Koreanische Automarken: Geschichte und Modelle
27. August 2025 von Alexander Häuselmann

Automarken aus Fernost erfreuen sich bei uns in Deutschland wachsender Beliebtheit. Gerade Fahrzeuge aus Südkorea sind häufig deutlich günstiger in der Anschaffung als die deutsche Konkurrenz, die Qualitätseinbußen im Vergleich zu Herstellern wie VW oder BMW sind mittlerweile marginal. Welche koreanischen Automarken es gibt, wie deren Geschichte aussieht und welche Modelle sie anbieten, erfährst du hier!
⏰ Welche koreanischen Automarken gibt es?
Hyundai: Auf ins “moderne Zeitalter”
Die Abschnittsüberschrift zur koreanischen Automarke Hyundai kommt nicht von irgendwo her – Hyundai bedeutet zu Deutsch soviel wie “modernes Zeitalter” und symbolisiert wohl den Entwicklungsdrang des in Seoul ansässigen Fahrzeugherstellers. Hyundai und Kia sind seit der Fusion im Jahre 1998 unter dem Dach des Großkonzerns Hyundai Motor Group zuhause.
Da kommt Hyundai her: Firmenhistorie
Ursprünglich im Jahre 1947 als Bauunternehmen gegründet, folgte Hyundai dem Ruf der südkoreanischen Regierung nach der Einrichtung einer eigenen Automobilindustrie und stellte ab 1967 auf Autoproduktion um. Zu Beginn beschäftigte man sich mit der Lizenzproduktion diverser Ford-Modelle, seit den 70er Jahren nahm man allerdings auch die Entwicklung eigener Modellreihen in Angriff. Aus diesen Bemühungen ging der Hyundai Pony hervor, der 1975 seinen Marktstart feierte.
Schrittweise expandierte die Hyundai Motor Company und exportierte ihre Autos ins Ausland. Die deutsche Niederlassung der koreanischen Automarke wurde 1991 ins Leben gerufen. Um den Bekanntheitsgrad der Marke zu steigern, engagierte sich Hyundai als Sponsor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland – mit Erfolg: Die Marke konnte ihre Präsenz enorm erhöhen. Natürlich möchte Hyundai auch ein Stück von dem Kuchen, der “Elektromobilität” heißt, abhaben – zu diesem Zwecke existiert seit 2016 eine Art Submarke mit dem Namen Ioniq.
Beliebte Hyundai-Modelle
Modell | Angebote ab | |
Inster | 21.742 € | Angebote vergleichen |
Kona | 21.528 € | Angebote vergleichen |
Ioniq 5 | 36.110 € | Angebote vergleichen |
Kona Elektro | 30.772 € | Angebote vergleichen |
i10 | 15.262 € | Angebote vergleichen |
Da will Hyundai hin: Zukunftsvision
Es ist zwar noch lange hin, doch Hyundai lässt es sich nicht nehmen, groß auf der Unternehmenswebseite darauf aufmerksam zu machen: Der Weg in die umweltfreundliche Produktion der Firma ist wohl schon geebnet und soll ab 2045 in völlige Klimaneutralität münden. Schon zehn Jahre vorher, 2035, soll eine vollständige Elektrifizierung des Portfolios in Europa erfolgt sein.
Gehobenes Interesse besteht seitens des Unternehmens an der Entwicklung effizienter und brauchbarer Wasserstoffantriebe. Aber auch Elektromotoren stehen natürlich weiterhin im Fokus – in Planung befinden sich für die kommenden Jahre wohl sechs Elektro-SUVs, drei E-Limousinen und ein noch nicht näher präzisiertes Elektrofahrzeug.
Kia: Teil der Hyundai-Kia-Verbindung
Die südkoreanische Automarke Kia sicherte sich 2006 die Dienste des ehemaligen VW-Design-Chefs Peter Schreyer und damit auch die Freikarte für die Entwicklung ansprechender Designs, die auch auf dem europäischen Fahrzeugmarkt Anklang finden. Ähnlich wie bei Hyundai trägt der Name des Unternehmens eine tiefere Bedeutung: Ki für “aufsteigen” und a für “Asien”.
