KIA e-Soul Test

Rein elektrisch angetriebener SUV

6/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Große Reichweite mit 64-kWh-Akku
  • 7 Jahre Garantie
  • Gute Ausstattung
  • Langsames Laden an der Steckdose
  • Problem bei sinkenden Temperaturen
  • Keine Anhängerkupplung erlaubt

33.990 € - 43.190 € Preisklasse

5 Sitze

- l/100km

Test

Die Elektroautos kommen immer weiter. Die Reichweite wächst von Generation zu Generation. Wie im Fall des Kia Soul, der in der dritten Generation mehr Reichweite zu bieten hat als schon länger angebotene Elektroautos wie der BMW i3, VW e-Golf und Renault Zoe. Konkurrierten muss er aber mit dem Kia e-Niro und Nissan Leaf.

Satte 452 Kilometer Reichweite verspricht Kia für den neuen Kia e-Soul in seiner leistungsstärkeren Variante mit 204 PS und größerem Akku (64 kWh). Den teilt sich der 4,20 Meter lange Kia e-Soul mit dem großen Bruder Kia e-Niro, der mit dem gleichen Antrieb angeboten wird.

Mehr Charakter und Charme hat aber der Soul. Optisch erinnert er, auch wenn er rundlicher wurde, mit seinem Kastenformat und der Zweifarblackierung an die Vorgänger und in Fahrt überrascht er, weil sich aus seiner Höhe Vorteile im Platzangebot und Handling ergeben.

Die Bedienung fällt leicht. Bei der Instrumentierung herrscht Klarheit und die Digitalinstrumente und der 7 oder 10,25 Zoll große Bildschirm liegen gut im Blick. Erstmals kommt hier Kias neues UVO-Infotainment zum Einsatz. Mit dem können Infos, etwa über den Akkuladestand, auch über das Smartphone abgerufen werden. Und auch von der Sicherheit hat der elektrische Soul, vom serienmäßigen Abstandshaltetempomat bis zum Spurwechselassistenten mehr zu bieten als der Vorgänger.

Vom Platzangebot liefert der Soul das bekannte Programm an Raum. Vorne sitzt man bequem und der Gepäckraum hat bis zu 1.339 Liter Volumen zu bieten. Und auch das andere Laden, das elektrische, funktioniert gut. An der 100-kW-Starkstromsäule ist der Akku in weniger als einer Stunde wieder gut gefüllt. An der Haushaltsteckdose dauert es mit dem großen Akku, der für große Reichweite sorgt, allerdings viel länger.

Wie lange und warum es auch heute noch Probleme mit der Elektromobilität gibt, darüber erfahren Sie hier mehr, Genauso über die Stärken und Schwächen des neuen Kia e-Soul.

Ein Elektroauto bietet wegen seines großen Akkus wenig Platz und wegen seines hohen Gewichts ein träges Handling? Quatsch. Im Kia e-Soul sitzt man bequem und die 1,60 Meter Höhe sind gleich doppelt vorteilhaft – für die Kopffreiheit und die Straßenlage.

Der Akkupack findet im Fahrzeugboden Platz. Dadurch steht auf den Vordersitzen und der Rückbank so viel Platz zur Verfügung, dass der enorme Platzbedarf des Stromspeichers nicht auffällt und auch das Kofferraumvolumen fällt mit 315 Liter für 4,20 Meter Länge klassengerecht aus.

Der schwere Akku – eigentlich ein Nachteil – sorgt hier für einen Vorteil: die gute Straßenlage. Der Kia e-Soul wiegt zwar mindestens 1,6 Tonnen, was ziemlich schwer für das Format ist, aber das Gewicht ist durch den Akku tief im Fahrzeug platziert. Durch diese tiefe Einbaulage sitzt der Fahrzeugschwerpunkt tief und die Straßenlage verbessert sich. Dadurch liegt der e-Soul stabil und sicher auf der Straße und fährt sich überraschend handlich und flink.

