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Chinesische Automarken: Beliebte Modelle, Geschichte und Zukunftsvisionen

15. November 2021 von

Allzu viele Automarken chinesischer Herkunft dürften Kaufinteressierten hierzulande noch nicht bekannt sein. Zahlreiche Unterfangen, motorgetriebene Gefährte aus chinesischer Produktion in Deutschland zu verkaufen, waren nicht gerade von Erfolg gekrönt. Jetzt wollen die Hersteller aus Fernost aber wieder die Zügel in die Hand nehmen und auf dem europäischen Markt tätig werden. Welche bekannten chinesischen Automarken es gibt und welche Sie am besten im Blick behalten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel!

⏰  Chinesische Automarken im Überblick

Aiways: Das junge Glück

Den Anfang macht die Firma Aiways, die mit zwei Modellen ein doch recht überschaubares Angebot parat hält. Verwunderlich ist das karge Automobilrepertoire des chinesischen Herstellers jedoch angesichts der kurzen Existenz seit 2017 nicht. Dennoch hat es beispielsweise der Aiways U5 schon in ein carwow-Testvideo mit Dean geschafft – wenn Sie nähere Infos zu diesem Elektro-SUV haben möchten, sehen Sie sich gerne das Video an!

Da kommt Aiways her: Firmenhistorie

Jung und frisch – viel mehr gibt es zu dem 2017 gegründeten Automobilunternehmen nicht zu sagen. Genauso jung und frisch wie das Alter der Marke sind auch die Ideen, die die Firma umzusetzen gedenkt. Gebaut werden sollen nämlich ausschließlich Elektroautos, in deren Ausstattung insbesondere künstliche Intelligenz für autonomes Fahren zunehmend an Bedeutung gewinnen soll.

Frische Ideen wie ein großer Fahrwahlhebel, der eher an einen Aufenthalt im Flugzeug-Cockpit als in einem am Boden haftenden Elektroauto erinnert, erhalten Einzug in das Interieur des 2022 kommenden Modells Aiways U6.

Ihren Hauptsitz hat die Firma im chinesischen Shanghai, auch mit einer deutsch-europäischen Delegation mit Sitz in München kann Aiways aufwarten. Wer aber dachte, die Autos könne man einfach traditionell im Autohaus käuflich erwerben, der hat sich gewaltig getäuscht: Den Aiways U5 bekommen Kaufwillige beispielsweise nur über die firmeneigene Webseite oder – ziemlich ungewöhnlich, wie wir finden – über den Elektronikfachändler Euronics.

Beliebte Aiways-Modelle

Meistverkaufte
Aiways-
Modelle
U5

Da will Aiways hin: Zukunftsvision

Alleine schon die heutige Ausstattung des Aiways U5 spricht Bände: Zwölf Ultraschallsensoren, fünf HD-Kameras, drei Millimeterwellen-Radare und zwei Innenkameras sind der hinreichende Beleg für das klare Ziel “Autonomes Fahren”. Wo es ansonsten mit der chinesischen Automarke hingehen soll? Sicherlich in eine Zukunft voller leistungs- und reichweitenstarker Elektromotoren, denn schon heute schafft der Aiways U5 nach WLTP etwa 410 Kilometer mit einer Batterieladung.

In circa 40 Minuten ist der Akkumulator wieder zu 80% gefüllt. Klar ist: Aiways wird viel daran liegen, das neu begonnene Geschäft in Europa fortzuführen und zukünftig mit noch mehr Reichweite aufzutrumpfen.

Nio: Der chinesische Tesla?

Ebenfalls noch recht unbekannt, aber mit großen Ambitionen gen Europa aufgebrochen, ist die Automarke Nio. Wie Aiways ist auch Nio ein durchaus junges Unternehmen, erst 2014 gegründet darf es sich schon heute dennoch als eines der größten, ausschließlich Elektroautos produzierenden Unternehmen ansehen.

