Freiheit oder Risiko? Autofahren im Alter – Einschränkungen und Tipps

12. August 2022 von

Alte Menschen möchten im Alter mobil bleiben – doch sie können unter Umständen auch ein Risiko im Straßenverkehr darstellen. Wir sagen Ihnen, welche Einschränkungen beim Autofahren im Alter bestehen können, und wie es möglich ist, als Senior:in sicher Auto zu fahren.

⏰  Kurz zusammengefasst

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Senioren am Steuer: Ist das gefährlich?

Pauschal zu sagen, dass ältere Menschen hinter dem Steuer nichts mehr zu suchen haben, wäre falsch. Vor allem, weil der Anteil an Fahranfängern, die in Unfälle verwickelt werden, deutlich höher ist als der von Senioren. Dennoch muss man sich darüber im Klaren sein, dass sich mit dem Alter wichtige Voraussetzungen für ein sicheres Führen eines Fahrzeugs ändern. Oftmals merken die betroffenen Personen erst spät, dass sich Wahrnehmung, Reaktion oder Sehkraft verändert haben.

Vor allem komplexere Fahrsituationen überfordern ältere Menschen. Dagegen sind Geschwindigkeitsübertretungen, Alkohol am Steuer oder falsche Straßennutzung bei Senioren selten zu beobachten.

Einschränkungen im Alter können Autofahren erschweren

Gegen das Autofahren im Alter spricht grundsätzlich erstmal nichts. Es hilft älteren Menschen dabei, mobil zu bleiben und am sozialen Leben teilzunehmen. Dennoch ist es wichtig, sich im Alter mit den eigenen Fähigkeiten auseinanderzusetzen, und diese kritisch zu hinterfragen. Es ist keine Schande, wenn es mit der Zeit zu Einschränkungen kommt, doch man muss entsprechend darauf reagieren.

Reaktionsfähigkeit

Eine generelle Verlangsamung der Reaktion ist beim Älterwerden etwas, das im Straßenverkehr unter Umständen gefährlich werden kann. Beim Entscheiden und Durchführen einer Aktion brauchen alte Menschen länger als junge. Vor allem wenn im Alter neue Strecken gefahren werden, und dementsprechend die Reizkonstellation ebenfalls neu ist, sind Aufmerksamkeit und Reaktion deutlich schlechter, als bei bekannten Strecken. Dementsprechend verlängert sich auch der Reaktionsweg.

Sehvermögen

Das Alter bringt meist eine Verringerung des Sehvermögens mit sich, von dem auch bereits jüngere Menschen betroffen sein können. Ein Sehtest ist deshalb alle zwei Jahre empfehlenswert, vorgeschrieben ist er nicht. Außerdem hat man beim Autofahren im Alter mit einer erhöhten Blendungsempfindlichkeit zu kämpfen, was vor allem Nachtfahrten für ältere Menschen anstrengender macht.

Krankheiten

Die Wahrscheinlichkeit im Alter zu erkranken ist höher, als in jüngeren Jahren. Einige Erkrankungen wirken sich negativ auf die Fahrtauglichkeit aus, beispielsweise Rheuma, Demenz oder auch Herzerkrankungen. Auch die Einnahme von Medikamenten beim Autofahren kann zu Problemen führen. Oftmals müssen mehrere Medikamente eingenommen werden, die in Kombination einen schlechten Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit haben können.

Ehrlich sein – sich und andere schützen

Am wichtigsten ist beim Autofahren im Alter, dass Sie ehrlich zu sich sind. Auch, wenn Sie das Autofahren nicht aufgeben möchten, ist es in manchen Fällen nötig. Damit schützen Sie sich und andere Verkehrsteilnehmende. Um herauszufinden, ob Sie als Senior:in noch sicher am Straßenverkehr teilnehmen können, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Fahrtüchtigkeit erhalten: Wie Autofahren im Alter gelingen kann

Der Führerschein bedeutet für ältere Menschen genau das gleiche wie für Fahranfänger: Selbständigkeit und Mobilität. Deshalb ist es wichtig, dass das Autofahren im Alter sicher und ohne Gefahr für Verkehrsteilnehmende funktioniert. Sollten Sie als älterer Mensch feststellen, dass beim Fahren Probleme auftreten, dann nehmen Sie das als Warnsignal. Wenn Sie sich mit dem Risiko auseinandersetzen, dass beim Autofahren im Alter besteht, können schon früh Vorkehrungen getroffen werden, um auch als Senior:in sicher unterwegs zu sein.

Fahrsicherheitstraining für Senioren

Um überprüfen zu lassen, ob Sie noch fit genug sind, um Auto zu fahren, werden spezielle Fahrsicherheitstrainings für ältere Menschen angeboten. Diese Trainings können beispielsweise beim ADAC, dem TÜV oder auch verschiedenen Fahrschulen absolviert werden. Bei den Terminen wird darauf geachtet, nur eine kleine Teilnehmerzahl aufzunehmen, damit genug Zeit bleibt und kein Stress entsteht.

Deshalb sind die Plätze meist auch begrenzt, kümmern Sie sich also früh genug um einen Termin.

