Amerikanische Automarken: Geschichte und Modelle

16. August 2022 von

Muscle-Cars, Monster-Trucks und Sportwagen – viele dürften diese Vorurteile hegen, wenn amerikanische Automarken und Fahrzeuge Thema sind. Dabei taugen die Autos von Übersee für die breite Masse und sind für uns quasi alltäglich geworden. Welche amerikanischen Automarken bei uns salonfähig wurden und welche eher nicht, erfahren Sie hier!

⏰  Amerikanische Automarken im Überblick

Ford: Autos für alle und jede:n

Auf dem hiesigen Automarkt ist Ford eine feste Größe: Modelle wie den Fiesta oder den Focus sieht man zuhauf, die deutsche Firmenzentrale befindet sich in Köln und verkaufte seine Autos einst mit dem Zusatz “Deutsches Erzeugnis”. Die Marke hat über die Jahre eine enge Verbindung zum europäischen Markt aufgebaut und ist somit in den Vereinigten Staaten wie auch hierzulande äußerst erfolgreich – ein bis heute fruchtendes Erfolgskonzept.

Da kommt Ford her: Firmenhistorie

Wir schreiben das Jahr 1899: Henry Ford gründete die Detroit Automobile Company, welche er bereits nach drei Jahren verließ. Zwar brachte die Firma die Marke Cadillac hervor, blieb ansonsten unter Fords Ägide aber recht wenig erfolgreich. Schon 1903 startete der Autopionier eine erneute Unternehmung – die Ford Motor Company war geboren.

Auch in der neuen Firma blieb der Erfolg zunächst aus. Die nach dem Alphabet benannten Modelle wie der Ford A oder der Ford C fanden nicht den Anklang, den sich Henry Ford von seinem Unternehmen versprach. Den Durchbruch schaffte die Marke erst mit dem berühmten Ford T, der in Massen produziert wurde, weil er genau den Nerv der Zeit traf.

Nach schweren Krisenzeiten in den 2000er Jahren hat sich die Firma wieder erholt und ist vor allem für die Kompakt- und Kleinwagenmodelle Ford Focus und Ford Fiesta bekannt. Auch Muscle-Cars sind für Ford natürlich ein Muss: Diese Sparte wird mit dem Ford Mustang bestens bedient.

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Da will Ford hin: Zukunftsvision

Dann wollen wir mal durchzählen: Der Ford Mustang Mach-E, der… Ja, das war es eigentlich. Ein mageres Elektromodell führt Ford in seinem Produktportfolio, wo doch das ausgemachte Ziel des Herstellers ein reines Elektroangebot ab 2030 in Europa ist. Plug-in Hybride hat Ford schon viele, aber Autos, die mit der reinen Kraft der Lithium-Ionen-Batterie fahren, sind noch recht rar. Einige Elektromodelle sind in Planung, aber trotz alledem heißt der Appell an Ford: Ranhalten, sonst wird das nichts mit der Elektromobiltät!

Jeep: Der Geländegänger unter den amerikanischen Marken

Alleine schon das Wort “Jeep” löst Offroad-Gefühle aus. Große, bullige, geländetaugliche Autos werden von der designierten Geländewagen-Marke erwartet – und die Erwartungen werden nicht enttäuscht.

Da kommt Jeep her: Firmenhistorie

Zwar nicht ganz so lange wie bei Ford, aber nicht minder bewegend war die Firmengeschichte des Autokonzerns Jeep. Als Hersteller für die Fahrzeuge der US-amerikanischen Armee im zweiten Weltkrieg hervorgegangen, war es Jeep seit jeher ein Anliegen, Fahrzeuge mit außerordentlicher Geländetauglichkeit sowie Transportkapazitäten zu fertigen. Die Firma Ford hatte hier maßgeblich ihre Finger im Spiel, denn sie fertigte die ersten Jeeps zur Verwendung für Kriegszwecke.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Produktion durch Ford eingestellt, doch ein ebenfalls beteiligter Hersteller, nämlich die Firma Willys-Overland, ergatterte nach langem hin und her um die 1950er Jahre das alleinige Markenrecht an der Marke Jeep und schickte sich an, Jeeps als Autos für die breite Masse zu vermarkten. Seit 1987 gehört der Hersteller zur Chrysler Corporation.