Da kommt Nio her: Firmenhistorie

Nach der Gründung im Jahre 2014 durch William Li ging es für das Start-up wirklich äußerst rasant daher: Nur ein paar Jahre später sind bereits fünf Modelle aus dem Boden gestampft worden. Was alle Fahrzeuge gemeinsam haben: Sie sind alle mit Elektromotoren ausgestattet, rangieren auf höchstem technischen Niveau und sind obendrein im Schnitt nicht mal halb so teuer wie die hiesige Konkurrenz.

Das Elektro-SUV ES8 soll zunächst einmal in Norwegen an den Start gehen, wo Elektro-Autos, SUVs wie auch deren Fusion zu Elektro-SUVs sicher eine willkommene Entwicklung darstellen – immerhin sind die Skandinavier:innen mehr oder minder Vorreiter:innen, wenn es um Elektro-Mobilität geht. Wann uns der Stromer auch hier in Deutschland die Ehre erweist, ist noch ungewiss, dauert aber angesichts des unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnisses hoffentlich nicht mehr lange.

Beliebte Nio-Modelle

Meistverkaufte
Nio-Modelle
ES8
ES6
EC6
EP9
ET7

Da will Nio hin: Zukunftsvision

Eines ist klar: Mit dem ES8 sowie mit der gerade frisch auf den Markt gebrachten Limousine ET7 will Nio den europäischen Automarkt gehörig aufmischen und nach der Gunst der Kundschaft buhlen. Mit der umfangreichen Ausstattung, den soliden Fahrleistungen und der ordentlichen Verarbeitung, die die Wagen der chinesischen Firma an den Tag legen, wird in jedem Fall kaufwilliges Publikum gefunden werden. Das High-Tech-Feeling von morgen versprüht im Innenraum ebenso das Alexa-Pendant namens Nomi, welches zurzeit zwar nur Mandarin beherrscht, bald aber sicherlich auf den europäischen Markt angepasst wird.

Ora: Unterwegs auf Elektro-Pfaden

Als reine Elektromarke existiert Ora in dessen Mutterkonzern Great Wall Motor erst seit 2018. Moderne Ideen sind bei dieser Marke damit quasi an der Tagesordnung. Eine dieser modernen Ideen ist der Sprung auf den deutschen Automarkt – für diesen gewagten Schritt hat der Hersteller das Modell Cat auserwählt, extra umbenannt und pompös auf der IAA 2021 vorgestellt.

Da kommt Ora her: Firmenhistorie

Wir haben es bereits erwähnt: Im Jahre 2018 hielt es Great Wall Motor, ein stetig wachsendes Unternehmen der chinesischen Autobranche, für eine gute Idee, eine Marke eigens für die Herstellung von Elektroautos zu kreieren – die Geburtsstunde von Ora hat geschlagen. Seitdem führt die neu entstandene Untermarke recht erfolgreiche Geschäfte mit ihren Stromern, die sich allesamt durch ihr auffälliges Äußeres auszeichnen. Mit dem Ora Pengkemao hat die Firma gar ein Auto im Produktportfolio, welches dem legendären VW Käfer zum Verwechseln ähnlich sieht.

Beliebte Ora-Modelle

Meistverkaufte
Ora-Modelle
Cat
R1
R2
iQ
Pengkemao

Da will Ora hin: Zukunftsvision

Mit dem Ora Cat hat die chinesische Automarke eigentlich schon das Hauptziel ausformuliert: Auf dem europäischen Automarkt Fuß zu fassen mit massentauglichen Elektroautos, das ist der Traum des Herstellers. Noch dazu kommt der Ora Cat mit einer passablen Reichweite von 400 bis 500 Kilometern nach NEFZ, kompakten Außenmaßen, edlem Interieur und eigenwilligem Außendesign – wenn das nicht die perfekten Voraussetzungen für das perfekte Stadtauto sind!

