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Koreanische Automarken: Geschichte und Modelle

11. Oktober 2022 von

Automarken aus Fernost erfreuen sich bei uns in Deutschland wachsender Beliebtheit. Gerade Fahrzeuge aus Südkorea sind häufig deutlich günstiger in der Anschaffung als die deutsche Konkurrenz, die Qualitätseinbußen im Vergleich zu Herstellern wie VW oder BMW sind mittlerweile marginal. Welche koreanischen Automarken es gibt, wie deren Geschichte aussieht und welche Modelle sie anbieten, erfahren Sie hier!

⏰ Welche koreanischen Automarken gibt es?

Hyundai: Auf ins “moderne Zeitalter”

Die Abschnittsüberschrift zur koreanischen Automarke Hyundai kommt nicht von irgendwo her – Hyundai bedeutet zu Deutsch soviel wie “modernes Zeitalter” und symbolisiert wohl den Entwicklungsdrang des in Seoul ansässigen Fahrzeugherstellers. Hyundai und Kia sind seit der Fusion im Jahre 1998 unter dem Dach des Großkonzerns Hyundai Motor Group zuhause.

Da kommt Hyundai her: Firmenhistorie

Ursprünglich im Jahre 1947 als Bauunternehmen gegründet, folgte Hyundai dem Ruf der südkoreanischen Regierung nach der Einrichtung einer eigenen Automobilindustrie und stellte ab 1967 auf Autoproduktion um. Zu Beginn beschäftigte man sich mit der Lizenzproduktion diverser Ford-Modelle, seit den 70er Jahren nahm man allerdings auch die Entwicklung eigener Modellreihen in Angriff. Aus diesen Bemühungen ging der Hyundai Pony hervor, der 1975 seinen Marktstart feierte.

Schrittweise expandierte die Hyundai Motor Company und exportierte ihre Autos ins Ausland. Die deutsche Niederlassung der koreanischen Automarke wurde 1991 ins Leben gerufen. Um den Bekanntheitsgrad der Marke zu steigern, engagierte sich Hyundai als Sponsor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland – mit Erfolg: Die Marke konnte ihre Präsenz enorm erhöhen. Natürlich möchte Hyundai auch ein Stück von dem Kuchen, der “Elektromobilität” heißt, abhaben – zu diesem Zwecke existiert seit 2016 eine Art Submarke mit dem Namen Ioniq.

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Da will Hyundai hin: Zukunftsvision

Es ist zwar noch lange hin, doch Hyundai lässt es sich nicht nehmen, groß auf der Unternehmenswebseite darauf aufmerksam zu machen: Der Weg in die umweltfreundliche Produktion der Firma ist wohl schon geebnet und soll ab 2045 in völlige Klimaneutralität münden. Gehobenes Interesse besteht seitens des Unternehmens an der Entwicklung effizienter und brauchbarer Wasserstoffantriebe. Aber auch Elektromotoren verschmäht die Automarke nicht – in Planung befinden sich für die kommenden Jahre wohl sechs Elektro-SUVs, drei E-Limousinen und ein noch nicht näher präzisiertes Elektrofahrzeug.

Kia: Teil der Hyundai-Kia-Verbindung

Die südkoreanische Automarke Kia sicherte sich 2006 die Dienste des ehemaligen VW-Design-Chefs Peter Schreyer und damit auch die Freikarte für die Entwicklung ansprechender Designs, die auch auf dem europäischen Fahrzeugmarkt Anklang finden. Ähnlich wie bei Hyundai trägt der Name des Unternehmens eine tiefere Bedeutung: Ki für “aufsteigen” und a für “Asien”.

Da kommt Kia her: Firmenhistorie

Seine Anfänge fand Kia im Jahre 1944, als das Unternehmen unter dem Namen Kyongseong Precision Industry und später – ab 1952 – schon mit dem Namen Kia mit der Fertigung von Fahrrädern begann. Der Startschuss für die Automobilproduktion erfolgte 1961, nachdem die Marke einen Mini-Laster und ein Motorrad präsentierte. Im Zuge der Finanzkrise 1998 übernahm Hyundai die kriselnde Marke und stabilisierte sie finanziell.

