KIA Niro Plug-in Hybrid Test

Plug-in Hybrid mit gutem Raumangebot

8/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Sichere Fahreigenschaften
  • 7 Jahre Garantie
  • Zahlreiche Assistenzsysteme
  • Sicherheitsextras nicht im Basismodell
  • Mäßige Rundumsicht
  • Handbremse im Fußraum

33.990 € - 40.290 € Preisklasse

5 Sitze

1,3 l/100km

Test

Der Kia Niro Plug-in-Hybrid gibt ein Versprechen auf wenig Verbrauch. Die Chancen stehen gut, denn dem 1,6-Liter-Benzinmotor des Niro assistiert ein Elektromotor, der mit einer 6-Gang-Direktschaltautomatik für einen niedrigen Verbrauch sorgen soll. Das kombiniert der Niro PHEV mit ordentlichen Platzverhältnissen und genug Kofferraum.

Ein wahrer Alltagsheld ist der Plug-in-Niro obendrein. Platz herrscht vorne und hinten im 4,36 Meter langen Crossover-SUV ausreichend. Auch im Kofferraum. Bei der Bedienung geht, obwohl sich 60 Tasten und Schalter um den Fahrer scharen, auch alles gut. Das gilt auch für die Ablesbarkeit der Instrumente. Nur weniges missfällt. Dass die Handbremse eine Fußbremse ist, ist ungewöhnlich, und dass eine 1,5-Liter-Wasserflasche im Beifahrerfußraum herumkullert, das ist in anderen Fahrzeugen auch so. Der Niro, ein idealer Familien-Hybrid?

Das Raumangebot profitiert von 2,70 Meter Radstand. Fünf Passagiere dürfen mitreisen, vier plus Reisegepäck kommen bequem unter. Wegen der leicht erhöhten Sitzposition steigt man im bis zu 1,55 Meter hohen SUV etwas bequemer ein. Auf den Vordersitzen bietet der Niro 105 Zentimeter Kopffreiheit, auf der Rückbank genügen 95 Zentimeter Beinfreiheit auch Langbeinigen.

Und die Koffer? 324 Liter passen in den Kofferraum. Das sind drei Trollies quer nebeneinander – also ausreichend.Beim Einladen steht im Niro lediglich eine sechs Zentimeter hohe Kante im Weg.

Praktisch sind nicht nur die Fächer unter dem Ladeboden, sondern auch Details: Beim Herunterklappen der Rückbanklehnen klemmt man die außen liegenden, hinteren Sicherheitsgurte in die Aussparungen an den C-Säulen, sodass sich die Gurte nicht einklemmen können, und packt dann bis zu 1.322 Liter hinter die Vordersitze. Und wenn im Kia Niro noch mehr transportiert werden soll, dürfen mit der optionalen Anhängevorrichtung sogar bis zu 1,3 Tonnen hinten an den Haken genommen werden – nicht normal im Hybrid.

Technische Daten:

Länge 4,36 Meter
Breite 1,81 Meter
Höhe 1,54 bis 1,55 Meter
Kofferraumvolumen 324 bis 1.322 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.594 bis 1.651 Kilogramm
Zuladung 406 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 2.000 Kilogramm
Zulässiges Anhängelast ungebremst / gebremst 600 / 1.300 Kilogramm

Fährt man den Niro, ist man als Fahrer überrascht über das harmonische Zusammenspiel von Benzin- und Elektromotor, die wirkungsvolle Geräuschdämmung und das Fahrwerk. Das bietet nicht nur eine hohe Fahrstabilität und ein angenehmes Bremsgefühl, sondern dank 1,81 Meter Breite und mit aufgezogenen 16-Zoll-Felgen eine satt-straffe Straßenlage.

Bei Vollgas ist der Kontrast zwischen dem fast unhörbaren Elektromotor und dem Ottomotor zwar immer noch groß, aber in der Praxis fährt sich der Kia Niro temperamentvoller, als es das Datenblatt erwarten lässt.

Das Vorankommen besorgen ein 105 PS starker 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer und ein 45 PS leistender Elektromotor. Dieser wird vom 117 Kilogramm schweren, unterhalb der Rückbank neben dem 43 Liter großen Kraftstofftank platzierten Lithium-Ionen-Polymer-Akku gespeist. Die Kraftübertragung erfolgt über ein sechsstufiges Doppelkupplungsgetriebe.

Der E-Motor hat die 170 Nm schon ab der ersten Umdrehung zusammen und schiebt damit von Anfang an schön an.