Da kommt Kia her: Firmenhistorie
Seine Anfänge fand Kia im Jahre 1944, als das Unternehmen unter dem Namen Kyongseong Precision Industry und später – ab 1952 – schon mit dem Namen Kia mit der Fertigung von Fahrrädern begann. Der Startschuss für die Automobilproduktion erfolgte 1961, nachdem die Marke einen Mini-Laster und ein Motorrad präsentierte. Im Zuge der Finanzkrise 1998 übernahm Hyundai die kriselnde Marke und stabilisierte sie finanziell.
Gemeinsam mit Hyundai gehört Kia heute zu den größten Automobilherstellern der Welt – dabei befinden sich die beiden koreanischen Automarken in einer Riege mit Toyota, VW und Sellantis. Mit dem Kia EV6, der seit 2021 produziert wird, stellt Kia eines der besten Elektroautos auf dem derzeitigen Automarkt. Nicht umsonst wurde das Modell 2022 zum Auto des Jahres gekürt.
Beliebte Kia-Modelle
Modell | Angebote ab | |
EV6 | 35.833 € | Angebote vergleichen |
Sportage | 29.269 € | Angebote vergleichen |
Ceed | 20.777 € | Angebote vergleichen |
Sorento | 46.117 € | Angebote vergleichen |
XCeed | 22.338 € | Angebote vergleichen |
Da will Kia hin: Zukunftsvision
Kia möchte sein Portfolio umfassend elektrifizieren – bis 2030 soll die Hälfte der jährlichen Verkaufszahlen durch nachhaltige Antriebe bewerkstelligt werden. Bis 2040 strebt der Hersteller ein global elektrisches Portfolio an. Zwischen 2025 und 2030 sind insgesamt 15 neue vollelektrische Modelle geplant.
Genesis: Premium aus Korea
Dass Tradition und Luxus nicht immer Hand in Hand gehen müssen, zeigt die koreanische Premiummarke Genesis aus dem Hause Hyundai eindrucksvoll. Mit der Unternehmensgeschichte von Genesis kann man – anders als bei besonders traditionsreichen Automarken – zwar keine Geschichtsbücher füllen, aber das trifft ja noch lange keine Aussage über die Qualität der Fahrzeuge. Und Genesis hat es sich zur Aufgabe gesetzt, Premiumautos mit hoher Qualität und zu geringeren Preisen als die westliche Konkurrenz anzubieten.
Da kommt Genesis her: Firmenhistorie
Wie bereits eingangs erwähnt, treibt Genesis, die Submarke für Luxusautos der Hyundai Motor Group, noch nicht besonders lange ihr Unwesen auf dem Automarkt. Erst 2015 wurde die Marke offiziell ausgerufen – schon zuvor gab es einige Modelle mit der Namensbezeichnung Genesis, die allerdings unter Hyundai liefen. Die Rückkehr auf den europäischen Markt ist erst 2022 erfolgt und bringt starke Modelle wie den Genesis GV60 und den GV70 mit sich. Besonders erfreulich daran ist, dass Genesis viele Elektroautos im Angebot hat und mit weiteren Stromern plant.
Beliebte Genesis-Modelle
Modell | Angebote ab | |
GV70 Electrified | 70.230 € | Angebote vergleichen |
G80 | 80.280 € | Angebote vergleichen |
GV70 | k.A. | Angebote vergleichen |
G80 Electrified | 76.180 € | Angebote vergleichen |
G90 | 112.180 € | Angebote vergleichen |
Da will Genesis hin: Zukunftsvision
Genesis möchte bis zum Jahr 2030 die gesamte Modellpalette vollständig auf vollelektrische Fahrzeuge umgestellt haben. Bis dahin sollen weitere acht neue E-Autos eingeführt werden. Auch nachhaltige Materialien sollen zum Einsatz kommen. Das Design der “athletischen Eleganz” wird fortgeführt, denn Genesis-Modelle werden auch zukünftig luxuriös und komfortabel sein.
KGM: Aus SsangYong wird KG Mobility
In der Vergangenheit hatte SsangYong mit Problemen zu kämpfen, was sich nun in der Übernahme der Marke und der Umbenennung in KGM widerspiegelt. Bisher hatte man sich ausschließlich auf SUVs und Pickups spezialisiert – für Europa braucht es aber eine andere Strategie.
