Alkohol-Wegfahrsperre 2022: Diese Assistenzsysteme sind in Neuwagen Pflicht

Ab 2022 müssen nach neuen EU-Vorschriften alle Neuwagen mit spezifischen Assistenz- und Sicherheitssystemen ausgestattet werden. Wir geben einen Überblick, welche Ausstattung verpflichtend wird.

Bereits im November 2019 hatten sich die EU-Staaten auf verbindliche Sicherheitssysteme für Neuwagen ab 2022 geeinigt. Befürchtungen, künftig vor jeder Fahrt in ein Röhrchen für den Alkoholtest pusten zu müssen, sind allerdings unbegründet.

Diese Assistenzsysteme sind in jedem Fall ab 2022 mit an Bord:

  1. Vorrichtung zum Anschluss einer Alkohol-Wegfahrsperre
    Lediglich die Schnittstelle ist gemäß den neuen EU-Vorschriften verpflichtend. So verfügen künftig alle Neuwagen über die Möglichkeit, im Bedarfsfall eine Alkohol-Wegfahrsperre einzubauen. Damit bleibt die EU hinter den Forderungen der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zurück, die derartige Alkohol-Interlock-Systeme verbindlich einführen wollte.
  2. Intelligent Speed Assistance
    Technisch längst in modernen Neuwagen als adaptiver Tempomat vorhanden, soll ab 2022 eine automatische Tempobeschränkung folgen. Mithilfe einer Verkehrszeichenerkennung soll diese den Fahrer bei Überschreitung des Tempolimits akustisch und optisch warnen sowie bei längerem Übertreten gegebenenfalls die Geschwindigkeit drosseln. Überholvorgänge bleiben davon unbetroffen und sind mit voller Motorleistung möglich.
  3. Müdigkeitserkennung
    In den meisten Fahrzeugen bereits gängig, wird die Müdigkeitserkennung mit Analyse des Fahrverhaltens und akustischer sowie optischer Pausen-Empfehlung ab 2022 zur Pflicht für Neuwagen.
  4. Ablenkungserkennung
    Hinzu kommt eine erweiterte Ablenkungserkennung. Ein derartiges kamerabasiertes System, das unter anderem die Blickrichtung des Fahrers erkennt, hatte Volvo bereits 2019 vorgestellt.
  5. Notbremslichter
    Gemeint ist hiermit vermutlich das automatische, schnelle Blinken der Warnblinkanlage während einer Gefahrenbremsung, wie es bereits von den meisten modernen Autos bekannt ist.
  6. Notbremsassistent
    Ebenfalls verpflichtend wird ein Notbremssystem für Neuwagen. Aktuell ist dieses System in verschiedenen Geschwindigkeitsbereichen erhältlich. Unklar ist, ob lediglich ein City-Notbremsassistent für niedrige Geschwindigkeiten oder auch ein System für hohes Tempo gefordert wird.
  7. Antikollisionssystem beim Rückwärtsfahren
    Analog zum Notbremsassistenten soll auch ein System beim Rückwärtsfahren ab 2022 serienmäßig an Bord sein. Damit werden vor allem Unfälle beim Ausparken mit schlechter Einsehbarkeit der Straße verhindert.
  8. Spurhalteassistent
    Mit dem Spurhalteassistenten wird ein beliebtes Ausstattungsmerkmal zur Serie, das beim unbeabsichtigten Verlassen der Fahrspur mit Lenkeingriff reagiert. Ein System, das zudem eigenständig der Fahrspur folgt, ist im Rahmen der EU-Vorschriften nicht zu erwarten.
  9. Unfalldatenspeicher
    Mit einem Unfalldatenspeicher erhält die typische “Black Box” aus Flugzeugen Einzug in den Straßenverkehr. Damit lassen sich im Nachhinein Unfälle leichter rekonstruieren.
  10. Erweiterung von Kopfaufprall-Schutzbereichen
    Der Unfallschutz für Fußgänger und Radfahrer soll verbessert werden. Besonders in Bereichen, in denen im Normallfall der Kopfaufprall stattfindet werden die Anforderungen der Crashtests verschärft. Das soll zu erhöhter passiver Sicherheit und einem besseren Personenschutz der Karosserie beitragen.
  11. Präzise Reifendrucküberwachung
    Die Reifendrucküberwachung ist ein sinnvolles Feature, solange sie reibungslos funktioniert und unheimlich lästig, wenn sie es nicht tut. Ab 2022 ist sie in jedem Fall in allen neuen Fahrzeugen vorhanden und informiert den Fahrer mit entsprechender Anzeige im Display oder einer Warnung über den vorhandenen Reifendruck.

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