Dein Weg zum neuen Auto
Der neue Deepal S05 will mit den beliebtesten Elektro-SUVs auf dem Markt konkurrieren. Unser spanischer Kollege Álvaro hat ihn im Schnee und auf einer besonderen Teststrecke gefahren, um zu prüfen, ob er wirklich mithalten kann.
Mit Changan kommt die nächste chinesische Marke auf den europäischen Markt, höchste Zeit also, den Changan Deepal S05 einem Härtetest auf Schnee, bei Kälte und auf der Rennstrecke zu testen. Dieser Elektro-SUV kommt als zweites Modell der Marke nach dem S07 nach Europa, richtet sich jedoch stärker an die breite Masse: Er ist kompakter, ausgewogener und eindeutig darauf ausgelegt, im Kernsegment der elektrischen Familien-SUVs zu konkurrieren.
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Ein SUV mit gut genutztem Innenraum
Mit einer Länge von knapp 4,60 Metern liegt der S05 im mittleren Bereich zwischen den traditionellen Kompakt-SUVs und den etwas größeren Modellen des Segments. In der Praxis bedeutet dies ein recht geräumiges Fahrzeug im Innenraum. Die Rücksitze sind besonders bequem und bieten dank eines Radstands von 2,88 Metern viel Beinfreiheit, was besonders auf langen Fahrten zu schätzen ist.

Auch die Ladekapazität ist bemerkenswert: Der Kofferraum bietet 492 Liter und wird bei den Versionen mit Hinterradantrieb durch einen riesigen Frunk von bis zu 159 Litern ergänzt. Darüber hinaus verfügt dieser vordere Kofferraum über eine hydraulische Öffnung, ein in dieser Kategorie eher seltenes Detail.
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Hohe Qualität und ansprechendes Design
Was das Design und die Verarbeitung angeht, hinterlässt der Deepal S05 vom ersten Moment an einen sehr positiven Eindruck. Die Materialien und die Verarbeitung wirkten auf Álvaro solide und gepflegt; damit reiht er sich im oberen Segment der chinesischen Fahrzeuge ein, die er kürzlich getestet hat, und kommt einigen deutlich teureren europäischen Alternativen recht nahe.

Zudem verfügt er über kleine Design-Details, die ihm einen edlen Touch verleihen, wie etwa die bündig in die Karosserie eingelassenen Türgriffe oder die rahmenlosen Fenster.
Ein minimalistischer Innenraum mit Head-up-Display
Der Innenraum folgt einer minimalistischen Philosophie. Es gibt kein traditionelles Armaturenbrett, was für manche Fahrer umstritten sein mag. Stattdessen bekommst du für die Instrumentenansicht ein riesiges Head-up-Display mit Augmented Reality, das die Informationen direkt auf die Windschutzscheibe projiziert.
Álvaro meinte aber, dass das in der Praxis sehr gut funktioniert: Das Head-up-Display ist übersichtlich, gut lesbar und lenkt nicht von der Straße ab. Der einzige verbesserungswürdige Punkt ist, dass sich die projizierte Navigationskarte nicht immer so flüssig bewegt, wie man es erwarten würde.

Der zentrale 15,4-Zoll-Bildschirm vereint praktisch alle Funktionen des Autos und lässt sich leicht zum Fahrer oder zum Beifahrer hin schwenken. Die Benutzeroberfläche ist recht intuitiv und schnell zu verstehen. Tatsächlich ist Álvaro besonders aufgefallen, dass er auf Anhieb das Radio einschalten konnte – nicht mehr unbedingt selbstverständlich bei manchen der aktuellen Autos.
Funktionen für den täglichen Gebrauch
Darüber hinaus verfügt das Fahrzeug über einige interessante Funktionen, die für den Alltag konzipiert sind. Zum Beispiel den sogenannten „Queen’s Seat“, der es dem Beifahrer ermöglicht, den Sitz zurückzulehnen und eine Fußstütze auszufahren, um wie in einem Sessel zu Hause zu reisen.

Außerdem verfügt es über spezielle Modi wie den „Camping-Modus“, der bestimmte Fahrzeugsysteme aktiv hält, damit man sich im geparkten Auto aufhalten kann, oder den „Pet-Modus“, der dafür sorgt, dass im Innenraum eine konstante Temperatur herrscht, wenn man ein Haustier für kurze Zeit im Auto lässt.

Einfaches und ausgewogenes Fahrverhalten
Im Fahrbetrieb überraschte der Deepal S05 positiv. Trotz seiner eindeutig auf Komfort ausgerichteten Konzeption fährt er sich angenehm und leicht. Álvaro hatte auch an der Lenkung nichts auszusetzen, sie ist gut abgestimmt und vermittelt nicht das künstliche Gefühl, das man bei vielen Elektroautos chinesischer Herkunft noch immer findet. In dieser Hinsicht kommt er dem Angebot einiger europäischer Konkurrenten in diesem Segment recht nahe.
Gutes Ansprechverhalten auch bei geringer Haftung
Während der Präsentation hatte Álvaro auch die Gelegenheit, das Fahrzeug auf einer geschlossenen Handling-Strecke mit sehr rutschigen Oberflächen zu testen. Dort konnte er den Changan Deepal S05 mit Slalomübungen, abrupten Richtungswechseln und starken Beschleunigungen aus Kurven an die Grenze bringen und hat erfreut festgestellt, dass es wirklich schwierig ist, den Changan Deepal S05 aus der Ruhe zu bringen.
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Obwohl die Federung eindeutig weich ausgelegt ist und den Komfort in den Vordergrund stellt, liegt die Karosserie gut unter Kontrolle, und das Fahrzeug verhält sich stets sehr kultiviert und berechenbar. Selbst bei gezielten Manövern – wie starkem Beschleunigen aus Kurven heraus oder beim Suchen nach Gripverlusten – reagierte der S05 äußerst stabil. Es ist kein SUV mit sportlichen Ambitionen, vermittelt aber zu keinem Zeitpunkt das Gefühl eines unkontrollierten Schiffes, das bei Fahrzeugen dieser Größe manchmal auftritt.