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Da will Jeep hin: Zukunftsvision

Kurzfristige Ziele wie die potentielle Einführung eines Jeep-Modells unterhalb des Jeep Renegade sind Teil der Zukunftsplanung von Jeep. Wie es allerdings langfristig weitergehen soll, ist ein bisschen schleierhaft. In jedem Fall möchte die US-amerikanische Automarke vollelektrische Modelle einführen. Zurzeit hat Jeep ausschließlich Verbrennermotoren oder Plug-in Hybride im Angebot. Als global agierende Marke im Stellantis-Konzern liegt die große Verantwortung bei Jeep, ein zukunftsweisendes Konzept aus Elektromobiltät und Wahrung der Tradition zu schaffen.

Tesla: Amerikanischer Strom-Pionier

Kein anderer Autobauer dieser Welt steht derart stellvertretend für die Kombination aus reinen Elektromotoren und annähernd Verbrenner ähnlichen Reichweiten. Und als wenn das nicht schon genug wäre, bestechen die Tesla-Modelle auch noch mit modernster Technologie in Sachen Sicherheitsassistenten – der berühmt-berüchtigte Autopilot sei nur als ein Beispiel aus einer langen Liste an Technik-Gadgets genannt.

Da kommt Tesla her: Firmenhistorie

Im Gegensatz zu anderen, traditionsreichen Marken hat es Tesla als regelrechter Newcomer auf das Siegertreppchen der heute noch existierenden Hersteller:innen geschafft. Erst seit 2003, also genau 100 Jahre nach der Gründung von Ford, schoss Tesla wie ein Pilz aus dem Boden und sorgte für Furore auf dem Automobilmarkt.

Benannt wurde die Firma nach dem Physiker Nikola Tesla, um die Verbindung zur Elektrizität und zur Elektrifizierung der eigenen Modelle zu verdeutlichen. Das erste Fahrzeug des Autobauers erschien dann schließlich im Jahre 2008: Mit dem Tesla Roadster hatte die Firma nicht nur einen schicken, sondern auch einen leistungsstarken und reichweitenoptimierten Flitzer auf die Beine (oder besser: auf die Räder) gestellt. Heute hat Tesla vier Modelle in Deutschland im Angebot und mit dem Tesla Model 3 den Titelträger des Awards als meistverkauftes Elektroauto der Welt im Produktportfolio.

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Da will Tesla hin: Zukunftsvision

Eines dürfte klar sein: Tesla scheint unserer Zeit so weit voraus zu sein, dass es schon fast gruselig wirkt. Elektrofahrzeuge mit über 600 Kilometern Reichweite sind eine Seltenheit und damit nicht genug: Der mit viel Furore angekündigte Cybertruck soll je nach Motorisierung über 800 Kilometer, die in naher Zukunft erscheinende Neuauflage des Tesla Roadster gar bis zu 1.000 Kilometer Reichweite haben.

Neben dem Interesse an leistungsstarken Elektromotoren investiert die US-amerikanische Automarke auch viel Zeit und Geld in die Autopiloten-Technologie. Die Autos des Herstellers fahren, bremsen und lenken schon heute eigenständig, erfordern aber die ständige Aufsicht der fahrzeugführenden Person. In diesem Bereich soll weiter geforscht und fleißig entwickelt werden, sodass die Technologie noch weiter heranreift.

