektrisch voran und alle vier Räder an, was den Outlander im Winter zum fahrsicheren Allradfahrzeug macht. Auf Langstrecke kommt dann der Benzinmotor zum Einsatz. Damit eignet sich der Outlander Plug-in Hybrid, im Gegensatz zu vielen Elektroautos, sowohl für den Stadtverkehr, als auch als bequemes Reisefahrzeug.

Komfort definiert sich im japanischen SUV gleichermaßen über das Fahrwerk und das geschmeidige Abrollen wie auch über die dezente Geräuschkulisse, reichlich Platz auf fünf Sitzplätzen und eine sehr gute Ausstattung, die schon im Einstiegsmodell weit mehr als nur das Notwendige zu bieten hat.

Kofferraumvolumen stellt der SUV für 4,70 Meter Länge nicht übermäßig viel zur Verfügung und auch dem Zeitgeist hinkt der Mitsubishi SUV mit dem Verzicht auf Digitalinstrumente hinterher. Aber auch das kann man gut akzeptieren, denn es hält den Preis im Wohlfühlbereich, der so attraktiv ist wie die lange Garantiezeit. Im Vergleich zur Konkurrenz kann man damit sparen. Ob man mit dem intelligent zwischen Elektro- und Benzinbetrieb wechselnden Antrieb tatsächlich spart, entscheidet aber vor allem der Einsatzzweck.

Heute tickt der Zeitgeist auch in SUVs, die früher mal „Geländewagen“ hießen, anders. Wenn man in der Betriebsanleitung unter „F“ das Kapitel für  „Fahren im Gelände“ sucht, stößt man auf den Abschnitt  „Für ein angenehmes Fahrgefühl“. Das zählt heute offensichtlich mehr als die Fahrt im Gelände, der mit 19 Zentimeter Bodenfreiheit im Outlander Plug-in Hybrid auch Grenzen gesetzt sind.

Das Fahrgefühl auf der Straße ist angenehm komfortabel. Das Fahrwerk bügelt den Straßenbelag so gründlich auf, dass man manchmal glaubt, die Unebenheiten eher zu hören als sie tatsächlich zu spüren. Sportlichkeit geht dem gemütlichen Outlander grundsätzlich ab. Die leichte Schieflage der Karosse in schnellen Wechselkurven kann man bei 1,71 Meter Höhe – gut für die Übersicht! – allerdings akzeptieren. Auch die Lenkung wirkt eher indirekt als sportiv. Das erwartet aber auch keiner.

Einen großen Kofferraum erwartet man allerdings grundsätzlich im Familienauto SUV, und dann kommt es doch ein wenig anders. Das Mitsubishi SUV, der Benzin sparen soll, spart auch mit Kofferraum. 463 Liter fasst das Gepäckabteil des Outlander Plug-in Hybrid. Mit dem Soundsystem mit Subwoofer (Serie im Topmodell Top) sind es sogar nur 451 Liter Volumen. Das ist fürs Format unterdurchschnittlich. Zum Vergleich: Die 4,60 Meter langen SUVs Toyota RAV4 Hybrid und Honda CR-V Hybrid bekommen mit 580 und 497 Liter Volumen, obwohl sie zehn Zentimeter kürzer sind, mehr unter.

Und auch der Outlander mit dem konventionellen 2,0-Liter-Benziner hat mit 550 Liter (4WD) und sogar 591 Liter (2 WD) deutlich mehr Platz im Gepäckabteil zu bieten. Das ist der Tribut an die Sparsamkeit, den man im Plug-in Hybrid zahlt, aber trotzdem gut verkraften kann, denn Platz ist zwar relativ, steht aber auch hier reichlich zur Verfügung. Und noch mehr kann transportiert werden, wenn die im Verhältnis 60:40 geteilte Rückbanklehne heruntergeklappt ist und ein Anhänger an den Haken genommen wird.

Technische Daten

Länge 4,70 Meter
Breite 1,80 Meter
Höhe 1,71 Meter
Kofferraumvolumen 451 bis 463 / 1.590 bis 1.602 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.955 bis 2.015 Kilogramm
Zuladung 450 bis 510 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 2.390 Kilogramm
Zulässiges Anhängelast ungebremst / gebremst 750 Kilogramm / 1.500 Kilogramm

„Ein intelligenter Motor“, ist eigentlich falsch ausgedrückt, denn im Outlander Plug-in Hybrid arbeiten gleich drei. Deren Zusammenspiel ist raffiniert organisiert und sehr klug durchdacht.

An der Vorderachse sorgt ein 82 PS starker Elektromotor für den Vortrieb, der 137 Newtonmeter (Nm) Drehmoment zur Verfügung stellt, und an der Hinterachse ein 95 PS starker E-Motor, der 195 Nm beisteuert. Damit kommt man mit häufiger Rekuperation, bei welcher der Elektromotor beim vom Gas gehen zum Generator und Energiezurückgewinner wird, weit. Mit 13,8 kWh Akkukapazität lassen sich 54 Kilometer rein elektrisch fahren. Nutzt man allerdings den rein elektrischen Maximalspeed von 135 km/h häufig, kommt man deutlich weniger weit. Für eine Pendlerdistanz zum Arbeitsplatz reicht eine Vollladung im Outlander Plug-in Hybrid aber zumeist.

