Volkswagen Tiguan

Geräumiger Kompakt-SUV mit hoher Variabilität

8,6
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Viel Platz im Innenraum
  • Großer Kofferraum
  • Verschiebbare Rückbank
  • Hoher Preis
  • Manche Extras nur im Paket
  • Wenig Garantie

26.575 € - 43.775 € Preisklasse

5 Sitze

4,7 - 7,8 l/100km

Test

Der Markt der kompakten SUVs boomt und es ist kein Ende in Sicht. Rund 30 Kontrahenten, viele gute darunter, scharen sich um den VW Tiguan. BMW X1 und Mercedes GLA überzeugen mit ihren dynamischen Qualitäten, Kia Sportage und Hyundai Tucson mit gutem Raumangebot und langen Garantiezeiten, der Mazda CX-5 hat einen famosen Diesel unter Haube, der Ford Kuga offeriert ein angenehmes Fahrwerk, der Audi Q3 quirliges Handling.

Nichtsdestotrotz steht der VW Tiguan ganz oben in der Verkaufsstatistik. Das war Jahre lang so und das bleibt so. Die zweite Generation des Tiguan, die im April 2016 auf den Markt kam, ist noch besser gelungen. Das Fahrwerk des SUVs, der mit Frontantrieb oder dem Allradantrieb 4Motion angeboten wird, ist komfortabel. Die Sicherheitsausstattung entspricht dem neusten Stand. Die Motoren, die ein Leistungsspektrum von 115 bis 240 PS abdecken, haben es mit dem leichter gewordenen SUV nicht zu schwer.

Und weil die zweite Generation in der Länge zugelegt hat, fällt auch das Platzangebot im Innen- und Kofferraum, der mit der verschiebbaren Rückbank und der umklappbaren Beifahrersitzlehne erweitert werden kann, deutlich größer aus. Angesichts der vielen Fortschritte lässt sich am Fahrzeug und in Fahrt daher ganz gut erklären, warum der VW Tiguan der populärste Kompakt-SUV unter den 30 Kontrahenten in Deutschland ist.

Die zweite Generation des VW Tiguan hat in der Länge und Breite deutlich zugelegt – gut für die Insassen, gut für die Koffer.

Das Interieur

Den neuen VW Tiguan trennen vom alten Modell sechs Zentimeter in der Länge und drei Zentimeter in der Breite. Der neue misst 4,49 Meter vom Bug bis zum Heck und 1,84 Meter von rechts nach links. Weil auch der Radstand um über sieben Zentimeter auf 2,68 Meter gewachsen ist, fällt der Innenraum geräumiger aus.

Besonders Passagiere auf der bequem gepolsterten Rücksitzbank profitieren davon, da mehr Beinfreiheit zur Verfügung steht, die sich mit der um 18 Zentimeter verschiebbaren Rückbank noch erweitern lässt. Vorne sitzt man hoch und blickt auf vertraute Schalter und Hebel, weil sich der Tiguan aus dem gleichen Technik-Baukasten bedient wie der VW Golf (MQB: Modularer Querbaukasten).

Das Cockpit ist übersichtlich und funktional. Die eingesetzten Materialien wirken hochwertig und die Verarbeitung, bis auf einige wenige Hartplastikteile, ebenso. Ablagen existieren zu genüge. Die eindrucksvollste findet sich hinten.

Der Kofferraum

Das Ladeabteil hat im Tiguan Format. Mit 615 bis 1.655 Litern fällt das Gepäckraumvolumen sehr großzügig aus – nur so zum Vergleich: Im schon großen Kofferraum eines VW Golf kommen 380 bis 1.270 Liter unter. Die Ladekante sitzt nicht allzu hoch, aber natürlich höher als in einem Kombi.

Erstmals lässt sich die Heckklappe im Tiguan auch per Fußkick berührungslos öffnen und die asymmetrisch geteilte Rücksitzbank auch vom Kofferraum aus umklappen. Danach ergibt sich jedoch keine ganz ebene Ladefläche. Immerhin aber eine sehr lange, wenn die Beifahrersitzlehne umgeklappt wurde (Serie ab Comfortline). Dann passen auch die richtig langen Bretter vom Baumarkt hinein.

