Für mehr Sicherheit: Welche Fahrassistenzsysteme gibt es, und was bedeuten sie?

27. September 2022 von

Fahrerassistenzsysteme in Autos leisten einen erheblichen Beitrag zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Sie können Autofahrende aber nicht nur vor Unfällen schützen, sondern auch mit Informationen versorgen oder den Komfort beim Autofahren erhöhen. Forscher:innen arbeiten an immer intelligenteren Systemen, mit dem Ziel, Unfälle, Verletzte und Tote im Straßenverkehr in den nächsten Jahrzehnten komplett zu vermeiden.

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Was sind Fahrerassistenzsysteme?

Fahrerassistenzsysteme sind zu wichtigen Bestandteilen moderner Autos geworden. Über verschiedene technische Hilfsmittel bemerken die im Auto eingebauten elektronischen Zusatzeinrichtungen zum Beispiel, wenn der Fahrende die Spur nicht hält, er ermüdet oder eine Gefahrensituation droht und weisen darauf hin oder reagieren darauf. Dies kann unter anderem über Warnsignale erfolgen oder automatisierte Vorgänge, wie das Zurücklenken in die Spur oder eine Notbremsung, falls eine Kollision droht.

Automobilhersteller entwickeln diese intelligenten Systeme immer weiter und forschen an neuen Fahrassistenten, weshalb heutzutage eine lange Liste an Assistenzsystemen für Autos existiert. Grundsätzlich lassen sich Fahrerassistenzsysteme in folgende drei Kategorien gliedern: Sicherheit, Information und kontinuierlich Aktive. Sie bilden die Grundlage für autonomes Fahren und werden in den nächsten Jahren immer mehr Bedeutung erhalten.

Wie funktionieren Fahrerassistenzsysteme?

Über technische Hilfsmittel können Fahrerassistenzsysteme entweder direkt in das Fahrgeschehen eingreifen oder Warnsignale an den Fahrenden senden, zum Beispiel in Form von Tönen oder aufblinkenden Symbolen auf dem Display. Dabei greifen die Systeme auf im Fahrzeug verbaute Kameras, sowie auf Ultraschalltechnik und Radartechnik zurück. Kameras beispielsweise unterstützen beim Einschätzen der Abstände beim Einparken, können aber auch die Umgebung scannen und so frühzeitig auf Hindernisse oder Markierungen hinweisen.

Mittels Ultraschalltechnik kann die unmittelbare Umgebung des Fahrzeugs überprüft werden, sie kommt bei Parkassistenten oder der Fußgängererkennung zum Einsatz. Für das Messen von Geschwindigkeit und korrekten Sicherheitsabständen wird die Radartechnik verwendet, auch ein Totwinkelassistent funktioniert darüber.

Welche Fahrerassistenzsysteme gibt es?

Ablenkung, Müdigkeit oder das falsche Einschätzen bestimmter Fahr- und Parksituationen führen zu vielen Unfällen im Straßenverkehr. Fahrerassistenzsysteme haben ein enormes Sicherheitspotenzial, da sie Autofahrer frühzeitig vor möglichen Gefahren oder Zusammenstößen warnen und ihnen helfen, in Notsituationen richtig zu reagieren. In unserer Liste geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten verpflichtenden und auch die noch nicht vorgeschriebenen Assistenzsysteme in Autos.

Die EU schreibt einige Fahrerassistenzsysteme für Autos bereits verpflichtend vor. Welche Assistenzsysteme seit 2022 in Neuwagen Pflicht sind, und welche schon lange verbaut werden, erfahren Sie hier.

Verpflichtend (für in der EU entwickelte Fahrzeuge)

ABS

Das Antiblockiersystem, kurz ABS, wurde bereits Ende der 70er-Jahre eingeführt. Es verhindert, dass einzelne Räder während des Bremsens blockieren und garantiert die Lenkfähigkeit bei einer Vollbremsung. Seit 2004 ist es in Autos europäischer Hersteller serienmäßig verbaut.

Bremsassistent

Der Bremsassistent (BAS) erkennt eine Notbremssituation, verstärkt den Bremsdruck und unterstützt Autofahrer bei einer Vollbremsung die volle Bremskraft nutzen zu können. Auto-Hersteller in der EU sind seit 2009 verpflichtet entsprechende Bremsassistenzsysteme in ihre Autos und Nutzfahrzeuge einzubauen.

ESP

ESP ist das Elektronische Stabilitätsprogramm. Durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder und dem Eingriff in die Motorleistung wirkt es beim Fahren dauerhaft dem Ausbrechen und Schleudern des Pkw entgegen. Neuere Versionen enthalten auch elektrische Lenkeingriffe und eine Gespannstabilisierung, wenn ein Anhänger mitgezogen wird. Für in der EU neu zugelassene Pkw und Lkw ist dieses Assistenzsystem seit 2014 Pflicht.

