Zum Lebensretter werden: Erste-Hilfe-Kurs – Inhalte und Gültigkeit

25. Januar 2022 von

Sie fahren nichtsahnend in Ihrem Auto die Landstraße entlang. Plötzlich ein rauchendes Auto, es ist stark beschädigt. Es gibt Verletzte im Wagen, welchen Sie umgehend zur Hilfe eilen. Sie bleiben ruhig, denn Sie wissen genau, was zu tun ist. Gut, dass Sie erst vor Kurzem einen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben. Damit auch Sie in solchen Situationen so handeln können, müssen Sie wissen, wie lange der Erste-Hilfe-Kurs gilt – und wie oft sie ihn wiederholen sollten.

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Wie lange gilt ein Erste-Hilfe-Kurs?

Während die meisten sicherlich noch wissen, dass sie einen Notfallkurs abgelegt haben, ist den wenigsten vermutlich geläufig, was genau sie dabei lernten. Dennoch gilt der Schein ein Leben lang. In der Fahrerlaubisverordnung §19 wird nichts von einem Ablaufzeitraum geschrieben.

Wollen Sie also einen neuen Führerschein (zum Beispiel als Motorradfahrer:in für das Auto) erwerben aber keinen Auffrischungskurs besuchen, dürfte dem nichts im Wege stehen.

Wichtig: Ein reiner Onlinekurs genügt nicht – auch nicht zu Coronazeiten. Einige Übungen müssen vor Ort an einem Dummy erprobt werden. Auch wenn man theoretisch nur einmal im Leben einen Kurs absolvieren müsste, der im Notfall Leben retten kann, raten wir dringend dazu, Auffrischungskurse zu belegen – auch wenn man die Kosten dafür selbst tragen muss. Alle paar Jahre sein Wissen im Umgang mit Unfallopfern zu erneuern ist enorm wichtig.

Trotzdem kann es sein, dass die Behörde Ihren Erste-Hilfe-Schein ablehnt. Bis 2015 wurde der Kurs an einem Tag absolviert und war nicht besonders umfangreich. Damals gab es noch eine extra Prüfung für LKW und Bus-Fahrer, diese mussten damals ganze 16 Kurse absolvieren, während bei Bürger:innen 8 Einheiten genügten. Bescheinigungen, die vor 2015 ausgestellt wurden galten nur bis zum 21.Oktober 2017, anschließend wurde die Kurstrennung aufgehoben. Seither muss die Prüfung 9 Unterrichteinheiten beinhalten. Diese dauern je etwa 45 Minuten lang.

Sie haben den korrekten Kurs abgelegt und trotzdem weigert sich die Behörde? Dann sollten Sie auf die Rechtsklausel verweisen. Der Führerschein-Sehtest ist tatsächlich nur zwei bis drei Jahre gültig, nicht aber der Erste-Hilfe-Kurs.

Abweichende Regelungen

Für normale Autofahrer:innen ist der Kurs ein Leben lang gültig. Dennoch empfiehlt es sich – wie bereits angesprochen – alle zwei bis drei Jahre einen Auffrischungskurs zu besuchen. Gerade in Paniksituationen sind die meisten Maßnahmen nicht mehr abrufbar. Zudem gibt es auch Arbeitssituationen in denen der Schein verpflichtend erneuert werden muss.

Kursbescheinigung für Ersthelfer:innen

Sind Sie Ersthelfer:in in einem Betrieb, so gilt ihre Kursbescheinigung nur zwei Jahre lang. Anschließend müssen Sie den Erste-Hilfe-Kurs wiederholen beziehungsweise eine Fortbildung besuchen.

Der Kindernotfallkurs

Der Führerschein ist nicht der einzige Beweggrund einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren. Gerade Eltern oder Erzieher:innen sollten sich Gedanken darüber machen, einen Kindernotfallkurs zu belegen. Diese Kurse haben ebenfalls einen Umfang von 9 Einheiten.

Sind Sie Erzieher:in oder Lehrer:in ist der Kurs nur zwei Jahre lang gültig und muss anschließend aufgefrischt werden. Bei diesen Berufen tragen Sie eine hohe Verantwortung und sollten immer auf Notfallsituationen vorbereitet sein.

Wenn sich Eltern entscheiden einen Kindernotfallkurs zu besuchen, erfolgt das freiwillig. Daher ist dieser Kurs dann auch nicht mit einem Ablaufdatum versehen. Eltern dürfen selbst entscheiden, wie notfallsicher sie sein wollen.

Achtung: Der Kindernotfallkurs ist nicht mit dem Erste-Hilfe-Kurs gleichzusetzen. Zwar umfassen beide Kurse 9 Einheiten, dennoch sind die Inhalte zu verschieden.

Wo kann ich den Erste-Hilfe-Kurs absolvieren?