Wey: Luxus ist der Duktus

Zwar genauso unbekannt wie die anderen Marken in diesem Artikel, aber keineswegs zu unterschätzen ist die chinesische Marke Wey. Genau wie Ora ist Wey eine hundertprozentige Tochterfirma der großen Great Wall Motor Gruppe. Alleine daraus dürfte schon ersichtlich sein, welchen enormen Einfluss der Konzern auf den Automarkt in China ausübt. Kein Wunder also, dass Grat Wall Motor mit Wey, Ora und anderen Marken derzeit danach strebt, auch in Europa Lorbeeren zu ernten.

Da kommt Wey her: Firmenhistorie

Auch hier gilt: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Great Wall Motor ist sich seiner Rolle als führender chinesischer Autohersteller bewusst und vermarktet so gleich mehrere Marken auf einen Streich. Dazu gehört seit 2016 auch Wey: Als designierte Luxussparte kommt auf das neu entstandene Label eine enorme Verantwortung zu. Great Wall Motor gedenkt, dieser Verantwortung mit Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen zu genügen – was auf Seiten der technischen Daten auch wirklich vorzüglich zu funktionieren scheint. Bis zu 150 Kilometer soll man im für Deutschland vorgesehenen Modell Coffee 01 lokal emissionsfrei zurücklegen können – was sich als Zukunftsmusik anhört, ist de facto schon zum Greifen nah.

Ein kleiner Fun Fact am Rande: Wey heißt die Marke deshalb, weil der Mutterkonzern in der chinesischen Provinz Hebei beheimatet ist, welche zur Zeit der Streitenden Reiche zwischen 475 und 221 vor Christus zum Staat Wei gehörte. Der Markenname ist demnach reine Nostalgie und hat nichts mit “Whey Protein” zu tun.

Beliebte Wey-Modelle

Meistverkaufte Wey-
Modelle
Coffee 01
Coffee 02
Mocca
Macchiato
P8

Da will Wey hin: Zukunftsvision

Dass auch Wey die Umwelt am Herzen liegt, zeigt die chinesische Automarke mit den in Hülle und Fülle vorhandenen Plug-in-Hybrid-Modellen. Ganz so vollelektrisch läuft es bei Wey zwar nicht, aber Plug-in Hybride mit einer hohen elektrischen Reichweite stellen ja schonmal einen guten Anfang dar. Immerhin werden in Fernost wohl auch keine Kosten und Mühen gescheut, um selbst die Produktion von Autos auf das nächste Level zu heben – denn im Auftrag der Firma soll in Thailand eine Smart Factory entstehen. Ähnlich wie bei Tesla wird die neue Fabrik nur so vor Hightech strotzen und Grundlage für die Nutzung zukunftsweisender Technologien sein.

Xpeng: Wie aus der Pistole geschossen

Xpeng – lassen Sie sich den Namen auf der Zunge zergehen. Hierzulande würde man diese Buchstabenabfolge wohl eher als Geräusch für einen besonders schnell vorbeifahrenden fahrbaren Untersatz kategorisieren. In Zukunft wissen Sie es aber besser: Ist, wo auch immer, von Xpeng die Rede, können Sie – wie aus der Pistole geschossen – beitragen, dass es sich um eine chinesische Automarke handelt, die eine deutliche Vorliebe für vollelektrische Vehikel an den Tag legt.

Da kommt Xpeng her: Firmenhistorie

Wo sind die ganzen chinesischen Traditionsmarken? Hier jedenfalls auch nicht, denn Xpeng ist genauso wie die vorigen Marken in dieser Auflistung noch recht jung. Mit der Gründung im Jahre 2014 waren allerdings die besten Voraussetzungen geschaffen, um exklusiv in der Elektroautobranche anzuknüpfen und das noch recht karg belieferte Feld etwas aufzumischen.
Das erste Serienmodell, welches den Namen Xpeng G3 trägt, wurde im Jahre 2018 vorgestellt und im darauffolgenden Jahr ausgeliefert. Ein weiteres Modell und einen Vorwurf des Diebstahls intellektuellen Eigentums später ist Xpeng zumindest mit dem G3 auf dem norwegischen Automobilmarkt angekommen.

