Verbrenner-Verbot ab 2035: Erklärung & Folgen – strenge Regeln für E-Fuels

27. September 2023 von

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Das Verbrenner-Verbot kommt 2035! Was das für Ihr Auto bedeutet und welche Folgen das Verbrenner-Aus sonst noch hat, verraten wir Ihnen hier!

Das Verbrenner-Aus ist in der EU und in Deutschland ab 2035 besiegelt: Neuwagen mit Benzin- oder Dieselmotor dürfen dann nicht mehr zugelassen werden. Auf diese Weise macht die EU ernst beim Thema Klimaschutz, denn es werden nur Antriebe ohne CO2-Emissionen zum Straßenverkehr zugelassen. Details und Folgen des Verbrenner-Verbots ab 2035 erfahren Sie hier!

⏰ Kurz zusammengefasst

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Verbrenner-Aus 2035 – was bedeutet das eigentlich?

Dass das Verbrenner-Aus 2035 kommt, ist beschlossene Sache. Aber was genau ist ein Verbrenner-Verbot eigentlich? Darf dann kein Auto mit Benzin- oder Dieselmotor mehr gefahren werden? Müssen Sie Ihr Verbrenner-Fahrzeug loswerden und ein teures Elektroauto anschaffen? Zunächst einmal: Nein.

Wir erklären Ihnen hier, was es genau mit dem Verbrenner-Aus auf sich hat – und E-Autos müssen übrigens auch nicht besonders teuer sein, wie unsere top Auswahl an Stromern für unter 30.000 Euro zeigt.

Das Verbrenner-Verbot sieht vor, dass ab 2035 keine Benziner oder Diesel mehr neu zugelassen werden dürfen. Fahrzeuge ohne CO2-Emissionen wären damit die einzig übriggebliebenen Kandidaten, deren Zulassung dann noch möglich ist. Infrage kommen damit also nur noch Elektroautos und theoretisch auch Wasserstofffahrzeuge – sofern sich Autohersteller in den nächsten zehn Jahren um die Entwicklung eines effizienten Serienfahrzeuges mit Wasserstoffantrieb bemühen.

Mit der Kraft des Wasserstoffs fährt bereits der Toyota Mirai, die Infrastruktur für Wasserstoffautos ist allerdings noch schlecht ausgebaut.

Verbrenner-Verbot in Deutschland – Das gilt

Verbraucher:innen und Autohersteller werden auch in Deutschland ab 2035 keine Neuwagen mit Verbrennermotoren neu zulassen dürfen. Zwar hatte gerade Deutschland das Urteil über mehrere Wochen blockiert, letztlich aber doch dem neuen Gesetz stattgegeben.

In dessen Rahmen werden die Autohersteller dazu verpflichtet, den durchschnittlichen CO2-Ausstoß für ihre komplette Flotte Schritt für Schritt zu senken, sodass der Ausstoß bis zum Jahr 2035 auf null zurückgeht. In Vergleichen zeigt sich, dass die CO2-Bilanz eines Elektroautos zwar insgesamt auch nicht rundum positiv zu betrachten ist, aber mit steigender Nutzung steigt die Umweltfreundlichkeit.

Ein Schlupfloch hätten die sogenannten E-Fuels sein können. Die Bundesregierung hatte dafür plädiert, auch nach 2035 noch Autos neu zuzulassen, die mit den synthetischen und mit erneuerbaren Energien erzeugten Kraftstoffen betrieben werden. Die EU-Kommission hat nun einen neuen Entwurf vorgelegt, der strenge Regeln für E-Fuels festlegt.

  • Autos müssen so konstruiert sein, dass sie nur mit E-Fuels im Tank anspringen
  • E-Fuels müssen komplett CO2-neutral sein – von der Herstellung bis zum Transport
  • Reduzierung der Treibhausgase von 70 auf 100 Prozent angehoben
  • Schaffung einer neuen Fahrzeugkategorie geplant

Mit diesen strengen Regelungen scheint das Verbrenner-Aus für 2035 besiegelt, denn nach aktuellem Stand der Technik ist es nicht möglich E-Fuels komplett klimaneutral herzustellen. Das Problem soll vor allem der zu geringe Anteil an grüner Energie sein, die in Europa zur Verfügung steht. Für die Herstellung der E-Fuels wird eine große Menge Energie gebraucht. Natürlich könnte man Strom der aus Sonnenenergie gewonnen wurde aus Ländern wie Afrika kaufen – doch der Transport muss laut EU-Entwurf ebenfalls komplett CO2-neutral vonstatten gehen.