ASR

Die Antriebsschlupfregelung (ASR), auch Traktionskontrolle genannt, verbessert das Beschleunigen und Anfahren, in dem es das Antriebsmoment auf alle Räder verteilt. Ein Durchdrehen der Reifen auf glattem oder rutschigem Untergrund wird damit verhindert.

RDKS

Verlieren die Autoreifen Druck, erkennt das ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) und warnt den Fahrenden über einen Hinweis im Display.

Gurtwarnsystem

Durch akustische und optische Signale weist dieses Fahrerassistenzsystem darauf hin, dass ein oder mehrere Sicherheitsgurte nicht angelegt sind.

Geschwindigkeitsassistent/Verkehrszeichenerkennung

Hilft den Fahrenden die vorgegebene Geschwindigkeit hinsichtlich der Verkehrsbedingungen und Straßenverhältnisse besser einzuhalten. Neuere Systeme kombinieren dabei eine Verkehrszeichenerkennung in Echtzeit. Über Kameras werden dann aktuelle Verkehrsschilder und Geschwindigkeitsbegrenzungen gescannt und der Fahrende gewarnt, falls er die Geschwindigkeit überschreitet.

Aufmerksamkeitsüberwachung und Müdigkeitserkennung

Dieses Fahrassistenz System analysiert die Wachsamkeit des Fahrenden und damit sein Fahrverhalten. Stellt es Ablenkung, Ermüdungserscheinungen oder sogar einen Sekundenschlaf fest, warnt es den Fahrenden und fordert ihn über das Display zu einer Pause auf. Einige Systeme alarmieren auch mittels akustischer oder haptischer Signale, wenn sie einen Sekundenschlaf bemerken, zum Beispiel über das Rütteln des Sicherheitsgurtes.

Notbremsassistent

Darunter versteht man ein Assistenzsystem im Auto, das einen bevorstehenden Zusammenstoß frühzeitig eigenständig erkennt und den Fahrenden zum Bremsen auffordert. Bleibt eine Reaktion aus, beginnt das Fahrzeug selbst zu bremsen. Es verhindert zum Beispiel Auffahrunfälle im Stadtverkehr oder Zusammenstöße mit Fahrradfahrern, Fußgängern und Tieren.

Notbremslicht

Bei diesem Fahrassistenz System wird dem hinter einem Pkw fahrenden Verkehrsteilnehmenden durch Lichtsignale angezeigt, dass das Fahrzeug vor ihm stark abgebremst wird. So werden nachfolgende Fahrzeuge frühzeitig auf eine mögliche Gefahrensituation aufmerksam gemacht.

Spurhalteassistent

Hilft dem Fahrenden die richtige Fahrzeugposition hinsichtlich der Spur- und Straßenbegrenzung einzuhalten. Ist eine Spurmarkierung auf der Fahrbahn vorhanden und kommt man dieser Begrenzung zu nahe oder verlässt die Spur sogar, ertönt entweder ein Warnsignal oder das Lenkrad vibriert und lenkt je nach System sogar automatisiert wieder in die richtige Position zurück.

Spurwechselassistent

Hierbei werden die Bereiche hinter und neben dem Fahrzeug mittels Sensoren überwacht, auch der schwer einsehbare tote Winkel. Möchte man die Spur wechseln und befindet sich neben dem Pkw ein weiteres Fahrzeug oder ein anderer Verkehrsteilnehmer, warnt das Fahrerassistenzsystem die fahrende Person, meist über eine Anzeige im Außenspiegel oder über ein akustisches Signal.

Rückfahrt-Warnsystem

Um Kollisionen mit Menschen oder Objekten beim Rückwärtsfahren zu vermeiden, verfügen neue Fahrzeuge mittlerweile über ein Rückfahrt-Warnsystem, auch Parkpiepser genannt. Sensoren messen hierbei die Abstände zu parkenden Autos oder anderen Verkehrsteilnehmern. Ist die Distanz zu gering, wird ein akustisches Warnsignal ausgelöst. Eingebaute Kameras können die Technik ergänzen.

Nicht verpflichtend

Adaptive Cruise Control

Dieses Fahrerassistenzsystem passt die Geschwindigkeit automatisch an das vorausfahrende Auto an, es bremst und beschleunigt also eigenständig und stellt sozusagen eine Weiterentwicklung des klassischen Tempomat dar, der eine voreingestellte Geschwindigkeit konstant hält. Neuere Systeme beherrschen auch Stop-and-go.

Einparkhilfe

Eine Einparkhilfe unterstützt den Fahrenden während des Parkens automatisch, kann das Fahrzeug sogar eigenständig in die Parklücke lenken und erkennt passende Parkplätze bereits beim Vorbeifahren.

