Skoda Octavia RS Test

Athletischer Kombi mit mächtig Power

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Großzügiges Platzangebot
  • Souveräne Turbobenziner
  • Fairer Preis
  • Allradantrieb nur im Diesel
  • Straffes Abrollen
  • Nur 2 Jahre Garantie

35.140 € Preisklasse

5 Sitze

6,4 l/100km

Test

Lässt sich in Ihrem Sportwagen oder Cabrio ein Kinderwagen bequem verstauen? Eben. Rückt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht immer mehr in den Vordergrund, wenn der Nachwuchs endlich da ist? Eben. Wollen Sie als Papa weiterhin sportlich unterwegs sein? Dann sind Sie hier richtig.

Der Octavia RS bringt als Limousine oder Combi den Kinderwagen unter schafft auch schnelle Kurven – und das zum fairen Preis. Mit hoher Alltagstauglichkeit und großem Raumangebot hat er den Konkurrenten Ford Focus ST und Seat Leon Cupra so manches voraus.

Vom Motor des4,69 Meter lange und bis zu 250 km/h schnelle Kombi, der bis zu 245 PS leistet, kann man ebenfalls einiges erwarten: Mit den Benzinern ist er kräftig, aber nicht übermotorisiert, mit dem Dieselmotor, den man auch mit Allradantrieb bestellen kann, durchzugsstark, elastisch und sparsam.

Das Fahrwerk, das straffer abgestimmt ist als in der braven Octavia Limousine und im geräumigen Octavia Combi, bietet zwar keinen Komfort ohne Fehl und Tadel, aber einen guten Kompromiss.

Der im Jahr 2013 eingeführten dritten Generation des Octavia RS verpasste Skoda 2017 ein Facelift. Damit bekam der RS nicht nur das Vieraugengesicht und neue Voll-LED-Scheinwerfer mit adaptivem Leuchtsystem unter die Haube, sondern auch neue Assistenz- und Infotainmentsysteme.

Was der Skoda Octavia RS als Familienwagen und Sportler taugt, was er an Platz, Kofferraum, Motoren, Sicherheit und Ausstattung anzubieten hat, das offenbart sich, wenn man sich genau mit seinen Stärken und Schwächen auseinandersetzt.

Sportlichkeit und viel Raum bilden hier keinen Gegensatz. Das Platzangebot fällt im Octavia RS vorne wie hinten großzügig und im Kofferraum üppig aus. Das gilt für die Limousine und noch mehr für die familientauglichere Kombiversion.

Das Interieur

Das Cockpit kommt in der Qualität und der Solidität der Verarbeitung einem Wagen er Konzernmutter VW nahe, auch wenn es im Octavia RS etwas weniger gediegen aussieht.

Das Interieur ist in Schwarz gehalten. Schwellerleisten mit RS-Logo, Kontrastnähte in Rot und Grau, das Sportlenkrad und die Alupedale sorgen für eine sportliche Atmosphäre und die RS-Sportsitze, die der Kunde auch mit Alcantara-Bezug bestellen kann, dafür, dass man mit mehr Seitenhalt bequemer sitzt.

Bei der Bedienung gibt einem der Octavia mit den Tasten und Schaltern und auf dem bis zu 9,2 Zoll großen Touchscreen keine schweren Rätsel auf. Die Bedienung gelingt intuitiv, denn sie ist einfach und klar gehalten. Um die Rundumsicht ist es nur in der Limousine wegen der breiten hinteren Dachsäulen schlechter gestellt. Der Tipp lautet also hier ganz klar: Rückfahrkamera!

Im Fond sitzt man im Octavia RS grundsätzlich gut, in der Kombivariante als langer Erwachsener aber noch etwas besser. Hier steht ein wenig mehr Kopffreiheit als in der Stufenheckversion zur Verfügung.

Der Kofferraum

Und auch vom Gepäckraum hat die Kombiversion, bei der sich die Heckklappe optional auch elektrisch öffnet, so ihre eindeutigen Vorteile. Mit einem Gepäckraumvolumen von 610 bis 1.740 Litern übertrifft der Octavia Combi die Limousine (590 bis 1.580 Liter). Zudem erleichtern die niedrigere Ladekante und die längere Ladefläche das Laden.