Das könnte nur mit Schiffen, Flugzeugen oder Pipelines geschehen, die ebenfalls CO2-neutral betrieben werden. Momentan ist das nicht möglich.

Darf ich nach 2035 noch mit meinem Verbrenner fahren?

Das verabschiedete Gesetz hat ausschließlich auf ab 2035 neu zugelassene Pkw Auswirkungen – wenn Sie also bereits Diesel- oder Benziner-Modell besitzen, dürfen Sie weiter damit fahren. Auch der Gebrauchtwagenkauf und -verkauf von Autos, die mit fossilen Kraftstoffen betrieben werden, ist weiterhin gestattet.

Ob es für die weiterhin verwendbaren Verbrennerfahrzeuge strengere Schadstoffrichtlinien und Abgasnormen geben wird, wird die Zeit zeigen. Dann liegt es natürlich auch im Rahmen des Möglichen, dass ältere Fahrzeuge mit Fahrverboten für Strecken oder ganze Zonen belegt werden. Außerdem sollten Sie die Benzin- und Dieselpreisentwicklung im Auge behalten, denn durch die jährlich steigende CO2-Bepreisung und weitere wirtschaftliche Faktoren werden die Kosten für Kraftstoff mit Sicherheit weiter steigen.

EU Verbrenner-Verbot – Was gilt im Ausland?

Alle EU-Mitgliedsstaaten haben sich geeinigt und sind damit eine kollektive Verpflichtung eingegangen – der CO2-Ausstoß soll schrittweise verringert werden, bis ab 2035 keine Autos mit CO2-Emissionen mehr zugelassen werden dürfen.

Konkrete Vorgaben gibt es dabei im folgenden Rahmen: Bis 2025 sollen die Emissionen um 15 Prozent gesenkt werden, 2030 sollen es dann bereits 55 Prozent weniger sein. In den folgenden fünf Jahren haben die Autohersteller dann Zeit, komplett auf emissionsfreie Fahrzeuge umzusatteln. Einige Autobauer haben sich bereits klare Ziele gesetzt, wann sie den vollkommenen Eintritt in die Elektromobilität erreichen wollen.

Wie es im Nicht-EU-Ausland aussieht, ist leider gar nicht so leicht herauszufinden. Verbrenner-Ausstiege sind – so wie es aussieht – im Ausland außerhalb der EU zunächst nicht vorgesehen.

Weitere Fragen zum Verbrenner-Verbot

Wenn Sie noch Fragen zu diesem brisanten Thema haben, hoffen wir, dass Sie hier eine Antwort finden können.

Kann das Verbot noch gekippt werden?

Das Verbot ist beschlossenes Gesetz und daran wird sich vorerst nichts ändern. Auch wenn Medienberichte anders klingen. 2026 könnte es im Rahmen einer allgemeinen Überprüfung der Emissionsziele der EU jedoch noch zu Änderungen kommen. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden.

Verbrenner-Verbot – Was gilt für Oldtimer?

Sie besitzen ein schickes altes Auto für die Sommermonate mit oder für Ausstellungsfahrten mit H-Kennzeichen oder rotem 07-Kennzeichen? Dann fragen Sie sich zurecht: Was bedeutet das Verbrenner-Aus für meinen Oldtimer? Immerhin impliziert das Wörtchen “Old”, dass es sich um Fahrzeuge mit Verbrennermotoren handelt.

Sollte der Plan, E-Fuels in der EU salonfähig zu machen, tatsächlich durchgesetzt werden, könnten auch Oldtimer mit den synthetischen Kraftstoffen betrieben werden. Diese würden den heute gängigen Standards flüssiger Pkw-Kraftstoffe entsprechen und wären damit auch in Oldtimern einsetzbar.

Abgesehen davon ist der Anteil an Altfahrzeugen in Deutschland recht gering, was Oldtimern ein Schlupfloch bei einer Ablehnung von E-Fuels gewährt. Sie müssen sich vorerst also keine Sorgen um Ihren guten alten Kumpanen machen.

Muss mit einem Preisanstieg bei E-Autos gerechnet werden?