Wie läuft ein Sicherheitstraining für Senioren ab?

Das Training besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Der theoretische Teil beinhaltet vor allem neue Vorschriften, die das Verkehrsrecht bereithält. Denn Verkehrsregeln und Verkehrszeichen ändern sich, da sollte man vor allem im Alter auf dem neuesten Stand sein.

Der praktische Teil wird normalerweise mit dem eigenen Fahrzeug absolviert. Hier werden dann unterschiedliche Fahrtechniken geübt, die im Alltag häufig vorkommen. Unter anderem werden folgende Situationen nachgestellt:

  • Bremsen auf verschiedenen Bodenbelägen
  • Rangieren und Einparken
  • Stabilisieren des Fahrzeugs bei Schlingern
  • Ausweichen vor plötzlich auftauchenden Hindernissen
  • Blick- und Lenktechniken

Sollten Sie bei diesem Training schlecht abschneiden, müssen Sie keine Angst haben, dass Ihnen der Führerschein abgenommen wird. Die Ergebnisse sind vertraulich, dennoch sollten Sie sich bei schlechten Ergebnissen eingestehen, dass Sie möglicherweise zum Führen eines Kfz nicht mehr vollständig in der Lage sind. Selbstreflektion kann Sie und andere vor gefährlichen Situationen schützen.

Freiwilliger Fahrtest empfohlen

Anders, als in anderen EU-Ländern, gibt es in Deutschland keinen verpflichtenden Fahrtest für ältere Menschen. Eine gesetzliche Vorschrift ist immer wieder im Gespräch, es sieht aber nicht danach aus, als ob eine solche Regelung in Deutschland kommen wird. Um die eigenen Fähigkeiten objektiv bewerten zu können, ist ein freiwilliger Fahrtest sehr zu empfehlen.

Seniorenauto als Lösung?

Jedes noch so gute Auto kann psychische und physische Defizite nicht komplett ausgleichen, aber es kann durchaus eine große Hilfe sein. Autos für Senioren haben einen hohen Einstieg, sind komfortabel, haben im besten Fall ein Automatikgetriebe und sind einfach zu bedienen. Außerdem sollten sie eine niedrige Ladekantenhöhe haben, damit das Beladen des Kofferraums einfacher ist.

Assistenzsysteme können helfen

Ein großer Vorteil für ältere Menschen sind die vielen Assistenzsysteme, die in neuen Autos verbaut sind. Einparkassistent, Rückfahrkamera und Co. machen das Fahren sicherer und sorgen auch dafür, dass man sich sicherer fühlt.

Halten Sie sich fit!

Im Alter ist Bewegung wichtig, und wenn Muskeln und Gelenke an Kraft verlieren, wird es auch schwierig, beim Autofahren schnell zu reagieren. Deshalb ist es um so wichtiger, durch regelmäßige Bewegung wie Stretching, leichtes Krafttraining oder Spaziergänge, seinen Körper fit zu halten.

Gesetzeslage: Wann darf ein alter Mensch nicht mehr Auto fahren?

Laut Gesetz gibt es in Deutschland keine Altersgrenze, bis wann man seinen Führerschein behalten darf. Man erhält hierzulande die Fahrerlaubnis auf Lebenszeit. Wenn sich gewisse Mängel zeigen, und sich der Verdacht bestätigt, dass das Führen eines Kraftfahrzeugs nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert, kann ein ärztliches Fahrverbot ausgesprochen werden. Doch das ist ein längerer Weg, der nur weiter verfolgt wird, wenn Mängel beim zuständigen Amt angezeigt werden.

Führerschein freiwillig abgeben

Manchmal ist Einsicht schwer, aber die einzig richtige Lösung. Sollten Sie feststellen, dass das Fahren für Sie nicht mehr möglich ist, dann treffen Sie die Entscheidung und geben Sie Ihren Führerschein freiwillig ab. Dazu setzen Sie sich mit der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde auseinander, und machen Folgendes:

  • Führerschein im Original mitbringen
  • Verzichtserklärung unterschreiben

Sie erhalten eine Bestätigung der Behörde, dass Sie Ihren Führerschein abgegeben haben – das war’s. Bedenken Sie aber, dass diese Entscheidung endgültig ist. Haben Sie sich einmal zum Führerscheinverzicht entschieden, kann das nicht rückgängig gemacht werden.

Mehr alte Menschen im Straßenverkehr

Der demographische Wandel bringt es mit sich, dass auch zukünftig immer mehr alte Menschen im Straßenverkehr unterwegs sein werden. Deshalb müssen sich alle Verkehrsteilnehmer:innen darauf einstellen, sowohl alte als auch junge Menschen.

Außerdem sollte es mehr Angebote für Senioren geben, die Ihnen ermöglichen, auch ohne Auto mobil zu sein. Manche Städte bieten beispielsweise vergünstigte oder sogar kostenlose Tickets für den Nahverkehr an, oder ein “Seniorentaxi”, dass alten Leuten zur Verfügung steht, wenn sie es brauchen.