Noch mehr kann hinten angehängt werden: abhängig vom Motor bis zu 2,5 Tonnen. Kleine Details wie die sich im Kofferraum befindende Taschenlampe (das kennt man von Jeeps) oder praktische Dinge wie die verschiebbare Rückbank, mit der entweder die Beinfreiheit oder das Kofferraumvolumen vergrößert wird, machen das Einpacken im riesigen Kofferraum des Tiguan zur angenehmen Aufgabe.

Der VW Tiguan ist ein SUV, aber sein Auftrag lautet nicht Gelände. Zünftige Seilwinden, wilde Verschränkungen, brutale Wattiefen oder extreme Böschungswinkel sind hier nicht das Thema. Zumeist wird der VW Tiguan de facto als höher gelegter Kombi genutzt. Gerne von Familien oder auch von Menschen, die mit dem Allradantrieb im Winter sicher zu ihrem Haus in den Bergen gelangen möchten.

Der 4×4-Antrieb lässt sich in den vier Fahrprogrammen onroad, snow, offroad und offroad individual auf den Untergrund einschwören, arbeitet im Normalbetrieb nur an den Vorderrädern und erst bei Notwendigkeit an allen vier Rädern. Gut so, denn das spart Sprit.

Seinen Auftrag zur Personenbeförderung erfüllt der Tiguan angenehm laufruhig, mit vorbildlicher Sicherheit und hohem Komfort. Speziell mit den optionalen adaptiven Dämpfern gleitet der Tiguan souverän über den Belag. Ist der nicht so gut in Schuss, bemerkt man davon nicht viel.

Das für SUVs typische Schwanken und Wanken in Kurven dominiert nicht. Die Lenkung arbeitet präzise. Dass sie ein wenig besser rückmelden könnte und der Wolfsburger SUV, weil viel Gewicht vorne sitzt, im Grenzbereich rascher untersteuert (über die Vorderräder schiebt), stört wenig.

Die realisierbaren Kurventempi sind hoch. Wenn man es übertreibt, regelt das ESP feinfühlig und absichernd, denn der Auftrag des Tiguan lautet auch nicht Sport, sondern sicheres Fahren. Und dieser Auftrag ist mit der Neuauflage ganz sicher erfüllt.

Den Tiguan treiben Motoren mit 115 bis 240 PS voran, von denen die meisten schon lieferbar sind. Die Gänge werden entweder mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe per Hand oder mit der Sechsgang- oder Siebengang-Doppelkupplungsautomatik einsortiert.

Die Benziner

Der Einstieg beginnt im Tiguan mit dem 125 PS starken 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, der eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h ermöglicht. Mit den stärkeren Benzinmotoren, dem 1.4 TSI und dem 2.0 TSI, läuft der Tiguan dank 150 und 190 PS Leistung mit 200 und 208 km/h noch ein bisschen flotter.

Zudem stehen mit 250 oder 320 Newtonmetern höhere Drehmomente zur Verfügung, die schon bei frühen 1.500 Umdrehungen an den Antriebsrädern anstehen. Dass der neue Tiguan bis zu 50 Kilo weniger wiegt als das Vormodell, tut nicht nur den Fahrleistungen gut, sondern auch dem Verbrauch, der von VW für die Benziner mit 5,8 bis 7,4 l/100 km angegeben wird. Dass diese Werte nicht der Realität entsprechen, versteht jeder, der den Tiguan mit 7,0 bis 9,5 Litern Super bewegt hat.

Die Diesel

Einen Dieselmotor kauft man nicht allein wegen dem geringen Verbrauch, sondern ebenso wegen seiner Kraftentfaltung. Ein Diesel packt in der Regel mit noch breiteren Schultern ganz unten an als ein Benziner und zieht dann noch vehementer aus niedrigen bis mittleren Drehzahlen durch.

Schon der 115-PS-Diesel, der wie alle Dieselmotoren im Tiguan ein Vierzylinder-Turbo mit 2,0 Liter Hubraum ist, gebärdet sich als kräftiger Typ. Mit 320 Newtonmeter steht hier genauso viel Drehmoment zur Verfügung wie im Benziner mit 180 PS.