Beliebte Xpeng-Modelle

Meistverkaufte Xpeng-Modelle
P5
G3
P7

Da will Xpeng hin: Zukunftsvision

Erfolg auf dem europäischen Automarkt? Das klingt gut, dachte man sich wohl an den Schreibtischen bei Xpeng in Guangzhou, China. Die Firmenvision ist also ganz klar: Erschwingliche Elektroautos auf der ganzen Welt anbieten. Die Grundsteine für eine erfolgreiche Zukunft sind jedenfalls schon gelegt – der P5, der nur so auf seine Markteinführung in Europa wartet, kommt mit sehenswerten 600 Kilometer Reichweite. Das ist nicht nur überdurchschnittlich hoch, sondern auch ein Zeichen dafür, dass wir zukünftig mit stetig wachsenden Elektroauto-Reichweiten rechnen können.

MG: Mehr (für’s) Geld?

MG, hier? Bei den chinesischen Automarken? Sicherlich haben viele mit dieser Marke erst im Artikel zu den britischen Automarken gerechnet. Aber ein paar Firmenverkäufe später ist die britische Traditionsmarke MG in China gelandet und greift nun auch auf dem deutschen Automarkt an. Im Fokus des Interesses steht dabei vor allem der preisgünstige MG ZS EV, der mit seinem Elektromotor im wahrsten Sinne des Wortes elektrisiert ist.

Da kommt MG her: Firmenhistorie

“Morris Garages” – diesen klingenden Namen trug die Firma im Gründungsjahr 1923. Dass aus Gründen der Aussprache irgendwann einfach nur noch “MG” gesagt wurde, ist verständlich. So entwickelte sich die Marke in England allmählich zu einem richtigen Verkaufsschlager, unter anderem, weil Wagen wie der Morris Minor aufgrund ihrer geringen Kosten und den dennoch passablen Fahrleistungen Anklang beim britischen Publikum fanden.

Jede noch so erfolgreiche Unternehmung wird irgendwann vom Pech verfolgt: So auch im Falle von MG. Trotz äußerst erfolgreicher Jahre nach dem zweiten Weltkrieg verschwand die Marke 1990 von der Bildfläche und tauchte erst drei Jahre später mit einem Roadster-Modell in limitierter Stückzahl wieder auf dem Markt auf. Die Firma MG sowie deren Dachorganisation, die Rover Group, wurden 1994 von BMW aufgekauft, jedoch nur sechs Jahre später aufgrund mangelhafter Absatzzahlen an die britische Phoenix Venture Group verscherbelt.

Auch unter dem neuen Eigner blieb der erhoffte Erfolg aus, sodass sich infolge des Firmenkonkurses im Jahre 2005 die chinesische Nianjing Group die Markenrechte an MG für 53 Millionen Pfund Sterling sicherte. Nicht lange währte die Unternehmenssicherheit als Tochtergesellschaft des chinesischen Konzerns – denn nur zwei Jahre später übernahm die SAIC Group, ebenfalls aus China, beide auf einen Streich. Seitdem kann sich die Firma konstant wachsender Absatzzahlen erfreuen, allein 2020 wurden fast 300.000 Fahrzeuge von MG in China verkauft.

Beliebte MG-Modelle

Meistverkaufte MG-
Modelle
ZS EV
ZS
EHS
Marvel R
5

Da will MG hin: Zukunftsvision

Anfang 2021 war es soweit – MG wagt nach dem Verkauf nach Fernost wieder den Einstieg auf dem europäischen Markt und wirft zu diesem Zweck den preisgünstigen Elektro-SUV MG ZS EV in den Ring. Bis zu 440 Kilometer Reichweite mit einer ganzen Batterieladung sowie schnittigem Design und erschwinglichen Preisen präsentiert sich MG von seiner Schokoladenseite, sowohl aus Sicht der Praktikabilität, aus Sicht des bangenden Geldbeutels wie auch aus Sicht der Umwelt. Mit einem zwar nicht ausladend großen, aber befriedigend ausgebauten Netzwerk an Händlern bringt MG die besten Voraussetzungen mit, um auch in Deutschland zu einem etablierten Autohersteller zu werden.