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Diesel oder Benzin – Lohnt sich ein Diesel-Kauf noch?

04. Oktober 2022 von

Spätestens seit ADAC-Vizepräsident Becker öffentlich vom Dieselkauf abriet, wird die Luft für den Selbstzünder immer dünner. Wir haben bereits  in einer Marktanalyse anhand unserer exklusiven carwow Daten gezeigt, dass der Diesel in der Gunst der Kunden immer weiter sinkt. Die Medien sind ebenfalls nicht mehr so gut auf den Diesel zu sprechen. Doch welche Kritik muss sich der Diesel zurecht gefallen lassen, und wo geht die Verteufelung zu weit?

⏰  Kurz zusammengefasst

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Um Ihnen bei der Entscheidungsfindung Diesel gegen Benziner zu helfen, stellen wir die Vor- und Nachteile beider Kraftstoffe gegenüber. Außerdem haben wir unseren Autoguru Mat Watson damit beauftragt, als Experte ein für alle Mal Licht ins Dunkle zu bringen. Sollten Sie sich trotzdem noch nicht sicher sein, welche Antriebsart für Sie die richtige ist, dann machen Sie unseren Diesel oder Benziner-Test.

Verteufelung des Diesels

Seit dem Bekanntwerden des VW-Abgasskandals, in dessen Kern die illegale Vertuschung von erhöhten Emissionswerten bei Dieselfahrzeugen stand, kommt der Selbstzünder nicht mehr aus den Schlagzeilen heraus. Es gilt jedoch zu beachten, dass es sich hierbei ausschließlich um ältere Modelle handelt und dass alle betroffenen Fahrzeuge von VW so nachgerüstet werden, dass sie die Grenzwerte einhalten. Neue Motorengenerationen werden im Vorhinein gleich mit Abgasnachbehandlungssystemen wie AdBlue und Partikelfiltern ausgestattet, mit deren Hilfe sie die aktuelle Euro 6 Norm ohnehin einhalten.

Infolge des Skandals wird ab September 2017 der neu entwickelte WLTP-Zyklus als Grundlage für die Emissionsbestimmung eingeführt. Dieser soll realitätsnähere Angaben für Benziner und Dieselfahrzeuge erlauben und gleichzeitig mögliche Betrugsfälle ausschließen.

Emissionen

Viele Käufer haben sich Anfang der 2000er nicht nur wegen des geringeren CO2-Ausstoßes für ein Dieselfahrzeug entschieden, sondern vor allem aufgrund der geringeren Spritkosten. Schließlich war der Dieselkraftstoff bis vor Kurzem günstiger als Benzin, und ein Dieselfahrzeug verbraucht im Vergleich zu einem gleichstarken Benziner meist weniger. Leider ist dieser Vorteil aufgrund der aktuell hohen Spritpreise nicht mehr zwangsläufig gegeben. Spritsparen ist auch für Diesel-Fahrende an der Tagesordnung.
Die Kehrseite des niedrigeren CO2-Ausstoßes sind allerdings erhöhte Stickstoff- und Feinstaubpartikelemissionen, die zu saurem Regen, Smog und Atemwegserkrankungen führen können.

Moderne Technologien in Dieselfahrzeugen helfen, die umweltschädlichen Effekte des Antriebs zu minimieren, so zum Beispiel Partikelfilter oder das AdBlue-System. Letzteres erreicht durch eine Mischung aus Harnstoff und demineralisiertem Wasser eine Reduzierung im Ausstoß von Stickoxiden um bis zu 90%.

Im Klartext: Benziner sind wegen ihres durchschnittlich höheren CO2-Ausstoßes schädlicher für die Umwelt, während sich der Stickstoff- und Feinstaubausstoß der Dieselfahrzeuge vor allem negativ auf die Gesundheit des Menschen auswirkt.

Preis

In der Anschaffung sind Dieselfahrzeuge im Schnitt teurer als das Benziner-Äquivalent. Beim Volkswagen Tiguan beispielsweise werden für den Einstiegsbenziner 1.5 TSI mit 130 PS mindestens 31.545 € fällig, während der Einstiegsdiesel (2.0 TDI mit 122 PS) mit mindestens 34.060 € zu Buche schlägt – über 3.000 € mehr für ein Fahrzeug mit weniger Leistung. Beim Spritpreis sieht es für den Diesel aktuell leider auch nicht mehr so gut aus. Der durchschnittliche Dieselpreis im August 2022 lag bei 1,92 Euro, für Benzin (95 Oktan) wurden 1,77 Euro fällig.

Im Verbrauch über 100 km würde der Diesel mit 5,0 Litern Verbrauch aktuell 9,95 Euro kosten, der Benziner mit 6,2 Litern Verbrauch auf 100 km kommt auf 10,97 Euro – noch ist der Diesel günstiger, doch der Vorsprung schrumpft enorm. Man spart sich nur noch knapp 1 Euro.

Wirtschaftlichkeit

Während Dieselfahrzeuge also teurer in der Anschaffung sind, holen sie in Sachen Effizienz gegenüber den Benzinern wieder deutlich auf. Für den Verbraucher gilt es allerdings, dies in ein für ihn relevantes Verhältnis zu setzen – mit den oben genannten Beispielmodellen und den derzeitigen Spritpreisen amortisiert sich die teurere Dieselvariante erst nach 71.000 Kilometern. Die jährliche Fahrleistung und die geplante Besitzdauer des Fahrzeugs sind also entscheidend, um bei der Frage nach dem richtigen Antrieb keine bösen Überraschungen zu erleben. Vor allem Wenigfahrer sparen unter dem Strich beim Kauf eines Benziners, weil sie das Auto meist nicht lange genug besitzen, um Vorteil aus den Treibstoffersparnissen des Diesels ziehen zu können.

Außerdem schlägt der Diesel in Sachen Versicherung und Kfz-Steuer deutlich teurer zu Buche. Seit der neuen Kfz-Steuer muss man sich genau überlegen, ob ein Diesel sich noch lohnt.

Fahrerlebnis

Ein deutlicher Unterschied der beiden Antriebe ist auch hinter dem Steuer zu spüren. Dieselmotoren erzeugen besonders im niedrigen Drehzahlbereich schon viel Zugkraft und stellen dementsprechend schon früh viel Leistung bereit. Da muss nicht viel geschaltet werden. Diese Kraft aus der Tiefe kommt dem Diesel vor allem bei Fahrten mit einem Anhänger und hoher Beladung zugute.

Im niedrigen Drehzahlbereich haben Benziner typischerweise weniger Zugkraft als die Diesel, müssen also deutlich höher gedreht werden, um dieselbe Leistung zu erbringen. Sie verfügen aber vergleichsweise über wesentlich mehr Leistungsreserven im oberen Drehzahlbereich, was den Fahrspaß bei sportlicher Nutzung deutlich steigert. Zudem laufen Benzinmotoren insgesamt gleichmäßiger und präziser als ihre Dieseläquivalente, was zu einem allgemein ruhigeren Fahrerlebnis führt.

Zusammenfassung

Letztlich läuft die Entscheidung ob sich noch ein Diesel lohnt darauf hinaus, wie das Fahrzeug genutzt werden soll. Bei hoher jährlicher Fahrleistung und häufigen Fahrten mit hoher Beladung ist der Diesel nach wie vor eine sinnvolle Investition. Sollte das individuelle Fahrprofil eher aus Kurzstrecken bestehen und ein generell sportlicher Fahrstil gepflegt werden, ist ein Benziner die deutlich passendere Wahl.