Da kommt KGM her: Firmenhistorie
Ha Dong-hwan Motor Workshop – das war der klingende Name der heute SsangYong genannten Firma zum Gründungszeitpunkt im Jahre 1954. Hauptaufgabe des Unternehmens war die Fertigung von Jeep-Modellen für die US-amerikanische Armee. Nach mehreren Firmenfusionierungen erwarb die SsangYong Group das Konglomerat und benannte die gesamte Marke in SsangYong Motors um. Doch auch danach wechselte das Unternehmen häufig den Besitzer, weil entweder die Marke selbst nicht mehr lukrativ oder der Mutterkonzern in Schwierigkeiten gelangt war. Über Stationen bei Daewoo und SAIC Motor landete SsangYong 2010 schließlich bei Mahindra & Mahindra aus Indien.
Lange sollte diese Eigentümerschaft jedoch nicht währen: 10 Jahre später sah sich SsangYong gezwungen, Insolvenz anzumelden; SsangYong musste auf die Suche nach finanzkräftigen Investoren gehen – mittlerweile befindet sich die koreanische Marke in der Hand des KG Consortiums. Zur Zeit rentiert sich für SsangYong vornehmlich der Verkauf des neuen Korando e-Motion, der vollständig elektrisch reist und maximal 339 Kilometer weit kommen soll. Seit April 2025 spiegelt sich dieser Eigentümerwechsel auch im Namen wieder – aus SsangYong wurde KGM
Beliebte SsangYong-Modelle
Korando e-motion |
Tivoli |
Rodius |
Rexton |
Musso |
Da will KGM hin: Zukunftsvision
Mit dem neuen Investor kommt auch der Sanierungsplan: Für KGM geht es jetzt zunächst einmal darum, sich wirtschaftlich zu stabilisieren und wieder in ruhigere Fahrwasser zu gelangen. Lohnenswert erscheint aufgrund des aktuellen Antriebstrends Elektromotor der zunehmende Bau von stromernden Vehikeln – daher sind weitere E-SUVs aus dem Hause KGM geplant. Man will den Fokus auf SUVs und E-Autos legen und neue alphanumerische Modellbezeichnungen einführen. Mit einer Kooperation mit BYD sollen neue Plattformen für E-Fahrzeuge möglich werden.
Daewoo: Irgendwie irgendwas mit Chevrolet
Wir haben eine freche Quizfrage für Sie vorbereitet – welche dieser vier Modelle existieren tatsächlich? Der Daewoo Matiz, der Chevrolet Matiz, der Daewoo Lacetti oder der Chevrolet Lacetti? Hätten wir Sie nicht vorgewarnt, dass es sich hierbei um eine Art Fangfrage handelt, wären Sie uns möglicherweise auf den Leim gegangen, denn: tatsächlich gab es alle vier Modelle! Wer hieraus schlussfolgert, dass Daewoo und die US-amerikanische Traditionsmarke Chevrolet etwas miteinander zu tun hatten, der liegt goldrichtig.
Da kommt Daewoo her: Firmenhistorie
Dass Daewoo und Chevrolet gemeinsame Sache gemacht haben, ist jetzt also klar. Aber warum? Die Antwort fällt denkbar einfach aus: Aus einem Joint Venture eines koreanischen Automobilunternehmens und des US-amerikanischen Automobilkonzerns General Motors, kurz GM, entstand Daewoo Motors, nachdem der Mischkonzern Daewoo die Mehrheit der Aktienanteile übernommen hatte. Siehe da: General Motors, der federführende Konzern hinter der Marke Chevrolet, war also an Daewoo Motors beteiligt. Daher teilten Daewoo als koreanische Marke und Chevrolet einige Modelle sowie Modellbezeichnungen.
Berechtigt erscheint die Frage, wo Daewoo abgeblieben ist. Denn hierzulande sieht man so gut wie gar keine Automobile des südkoreanischen Herstellers. Auch diese Frage lässt sich schnell beantworten: Seit 2002 gibt es Daewoo Motors nicht mehr. Infolge der Finanzkrise in Asien musste die Marke aufgelöst werden. Chevrolet blieb davon unberührt und existiert weiterhin.
Beliebte Daewoo-Modelle
Matiz |
Lacetti |
Trax |
Da will Daewoo hin: Zukunftsvision
Nunja, besonders viel gibt es zur Zukunft der koreanischen Automarke Daewoo nicht zu sagen – das Unternehmen wurde 2002 aufgelöst und bisher ist nicht bekannt, dass sich irgendjemand um die Wiederbelebung der Marke bemühen wollen würde.