Die Befürchtung einer Preissteigerung ist durch das Verbrenner-Aus aktuell nicht zu bestätigen. Experten schätzen, dass bis 2030 langstreckentaugliche Elektroautos preislich bei ähnlichen Verbrennermodellen liegen sollten. Der Antrieb sollte nicht das Problem werden, allerdings tragen externe Faktoren wie der Ukraine-Krieg oder steigende Lebenshaltungskosten auch bei den Autobauern zu höheren Kosten bei.

Das Angebot an Elektroautos ist schon reichhaltig, mit starker Tendenz nach oben. Viele Bedenken richten sich an die Reichweite von Elektroautos – unbegründet, wie wir finden, weil zwischen 200 und 900 Kilometern Reichweite so ziemlich alles dabei ist. Insbesondere Elektroauto-Pionier Tesla zeigt eindrucksvoll, dass man nicht fürchten muss, stehen zu bleiben.

Andere Hersteller sehen das Potential dieser Technik und ziehen nach. Durch die wegweisende Schnellladetechnik ist auch das Laden kein Problem mehr: Schnellladetechnik und entsprechende Schnellladestationen können hierfür geeignete Autos schon in 20 bis 40 Minuten vollladen – die perfekte Zeit für ein kleines Kaffeepäuschen.

Warum haben Benzin und Diesel ausgedient?

Die Fakten liegen auf der Hand: Bei Benzin sowie Diesel handelt es sich um endlich vorkommende Ressourcen. Sorgen um die Sicherung der Erdölversorgung macht sich die Industrie momentan noch keine, vermutet man doch, dass die Menschheit noch auf knapp 244 Milliarden Tonnen Öl in der oberen Erdkruste Zugriff hat.

Wann die Erdölquellen jedoch versiegen, darauf kann sich die Welt nicht so richtig einigen: an manchen Stellen ist von einem absehbaren Ende der Ölversorgung in 50 bis 60 Jahren die Rede, andere behaupten, die Erdölvorkommen würden noch bis zu 470 Jahre genügen.

Wann genau Schluss mit dem Öl ist, sei also dahingestellt – fest steht nur, dass der “Flaschenboden” irgendwann erreicht sein dürfte. Zwar gäbe es auf unserem Planeten nach wissenschaftlichen Erkenntnissen aus noch viel mehr Ölressourcen, die sind nach aktuellen Stand der Technik allerdings nicht förderbar.

Was wir an dieser Stelle sagen wollen: Oft sehen wir den CO2-Ausstoß beim Autofahren als den bösen Buben in der Industrie und legen gerade wegen der lokalen Emissionsfreiheit unsere Zukunftshoffnung in Elektrovehikel. An diesem Argument ist auch nicht per se etwas falsch – Gefahr für die Umwelt besteht aber schon zu früheren Zeitpunkten des Produktionsprozesses.

So können beispielsweise Bohrinseln technischen Problemen zum Opfer fallen, Öltanker erleiden regelmäßig Unfälle und sinken. Die Folge: Auch das Meer und seine Bewohner werden zu Opfern. Sowohl die Förderung als auch die Verbrennung von Erdöl setzen zudem Treibhausgase frei.

Die Alternative: Strom. Der wird bei uns in Deutschland zwar immer noch zu ca. 24% durch Kohleverbrennung und zu 13,3% aus Erdgas erzeugt, was auch nicht umweltfreundlich ist. Atomkraftwerke spielten lange ebenso eine Rolle, sind jedoch seit 15. April 2023 abgeschaltet. Das wichtige und richtige daran ist jedoch: Strom lässt sich – im Gegensatz zu Benzin und Diesel – umweltfreundlich sowie durch erneuerbare Ressourcen erzeugen und lässt beim “Verbrauch” auch keine schädlichen Stoffe entweichen.

Wenn der Plan der Bundesregierung aufgeht und eingehalten wird, soll spätestens im Jahr 2038 der Kohleausstieg erfolgen und 2050 der komplette Energiebedarf durch erneuerbare Energien gedeckt werden – Tendenz: noch früher, weil der Krieg in der Ukraine aufgezeigt hat, dass Unabhängigkeit in Sachen Energiepolitik keine schlecht Sache sein muss.

Fazit: Vielleicht ist das Elektroauto nicht das Allheilmittel für eine saubere Welt, aber ein guter und richtiger Schritt in ein modernes wie auch abgasarmes Zeitalter.