Und auch im Vergleich zur Konkurrenz ist der Octavia RS top, was die pfiffigen Lösungen (dazu später mehr) und das Kofferraumvolumen angeht: Schon die Limousine bietet mehr Platz als die Kombis Seat Leon ST Cupra (587 bis 1.470 l) und Ford Focus ST Turnier (490 bis 1.516 l). Sollen mit dem Octavia Anhänger gezogen werden, dürfen diesebis zu 1,8 Tonnen wiegen.

Der Octavia RS ist ein straffer Kompromiss zwischen sportlichem Fahrwerks-Setup und Komfort. Er liegt um 15 mm tiefer als der normale Octavia ohne Sportfahrwerk und verfügt über eine 30 mm breitere Spur.

Die sportive Abstimmung nützt dem RS wie der Sportmodus und die bis zu 19 Zoll großen Räder, wenn es schnell durch die Kurve geht. Dann liegt der Tscheche satt und sicher auf der Straße und man freut sich schon auf die nächste flotte Biegung.

Dem Komfort nützen die im RS serienmäßigen 18-Zoll-Räder und im RS 245 serienmäßigen 19-Zoll-Räder jedoch nicht. Damit rollt der RS, besonders in der Stellung „Sport“, trocken, kernig und ziemlich laut ab. Und er ringt bei Nässe und Vollgas in engen Kehren um die Traktion.

Die elektrohydraulische Vorderachsquersperre des Octavia RS 245 sorgt dabei für noch mehr Grip beim Herausbeschleunigen als die im 230 PS starken RS allein arbeitende elektronische Vorderachssperre XDS+, die mit situativen Bremseingriffen arbeitet.

Einen weiteren Traktionsvorteil haben die Diesel: Im Gegensatz zum Octavia RS TDI erhält man den Octavia RS und RS 245 nicht mit Allradantrieb.

Benzinmotor oder Diesel? RS-Fahrer in spe, die sportlich fahren wollen, stellen sich diese Frage nicht. Sie fahren Benziner.

Die Benziner

Ein Benzinmotor passt am besten zum sportlichen Charakter des Octavia RS. Zwei Vierzylinder-Aggregate werden angeboten: der 2.0 TSI mit 230 PS und der 2.0 TSI mit 245 PS.

Schon die 230-PS-Maschine macht der Limousine und dem Kombi mit 350 Nm Drehmoment ordentlich Dampf. Zwar gönnt sich der Turbo eine kleine Pause, aber dann beschleunigt er die 1,4 Tonnen in 6,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und in einem kraftvollen Zug weiter bis zur Höchstgeschwindigkeit von 248 km/h. Das heißt, solange man das empfehlenswerten manuellen Sechsganggetriebe hat. Mit dem DSG (Doppelkupplungsgetriebe) dauert es aber auch nur ein, zwei Zehntel kürzer – verschmerzbar.

Im Octavia RS 245, der 245 PS und 370 Newtonmeter mobil macht, fährt man gegenüber dem RS einen kleinen Vorsprung heraus, wenn er in 6,6 Sekunden Tempo 100 überschreitet und mit 250 km/h davondüst – mit sportlicherem Klang im Sportmodus.

Ein Verbrauch von 6,4 bis 6,6 Liter/100 km genügt auf dem Papier. In der Praxis sind es rund zwei Liter mehr und wenn man den RS scheucht, fließt auch mal doppelt soviel aus dem 50-Liter-Tank – moderner Motor, alte Lehre: Ein Turbomotor säuft, wenn man ihn tritt.

Die Diesel

Ein Diesel säuft fast nie. Deshalb denken Langstreckenfahrer vielleicht doch über den Dieselmotor im Octavia RS nach. Etwas besseres gibt es, Hybrid hin, Elektro her, trotz aller Diskussionen heute noch nicht, um mit viel Kraft lange Strecken mit wenig Verbrauch abzuspulen.

