KIA e-Niro Test

Rein elektrischer SUV

8/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Alltagstaugliche Reichweite
  • 7 Jahre Garantie
  • Ordentliche Platzverhältnisse
  • Weniger Reichweite im Winter
  • Kein Anhängerbetrieb möglich
  • Für die Größe teuer

35.290 € - 45.790 € Preisklasse

5 Sitze

- l/100km

Test

Kia gibt mit seinen Fahrzeugen ein Versprechen auf einen fairen Preis. Neuester Kandidat: der neue Kia e-Niro. Der setzt wie sein Schwestermodell Hyundai Kona Elektro und Elektroautos wie Nissan Leaf, Opel Ampera-e und VW e-Golf auf die reine Elektromobilität. Unter der Haube arbeitet nur noch ein Elektromotor.

Und was für einer, beziehungsweise gleich zwei: Der neue Kia e-Niro ist mit 136 oder 204 PS Leistung und 39,2 oder 64 kWh Batteriekapazität zu haben. Die Reichweite soll im Alltag bei rund 400 km liegen und damit fast auf dem Niveau eines Benziners – wenn man ein paar Dinge beachtet.

Das Platzangebot bleibt im 4,38 Meter langen e-Niro passend für eine drei- bis vierköpfige Familie, da sich die Maße gegenüber dem Niro Hybrid und Niro Plug-in-Hybrid kaum verändert haben. Der Kofferraum fällt mit 451 Liter Volumen ordentlich aus und auch bei der einfachen Bedienung ist es geblieben. Nur der Drehregler für die Automatik, einige Ablageflächen und ein paar Details sind neu.

Die Neuerungen an der Niro Karosse beschränken sich ebenso nur auf die Details. Da im e-Niro kein Benzinmotor mehr gekühlt werden muss, befindet sich dort, wo beim Niro Hybrid der Kühlergrill sitzt, eine in Wagenfarbe gehaltene Kunststoffblende. Die Lufteinlässe im Stoßfänger sehen ein wenig anders aus und die Tagfahrleuchten wurden neu positioniert. Unter der kleinen Klappe des Niro sitzt der Stromanschluss, hier wird nicht mehr getankt, sondern geladen.

Trotz seiner guten Anlagen zum Familienauto, einem braven Frontantrieb und dem hohen Gewicht bereitet der Kia e-Niro Fahrspaß. Hält Kias Elektroauto auch beim Preis sein Versprechen, ohne dass sich daraus entscheidende Nachteile im Alltag ergeben?

Spricht man von Preis-Leistung, ist in einem Alltagsauto der 4,40-Meter-Klasse fast immer auch der Platz gemeint. Der ändert sich mit dem Elektromotor manchmal, wenn ein konventionell angetriebenes Auto nachträglich zum Elektroauto umgebaut wird. Hier nicht, weil der Kia Niro von Anfang an als Hybrid, Plug-in-Hybrid und reines Elektroauto entwickelt und konstruiert wurde, bleibt das Platzangebot fast gleich. Mit 4,38 Meter baut die Elektrovariante nur zwei Zentimeter länger und wegen dem Batteriepack im Boden etwas höher, aber das spürt man kaum.

Damit bleibt’s im Neuen beim Alten. Vier Passagiere plus Reisegepäck kommen im e-Niro bequem unter und fünf Personen dürfen mitfahren. Sie steigen durch die im Vergleich zu einem normalen Kombi leicht erhöhte Sitzposition bequem ein und die Beinfreiheit auf der Rückbank fällt so groß aus, wie man das in dieser Klasse erwartet.

Und der Kofferraum? Dem konnten die 315 kg (39,2 kWh) und 453 kg Gewicht des Akkus (64 kWh) nichts anhaben. Der Einbauort im Fahrzeugboden und der fehlende Tank machen es möglich. So passen alltagstaugliche 451 bis 1.405 Liter auf die Ladefläche.

Beladen klappt gut, Anhänger ziehen nicht. Können mit dem Niro Hybrid mit der optionalen Anhängevorrichtung noch bis zu 1,3 Tonnen gezogen werden, geht das mit dem e-Niro nicht. Für ihn befindet sich deshalb erst gar keine Anhängerkupplung im Angebot.