Bergan- und Abfahrtshilfe

Die Berganfahrhilfe ist eine sehr praktische Fahrassistenz, sie erleichtert nämlich das Anfahren an Steigungen. Sie erkennt, wenn das Fahrzeug an einer Steigung steht und hält beim Anfahren einige Sekunden die Bremse fest, auch wenn der Fuß bereits von der Bremse genommen wurde.

Fährt man dagegen einen Berg hinunter, unterstützt die Bergabfahrhilfe Autofahrer dabei, die Geschwindigkeit zu regeln. Sie wird automatisch gehalten, der Fahrende muss nur lenken.

Intelligente Lichtsysteme

Durch besseres Ausleuchten der Fahrbahn erhöhen Intelligente Lichtsystem die Fahrsicherheit. Sie können auf Wetterumschwünge reagieren, in Kurven zur Seite lenken oder das Fernlicht automatisiert an- und ausschalten.

C2X – Kommunikationssystem

Dabei handelt es sich um ein Kommunikationssystem der Fahrzeuge untereinander oder auch mit der Infrastruktur. Fahrzeuge verstehen sich dann als Sender und Empfänger von Daten und können sich über das Verkehrsgeschehen austauschen und beispielsweise vor einem Stauende warnen.

AEBS

Das Automatische Notbremssystem erkennt einen bevorstehenden Zusammenstoß und bremst das Fahrzeug ab. So kann eine Kollision verhindert oder gemildert werden.

Multikollisionsbremse

Erkennt einen Unfall und steuert die Bremse an. Das reduziert die Unfallschwere und kann eine nachfolgende Kollision verhindern.

Abbiegeassistent

Dieses Fahrerassistenzsystem erkennt Fußgänger oder Fahrradfahrer, wenn sie sich beim Abbiegen neben dem Fahrzeug befinden oder sich diesem annähern. Vor allem bei Bussen und Lkw trägt der Abbiegeassistent zur Vermeidung von schweren Unfällen bei.

Sprachsteuerung

Mittels Sprachsteuerung ist es möglich, verschiedene Funktionen des Fahrzeugs per Sprache zu steuern, beispielsweise können so ohne das Drücken von Tasten Anrufe getätigt werden oder Fahrtziele in der Navigation eingegeben werden.

Risiken von Fahrerassistenzsystemen

Assistenzsysteme in Autos verbessern die Sicherheit nachweislich, aber selbstverständlich nur so lange sie auch richtig funktionieren. Da sich die meisten Kameras oder Sensoren außen am Fahrzeug befinden, kann deren Funktion durch Verschmutzung, Regen oder Dunkelheit beeinträchtig werden. Ein grundsätzliches technisches Versagen von Fahrerassistenzsystemen ist zwar selten, aber nicht ausgeschlossen. Autofahrer sollten sich deshalb nicht blind auf die Fahrassistenz verlassen.

Daneben können gerade Warnsysteme den Fahrenden auch ablenken und im schlimmsten Fall dazu führen, dass er in einer bestimmten Situation nicht rechtzeitig reagiert oder unkonzentriert handelt. Zudem können Systeme, bei denen beispielsweise eine Eingabe über das Display nötig ist, vom aufmerksamen Verfolgen des Straßenverkehrs ablenken und zu einer Gefahrensituation führen.

Häufige Fragen zu Assistenzsystemen

Bei einer so großen Anzahl von Assistenten kann man schon verwirrt sein. Wir haben hier nochmal Antworten auf die wichtigsten Fragen für Sie:

Welche Assistenzsysteme sind sinnvoll?

Fahrerassistenzsysteme, die die Sicherheit verbessern, sind besonders zu empfehlen und zum Teil bereits für Neuwagen, die in der EU hergestellt wurden, gesetzlich vorgeschrieben, siehe Liste oben. Assistenzsysteme, die den Komfort beim Fahren erhöhen, sind natürlich nicht immer notwendig, können aber das Fahren erleichtern oder eben komfortabler machen.

Wie viele Fahrerassistenzsysteme gibt es?

Die Liste der Assistenzsysteme für Autos wird immer länger, es existieren mittlerweile über 40 verschiedene Systeme. Einige Fahrzeughersteller führen spezielle Bezeichnungen für die jeweiligen Assistenten, deshalb sollten Sie sich vor dem Autokauf genau informieren, worauf es Ihnen ankommt und ob diese Systeme in Ihrem Wunschauto bereits eingebaut sind.

Welche Autos haben die besten Assistenzsysteme?

Wie gut Fahrerassistenzsysteme funktionieren, wird regelmäßig getestet und überprüft. Untersuchungen führt die Euro NCAP durch, Ergebnisse zu allen getesteten Automodellen finden Sie dort. Wir haben aber auch eine Liste der sichersten Autos für Sie zusammengestellt.