Opel Corsa-e Test

Kleinwagen in der Elektrovariante

7/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Antrittsstarker E-Motor
  • Gute Mischung aus Handling und Komfort
  • Alltagstaugliche Reichweite
  • Durchschnittliches Raumangebot
  • Hoher Preis
  • Nur zwei Jahre Garantie

29.147 € - 32.066 € Preisklasse

5 Sitze

- l/100km

Test

“E“ und nicht elektrisierend? Der zwischen 2014 und 2019 gebaute Opel Corsa E war, der Logik des Alphabets folgend, der Vorgänger der aktuellen Corsa Generation F. Heute steht das „e“ in der sechsten Generation von Opels Kleinwagen aber für etwas ganz anderes: Den Elektroantrieb unter der Motorhaube des Opel Corsa-e.

Der Elektromotor, der nicht im Hybrid-Ensemble, sondern im Solo arbeitet, leitet im Opel Corsa ein neues Zeitalter ein wie bei VW der ID.3, bei Mini der Cooper SE oder bei Honda der e. Seine Basis und Technik teilt sich der Corsa-e mit seinem Schwestermodell Peugeot e-208.

Auf dessen CMP-Plattform (Common Modular Platform) basiert der Elektro-Opel, der den gleichen Elektromotor und die gleiche Batterietechnik nutzt. Wie den Peugeot 208 erhält man auch den Rüsselsheimer Kompakten mit Verbrennungsmotoren neben der flüsterleisen und umweltfreundlicheren Elektroversion. Vom Auftritt ist der Corsa, der im Vergleich zum Vorgänger einiges Gewicht eingespart hat und trotzdem größer geworden ist, aber ein ganz anderer Typ als der 208.

Rein äußerlich macht es allerdings kaum einen Unterschied, ob man im Opel Corsa mit Verbrennungsmotor oder E-Motor einsteigt. Bis auf kleine Äußerlichkeiten wie die „e“-Logos, die aerodynamischen Felgen, die aktiv gesteuerten Lufteinlässe im Kühlergrill und den eingesparten Auspuff existieren kaum Unterscheidungsmerkmale. Und auch drinnen macht es vom Cockpit und den Platzverhältnissen einen unwesentlichen Unterschied, ob man sich für den Corsa mit Otto- oder Elektromotor entscheidet.

Das Touchscreen-Infotainment und die Instrumente präsentieren sich auf dem Stand der Zeit. Weil man im Corsa-e tiefer als im alten Corsa sitzt und der schwere Akku im Fahrzeugboden für eine satte Straßenlage sorgt, gewinnt das Handling und man fühlt sich besser ins Auto integriert. Dahinter herrschen die Platzverhältnisse, die man bei knapp über vier Meter Länge erwarten darf. Sitzt der auf dem Vordersitz Platz nehmende weit hinten, wird es eng um die Knie, sitzt er weiter vorne, kann man sich im immer fünftürigen Corsa-e auch als Erwachsener auf der Rückbank wohl fühlen.

An Kofferraumvolumen geht im Corsa-e ungefähr zehn Prozent im Vergleich zum Corsa mit Benzin- und Dieselmotor verloren: Mit 267 statt 309 Liter fällt der Kofferraum fürs Format relativ kompakt aus – Zum Vergleich: Der Kofferraum des VW Polo schluckt 351 Liter. Allerdings ohne E-Antrieb und raumgreifenden Akku.

Von der Fahrassistenzunterstützung, die über dem Niveau seiner Klasse liegt, fährt der Corsa-e gut auf mit dem adaptiven Radartempomat, dem Toter-Winkel-Warner und den Matrix-LED-Scheinwerfern, die leider nicht in jeder Ausstattungslinie zu bestellen sind.

