Cadillac Optiq Testbericht
Mit dem Cadillac Optiq will die amerikanische Luxusmarke den europäischen Markt erobern. Das SUV überzeugt in unserem Test, zeigt aber auch deutliche Schwächen beim Fahrwerk und beim Laden.
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Cadillac Optiq: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?
Unser Fazit zum Cadillac OPTIQ
Die Aufgabe, die Cadillac vor sich hat, ist nicht einfach. Amerikanische Automobile haben es traditionell schwer auf dem europäischen Markt. Dies ist vor allem den Herstellern aus den USA selbst zuzuschreiben, da sie primär Fahrzeuge für die großen und breiten Straßen Amerikas produzieren. Neuestes Beispiel: der Cadillac Optiq. In seinem Heimatland gilt er als Kompaktwagen - bei uns ist er eher in der oberen Mittelklasse angesiedelt.
In unserem Test zeigte das SUV beeindruckenden Komfort und ein großzügiges, luxuriöses Interieur mit guter Geräuschdämmung. Kompromisse müssen Fahrende bei der Federung eingehen, die für dieses Segment etwas zu sportlich ausgefallen ist. Zentrales Highlight im Cockpit ist das gigantische 33-Zoll-LED-Display mit 9K-Auflösung, das sich über das gesamte Armaturenbrett erstreckt.
Der Optiq wird in Europa mit 304 PS und einer 75-kWh-Batterie angeboten. Laut WLTP reicht dies für eine Strecke von 425 km. In unserem Test waren es aufgrund des hohen Verbrauchs von bis zu 25 kWh aber nur etwa 330 km.
Als größten Nachteil des vielversprechenden Cadillac Optiq empfanden wir seine geringe Ladeleistung. 110 kW sind weit entfernt vom heutigen Standard in dieser Preisklasse. Schließlich ist der Cadillac Optiq mit 65.000 Euro nicht gerade ein Schnäppchen. Dafür ist bereits in der Basisversion so ziemlich alles enthalten, was der Hersteller bietet. Extras gibt es im Prinzip nicht mehr.
Trotzdem können wir das amerikanische SUV nur bedingt empfehlen. Wer Wert auf uneingeschränkten Langstreckenkomfort und zeitgemäße Ladeleistung legt, ist mit den Angeboten der etablierten europäischen Konkurrenz besser aufgehoben. Hier tritt der Cadillac gegen den Audi Q4 e-tron, den zukünftigen BMW iX3 der Neuen Klasse und den geplanten elektrischen Mercedes GLC an. Weitere Alternativen sind das Tesla Model Y und der VW ID.4. Wer allerdings das gewisse Extra sucht und Fan amerikanischer Automobile ist, wird mit dem Cadillac Optiq glücklich.
Wie viel kostet der Cadillac OPTIQ?
Das Cadillac Optiq Modell hat einen Listenpreis von 65.000 € bis 65.000 €. Mit Carwow können Sie jedoch im Durchschnitt 9.750 € sparen. Die Preise beginnen bei 56.850 € für Barzahlung.
Unsere beliebtesten Cadillac Optiq Versionen sind:
| Modellvariante | Carwow Preis ab | |
|---|---|---|
| BEV 75kWh Premium Sport AWD 5dr | 56.850 € |
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Cadillac OPTIQ: Reichweite und Ladedauer
Der Cadillac Optiq kommt in Europa mit Allradantrieb, zwei Motoren und 75 kWh nutzbarer Batterie. Die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 425 Kilometern. In unserem Test erreichten wir allerdings nur 300 bis 330 km, da der Verbrauch mit 20 bis 25 kWh pro 100 km deutlich über den Herstellerangaben lag. Eine größere Batterieoption gibt es leider nur für den US-Markt – dort bietet das 85-kWh-Modell eine Reichweite von etwa 486 km.
Geringe Ladeleistung beim Cadillac Optiq
Kritisch sehen wir die Ladeleistung: Mit 110 kW liegt der Cadillac im Luxussegment weit hinter der Konkurrenz. Die Ladedauer von 10 auf 80 % beträgt 36 Minuten. Positiv ist, dass der Optiq zu Hause mit bis zu 22 kW laden kann. Mit den üblichen 11 kW dauert das komplette Aufladen 6,8 Stunden und kostet bei einem Strompreis von 35 Cent pro kWh etwa 26,25 Euro – das entspricht rund 7,70 Euro pro 100 Kilometer.