Mit dem Niro Plug-in-Hybrid, der auch an der heimischen Steckdose und an der Ladestation geladen werden kann, kommt man mit der größeren Batterie noch weiter, jedoch zu einem weit höheren Preis, der sich allerdings durch das höhere Ausstattungsniveau rechtfertigt und durch die staatliche Elektroprämie deutlich abgemildert wird.

Und der Verbrauch erreicht Diesel-Niveau? Auf dem Papier ist er mit 1,3 Liter/100 km sogar weit unter dem Selbstzünder. Im Test liegt der Verbrauch deutlich darüber – mehr als die Werksangabe, aber tatsächlich so wenig wie in einem gleich großen Diesel.

Plug-in-Hybrid
Hubraum [ccm] 1.580
Leistung [PS] 141
Getriebe 6-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Höchstgeschwindigkeit [km/h
10,8 | 172
Kraftstoff Benzin

Drei Ausstattungslinien, ganz wenige Einzelextras und einige Ausstattungspakete, die nicht für jede Linie zu bestellen sind, stehen bei der Order eines Kia Niro Plug-in-Hybrid zur Wahl.

Niro Edition 7

Schon die günstigste Ausstattungsvariante kann zufrieden stellen. Hier gehören die 2-Zonen-Klimaautomatik, der Fahrmodus-Wahlschalter und das 5-Zoll-Radio mit USB- und AUX-Anschluss sowie Bluetooth-Audiostreaming als auch eine Freisprecheinrichtung mit zum Lieferumfang. Der Edition 7 bekommt 16-Zoll-Räder montiert und verfügt über Nebelscheinwerfer und LED-Tagfahrlicht.

Niro Vision

Der Niro Vision ist etwas luxuriöser in der Ausstattung, praktischer beim Laden und informativer in der Multimedia. Mehr Komfort liefern die Sitzheizung der Vordersitze, die mit Stoff und Leder bezogen sind sowie das beheizbare Lenkrad, das ebenfalls mit Leder ummantelt ist.

Die Dachreling erweitert die Einsatzmöglichkeiten. Das Gleiche gilt für Kia Connected, das für die Anbindung des Smartphone via Apple CarPlay und Android Auto sorgt und das serienmäßige Navigationssystem samt sieben Jahren Karten-Updates.

Niro Spirit

Der Spirit bietet bis auf den Schlüssellosen Fahrzeugzugang kaum mehr Luxus, aber eine schickere Optik und noch mehr Freude beim Infotainment.

Aus der Außenperspektive erkennt man das Topmodell an den dunkel getönten Scheiben hinten. Beim Einstieg fallen die Aluschwellerleisten und Alupedale ins Auge.

Das Topmodell bietet das Maximum an Infotainment, Sound und Anschlüssen mit der induktiven Ladestation fürs Smartphone (funktioniert nicht mit jedem Handy!), der 220-Volt-Steckdose im Fond, dem Navigationssystem mit 8-Zoll-Bildschirm und dem JBL Soundsystem mit 320-Watt-Verstärker, sieben Lautsprechern, Subwoofer und digitalem Radioempfang (DAB+).

Und die Sicherheit? Schon im Niro Edition 7 ist hier gut vorgesorgt mit sieben Airbags, ESP, Berganfahrhilfe, Bremsassistent, Geschwindigkeitsbegrenzer, Tempomat und mit dem Spurhalteassistenten. Im Niro Vision (Parksensoren hinten, Rückfahrkamera, Regensensor) und Niro Spirit (Xenonscheinwerfer, Parksensoren vorn) tut sich nicht viel mehr.

Deshalb sollte man das umfangreiche Advanced-Driving-Assistance-Paket mitbestellen. Leider muss im Einstiegsmodell – unsoziales Marketing – auf dieses Paket verzichtet werden, das den autonomen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, den adaptiven Tempomat, den Querverkehrwarner mit Toter-Winkel-Warnung und den Spurwechselassistenten beinhaltet.

Zusammenfassung

Der Niro Plug-in-Hybrid von Kia verbraucht mindestens so wenig wie ein Diesel. Durch diese Sparsamkeit und angenehme Normalheit taugt Kias PHEV SUV als Alltags- und Familienauto zum mittleren Preis.

Dazu bietet er eine hohe Fahrsicherheit und Zukunftssicherheit, die nicht nur wegen dem Verzicht auf Diesel im Tank hoch ist, sondern auch wegen den sieben Jahren Garantie, die Kia auf den Niro gibt.

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