Ausstattungsvarianten und Fahrleistungen
Während des Tests konnte Álvaro die leistungsstärkste Version mit 435 PS und Allradantrieb fahren. Auf dem Papier ist das eine sehr hohe Zahl, doch in der Praxis vermitteln die Fahrleistungen nicht ganz diese Durchschlagskraft. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die kombinierte Leistung der beiden Motoren durch die Entladekapazität der 68,8-kWh-Batterie begrenzt ist.
Dennoch beschleunigt er sehr souverän und bietet mehr als genug Leistung für den ruhigen Fahrstil dieses Autos. Dabei passt sich der Allradantrieb sogar an die Umstände an. Im Normalbetrieb priorisiert er den Hinterradantrieb, um die Effizienz zu verbessern, und schaltet die Vorderachse nur zu, wenn er Traktionsverlust oder starke Beschleunigung erkennt. In den Modi „Sport“ und „Snow“ ist die Drehmomentverteilung zwischen beiden Achsen konstant, was sich beim Herausfahren aus Kurven auf nasser Fahrbahn oder bei Schnee deutlich bemerkbar macht. Unter diesen Bedingungen vermittelt er viel Sicherheit und Stabilität.

Ein verbesserungswürdiger Punkt: das Bremsgefühl
Der einzige Aspekt, der Álvaro während des Tests wirklich verbesserungswürdig erschien, war das Bremsgefühl. Das Pedal hat einen etwas schwammigen Weg und es mangelt ihm an Präzision, wenn man die Bremskraft dosieren möchte – etwas, das allerdings bei vielen anderen Elektroautos ebenfalls vorkommt.
Was die Effizienz angeht, so erzielten Álvaro während der Testfahrt, bei der er meistens mit Geschwindigkeiten zwischen 80 und 100 km/h unterwegs war, mitten im Winter und bei Schnee einen Durchschnittsverbrauch von etwa 18 kWh/100 km – ein vernünftiger Wert für einen SUV mit diesen Abmessungen. Der Hersteller hat besonders am Wärmemanagement der Batterie gearbeitet – mit serienmäßiger Wärmepumpe –, um die Leistung auch bei kalten Temperaturen aufrechtzuerhalten.
Verbrauch und Reichweite
Die angegebene Reichweite beträgt bis zu 485 Kilometer bei der Version mit Hinterradantrieb und etwa 445 Kilometer bei der Version mit Allradantrieb.
Das sind zwar keine Rekordwerte in diesem Segment, aber durchaus konkurrenzfähige. Zudem unterstützt das Fahrzeug Schnellladungen mit bis zu 200 kW, wodurch es in nur 15 Minuten von 30 auf 80 % aufgeladen werden kann. Alles in allem also gar nicht unbedingt an der Spitze der E-Auto-Technologie.

Ausstattung und Preis
Die Modellpalette gliedert sich in zwei Ausstattungsvarianten: Pro und Max. Die erste Variante bietet bereits eine umfangreiche Serienausstattung, doch die Max-Variante fügt einige interessante Elemente hinzu, wie etwa das große Panoramadach, beheizbare und belüftete Sitze oder das 50-W-Wireless-Ladegerät für das Handy.
Was den Preis angeht, beginnt er bei rund 38.990 Euro für die Basisversion und reicht bis zu etwa 44.990 Euro für die leistungsstärkste Variante mit Allradantrieb. Seine direktesten Konkurrenten auf dem europäischen Markt sind Modelle wie der Skoda Elroq oder der Kia EV3, die in Versionen mit zwei verschiedenen Batteriegrößen erhältlich sind. Im Vergleich zu den Einstiegsversionen dieser Modelle liegt der Deepal preislich nur geringfügig darüber, bietet aber bereits eine größere Reichweite und eine deutlich höhere Ladeleistung; allerdings gibt es keine Versionen mit größeren Batterien für diejenigen, die noch mehr Kilometer in einer Ladung schaffen wollen.
Insgesamt hinterlässt der Deepal S05 bei Álvaro einen sehr soliden Eindruck. Er ist geräumig, gut verarbeitet, verfügt über interessante Design-Details und fährt sich angenehm. Er ist vielleicht nicht das Elektroauto mit der größten Reichweite auf dem Markt, aber eines, das zeigt, dass chinesische Hersteller nicht mehr nur über den Preis, sondern auch über Qualität und Produktdesign konkurrieren.

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Originalartikel von: Álvaro Ortega
Übersetzt und angepasst: Patrik Chen