Cadillac: Klasse statt Masse

Zwar nicht besonders viel gefahren in unseren Längengraden, aber dennoch immer ein Hingucker sind die Fahrzeuge des Herstellers Cadillac. Am ehesten dürfte uns der Cadillac Escalade ein Begriff sein – ein wahlweise als SUV oder Pick-up erhältliches, aufgrund seiner kantigen Form brachial wirkendes Geländefahrzeug. Die anderen Modelle des Herstellers gibt es zum Teil auch in Deutschland zu kaufen, deren Namen sind aber eher den Kennern vorbehalten: CT4, CT5, CT6 sowie XT4, XT5 und XT6 werden sie gerufen.

Da kommt Cadillac her: Firmenhistorie

Die prestigeträchtige Firma kann auf eine wirklich lange und traditionsreiche Geschichte zurückblicken: Cadillac ist im Jahre 1902 aus der Ford Motor Company hervorgegangen und erhielt seinen Namen vom französischen Stadtgründer von Detroit, Antoine Laumet de La Mothe, Sieur de Cadillac. Die für heutige Verhältnisse besonders günstige Verkaufssumme von 4,5 Mio. US-Dollar, die beim Ankauf durch General Motors fällig wurde, floss im Jahre 1909 in die Brieftasche des damaligen Firmenleiters Henry Martyn Leland. Wenn man bedenkt, dass der deutsche Autohersteller Opel zum 1. August 2017 den Besitzer für 1,3 Milliarden Euro gewechselt hat, erscheinen die 4,5 Mio. US-Dollar wahrlich wie Peanuts.

Seit den 1910ern ist Cadillac also Teil der General Motors Company. Schon seit jeher ist die Marke insbesondere für die Verwendung röhrender und leistungsstarker V8-Motoren sowie für seine Premiumpositionierung innerhalb des Mutterkonzerns GM bekannt. Noch heute wird Cadillac als einzige ausgewiesene Premiummarke im Konzern weltweit vertrieben.

Beliebte Cadillac-Modelle

Meistverkaufte Cadillac-
Modelle
Escalade
XT5
CT6
XT4

Da will Cadillac hin: Zukunftsvision

Dass es auch bei Cadillac in Richtung Elektromobiltät gehen soll, dürfte wohl kaum überraschen. Mit dem Cadillac Lyriq Showcar stellt die amerikanische Automarke sein Zukunftskonzept eines sowohl technisch als auch optisch ansprechenden Elektroautos. Reichweitenoptimierung wie auch maximale Leistung und herausragender Komfort liegen der Firma dabei genauso am Herzen wie die Bedienfreundlichkeit und das Design.

Chevrolet: Gekommen, um zu gehen

Auf dem europäischen Automarkt sucht man vergeblich nach den neuesten Chevrolet-Modellen. Einzig die Sportwagenmodelle Corvette und Camaro kann man in Deutschland nach wie vor erwerben, nachdem sich die Marke im Jahre 2014 vom deutschen Markt zurückzog. Wer einen Chevi will, sucht entweder kein Praktikerauto und muss tief in die Tasche greifen oder greift auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu.

Da kommt Chevrolet her: Firmenhistorie

Man gründe eine Firma namens General Motors, werde von der Spitze gestoßen, gründe kurzerhand noch eine Firma und benenne sie nach dem Schweizer Rennfahrer Louis Chevrolet, man erlange die Macht im ursprünglichen Konzern zurück sowie kaufe einfach die Firma Chevrolet auf – so oder so ähnlich dürfte das kuriose Rezept klingen, welches William Durant befolgt haben könnte. Denn die Firmenhistorie klingt so verrückt, dass sie fast nicht wahr sein kann.

Nunja, all diese Ereignisse führten also dazu, dass Chevrolet bereits seit 1918 Teil der General Motors Corporation ist. Bis auf eine kurze Pause zu Zeiten des zweiten Weltkrieges baut Chevrolet also schon seit über 100 Jahren Fahrzeuge. Auf dem europäischen Markt aber lässt sich die Firma schon seit Längerem nicht mehr finden: Wegen mangelnden Absatzes zog sich Chevrolet aus dem Autogeschäft hierzulande zurück. Nun konzentriert man sich bei Chevrolet lieber auf den Kernmarkt in Amerika sowie den Vertrieb teurer Sportwagen wie des Camaro oder der Corvette in Europa.

