BMW 2er Active Tourer

Familienfreundlicher Van, der sich durchaus sportlich fährt

8,1
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Agiler Dreizylinderturbo
  • Einfache Bedienung
  • Hohe Fahrsicherheit
  • Hoher Preis
  • Viele Aufpreise
  • Durchschnittlicher Kofferraum

27.350 € - 46.400 € Preisklasse

5 Sitze

4,0 - 6,4 l/100km

Test

Der 2er Active Tourer soll der BMW unter den Vans sein. Was das bedeutet? „2er“ steht für Kompaktheit, „Active“ für die aus München gewohnte Fahragilität und „Tourer“ für das Variabilitäts- und Platzversprechen eines Vans. Auf 4,34 Meter Länge, 1,80 Meter Breite und 1,59 Meter Höhe stellt sich der BMW 2er dem Anspruch, ein sowohl praktischer als auch sportiver Typ zu sein. Gelingt dieser Spagat und bietet der erste Van von BMW das, was in der Vangattung zumeist gewünscht wird? Ein gutes Raumangebot, hohe Variabilität und volle Familientauglichkeit?

Optisch will der 2er Active Tourer BMW bleiben. An der Front beginnt er mit den typischen Doppelrundscheinwerfern und den BMW-Nieren. An der Fahrzeugseite findet sich der für die bayerische Marke typische „Hofmeisterknick“ (der Knick im hinteren Fensterrahmen) und am Heck geht der Van mit den L-förmigen Heckleuchten bullig ab.

Praktisch veranlagt ist der Bayer – Die Lehnen der drei Sitze im Fond lassen sich getrennt umklappen. Optional lässt sich die Rückbank verschieben und die Beifahrersitzlehne flach legen. Der Kofferraum fällt mit 468 Liter Volumen nicht klein aus, aber andere Vans haben in dieser Klasse trotzdem mehr zu bieten.

Und die Freude am Fahren? Schon mit dem 136-PS-Dreizylinder-Turbo ist der 2er Active Tourer flott unterwegs. Der Front- oder Allradantrieb und das sichere Fahrverhalten machen ihm dabei keinen Strich durch die Rechung.

Die kann am Ende hoch ausfallen, denn bestellt man den 2er Active Tourer mit dem vollen Angebot an reiz- und sinnvollem Zubehör ist der Preis danach hoch. Das kann manches Familienbudget sprengen. Ob der BMW Van für Ihre Familie passt, lesen Sie hier.

Der 2er Active Tourer gehört zu den wenigen BMW-Modellen, bei denen der Raum auf der Rückbank und im Kofferraum zu den allerwichtigsten Kaufkriterien gehört.

Das Interieur

Alles nur auf viel Platz getrimmt hier? Mitnichten. Der Fahrerplatz hinter dem serienmäßigen Sportlederlenkrad bildet das Bedienzentrum. Die Schalter von Radio, Klimaanlage und Lüftung neigen sich, wie von BMW gewohnt, leicht zum Fahrer hin. Der blickt auf klassische Rundinstrumente.

Die Bedienung geht leicht von der Hand. BMWs ausgereiftes iDrive mit Dreh-Drück-Steller und den Direktwahltasten gehört zu den besten Bediensystemen auf dem Markt. So lassen sich Multimedia-Anwendungen, das Navigationssystem und das Telefon leicht handhaben.

Und hinten Platz nehmen? Der Radstand von 2,67 Meter sowie die kurzen Überhänge vorne und hinten schaffen Platz. Um zu verstehen, was mit „neuem Raumgefühl“ (Originalton BMW) gemeint ist, nimmt man am besten auf der Rückbank Platz.

Hier ist die Beinfreiheit, abhängig von den vorne sitzenden und der Stellung der verrückbaren Rückbank, eng bis sehr gut. Der Raumeindruck ist luftig. Auch große Mitfahrer reisen dank ausreichend Beinfreiheit und üppig Kopffreiheit bequem im Fond mit.

Der Kofferraum

Aus Freude am Laden? Die um 13 Zentimeter verschiebbare Rückbank (Option), die umklappbare Beifahrersitzlehne (Option), mit deren Umlegen sich die Ladefläche rechts auf 2,40 Meter Länge ausbauen lässt, und der faltbare Ladeboden, unter dem sich eine Multifunktionswanne befindet, sorgen für Variabilität. Das Umlegen der Rückbanklehnen ist auch mit den Tasten vom Kofferraum aus möglich.