Gemeinsam mit Hyundai gehört Kia heute zu den größten Automobilherstellern der Welt – dabei befinden sich die beiden koreanischen Automarken in einer Riege mit Toyota, VW und Sellantis. Mit dem Kia EV6, der seit 2021 produziert wird, stellt Kia eines der besten Elektroautos auf dem derzeitigen Automarkt. Nicht umsonst wurde das Modell 2022 zum Auto des Jahres gekürt.

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Da will Kia hin: Zukunftsvision

Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung klaffte auf der Webseite des Autoherstellers ein großes Loch im Bereich “Zukunft”. Na, hoffentlich meint Kia diese Zukunftspläne nicht ernst – Spaß beiseite, wir wissen natürlich, dass Kia Großes plant und bald auch die Webseite mit innovativen Ansätze, Ideen und Entwicklungen befüllen wird. Voraussichtlich wird Kia in naher Zukunft mit einem Elektro-SUV, dem EV4 auftrumpfen. Der “Plan S” sieht darüber hinaus sechs weitere Elektroautos vor.

Genesis: Premium aus Korea

Dass Tradition und Luxus nicht immer Hand in Hand gehen müssen, zeigt die koreanische Premiummarke Genesis aus dem Hause Hyundai eindrucksvoll. Mit der Unternehmensgeschichte von Genesis kann man – anders als bei besonders traditionsreichen Automarken – zwar keine Geschichtsbücher füllen, aber das trifft ja noch lange keine Aussage über die Qualität der Fahrzeuge. Und Genesis hat es sich zur Aufgabe gesetzt, Premiumautos mit hoher Qualität und zu geringeren Preisen als die westliche Konkurrenz anzubieten.

Da kommt Genesis her: Firmenhistorie

Wie bereits eingangs erwähnt, treibt Genesis, die Submarke für Luxusautos der Hyundai Motor Group, noch nicht besonders lange ihr Unwesen auf dem Automarkt. Erst 2015 wurde die Marke offiziell ausgerufen – schon zuvor gab es einige Modelle mit der Namensbezeichnung Genesis, die allerdings unter Hyundai liefen. Die Rückkehr auf den europäischen Markt ist erst 2022 erfolgt und bringt starke Modelle wie den Genesis GV60 und den GV70 mit sich. Besonders erfreulich daran ist, dass Genesis viele Elektroautos im Angebot hat und mit weiteren Stromern plant.

Beliebte Genesis-Modelle

Meistverkaufte Genesis-Modelle
GV60
Electrified GV70
GV80
Electrified G80
G70 Shooting Brake

Da will Genesis hin: Zukunftsvision

Gerade neu dabei und schon so viel vor: Genesis steckt die Ziele als Frischling im europäischen Automarkt hoch und verspricht, dass ab 2025 nur noch elektrisch betriebene Fahrzeuge als neue Modelle infrage kommen werden. Bis 2030 möchte Genesis insgesamt sechs neue Elektrofahrzeuge vorgestellt haben, natürlich alle schick und mit Premiumausstattung.

SsangYong: Koreanisches Sorgenkind

Sicherlich ist die koreanische Automarke SsangYong nicht allen ein Begriff. Reißenden Absatz und wilde Kundschaftsscharen löst die Marke bei uns in Deutschland nicht gerade aus – in Südkorea hat sich SsangYong immerhin die Position als viertgrößter Automobilhersteller erarbeitet. Bei der Produktion von SsangYong gilt jedenfalls “SUVs only”, denn Kleinwagen oder gar Kombis sucht man im Produktportfolio der Firma vergeblich. Das Ausbleiben eines kometenhaften Aufstieg in Europa dürfte auf die geringe Fahrzeugtypenvielfalt und die teilweise gewöhnungsbedürftige Design-Strategie zurückzuführen sein.