Technische Daten

Länge 4,20 Meter
Breite 1,80 Meter
Höhe 1,60 Meter (1,61 mit Dachreling)
Kofferraumvolumen 315 bis 1.339 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.610 bis 1.833 Kilogramm
Zuladung 415 bis 423 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 2.025 bis 2.180 Kilogramm
Zulässige Anhängelast ungebremst / gebremst keine Anhängerkupplung erlaubt

Sie möchten den Kia Soul der dritten Generation wie seine zwei Vorgänger mit einem Benzinmotor oder Diesel bestellen? Klappt nicht. In Europa wird der Soul 3 nur noch mit Elektromotor angeboten.

Der mit dem Drehschalter der Automatik verwaltete E-Antrieb steht in zwei Leistungsstufen zur Auswahl. Der e-Soul mit dem 39,2-kWh-Akku leistet 136 PS und der mit dem 64-kWh-Akku 204 PS. Schon der kleinere, aber nicht schwache Motor sorgt für Ampelspurts ohne Anfahrschwäche.

Die 395 Newtonmeter Drehmoment, die ab der ersten Umdrehung voll zur Verfügung stehen, wuchten die 1,6 Tonnen des Kia e-Soul in 9,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Und das, bis auf die Reifen- und Windgeräusche und das zur Sicherheit von Fußgängern erzeugte künstliche Geräusch, ganz leise.

Auch im e-Soul mit 204 PS brummt die Leistung, aber der Motor summt nur. Das Sprintvermögen ist noch eindrucksvoller. Im Sportmodus beschleunigt der stärkere e-Soul in 7,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Das und die um 10 km/h höhere Höchstgeschwindigkeit sind aber nicht der Hauptgrund, warum sich die meisten für den stärkeren e-Soul entscheiden, sondern die Reichweite. Sie liegt nicht bei 276, sondern bei 452 Kilometern.

Bei häufiger Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) im Stadtverkehr verspricht Kia sogar 648 Kilometer Reichweite (39,2 kWh-Version: 407 km). Gibt man bei einem Test aber richtig Gas oder ist es bitterkalt draußen, sinkt die Reichweite auch mal unter 300 Kilometer. In der Praxis dürften 400 Kilometer realistisch sein.

Häufige und starke Rekuperation ist neben dem braven Gasfuß und der vorausschauenden Fahrweise eine Möglichkeit, mit einer Ladung möglichst weit zu kommen. Im stärksten Rekuperationsmodus rekuperiert der e-Soul so stark, dass er beim vom Gas gehen so massiv bremst, dass er fast ausschließlich mit dem Gaspedal gefahren werden kann. Für den Neuling ist das ein ungewohntes, aber bald vertrautes Gefühl.

Ein weiterer Reichweitenverlängerer ist der Eco+-Modus. In dem ist die Geschwindigkeit allerdings auf 90 km/h begrenzt und die Klimaanlage abgeschaltet – und der Fahrspaß gleich mit. Im Sport+-Modus sprintet der e-Soul dagegen auf den ersten Metern wie ein echter Sportwagen.

Und der Verbrauch? 15,6 kWh/100 km und 15,7 kWh/100 km gibt der koreanische Hersteller für beide Motoren an. Und die Ladezeit? Geladen wird entweder mit dem Typ-2-Anschluss oder Schnellladeanschluss für CCS-Stecker, die sich beide hinter der Klappe an der Frontpartie befinden.

Nur 54 Minuten sollen mit dem 64-kWh-Akku an einer 100-kW-Ladesäule, die sich leider zurzeit nur an Autobahnen findet, vergehen, um den Akku 80 % voll zu machen. An einer 7,2-kW-Ladestation vergehen 9 Stunden und 35 Minuten und an der normalen Steckdose zuhause dauert eine 100-%-Ladung sage und schreibe 31 Stunden – so lang kann eine Nacht fürs Laden gar nicht sein.