Leistung und Fahrkomfort
Als Luxusmarke ist die Konkurrenz von Cadillac in Europa groß. BMW, Mercedes, Audi, aber auch Volvo, Jaguar und Marken aus Südkorea und China buhlen um die Autofahrenden. Die Voraussetzungen des Optiq sind auf jeden Fall nicht verkehrt. Cadillac hat sein SUV serienmäßig mit zwei Motoren und Allradantrieb ausgestattet. Die Beschleunigung erfolgt stufenlos per Automatik. Die Leistung des einzigen verfügbaren Motors in Europa liegt bei 304 PS. Damit erzielt das SUV eine Beschleunigung von 6,3 Sekunden von 0 auf 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 184 km/h. Das ist außergewöhnlich, da im Elektrosegment lange Zeit viel früher abgeregelt wurde. Für allzu sportlich Fahrende müssen wir aber gleich anmerken: Die Beschleunigung des Cadillac Optiq nimmt oberhalb von 130 km/h spürbar ab.
Viel zu straff für ein Luxus-SUV
Aufgefallen ist uns auch, dass das Fahrwerk sportlicher und straffer agiert, als wir es von traditionell weichen Cadillac-Federungen kennen. Die Ingenieure wollten besonders hohe Agilität und Stabilität gewährleisten. Das Ergebnis ist eine Grundabstimmung, die gerade auf anspruchsvollen oder rauen Straßen deutlich holpriger agiert, als wir es von Luxus-SUVs gewohnt sind. Deshalb zeigt der Cadillac Optiq auf Strecken mit Schlaglöchern und groben Fahrbahnwellen erhebliche Schwächen. Das Fehlen einer adaptiven Luftfederung ist für das Luxussegment ein weiteres Minus.
Die Lenkung ist gut kalibriert und liefert ausreichend Rückmeldung von der Straße. Auch die Bremsen agierten in unserem Test kraftvoll und souverän. Neben dem Standard-Fahrmodus “Tour” stehen weiterhin ein Sportprogramm und “Snow/Ice” für maximale Traktion bei schlechtem Wetter zur Verfügung. Das Fahrverhalten ist insgesamt agil und dynamisch ausgelegt.
Absolute Stille im Innenraum
Herausragend ist die Dämpfung des Innenraums. Ein spezielles System von Cadillac soll Radvibrationen erkennen, bevor sie in die Kabine gelangen. Das trägt zu einem echten Luxuscharakter des Fahrzeugs bei. Entwickelt wurde der Optiq speziell für die Anforderungen in Europa. Das ist uns in unserem Test sofort aufgefallen. Das SUV ist agil und ideal für die Stadt oder kurvige europäische Straßen. Schwächen zeigt der Optiq auf der Langstrecke, da die maximale Schnellladeleistung mit 110 kW nicht mehr zeitgemäß ist. Auch die harte Fahrwerksabstimmung schmälerte hier unser Luxusempfinden.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Es heißt nicht ohne Grund, dass in Amerika alles größer ist. Cadillac selbst stuft sein SUV als kompaktes Fahrzeug ein. Mit seinen Maßen fällt es in Europa aber eher in das obere Mittelklasse-Segment. 4,82 Meter ist das SUV lang, die Breite beträgt 1,91 Meter, die Höhe 1,64 Meter. Das bietet reichlich Raum im Heck, um alles Nötige für den Alltag zu verstauen. Cadillac gibt ein Kofferraumvolumen von 443 Litern an. Ein ordentlicher Wert in der Kompaktklasse - dummerweise besitzt der Optiq aber die Maße der Mittelklasse. In unserem Test reichte das aber für Gepäck, die Sportausrüstung oder auch die Einkaufstaschen für den Wochenendeinkauf. Zusätzlich zur normalen Kofferraumkapazität bietet der Cadillac Optiq noch 61 Liter an Stauraum unter dem eigentlichen Ladeboden an. Das ist ideal, um das Ladekabel oder kleinere Wertgegenstände sicher zu verstauen.
Komfort Plus im Innenraum des Cadillac Optiq
Die vorderen Sitze des Optiq sind typisch amerikanisch wirklich große Sessel, die hohen Komfort bieten. Positiv fielen uns die serienmäßigen Heiz-, Belüftungs- und Massagefunktionen auf. Auch im Fond konnten wir ein geräumiges Platzangebot genießen. Einziges Manko hier: Die Kopffreiheit kann für Reisende über 1,90 Meter aufgrund der Wölbung des serienmäßigen Panoramaglasdachs etwas knapp werden.
Der Cadillac Optiq verfügt immer über fünf Sitzplätze, die Rückbank lässt sich serienmäßig umlegen. Dann vergrößert sich das Kofferraumvolumen auf bis zu 1.340 Liter. Auch Isofix-Halterungen sind serienmäßig vorhanden und lassen sich gut erreichen. Es gibt sie standardmäßig auf den Außenpositionen im Fond.
Wie ist die Rundumsicht?
