Volkswagen T-Roc

Golf-SUV mit mehr Raum

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Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Hohes Sicherheitsniveau
  • Knackiges Fahrwerk
  • Frisches Design
  • Knapper Fond
  • Hohe Ladekante
  • Unübersichtliches Heck

20.390 € - 32.100 € Preisklasse

5 Sitze

4,3 - 6,7 l/100km

Test

VW bringt den Bestseller Golf nun auch als SUV auf den Markt und nennt ihn T-Roc. Reichlich spät, könnte man jetzt meinen, aber VW wird regelmäßig dafür belohnt. Man wartet lange ab, präsentiert reichlich spät ein neues Produkt, das andere schon anbieten und trotzdem hat man Erfolg in Wolfsburg.

Der T-Roc basiert wie die meisten neuen VW-Modelle brav auf dem Modularen Querbaukasten (MQB), aber auf der Straße schaut man dem feschen Coupéartigen SUV hinterher. Mit der smarten Zweifarbenlackierung, dem Chrom-Schnickschnack oberhalb der Seitenfenster und den bis zu 19 Zoll großen Rädern in den Radläufen wirkt der kompakte SUV jugendlicher als jeder Golf.

Das zieht an in einer Zeit, wo die 50-Jährigen die späten Jugendlichen sind. Nicht nur optisch, sondern auch von der Vernunft, sonst wäre der T-Roc ja kein richtiger Volkswagen, in dem auch immer das Vernünftige und Rationale mitzufahren hat.

Im Innenraum, der sich aus 4,23 Meter Länge, 1,82 Meter Breite und 1,57 Meter Höhe ergibt, sitzen vier Personen gut. Im Motorraum des relativ leichten T-Roc arbeiten vernünftige, bis zu 190 PS starke Motoren. Den in bergigen Regionen vernünftigen Allradantrieb hat VW für den T-Roc auch im Programm – wenn auch nicht mit jedem Motor.

Aber im alles entscheidenden Moment verlässt den T-Roc dann doch die Vernunft: ausgerechnet beim Fahren. Und genau dies impft ihm Charakter ein, weil er mit dem kurzen Radstand und dem einen satten Kontakt zur Straße herstellenden Fahrwerk echte Freude in Landstraßenkurven bereitet.

Dass da schon viele Konkurrenten sind (Audi Q2, Citroen C3 Aircross, Opel Mokka X, Renault Captur, Skoda Karoq) und auch schon Coupéartige SUVs (Kia Stonic, Hyundai Kona), das ist halt so, wenn man zu lange wartet.

Schon der VW Golf überzeugt mit seinem für die kompakten Außenabmessungen üppigen Raumangebot und der T-Roc wird hier in Sachen Kofferraumvolumen noch eine Schippe drauflegen.

Das Interieur

Der neue VW T-Roc ist zwar drei Zentimeter kürzer als ein VW Golf, aber auch acht Zentimeter höher. Damit sitzt man besser, weil man ein klein wenig aufrechter und damit gesünder unterkommt. Zudem überschaut man in leicht erhöhter Sitzposition den Verkehr rundherum genauer und steigt leichter und bequemer ein und aus.

Nach dem Einstieg muss man über bestimmte Dinge im T-Roc gar nicht mehr reden, schließlich ist es ein VW. Oder nur ganz kurz: Die Instrumente sind einwandfrei ablesbar.

Die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Die Verarbeitung ist top und das optionale Digitalcockpit und der 6,5- oder 8-Zoll-Bildschirm des Multimediasystems überzeugen. Nur die Güte, der T-Roc ist kein Touareg, manches Plastikteils tut es nicht.

Enger wird es hinten. Der Golf hat vier Zentimeter mehr Radstand als der T-Roc. Das spürt man auf der Rückbank. Auf der kann man wegen der hohen und aufrechten Sitzposition ganz gut sitzen und wenn man groß ist, geht einem auch nicht so schnell die Kopffreiheit aus. Viel eher die Beinfreiheit, abhängig vom vorne Platz nehmenden.