Das ist die Kröte, die man bei der heutigen Batterietechnik auch im e-Soul zu schlucken hat. Mit dem 39,2-kWh-Akku verbessern sich die Ladezeiten, außer bei 100 kW-Starkstrom (ebenfalls: 54 Minuten), auf 6 Stunden und 10 Minuten und 19 Stunden. Diese lange Laderei bremst Langstreckenfahrer aus, kann aber trotzdem zum Alltag, in dem kurze und mittlere Strecken überwiegen, sehr gut passen – überdenken Sie einfach mal Ihre Fahrgewohnheiten.

e-Soul 136 e-Soul 204
Hubraum [ccm]
Leistung [PS] 136 204
Getriebe 1-Gang-Automatik 1-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Höchstgeschwindigkeit [km/h
9,9 | 157 7,9| 167
Kraftstoff Strom Strom

Der Kia e-Soul mit dem stärkeren Motor und dem größeren Akku ist empfehlenswert, da die alltagstaugliche Reichweite und die bessere Performance nur mit 3.800 Euro Aufpreis berechnet werden. Entscheidet man sich statt für das Basismodell Edition 7 unter den drei Ausstattungslinien für den Vision und Spirit muss man mit 3.600 und 5.400 Euro mehr rechnen.

e-Soul Edition 7

Der Einstieg ist komfortabel mit der Klimaautomatik, dem Abstandsregeltempomat mit Stop&Go-Funktion und dem 7-Zoll-Infotainment mit MP3-Radio, Freisprecheinrichtung, Spracherkennung, Bluetooth und der Smartphone-Schnittstelle für Android Auto und Apple CarPlay.

Der Edition 7 verfügt neben dem höhenverstellbaren Fahrersitz, dem Dämmerungssensor, dem Fahrmodussystem (Modi: Eco / Eco+ / Komfort / Sport), den LED-Scheinwerfern und den 17-Zoll-Rädern über eine zeitgemäße Sicherheitsausstattung mit dem Fernlichtassistenten, dem Müdigkeitswarner, dem Notruf-Service e-Call, dem Stauassistenten, dem Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung und dem Spurhalteassistenten mit korrigierendem Lenkeingriff.

e-Soul Vision

Der Vision, den man auf den ersten Blick an der Dachreling und hinten dunkel getönten Scheiben erkennt, ist eine empfehlenswerte Version. Warum? In dieser Soul-Version erhält das Infotainment eine erhebliche Aufwertung mit dem 10,25 Zoll großen Touchscreen, der Kartennavigation, dem Harman/Kardon Surround-Soundsystem mit 640 Watt Leistung, dem digitalen Radioempfang (DAB+), 10 Lautsprechern (inklusive Subwoofer) und Kias UVO Connected Services mit den Verkehrsinformationen in Echtzeit, den Warnungen vor Gefahrenstellen, der Wettervorhersage, der Live-Ladestation-Suche und dem Abruf von Fahrzeuginfos über das Smartphone.

Zudem sorgen die serienmäßige Wärmepumpe und das Vorheizsystem für die Batterie für eine effektivere Innenraumklimatisierung und dadurch mehr Reichweite. Zusätzlich sind auch der automatisch abblendende Innenrückspiegel, das Lederlenkrad und die beheizbaren Vordersitze mit an Bord. Die Sicherheit für das Blech ist mit den hinteren Parksensoren noch etwas höher und die Bequemlichkeit bei Regenfahrt mit dem serienmäßigen Regensensor.

e-Soul Spirit

Im Topmodell sorgt die serienmäßige Ambientebeleuchtung für eine angenehme Lichtstimmung. Die Außenspiegel sind elektrisch anklappbar und im Kofferraum findet sich eine 12-Volt-Steckdose. Neben der induktiven Ladestation für Smartphones und dem serienmäßigen Head-up-Display bietet der Spirit auch noch mehr Fahrsicherheit mit den vorderen Parksensoren, dem Spurwechselassistenten und dem aktiven Querverkehr- und Toter-Winkel-Warner.

Zusammenfassung

Mit 400 Kilometer Reichweite ist das Reichweitenproblem in der dritten Generation des Soul gelöst. Allerdings sind Starkstromladesäulen immer noch viel seltener als Zapfsäulen. Das ist eines der wenigen Probleme, die der elektrische Soul, der sowohl mit dem Platzangebot als auch mit der modernen Infotainment- und Sicherheitsausstattung punktet, noch hat. Der Preis ist attraktiv und abzüglich der 4.000 Euro Elektroprämie noch attraktiver. So attraktiv, dass es zurzeit lange Wartezeiten nach der Bestellung des Kia e-Soul gibt.

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