Gegen Aufpreis öffnet sich die Heckklappe elektrisch, zahlt man noch etwas mehr drauf, dann geht das Ganze auch per Fußbewegung in Richtung Heckschürze. So kann man dann ohne Handanlegen an der Klappe den Kofferraum beladen.

Die Heckklappe öffnet wegen des tief gehaltenen Dachverlaufs zwar nicht sonderlich hoch, aber sie gibt eine breite Öffnung frei, hinter der dann 468 bis 1.510 Liter unterkommen. Das ist viel Platz. Viel Platz für ein BMW, aber wenig für ein Van. Die Van-Konkurrenz bietet in dieser Preisklasse zumeist mehr. Das Kofferabteil eines VW Touran schluckt 743 Liter.

Frontantrieb passt zum Van, aber nicht zu einem BMW, der traditionell auf Heckantrieb setzt – Wer das behauptet, hat was vergessen: Auch der Mini, ein BMW-Produkt, fährt mit vorne angetriebenen Rädern und saust damit den meisten heckgetriebenen Limousinen in Kurven davon.

Der weniger Platz im Fahrzeug benötigende Frontantrieb macht im 2er Active Tourer nicht nur wegen dem daraus resultierenden größeren Raumangebot Sinn. An verschneiten Anstiegen sorgt der Vorderradantrieb auch noch für bessere Traktion als der klassische BMW-Heckantrieb.

Die direkte Sportlenkung und das Sportfahrwerk samt 10 Millimeter-Tieferlegung passen gut zum Tourer, denn den höheren Aufbau spürt man so weniger als mit dem im Grenzbereich rascher zum Untersteuern neigenden Serienfahrwerk. Aber wer bitte, bewegt den Active Tourer wirklich im Grenzbereich?

Eindeutig wichtiger im Van sind die sichere Straßenlage (bietet er), die verbindliche Lenkrückmeldung (bietet er), das Komfortbild (geht in Ordnung) und ein leichtes Handling (hat er). Wer es noch sicherer im Winter wünscht, bestellt den 2er Active Tourer mit Allradantrieb.

Das Leistungsspektrum erstreckt sich im 2er Active Tourer von 102 bis 231 PS. Die Kraft wird mit dem gut zu bedienenden Sechsgang-Schaltgetriebe, der für die Dreizylinder angebotenen Sechsgang-Automatik oder der für die Vierzylinder offerierten Achtgang-Automatik verwaltet. Optional kommt die Kraft im 225i, 225xe, 218d und 220d xDrive auch mit Allradantrieb auf die Straße.

Die Benziner

Der mit einer Ausgleichswelle beruhigte, im Laufgeräusch schnurrige 1,5-Liter-BMW-Dreizylinder bereitete erstmals im Mini Fahrfreude. Und das tut der quirlige Dreier, der im 218i 136 PS leistet, auch im 2er Active Tourer. Der Turbomotor reagiert spontan auf Gasbefehle, baut mit dem Turbolader bis zu 220 Newtonmeter Kraft auf und dreht leichtfüßig hoch.

In 9,3 Sekunden sind aus dem Stand die 100 km/h erreicht und am Ende des Sprints steht eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h auf dem Tacho. Bei gesittetem Verbrauch: 5,1 bis 5,3 l/100 km nach Werksangabe.

Noch mehr Leben haucht der 190 oder 231 PS starke 2,0-Liter-Turbo den 1,5 Tonnen schweren 220i und 225i ein. Der stärkere der beiden kultiviert laufenden Vierzylinder produziert mit 350 Nm satt Drehmoment, beschleunigt in flotten 6,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine im Familienvan doch ziemlich ausreichende Höchstgeschwindigkeit von 238 km/h.

Das Ganze schafft der 225i laut BMW mit einem Durchschnittsverbrauch von 5,8 bis 6,0 Litern auf 100 Kilometer. In der Realität gönnt sich der Verbrenner aber mal locker zwei Liter mehr.

Die Diesel

Wer richtig wenig verbrauchen möchte, fährt den 2er Active Tourer mit einem Dieselmotor. Der bietet bei wenig Verbrauch viel Kraft. Der 218d stellt an der Vorderachse oder gegen Zuzahlung an allen Vieren 330 Nm Drehmoment und 150 PS Leistung sehr homogen zur Verfügung und verbraucht im Werksverbrauch lediglich 4,3 bis 4,9 l/100 km.