Der Kofferraum

Der VW T-Roc bietet mehr als die 380 Liter Volumen im Kofferraum eines VW Golf. Sowohl in der Frontantriebsversion mit 445 bis 1.290 Litern als auch in der Allradvariante mit 392 bis 1.237 Litern. Damit präsentiert der kleine SUV hinter der Heckklappe, die sich optional auch elektrisch öffnet, einen der größten Gepäckräume im Segment, aber nicht den variabelsten.

Man erwartet es vielleicht nicht, aber dann freut man sich darüber. Der VW T-Roc liegt, obwohl er ein kleines bisschen höher baut als der Golf, satt und sicher auf der Straße und lenkt freudig und willig ein.

Das hat er seinen kurzen Überhängen, minimal 1,3 Tonnen Gewicht, seinem mit 2,59 Meter kurzen Radstand, den 1,82 Meter Breite und natürlich auch dem Talent der Wolfsburger Fahrwerksingenieure zu verdanken.

Es macht besonders Spaß, im Sportmodus unterwegs zu sein. Der T-Roc wirkt nicht nur optisch jugendlicher als ein VW Tiguan, sondern er fährt sich auch so. Agiler, frecher, spritziger, leichtfüßiger, handlicher. Etwas vergessen? Ja: Ganz so komfortabel wie ein Golf tut er es nicht. Speziell dann nicht, wenn flache Breitreifen aufgezogen sind.

Schade, dass es mit der schlechteren Dämmung innen lauter zugeht als im VW Tiguan und mit den schmalen Seitenfenstern und den dicken hinteren Dachsäulen unübersichtlich. Schön, dass es ihn auch mit Rückfahrkamera gibt.

Der Einstieg glückt beim T-Roc mit dem 115 PS starken Einliter-Dreizylinder. Die Motoren sind mit dem Frontantrieb und dem Sechsgang-Schaltgetriebe sowie dem Allradantrieb 4Motion und dem Siebengang-DSG kombinierbar.

Die Benziner

Die Leistung liegt bei 115, 150 und 190 PS. Der 1,0-Liter-Dreizylinder mit 115 PS und der 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 PS sind zurzeit nur mit Frontantrieb und dem Sechsgang-Schaltgetriebe zu bestellen und der 2,0-Liter-Vierzylinder mit 190 PS nur mit dem Allradantrieb 4Motion und dem Siebengang-DSG.

Der quirlig hoch drehende 1,0-Liter-Turbo-Dreizylinder mit 115 PS Leistung und 200 Nm Drehmoment ist kein Motor für Schaltfaule und muss mit Gängewechseln bei Laune gehalten werden.

Besser performen der 1.5 TSI mit 150 PS und 250 Nm Drehmoment und der muntere 2.0 TSI mit 190 PS und 320 Nm. Der 2.0 TSI sprintet in flotten 7,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 216 km/h.

Der Verbrauch liegt im Mittel bei 6,7 bis 6,8 l/100 km. Die beiden anderen Benziner, mit denen der T-Roc maximal 187 und 205 km/h läuft, liegen bei 5,1 bis 5,4 l/100 km und in der Praxis wie der 2.0 TSI rund zwei Liter Super über der Werksangabe.

Die Diesel

Schon der 115 PS starke 1,6-Liter-Diesel liefert mit 250 Nm soviel Drehmoment wie der 150-PS-Benziner, und verbraucht damit in der Praxis um die fünf Liter. Die 150 und 190 PS starken 2.0-TDI-Vierzylinder produzieren mit 340 und 400 Nm mehr Durchzugskraft als der 190-PS-Topbenziner und konsumieren auch nicht viel mehr als der Einstiegsdiesel.

Die Dieselmotoren laufen jedoch mit ihrem knurrigen TDI-Klang etwas unkultivierter als die Benziner. Je nachdem, ob man sich für eine Frontantriebs- oder Allradversion entscheidet, passen 50 Liter oder 55 Liter in den Tank.