Da kommt SsangYong her: Firmenhistorie

Ha Dong-hwan Motor Workshop – das war der klingende Name der heute SsangYong genannten Firma zum Gründungszeitpunkt im Jahre 1954. Hauptaufgabe des Unternehmens war die Fertigung von Jeep-Modellen für die US-amerikanische Armee. Nach mehreren Firmenfusionierungen erwarb die SsangYong Group das Konglomerat und benannte die gesamte Marke in SsangYong Motors um. Doch auch danach wechselte das Unternehmen häufig den Besitzer, weil entweder die Marke selbst nicht mehr lukrativ oder der Mutterkonzern in Schwierigkeiten gelangt war. Über Stationen bei Daewoo und SAIC Motor landete SsangYong 2010 schließlich bei Mahindra & Mahindra aus Indien.

Lange sollte diese Eigentümerschaft jedoch nicht währen: 10 Jahre später sah sich SsangYong gezwungen, Insolvenz anzumelden; SsangYong musste auf die Suche nach finanzkräftigen Investoren gehen – mittlerweile befindet sich die koreanische Marke in der Hand des KG Consortiums. Zur Zeit rentiert sich für SsangYong vornehmlich der Verkauf des neuen Korando e-Motion, der vollständig elektrisch reist und maximal 339 Kilometer weit kommen soll.

Beliebte SsangYong-Modelle

Meistverkaufte SsangYong-Modelle
Korando e-motion
Tivoli
Rodius
Rexton
Musso

Da will SsangYong hin: Zukunftsvision

Mit dem neuen Investor kommt auch der Sanierungsplan: Für Ssangyong geht es jetzt zunächst einmal darum, sich wirtschaftlich zu stabilisieren und wieder in ruhigere Fahrwasser zu gelangen. Lohnenswert erscheint aufgrund des aktuellen Antriebstrends Elektromotor der zunehmende Bau von stromernden Vehikeln – daher sind weitere E-SUVs aus dem Hause SsangYong geplant. Sicher ist beispielsweise der Launch des SsangYong Torres oder auch J100, der bei uns in Europa ebenfalls eine Chance bekommt.

Daewoo: Irgendwie irgendwas mit Chevrolet

Wir haben eine freche Quizfrage für Sie vorbereitet – welche dieser vier Modelle existieren tatsächlich? Der Daewoo Matiz, der Chevrolet Matiz, der Daewoo Lacetti oder der Chevrolet Lacetti? Hätten wir Sie nicht vorgewarnt, dass es sich hierbei um eine Art Fangfrage handelt, wären Sie uns möglicherweise auf den Leim gegangen, denn: tatsächlich gab es alle vier Modelle! Wer hieraus schlussfolgert, dass Daewoo und die US-amerikanische Traditionsmarke Chevrolet etwas miteinander zu tun hatten, der liegt goldrichtig.

Da kommt Daewoo her: Firmenhistorie

Dass Daewoo und Chevrolet gemeinsame Sache gemacht haben, ist jetzt also klar. Aber warum? Die Antwort fällt denkbar einfach aus: Aus einem Joint Venture eines koreanischen Automobilunternehmens und des US-amerikanischen Automobilkonzerns General Motors, kurz GM, entstand Daewoo Motors, nachdem der Mischkonzern Daewoo die Mehrheit der Aktienanteile übernommen hatte. Siehe da: General Motors, der federführende Konzern hinter der Marke Chevrolet, war also an Daewoo Motors beteiligt. Daher teilten Daewoo als koreanische Marke und Chevrolet einige Modelle sowie Modellbezeichnungen.

Berechtigt erscheint die Frage, wo Daewoo abgeblieben ist. Denn hierzulande sieht man so gut wie gar keine Automobile des südkoreanischen Herstellers. Auch diese Frage lässt sich schnell beantworten: Seit 2002 gibt es Daewoo Motors nicht mehr. Infolge der Finanzkrise in Asien musste die Marke aufgelöst werden. Chevrolet blieb davon unberührt und existiert weiterhin.

Beliebte Daewoo-Modelle

Meistverkaufte Daewoo-Modelle
Matiz
Lacetti
Trax

Da will Daewoo hin: Zukunftsvision

Nunja, besonders viel gibt es zur Zukunft der koreanischen Automarke Daewoo nicht zu sagen – das Unternehmen wurde 2002 aufgelöst und bisher ist nicht bekannt, dass sich irgendjemand um die Wiederbelebung der Marke bemühen wollen würde.