Da der Einstiegsdiesel aber 1,6 Tonnen zu bewegen hat, sind die 2,0-Liter-TDIs mit 150 oder 190 PS auch eine gute Wahl, denn sie liefern mit 340 und 400 Nm noch mehr Kraft. Je nach Drehzahl säuselnd, knurrend oder brummend. Aber auch das lässt sich akzeptieren, weil der Verbrauch im 115 PS-Diesel mit 4,7 Litern und ebenso in den stärkeren Dieseln mit 4,7 bis 5,7 Litern niedrig ausfällt.

Sicherheit geht im Tiguan vor. Zur Serienausstattung des VW gehören immer sieben Airbags, ESP und das ABS mit Bremsassistent und Multikollisionsbremse, die nach einem ersten Unfall einen zweiten durch automatisches Abbremsen zu verhindern versucht.

Die in einem Volkswagen erstmals eingebaute aktive Motorhaube soll im Falle einer Kollision mit einem Fußgänger schwere Kopfverletzungen verhindern, Darüber hinaus wird der SUV mit einem Spurhalteassistenten, einem Notbremssystem und einer Fußgängererkennung ausgerüstet.

Die ISOFIX-Kindersitzverankerungen und die Reifendruckkontrolle gehören heute zum allgemeinen Sicherheitsstandard. Das Einzige, was nicht zu hundert Prozent überzeugt, ist die eher dürftige Bremsleistung. Im NCAP-Crashtest erzielte der neue Tiguan dagegen ein sehr gutes Ergebnis. Das Crashverhalten und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Drei Ausstattungslinien stehen im VW Tiguan zur Wahl: Trendline, Comfortline oder Highline. In der Basis Trendline gehören das Lederlenkrad, der automatisch abblendende Innenspiegel, die Mittelarmlehne mit Ablagebox, die in der Höhe verstellbaren Vordersitze, der Regensensor, das Radio mit vier Lautsprechern und die Klimaanlage mit zur Serienausstattung.

Die Comfortline ist wegen der serienmäßigen Durchreiche in der asymmetrisch geteilten Rücksitzbank und der umlegbaren Beifahrersitzlehne empfehlenswert. Darüber hinaus ergänzen Nebelscheinwerfer, die Müdigkeitserkennung, Komfortsitze mit Lendenwirbelstütze und Klapptische an der Rückseite der Vordersitze das Ausstattungspaket.

Im Tiguan Highline kommen LED-Scheinwerfer, die bequemen Top-Komfortsitze mit Sitzheizung und der adaptive ACC-Tempomat hinzu.

Das Infotainment sowie die Technik im Ganzen präsentieren sich moderner als im Vorgänger. Auf dem großen Touchscreen werden die Online-Navigation und das Infotainment aufgespielt. Die Infos vom Smartphone laufen hier ebenfalls auf.

Das Head-up-Display mit ausklappbarer Plexiglas-Scheibe, das günstiger zu produzieren ist als eine eleganter in der Armaturentafel versenkte Lösung, macht weniger Eindruck als das geniale volldigitale 12,3-Zoll-Digitalcockpit, in dem sich die Navikarte zwischen Tacho und Drehzahlmesser direkt hinter dem Lenkrad blickgünstig einblenden lässt.

Auch die Rückfahrkamera und das Rundumsichtsystem leisten beim Rangieren und Parken gute Dienste. Dass all diese Dienste und Hightech-Ausstattungen extra kosten, versteht sich von selbst. So kann der Preis eines VW Tiguan auf über 40.000 Euro anschwellen.

Zusammenfassung

Fortsetzung gelungen. Der VW Tiguan überzeugt nicht mit einem speziellen Talent, sondern mit vielen und zwar denen, die darüber entscheiden, wie sich ein SUV im Alltag verkauft. Der Tiguan verkauft sich gut. So gut, dass ein gestreckter Tiguan mit drei Sitzreihen und ein sportives Tiguan Coupé schon geplant sind – eine Erfolgsgeschichte: Fortsetzung folgt.

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