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Traverse
Spark
Corvette
Camaro

Da will Chevrolet hin: Zukunftsvision

Auf der firmeneigenen Webseite schreibt Chevrolet: “Innovation treibt uns voran.” Auf europäischem Boden ist von Chevrolet zwar nicht mehr viel zu sehen, aber auf der anderen Seite des großen Teichs kann man die Köpfe der Ingenieure regelrecht rauchen sehen. Mit dem Chevrolet Blazer hat der Konzern zumindest schonmal ein Elektroauto herausgebracht, welches sowohl preislich als auch auf Basis der Reichweite interessant ist. Für rund 30.000 US-Dollar erhält man in den Staaten ein Fahrzeug, das bis zu 320 Kilometer mit einer Batterieladung zurücklegen kann. Es bleibt nur zu hoffen, dass Chevrolet die gute Arbeit aufrecht erhält und eventuell bald wieder den Fahrzeugmarkt bei uns bereichert.

Dodge: Die Marke mit viel Ram

Riesige, stattliche, Pick-ups mit Widderkopf-Symbol – das dürfte mehr oder weniger das erste sein, was einem in den Kopf kommt, sobald es um Dodge geht. Genauer gesagt handelt es sich bei diesen Assoziationen aber “nur” um die Untermarke Dodge-Ram, die hierzulande aus der Dodge-Familie den meisten Absatz findet. Wer oder was ist also Dodge, wenn schon nicht nur die Marke der dicken Pick-ups?

Da kommt Dodge her: Firmenhistorie

Als die Brüder John Francis und Horace Elgin Dodge im Jahre 1900 die Gebrüder Dodge Fahrrad- und Maschinenfabrik gründeten, konnten Sie nicht ahnen, dass der Weg der Firma über 120 Jahre später in das gigantische Automobilhersteller-Bündnis Stellantis führen würde. Mit Henry Ford trieben die beiden einige Geschäfte, sodass Dodge und Ford gleichermaßen profitierten. 1914 starteten die Brüder dann mit ihrer eigenen Autoproduktion, welche derart erfolgreich war, dass die Firma im Jahre 1925 zum Rekordpreis von 146 Millionen US-Dollar den Besitzer wechselte. Nur drei Jahre später schlug der Chrysler-Konzern zu.

Erst 2003 beabsichtigte Chrysler die Einführung der Marke Dodge in Europa. Als besonders erfolgreich stellten sich die Pick-up-Modelle mit dem Namen Ram heraus – was dazu führte, dass im Jahre 2010 die Ram-Pick-ups in die eigene Marke Ram ausgegliedert wurden. Abgesehen von diesen Modellen bietet Dodge so einigen Muscle-Cars eine Bühne, und auch ein SUV-artiges Gefährt wie der Dodge Durango darf nicht fehlen. Viele Dodge-Modelle treiben ihr Unwesen allerdings vornehmlich in den USA, weswegen ein Dodge auf deutschen Straßen schon eher als Seltenheit angesehen werden kann.

Beliebte Dodge-Modelle

Meistverkaufte Dodge-
Modelle
Charger
Ram 1500
Challenger
Durango

Da will Dodge hin: Zukunftsvision

Dodge und der V8-Motor – Liebende sollte man ja bekanntermaßen eigentlich nicht trennen, aber die lautstarke Verbennerdiskussion sorgt dafür, dass sich auch Dodge von seinem heißgeliebten V8 künftig verabschieden muss. Für das Jahr 2024 hat Dodge ein bislang ohne Namen versehenes Elektro-Muscle-Car angekündigt, das sicherlich genauso sportlich und brachial sein wird wie seine Verbrennerkollegen. Viel mehr gibt die Marke aber nicht preis. Ist das vielleicht Teil einer genialen Überraschungsstrategie?