Wie es um die Ausstattung steht, wie sich der e-Corsa, der kein Corsa E ist, mit dem 136 PS starken Elektromotor in Fahrt anfühlt, wie weit es mit dem voll geladenen 50-kWh-Akku geht, was der Spaß kostet und wie der Corsa-e mit seinem Preis im Vergleich zu den anderen neuen Elektroautos dasteht, das erfahren Sie in dieser Kaufberatung.

Technische Daten

Abmessungen und Maße
Länge 4,06 Meter
Breite 1,77 Meter
Höhe 1,44 Meter
Kofferraumvolumen 267 bis 1.042 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.530 Kilogramm
Zuladung Keine Angabe
Zulässiges Gesamtgewicht Keine Angabe

Zwei wichtige Fragen stellen sich jedem Käufer vor der Bestellung eines Elektroautos. Die eine betrifft die Reichweite und die andere die Ladedauer.

Der Elektromotor

Über die Ladedauer des Akkus und seiner 216 Batteriezellen entscheiden die eigenen Möglichkeiten vor Ort. Die meisten Fahrer von Elektroautos – 80 % sagt eine Statistik – nutzen die nahe liegende. Sie laden ihr Elektroauto zuhause an der normalen Steckdose, und nicht etwa im Expressverfahren an der Schnellladesäule. Dann vergeht mehr als ein Tag, um den 50-kWh-Akku im Corsa-e voll zu laden.

Mit dem im Einstiegsmodell Selection extra zu bezahlenden Ladekabel für die Wallbox ist der Corsa-e in der eigenen Garage mit 7,4 kW Leistung in rund sieben Stunden wieder voll geladen. Mit den erst im Edition möglichen 11 kW Leistung ist das Gleiche in 5 Stunden und 15 Minuten geschehen. An der Schnellladesäule ist der Elektro-Corsa in einer halben Stunde wieder zu 80 % geladen.

Darüber, wie weit man im Corsa-e mit einer Batterieladung kommt, entscheiden der eigene Gasfuß, die Temperaturbedingungen, der Streckenverlauf und der vorgewählte Fahrmodus, der entweder Eco, Normal oder Sport heißt.

Läuft es so wie im WLTP-Zyklus, liegt die Reichweite bei 337 Kilometern. Läuft es so, wie es in der Praxis nun mal läuft, geht die Ladung schneller zur Neige, wenn man den vollen Durchzug von 260 Nm, das Beschleunigungspotential von 136 PS und die Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h häufiger nutzt. Die besten Voraussetzungen für eine lang haltende Batterieladung bietet der Stadtverkehr, wo das Elektroauto seine Vorteile gegenüber den Verbrennungsmotoren am stärksten ausspielt.

Corsa-e
Batteriekapazität [kWh] 50
Leistung [PS] 136 (Dauerleistung: 77)
Getriebe stufenlose Automatik
0-100 km/h [s|
Vmax [km/h
8,1 | 150
Kraftstoff Strom

Vom Preis steht der Opel Corsa-e im Vergleich zu den Konkurrenten mit Elektromotor gut da und auch von der Ausstattung, denn er startet mit der Linie Selection mit einem höheren Ausstattungsniveau als die Corsa Modelle mit Benzin- und Dieselmotor.

Corsa-e Selection

Im Einstiegsmodell mit Elektromotor, das auf 16 Zoll großen Stahlrädern antritt, sitzt man auf einem in der Höhe verstellbaren Fahrersitz und hat eine Klimaautomatik, ein schlüsselloses Startsystem und eine elektrische Parkbremse mit an Bord. Die Außenspiegel, die in Schwarz gehalten sind, sind elektrisch einstell- und beheizbar und manuell anklappbar.

Mit dem Multimedia Radio ist schon das bessere Infotainment mit dem 7-Zoll-Farb-Touchscreen, dem digitalen Radioempfang (DAB+), den sechs Lautsprechern und der flotten Smartphone-Einbindung über Android Auto oder Apple CarPlay inklusive. Eine USB-Schnittstelle, Bluetooth, Audiostreaming und die Sprachsteuerung sowie Opel Connect sind ebenfalls mit von der Partie.