Wie heute im SUV-Segment leider oft Standard, ist die Sicht aus dem Optiq durch die erhöhte Sitzposition nach vorne und zu den Seiten zwar sehr gut, nach hinten aber ausbaufähig. Viel konnten wir beim Rangieren nicht erkennen. Aus diesem Grund hat der amerikanische Hersteller serienmäßig eine 360°-Surround-View-Kamera eingebaut, die stets den perfekten Überblick über den Cadillac bietet. So lässt es sich auch mit dem Optiq ohne Probleme einparken.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Im Innenraum des Cadillac Optic hat sich der amerikanische Hersteller wirklich Mühe gegeben. Gleich nach dem Einsteigen sind wir beeindruckt von einem großzügigen und luxuriösen Interieur, das zugleich jugendlich und sportlich wirkt. Dabei setzt Cadillac bewusst auf nachhaltige Materialien, die trotzdem luxuriös aussehen. So besteht zum Beispiel die Mittelkonsole aus Paperwood-Furnier, das zu gleichen Teilen aus Tulpenholz und recyceltem Zeitungspapier gefertigt wird. Wir konnten sogar bei genauerem Hinsehen in der Maserung Druckbuchstaben erkennen. Das macht jedes Einzelteil einzigartig. Die Akzentstoffe der Innenausstattung bestehen aus einem nachhaltigen Polyestergewebe, das zu 100 % aus recycelten Materialien stammt.
Im Innenraum: Wie in einer Lounge
Serienmäßig ist das große Panorama-Glasdach, das den Lounge-Charakter des Cadillac Optiq unterstreicht. Nur eines würden wir uns hier wünschen: dass es sich auch öffnen lässt. Zentrales Element des Cockpits ist das riesige Infotainment. Ein gigantisches 33-Zoll-LED-Display, das über das ganze Armaturenbrett reicht. Es bietet eine 9K-Auflösung und projiziert über eine Milliarde Farben, was es zu einem der größten in diesem Segment macht. Standardmäßig verbaut ist ein AKG-Audiosystem mit 19 Lautsprechern, das sogar Dolby Atmos ermöglicht. So lässt sich ein mehrdimensionaler Klang mit tiefer Klarheit und Präzision im Auto verwirklichen.
Viel Bildschirm und ein paar Knöpfe
Trotz dieser hochmodernen Technologie gibt es im Cadillac Optic weiterhin physische Bedienelemente. Ein Plus für uns. Dazu gehören ein klassisches Dreh-Drück-Multi-Bedienelement zur Menüführung des Displays sowie separate Tasten für die Klimatisierung und ein Lautstärkeregler fürs Radio. Serienmäßig ist auch die Integration von Google und der Anschluss von Apple CarPlay und Android Auto.
Was überzeugt am Cadillac Optiq?
Was für uns am meisten für den Cadillac Optiq spricht, ist seine Ausstattung. Obwohl er in den Stufen Premium Luxury und Premium Sport in Europa angeboten wird, ist er zu einem Grundpreis von 65.000 Euro fast immer voll ausgestattet. Optionale Accessoires sind nur noch Metallic-Lackierung und abnehmbare Anhängerkupplung.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Der Cadillac Optiq erhielt im Crashtest der Euro NCAP die Höchstwertung von 5 Sternen in puncto Sicherheit. Besonders betonten die Experten den guten Schutz von Erwachsenen (83 Prozent) und Kindern (81 Prozent) in dem SUV. Aber auch der Fußgängerschutz erhielt mit 76 % eine gute Bewertung.
Das SUV verfügt serienmäßig über Airbags an den Seiten für den Kopf, die Knie und für Fahrende und Beifahrende. Besonders gefiel uns, dass alle verfügbaren Assistenzsysteme bereits in der Basisausstattung des Modells vorhanden sind. Dazu gehören fortschrittliche Radar-, Kamera- und Ultraschallsensortechnologien, die die Umgebung überwachen. Enthalten sind unter anderem Fahrassistenz, Kollisionsvermeidung und -bremsung, Head-up-Display und automatisches Parken. Außerdem können Fußgänger erkannt werden, um Kollisionen mit Passanten zu vermeiden.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Cadillac gibt auf den Optiq eine Neuwagengarantie von vier Jahren oder 100.000 Kilometer. Das ist länger als viele europäische Konkurrenten, die nur zwei Jahre bieten. Allerdings ist die Maximalkilometerzahl mit 100.000 Kilometern unterdurchschnittlich. Gegen Rost ist das SUV vier Jahre oder 100.000 Kilometer abgesichert bzw. zehn Jahre gegen Rostdurchbruch.
Wichtigstes Bauteil eines Elektrofahrzeugs ist die Batterie. Die Gewährleistung beträgt hier acht Jahre oder 160.000 Kilometer, in denen die Akkus noch mindestens 70 Prozent Kapazität aufweisen müssen. Das ist der Standard in der Branche. Darüber hinaus können Wartungspakete gegen Aufpreis abgeschlossen werden, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen und Probleme zu vermeiden.
Cadillac OPTIQ FAQs
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