Der 2.0 TDI im RS leistet 184 PS und sendet schon früh 380 Nm an die zwei oder vier Antriebsräder. So motorisiert spurtet der Octavia RS in 7,6 bis 7,9 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 232 km/h erreicht, der Tank ist mit dem braven Werksverbrauch von 4,5 bis 5,1 Liter weit später leer als mit den Benzinern.

Der Octavia RS war schon bei der Präsentation 2013 ein sicheres Fahrzeug, aber seit dem 2017er Facelift verfügt er über weitere Fahrerassistenzsysteme.

Zu den Systemen, die bei der Überarbeitung 2017 dazu kamen, gehören der Frontradarassistent mit Personenerkennung und City-Notbremsfunktion, der Auspark-, Rangierbrems-, Anhängerrangier- und der Spurwechselassistent.

Der Frontradarassistent löst im Notfall im Bereich zwischen 10 und 60 km/h eine Notbremsung aus, wenn ein Fußgänger den Kurs des Fahrzeugs gefährlich zu kreuzen droht. Nähert sich ein anderes Fahrzeug rasch von hinten oder befindet es sich im toten Winkel, leuchtet eine Warn-LED im Gehäuse des betreffenden Außenspiegels auf.

Der Ausparkassistent sichert das Rückwärtsausparken aus Querparklücken oder Einfahrten ab und er bremst wie auch der Rangierbremsassistent vor Hindernissen automatisch ab.

Der Anhängerrangierassistent (Trailer Assist) macht das Rückwärtsrangieren mit einem Gespann bequemer und sicherer. Das Gleiche gilt für den Parklenkassistenten, den Spurhalteassistenten, die Müdigkeitserkennung, die Verkehrszeichenerkennung und den Fernlichtassistenten.

Im ADAC-Bremstest kam der Skoda Octavia Combi RS bei der Vollbremsung aus 100 km/h nach 35,7 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Sprechen wir erst einmal vom Preis-Cleverness-Verhältnis, denn gäbe es dafür eine Auszeichnung, der Skoda Octavia bekäme sie verliehen.

Die Gründe dafür sind so vielfältig. Sei es der Regenschirm unter dem Beifahrersitz, die Halterung für die Warnweste unter dem Fahrersitz, der Tickethalter an der A-Säule, der mobile Abfallbehälter für die Türverkleidung oder der Flaschenhalter, in dem sich der Flaschenboden verzahnt, sodass sich die Flasche mit nur einer Hand öffnen lässt …, der Octavia überrascht mit außergewöhnlich vielen schlauen Lösungen.

Dazu gehören auch der Eiskratzer in der Tankklappe, die zwei USB-Anschlüsse im Fond zum Laden des Smartphones, die vom Kofferraum aus umklappbaren Rücksitzlehnen und die Kofferraumwendematte mit gummierter Unterseite für den Transport von nassen und schmutzigen Gegenständen.

Im Combi RS kommen neben dem Üblichen (Gepäcktrennnetz, vier Taschenhaken und der 12-Volt-Steckdose im Gepäckabteil) eine herausnehmbare LED-Taschenlampe im Laderaum, der variable Ladeboden sowie eine Multifunktionsablage unter der Kofferraumabdeckung hinzu.

Auch für das Infotainment, vom Einstiegssystem Bolero mit 8-Zoll-Touchscreen bis zum Topsystem Columbus mit 9,2-Zoll-Bildschirm, ist gut gesorgt. Online geht es über einen WLAN-Hotspot mit einem optionalen LTE-Modul und Apple CarPlay, Android Auto oder MirrorLink.

Auch sonst präsentieren sich der RS und RS 245 mit guter Ausstattung, von LED-Scheinwerfern bis zur Klimaautomatik, zu einem fairen Preis. Damit sind die beiden Sportler zwar die teuersten Octavia-Modelle, aber trotzdem preiswert.

Zusammenfassung

Soll es eine geräumige, sportliche Limousine sein, empfiehlt sich der RS mit einem Turbobenziner. Wird ein flottes Familienauto gesucht, gibt es nur eine Wahl: den praktischen, variablen und starken Combi mit seinen vielen cleveren Alltagslösungen.

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