Und auch die Sicherheitsvorsorge ist im Einstiegs-e schon sehr gut mit Assistenzsystemen wie dem Tempolimits registrierenden Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, dem Frontkollisionswarner mit automatischer Notbremsung und Fußgängererkennung, der Müdigkeitserkennung, der Verkehrsschilderkennung und dem aktiv eingreifenden Spurhalte-Assistenten.

Corsa-e Edition

Im Edition ist der Onboard-Lader, eine im Fahrzeug integrierte Ladeeinheit für das 3-phasige (also 3-mal schnellere) Laden mit 11 kW Leistung, an Bord. Das Infotainment gewinnt mit den Live-Navigationsdiensten samt Echtzeit-Verkehrsinfos. Erst ab diesem Ausstattungslevel lassen sich die LED-Scheinwerfer als Extra bestellen.

Corsa-e First Edition

Die First Edition erkennt man auf den ersten Blick an dem schicken schwarzen Dach, den mittleren Dachsäulen in Hochglanzschwarz, den verchromten Fensterzierleisten, den mit LEDs bestückten Scheinwerfern, Tagfahrlichtern und Nebelscheinwerfern und den 17-Zoll-Leichtmetallrädern.

Im Innenraum machen das unten abgeflachte Lederlenkrad, die Kunstledersitze, von denen auch die Beifahrerseite höhenverstellbar ist, die Mittelarmlehne mit Ablagefach, die LED-Ambientebeleuchtung und das volldigitale 7-Zoll-Cockpitdisplay statt der 3,5-Zoll-Version den Unterschied.

Die elektrischen Fensterheber arbeiten nicht nur in der ersten Reihe, sondern existieren auch hinten. Die Vorrüstung für das Kindersitz-Befestigungssystem ISOFIX gibt es nicht allein im Fond auf der Rückbank, sondern auch auf dem Beifahrersitz.

Und was ist über die Extras zu erzählen? Die viel Strom kostende Massage-Funktion, die für die Sitze im Corsa mit Benzin- und Dieselmotor zu bestellen ist, steht in der Elektroversion nicht zur Verfügung. Das teure Universal-Ladekabel mit maximal 22 kW Ladestrom beim 3-phasigen Laden empfiehlt sich für jeden, der seinen Kofferraum nicht zum Kabellager machen möchte.

Die empfehlenswerten adaptiven Matrix-LED-Scheinwerfer und das ebenso angeratene Park & Go-Paket mit dem Toter-Winkel-Warner, den elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, der Rückfahrkamera und den Einparksensoren vorn und hinten steht im Corsa-e leider nur in der Topausstattung First Edition zur Wahl.

Und wie steht der Corsa-e im Vergleich zur Konkurrenz vom Preis da? Der Peugeot e-208, VW ID.3 und Nissan Leaf verlassen den Verkaufsraum zu einem ähnlichen Preis. Der VW up!, Skoda Citigo e iV und Seat Mii electric sind, weil sie erheblich kürzer und karger ausstaffiert sind, deutlich günstiger, der starke Mini Cooper SE und der verspielte Honda e dagegen ein gutes Stück teurer.

Zusammenfassung

Der durchzugsstarke Elektromotor und die für einen Alltag zumeist schon ausreichende Reichweite sprechen für den Elektromotor im Corsa, die im Vergleich zum Betanken lange Ladezeit dagegen. Für Langstrecke und lange Reisen eignet sich ein elektrifizierter Corsa noch nicht, für die meisten Fahrten aber sehr wohl. Und auch im Preis, der immer noch deutlich über dem der anderen Motorvarianten liegt, hat sich schon vieles zum Positiven gewendet. Besonders dann, wenn man die auf 6.000 Euro erhöhte staatliche Elektroprämie vom Preis eines Corsa-e abzieht.

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