Technische Daten

Länge 4,38 Meter
Breite 1,81 Meter
Höhe 1,56 Meter (1,57 Meter mit Dachreling)
Kofferraumvolumen 451 bis 1.405 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.667 bis 1.866 Kilogramm
Zuladung 413 bis 418 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 2.080 bis 2.230 Kilogramm
Zulässiges Anhängelast ungebremst / gebremst -/-

Der Kia e-Niro kann ordentlich Gepäck verstauen und an der Stromsäule schnell laden. Trotzdem hat das gut gemachte Elektroauto neben den vielen Vorteilen – kraftvoller Antrieb, geringe Ladekosten, Emissionsfreiheit – auch Nachteile.

Die Elektromotoren

Zwei Leistungsstufen und Kapazitäten stehen zur Wahl. Der 136 PS starke e-Niro mit dem 39,2-kWh-Akku oder die 204 PS starke Variante mit dem 64-kWh-Akku. Beide sorgen für dynamische Ampelstarts ohne Anfahrschwäche und sind dabei ganz leise, mit ausreichend Komfort und leichtem Handling dank der leichtgängigen Lenkung.

Schon mit dem 136-PS-Motor ist der Fahrspaß groß, denn ab der ersten Umdrehung steht der volle Drehmomentschub von 395 Newtonmeter zur Verfügung. Mit ebenfalls 395 Nm, aber 204 PS setzt der kraftvolle Elektromotor die Vorderräder noch stärker unter Druck. So ist Tempo 100 beim Beschleunigen aus dem Stand schon nach 7,8 Sekunden erreicht.

Wie viel Fahrspaß man im e-Niro hat, wie viel man verbraucht und wie weit man kommt, hängt vom Fahrmodus und der Rekuperation ab, also der eingestellten Intensität, mit der beim Bremsen und Rollen Energie in den Akku zurückfließt. Im stärksten Modus ist die Bremswirkung am Massivsten. Damit lässt sich der e-Niro – wie es im BMW i3 das erste Mal der Fall war – auch bequem in Ein-Pedal-Fahrweise fahren und mit dem Gaspedal abbremsen.

Die Unterschiede zwischen den Modi fallen stark aus. Der eco+-Modus, in dem die Klimaanlage ausgeschaltet wird und das Temperament ebenso, dient hauptsächlich dazu, maximal zu sparen oder mit höchstens 90 km/h noch die Ladesäule zu erreichen. Der Fahrspaß ist im Sportmodus fraglos größer.

Mit welchem Verbrauch? Nutzt man im Sportmodus oft das volle Beschleunigungspotential, reduziert sich die Reichweite ähnlich stark wie bei kalter Witterung. Trotzdem verbraucht der Kia e-Niro wenig.

Der kleinere Akku verbraucht 15,3 kWh/100 km und der größere mit 15,9 kWh/100 km nur geringfügig mehr (Werksangabe). Die Reichweite liegt im e-Niro mit dem 39,2-kWh-Akku bei 289 bis 405 km und bei der Variante mit dem 64-kWh-Akku bei 455 bis 655 km. Im Alltag sind jeweils die ersten Werte realistisch.

Irgendwann muss wieder aufgeladen werden. In 42 Minuten sind beide Akkus an der 100-kWh-Schnellladestation wieder zu 80 % fit – wenn sich eine findet. 3 Stunden und 45 Minuten (39,2 kWh) und 5 Stunden und 50 Minuten (64 kWh) vergehen fürs voll laden, wenn in der heimischen Garage eine 7,2-kW-Wallbox installiert ist. 11 Stunden und 15 Minuten oder 17 Stunden und 50 Minuten dauert es jedoch an der normalen Haushaltsteckdose.