Dass der Normverbrauch im Alltag leichter realisierbar ist als mit einem Benziner, spielt dem Diesel weiter in die Karten. Wie auch die adäquaten Fahrleistungen. In 8,9 Sekunden beschleunigt der 218d auf 100 km/h und maximal läuft er 208 km/h.

Diese Kombination aus Kraft und geringem Verbrauch überzeugt. Noch etwas weniger verbraucht nur der 116 PS starke Dreizylinder-Turbodiesel im 216d: 4,0 bis 4,3 l/100 km.

Im 2er Active Tourer sorgen das fahraktive Fahrwerk, der optionale Allradantrieb und die Fahrassistenten für viel Fahrsicherheit.

Zu den serienmäßigen Sicherheitssystemen im 2er Active Tourer zählen das ESP, die Airbags, das im Notfall selbstständig einen Hilferuf absetzende Notrufsystem und die City-Notbremsfunktion.

Wird ein Fußgänger oder ein stehendes Fahrzeug erkannt, warnt das Notbremssystem den Fahrer mit einem akustischen und optischen Signal und die Bremsen werden vorkonditioniert. Bleibt eine Brems- oder Lenkreaktion aus, verzögert das System selbstständig.

Fahren machen zahlreiche Sicherheitsassistenten noch bequemer und sicherer. Dazu zählen der adaptive ACC-Tempomat mit Stop&Go-Funktion, das Head-up Display, der Stauassistent, der Spurverlassenswarner, der Fernlichtassistent und der Parkassistent.

Im ADAC-Bremstest kam der BMW 218i Active Tourer nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach guten 35,5 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Fünf Ausstattungslinien und zahllose Extras machen die Entscheidung nicht leicht. Das ist typisch für BMW. Die Ausstattungs- und Preisliste fällt umfangreich aus.

Kleiner Trost: Schon das 2er Active Tourer Basismodell ist ganz gut ausgestattet mit dem iDrive Controller, dem 6,5-Zoll-Bildschirm, dem Radio mit Freisprecheinrichtung und USB-Anschluss, dem Regensensor, dem automatischen Fahrlicht und der serienmäßigen Klimaanlage.

Mit den Linien Advantage, Sport und Luxury sowie dem M-Sportpaket lässt sich alles noch verfeinern.

Die Ausstattungslinie Advantage kommt mit einer Klimaautomatik, dem Multifunktionslenkrad, den Parksensoren hinten, den Nebelscheinwerfern und dem Tempomat.

In der Sport Line geht es mit den dynamischer gezeichneten 16-Zoll-Rädern und den Sportsitzen sportiver zu und in der Luxury Line mit Lederpolstern, Edelholz, Chromzierteilen und der Sitzheizung in den Vordersitzen luxuriöser.

Das M-Sportpaket markiert den höchsten Grad an Sportlichkeit mit dem Aerodynamikpaket, den Sportsitzen mit Alcantara-Bezug, dem zusätzlichen Modus Sport+, den 17-Zoll-Felgen und dem Sportfahrwerk. Ob man all das in einem Familienvan benötigt oder ob es einem mit deftigem Aufpreis das Preis-Leistungs-Verhältnis gründlich verhagelt, muss jede Mama und jeder Papa mit Blick aufs Familienbudget selbst entscheiden.

Empfehlenswerte Einzeloptionen im 2er Active Tourer sind die wegen der Sitzflächenverlängerung und höheren Sitzwangen bequemen Sportsitze, das viel Licht in den Tourer bringende Panorama-Glasdach, die umklappbare Beifahrersitzlehne und die verschiebbare Rückbank. Bequemer machen die Fahrt die ConnectedDrive Dienste, mit denen die Smartphone-Apps in den Tourer integriert werden können.

Zusammenfassung

Welche Worte beginnen mit „P“ und halten einen vielleicht doch noch vom 2er Active Tourer Kauf ab? Der Preis und das Platzangebot. Der Preis des 2er Active Tourer kann mehrere tausend Euro über dem der Konkurrenzvans liegen. Das Platzangebot im Active Tourer passt für die meisten Familien eigentlich ganz gut.

Stellt der Familienalltag jedoch größere Raumansprüche an den Van, kann man über BMWs zweiten Van nachdenken. Der längere BMW 2er Gran Tourer bietet noch mehr Platz im Innen- und Kofferraum und nicht nur fünf, sondern bis zu sieben Sitzplätze.

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