Wer einen Tag damit verbringt, das richtige Verhalten in Notfallsituationen zu erproben, sollte darauf achten, diesen bei einer staatlich anerkannten Ausbildungsstätte zu absolvieren. Ansonsten wird die Bescheinigung womöglich nicht anerkannt. Immerhin kosten solche Kurse zwischen 20 und 40 Euro – das möchte niemand umsonst bezahlen.

Bei diesen fünf Anbieter:innen können Sie sicher sein, dass ihre Bescheinigung angenommen wird:

  • Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
  • ADAC
  • Johanniter
  • Malteser
  • Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)

Übrigens: Diese Ausbildungsstätten bieten neben dem Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein auch Kindernotfallkurse oder spezielle Unterrichtseinheiten für Hilfe an Senioren und Haustieren an.

Praktisch: Onlinekurse gibt es mittlerweile zu Haufe. Jedoch können Sie hier nur theoretisches Wissen erlangen, für die Praxis müssen Sie wohl oder übel aus dem Haus.

Wie läuft der Kurs ab?

Nervös? Gerade Jugendliche, die den Notfallkurs während ihrer Führerscheinausbildung absolvieren, sind vermutlich interessiert daran, was genau Sie erwartet. Zunächst einmal die Grundlagen: es wird theoretische und praktische Einheiten geben. Ziel des Kurs ist es, die Teilnehmer:innen auf Notfallsituationen vorzubereiten und dafür zu sorgen, dass sie schnell und korrekt reagieren.

Immer mit dabei sind folgende Einheiten:

  • Eine Einführung in die Gesetzeslage: Wer einen Unfall sieht, ist verpflichtet zu helfen. Ansonsten macht man sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar. Eine Geld- oder Freiheitsstrafe sind mögliche Folgen.
  • Die Rettungskette: Welche Lebensrettenden Maßnahmen sollten Sie wann ergreifen?
  • Am Unfallort: Welches Verhalten ist korrekt?
  • Genau hinschauen: Wie kann man Bewusstseinsstörungen erkennen?
  • Im Detail: Erste Hilfe bei Knochenbrüchen, Blutungen oder Schock
  • Die Königs-Disziplin: Lebensrettende Maßnahmen erproben

Die Rettungskette beinhaltet folgende Tätigkeiten:

  • Absichern der Unfallstelle: Sie müssen die Warnblinkanlage einschalten, das Warndreieck aufstellen und andere Fahrer:innen auf den Unfall aufmerksam machen.
  • Personen aus dem Gefahrenbereich bringen: Gerade wenn das Fahrzeug Feuer gefangen hat, sollten Sie dafür sorgen, dass sich alle Personen außerhalb des gefährlichen Bereiches befinden.
  • Notruf betätigen: In ganz Europa erreichen sie den Notarzt unter der Nummer 112. Am Telefon müssen sie dann die W-Fragen beantworten (Wo ist das Unglück passiert? Was ist passiert? Wie viele Menschen sind verletzt? Welche Verletzungen haben sie?).
  • Erste Hilfe leisten: Je nachdem, welche Symptome das Unfallopfer zeigt, müssen Sie sich nun an die Praxisteile des Kurses erinnern und die Person gegebenenfalls in die stabile Seitenlage bringen oder eine Herz-Lungen-Massage starten.
  • Warten: Bis der Rettungswagen auftaucht, sollten Sie am Unfallort bleiben, die Unfallopfer verarzten und gegebenenfalls beruhigen.
  • Krankenhaus: Hier sind Sie weitgehend aus dem Schneider. Jetzt übernehmen Krankenpfleger:innen.

Lebensrettende Maßnahmen

Steht es richtig schlecht um die Unfallopfer, benötigen Sie die Königs-Disziplin, Sie müssen ein Leben retten – oder es zumindest versuchen. Diese zwei Tätigkeiten sind nun essenziell:

  • Herz-Lungen-Wiederbelebung: Sollte das Unfallopfer nicht mehr atmen, müssen Sie sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Ist ein Defibrillationsgerät in der Nähe, können Sie dieses benutzen und einfach den Sprachanweisungen folgen. Ohne das Gerät müssen Sie eine Herzdruckmassage durchführen.
  • Stabile Seitenlage: Drehen Sie die verletzte Person auf die Seite. So kann sie besser atmen und erstickt nicht an Erbrochenem oder Blut.

Weitere Unterlagen für den Führerschein

Der Notfallkurs ist nicht der einzige Schein, den Sie erwerben müssen, wenn Sie legal Autofahren wollen. Normalerweise wird auch ein Sehtest benötigt. Dieser muss relativ neu sein, maximal zwei Jahre alt.

Hinzu kommt ein biometrisches Passbild. Wollen Sie LKW-Fahrer:in werden ist zudem eine ärztliche Bescheinigung über Ihre geistige und körperliche Fitness vorzulegen.

Jugendliche, die noch vor der Volljährigkeit einen Führerschein erwerben, müssen darüber hinaus eine Kopie des Führerscheins und des Personalausweises der Begleitperson abgeben.