Beim Laden wird damit klar, was beim Kauf eines Elektroautos immer noch beachtet werden muss. Laden geht heute zwar schon schneller, aber nicht so schnell wie Tanken. Auch das Finden einer Ladesäule ist nicht immer einfach. Aber das wird überzeugte Elektroautofahrer nicht abschrecken, denn das wars dann auch schon weitgehend mit den Schwächen.

e-Niro 39,2 kWh e-Niro 64 kWh
Hubraum [ccm]
Leistung [PS] 136 204
Getriebe 1-Gang-Automatik 1-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Höchstgeschwindigkeit [km/h
9,8 | 155 7,8 | 167
Kraftstoff Strom Strom

Der Preis ist für ein Auto dieses Formats nicht niedrig, aber für ein Elektroauto attraktiv. Zieht man die 4.000 Euro Elektro-Prämie ab, die Väterchen Staat für ein Elektroauto hinzu gibt, landet der Preis eines e-Niro in der 39,2-kWh-Version bei etwa 30.000 Euro und mit 64 kWh rund 4.000 Euro darüber. Die meisten Kunden entscheiden sich wahrscheinlich für den stärkeren Motor mit mehr Reichweite. Außerdem stehen drei Ausstattungslinien zur Wahl.

Niro Edition 7

Im Einstiegsmodell ist das digitale Cockpit mit den im Elektroauto wichtigen Angaben zur Reichweite und der Energierückgewinnung ebenso inklusive wie die Information auf dem Touchscreen über den Leistungsbedarf der Klimaanlage und die Einsparung an CO2 – das allerdings nur dann tatsächlich eingespart wird, wenn der Strom aus regenerativen Energiequellen gewonnen wurde.

Für ordentliche Sicherheit sorgen serienmäßig der aktive Spurhalteassistent mit korrigierendem Lenkeingriff, der Kollisionswarner, die Berganfahrhilfe, der Bremsassistent, der adaptive Tempomat (ACC), der Stauassistent, die Nebelscheinwerfer und die Rückfahrkamera. Weitere Dinge wie das beheizbare Lederlenkrad, die Mittelarmlehne mit Staufach, die Gepäckraumabdeckung sowie die elektrisch verstellbaren und beheizbaren Außenspiegel sind genauso Serie wie die Freisprechanlage. Über das 7-Zoll-Touchscreen-Infotainment lässt sich das Smartphone problemlos via Android Auto oder Apple CarPlay einbinden.

Niro Vision

Im Vision machen die verchromten Türgriffe, Applikationen in Glanzschwarz und die Dachreling den Unterschied. Im Innenraum kommen der selbst abblendende Innenspiegel, das Navigationssystem, der Lederschaltknauf, der Regensensor, die Parksensoren hinten und die Sitzheizung hinzu. Im Winter lernt man die Wärmepumpe schätzen, die den Innenraum vorwärmt und für die 64-kWh-Variante mitgeliefert wird.

Niro Spirit

Das Topmodell erkennt man an der feineren Ambientebeleuchtung, den Alu-Sportpedalen und den hinten dunkel getönten Scheiben. Die weiteren Aufwertungen betreffen das Infotainment und die Sicherheit.

Das Smartphone lässt sich kabelfrei laden. Der Navibildschirm misst im Spirit acht statt sieben Zoll in der Diagonale und das Soundsystem von JBL verfügt über einen 320-Watt-Verstärker, sieben Lautsprecher und einen Subwoofer.

Von der Sicherheit wird mit dem Spurwechselassistenten samt Toter-Winkel-Warner, dem Querverkehrwarner, den LED-Frontscheinwerfern, den LED-Nebelleuchten und den vorderen Parksensoren noch mehr geboten. Trotzdem reichte es im Sicherheitscheck nicht für die fünf Sterne. Das Crashverhalten der Karosserie des Kia Niro und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest nur mit vier von fünf Sternen bewertet.

Zusammenfassung

Die Batterie-Technologie und die Lade-Infrastruktur hinken den Wünschen der Kunden und Autohersteller noch hinterher. Das ist herstellerübergreifend so. Der Kia bildet da keine Ausnahme, aber die mit ihm realisierbare Reichweite, die allzeit bereite Durchzugskraft und umweltfreundliche Sparsamkeit machen ihn sehr alltagstauglich.

Gepaart mit guter Ausstattung und ordentlichem Platzangebot dürfte der e-Niro das Thema Elektroauto für einige zuvor noch unsichere interessant machen. Auch wegen des attraktiven Preises, dem für ein Elektroauto sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis und sieben Jahren Garantie. Typisch Kia. Versprechen gehalten.

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