Ein gutes Fahrwerk ist immer noch, und daran wird sich so schnell nichts ändern, der beste Schutz, einer gefährlichen Situation zu entgehen, indem sie einfach umfahren wird. Der T-Roc besitzt eines.

Beste Traktion bietet im Winter der Allradantrieb. Der findet sich heute nicht mehr in jedem Kompakt-SUV. Der Opel Mokka X, Renault Captur und Kia Stonic besitzen keinen. VW bietet ihn optional statt des Frontantriebs für den 150-PS-Diesel und serienmäßig mit den Topmotoren mit 190 PS an.

Und auch die Grundausstattung mit Sicherheitssystemen und -assistenten fällt umfassend aus. Der T-Roc ist bereits im Einstiegsmodell mit sechs Airbags, dem ESP inklusive Gegenlenkunterstützung, dem Spurhalteassistenten, der Multikollisionsbremse, die das Fahrzeug nach einem Unfall automatisiert abbremst, sowie mit dem Umfeldbeobachtungssystem Front Assist mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung ausgestattet.

Mit weiteren Sicherheitsfeatures wie dem adaptiven Tempomat, dem Stauassistenten und dem Park- und Fernlichtassistenten lässt sich der T-Roc zusätzlich aufrüsten. Das ebenfalls optionale Adaptivfahrwerk DCC hilft abseits der Straße. Über einen Drehschalter lassen sich die drei Modi Offroad, Offroad Individual und Snow anwählen.

Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Der VW T-Roc steht in drei Ausstattungsvarianten in der Preisliste. Dazu finden sich viele Extras – von denen uns eines besonders empfehlenswert erscheint.

Den Einstieg macht das Basismodell, das mit der Klimaanlage, dem LED-Tagfahrlicht und mit dem Infotainmentsystem mit 6,5-Zoll-Bildschirm schon ganz gut ausgestattet ist.

Im Style sind die Leichtmetallräder 17 Zoll groß, auch die Rückleuchten mit LEDs bestückt und eine weiße Ambientebeleuchtung und das Radio Composition Colour mit an Bord.

Der Sport rollt ebenfalls auf 17 Zoll, die trotz ihres Namens („Kulmbach”) aus Wolfsburg stammen, hat dunkelrote LED-Rückleuchten, eine rote Ambientebeleuchtung, Edelstahlpedale und abgedunkelte hintere Scheiben.

Noch funktionaler, kommunikativer oder schicker wird der T-Roc mit der Zweifarbenlackierung und noch medialer mit dem 8-Zoll-Infotainment, der induktiven Smartphone-Ladestation und den Onlinediensten von Volkswagen Car-Net. Das R-Line-Paket fescht den SUV außen und innen sportiv auf.

Und die Empfehlung? Das Digitalcockpit mit den drei frei konfigurierbaren Cockpitlooks statt der klassischen Rundinstrumente.

Und wie steht es um das Preis-Leistungs-Verhältnis? Ein VW T-Roc ist deutlich teurer als der Renault Captur und Kia Stonic, aber rund 2.000 Euro günstiger als der auf der gleichen Plattform aufbauende Audi Q2.

Wer den VW allerdings mit großen Motoren und vielen Extras ausstattet, kann ihn teurer als einen VW Tiguan machen – was dann aus der Preis-Leistungs-Perspektive nicht mehr so viel Sinn macht.

Zusammenfassung

Der neue VW T-Roc, der im Werk in Setubal (Portugal) vom Band läuft, passt auch mit Verspätung in seine Zeit. Der bis dato kompakteste VW SUV bietet weniger Platz im Innen- und Kofferraum, aber mehr Spaß mit seinem unbeschwerten Handling als ein VW Tiguan.

Dem hat er das knackigere Fahrwerk und dem VW Golf die etwas gesündere und blicktechnisch bessere Sitzposition voraus. Das Ganze auch noch attraktiv verpackt, zwar nicht günstig, aber zum fairen Preis. So werden Erfolge in Wolfsburg gemacht.

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