Rein elektrisch fährt der Spar-Outlander aber nicht immer. Spätestens nach drei Monaten schaltet sich, um den Motor zu schonen, der 2,4-Liter-Benziner an der Vorderachse zu. In der Praxis fließt aber viel früher Super aus dem 45 Liter großen Tank, denn oberhalb von 135 km/h schließt sich immer der Vierzylinder mit seinen 135 PS Leistung und 211 Nm Drehmoment an. Dann geht es mit bis zu 170 km/h voran und der Verbrauch steigt.

Im Verbrauchszyklus einer heilen Prüfstandswelt, die in der Praxis nicht existiert, verbraucht der Outlander Plug-in Hybrid lediglich 1,8 Liter/100 km Super oder im elektrischen Betrieb 14,8 kWh/100 km, was für 800 km Reichweite reichen soll. Mit den sieben Litern Super, die in der Praxis fließen, kommt man nicht so weit. Trotzdem ist das für zwei Tonnen Gewicht ein guter Wert.

Bei flotter Autobahnfahrt sind es dann aber deutlich über zehn Liter Super. So viel etwa verbraucht auch ein Hybrid oder Benziner im gleichen Moment. Das macht deutlich: Nur wer den Akku regelmäßig an der Steckdose lädt (in fünf Stunden voll geladen) oder an der Schnellladestation (in 30 Minuten zu 80 Prozent voll), bewegt den Outlander Plug-in Hybrid effizient.

Plug-in Hybrid
Hubraum [ccm] 2.360
Leistung [PS] 135
Getriebe Automatik
0-100 km/h [s|
Höchstgeschwindigkeit [km/h
10,5 | 170
Kraftstoff Benzin

38.000 Euro sind viel Geld, aber ein fairer Preis für ein geräumiges SUV mit drei Motoren und sehr aufwendiger Spartechnik. Schon im Basismodell erhält man dafür eine sehr gute Ausstattung.

Outlander Plug-in Hybrid Basis

Bereits die Basis ist gut ausgestattet mit der Klimaautomatik, der zweistufigen Sitzheizung vorne und der im sperrigen SUV immer willkommenen Rückfahrkamera. Über das Infotainment lässt sich das Smartphone via Android Auto oder Apple CarPlay einbinden. Der digitale Radioempfang DAB+, der Tempomat, der automatisch abblendende Innenspiegel und das schlüssellose Zugangssystem gehören ebenso zur Grundausstattung wie die Licht-Abschaltautomatik, der Licht- und Regensensor, die Nebelscheinwerfer, der Bremsassistent und die 18-Zoll großen Leichtmetallfelgen. Damit ist das Einstiegsmodell ganz klar der Preis-Leistungs-Tipp unter den drei Ausstattungsvarianten.

Outlander Plug-in Hybrid Plus

Die nächst höhere Ausstattungslinie schlägt mit 7.000 Euro Aufpreis zu Buche, bietet dafür aber erheblich mehr Komfort- und Sicherheitsausstattung. Neben der elektrischen Heckklappe gehören die Einparkhilfe vorn und hinten, der Toter-Winkel-Assistent mit Ausparkassistent, das 360-Grad-Rundumsichtsystem, die Bi-LED-Scheinwerfer, das beheizbare Lenkrad, die Standheizung und die 230-Volt-Steckdose im Fond sowie im Gepäckraum zum Ausstattungsumfang.

Als Option ist das für das Einstiegsmodell leider nicht lieferbare Fahrassistenz-Paket mit adaptivem Tempomat (ACC), Auffahrwarnsystem samt Notbremsassistent und Fußgängererkennung sowie Spurhalte- und Fernlichtassistent im Angebot.

Outlander Plug-in Hybrid Top

Für weitere 5.000 Euro zählt das Fahrassistenz-Paket genauso zur Serienausstattung wie der elektrisch verstellbare Fahrersitz, das elektrische Glas-Schiebedach, die feschen schwarzen Lederbezüge und das gut klingende Rockford Fosgate Soundsystem mit 710-Watt-Verstärker, neun statt sechs Lautsprechern und einem 25-cm-Subwoofer im Kofferraum.

Egal, welche der drei Ausstattungslinien man auswählt, viel Sicherheit und Garantie werden immer geboten. Fünf Jahre Fahrzeuggarantie bis 100.000 Kilometer Laufleistung und acht Jahre Garantie bis 160.000 Kilometer Laufleistung sind immer inklusive. Im Jahr 2013 wurde das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer im Euro NCAP-Crashtest mit der Maximalwertung von fünf Sternen bewertet.

Zusammenfassung

Preis und Aussstattung punkten. Der Outlander Plug-in Hybrid zählt weiterhin zu den komfortablen und geräumigen SUVs, mit denen man gerne eine lange Strecke zurücklegt. Genau in diesem Moment bietet das Plug-in-Prinzip aber keinen Vorteil, weil der Verbrauch auf Langstrecke ähnlich wie im Outlander mit dem 150 PS starken 2,0-Liter-Benziner ausfällt.

Seine Vorteile spielt der Plug-in-Hybrid vor allem auf Kurzstrecke und im Pendleralltag aus, wenn zuhause oder im Büro ein Steckerzugang möglich ist. Der macht den Plug-in-Hybrid-SUV-Klassiker von Mitsubishi auch heute noch zum sehr interessanten und fast einmaligen Angebot.

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