SEAT Leon Sportstourer Testbericht

Der Sportstourer – Kurzform: „ST“ – ist der größte und praktischste Leon. Das war in der ersten Generation so, und so ist es auch in der zweiten.

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Was gut ist

  • Überdurchschnittliches Raumangebot
  • Guter Komfort
  • Präzises Schaltgetriebe

Was nicht so gut ist

  • Teils umständliche Bedienung
  • Teils einfaches Hartplastik
  • Keine Variante mit Allradantrieb

SEAT Leon Sportstourer: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?

Bewertung des SEAT Leon Sportstourer

Der Seat Leon, der im Jahr 1999 vorgestellt wurde, ist in der vierten Generation mittlerweile eine feste Größe auf dem Markt geworden. Noch mehr reale Größe bietet seine Kombiversion Sportstourer, deren erste Generation im Jahr 2013 als Leon Sportstourer auf den Markt kam. Nun steht die zweite Generation des Leon Kombi im Handel.

Länger heißt geräumiger

Mit jetzt 4,64 Meter Länge und 620 Liter Kofferraumvolumen bietet der neue Leon Sportstourer deutlich mehr Platz im Innen- und Kofferraum. Das macht den Spanier, der auf viel deutsche Technik zurückgreift, im Vergleich zu den Konkurrenten, einem Ford Focus Turnier, Hyundai i30 SW oder VW Golf Variant, kompetitiver denn je.

Das Design des Leon Sportstourer wandelt mit der sportiv-geduckten Optik auf den Pfaden des Vormodells, definiert sich an Front und Heck aber neu. Die Kantigkeit des ersten ST: Es war einmal. Die Motorhaube wölbt sich bullig. Das Heck, das manche von seiner Formgebung an Renault und andere wegen dem durchgehenden LED-Leuchtenband an Porsche erinnert, macht den Hauptunterschied.

Auch unter der Karosseriehülle tat sich viel. Die neue Plattform MQB Evo aus dem Volkswagen Konzern, auf der auch der Golf 8 aufbaut, kommt jetzt auch dem Seat Leon Kombi zugute. Dies sorgt für das erwachsene Platzangebot und die Fortschritte bei Sicherheit und Infotainment, das im Leon Sportstourer mit Digitalinstrumenten und Touchscreen aufspielt.

Auch das Fahrwerk hat dank der neuen Plattform an Komfort gewonnen. Ob das Handling im Leon Sportstourer II so südländisch-leichtfüßig von der Lenkung und Kurvenlage wie im  Leon Sportstourer I ist, verrät unser Test samt Kaufberatung vom neuen Leon Sportstourer.

Der Seat Leon Sportstourer der Generation 2 hat gute Anlagen, den Erfolg des 2013 lancierten Leon ST fortzuführen. Warum? Auf diese Frage gibt der neue Leon Sportstourer lauter gute Antworten, angefangen vom Motorraum bis hin zum Gepäckraum.

Vorne unter der nicht mehr kantigen, rundlich-bulligen Haube arbeitet neben den bekannten Drei- und Vierzylinderturbomotoren ein Mild Hybrid und ein brandneuer Plug-in-Hybrid. Im Cockpit blickt man auf das moderne, von VW bekannte Digitalcockpit. 

Die umfassende Sicherheitsvorsorge und das zeitgemäße Infotainment haben ebenso mit Volkswagens MQB Evo Konzernplattform zu tun, die sich der im spanischen Seat Werk Martorell produzierte Leon Sportstourer mit den Neuauflagen von Audi A3 und VW Golf teilt. 

Eine gute Entscheidung

Am Seat Leon Sportstourer hat sich so viel geändert, dass er heute eine noch bessere Entscheidung ist, als er es früher schon war. Die zweite Generation von Seats Kombi hat fast in allen Kriterien, egal ob beim Raumangebot, Komfort oder den Motoren, zugelegt, – Hola, hola, Sportstourer!

Wie viel kostet der SEAT Leon Sportstourer?

Das SEAT Leon Sportstourer Modell hat eine UVP von 24.330 € bis 39.860 €. Mit carwow können Sie jedoch im Durchschnitt 4.670 € sparen. Die Preise beginnen bei 21.554 € für Barzahlung.

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In der Haftpflichtversicherung ist der SEAT Leon Sportstourer wirklich günstig unterwegs. Schon ab Typklasse 11 steigt der Kombi abhängig von der Motorvariante ein und die Typklassen bleiben bis maximal Klasse 16 ebenfalls niedrig.

Nicht ganz so gut, aber noch immer passabel sieht es für die Teilkasko mit den Typklassen 17 bis 23 aus. Gleiches gilt für die Einstufung der Vollkasko bei 18 bis 23.

Leistung und Fahrkomfort

Dass der Seat Kombi gut um die Kurve geht, liegt auch daran, dass er als Benziner mit 1,3 bis 1,4 Tonnen fürs Format nicht viel wiegt. Mit den optionalen 18-Zoll-Rädern und dem Dynamic-Paket samt adaptiver Dämpfer verbessert sich dies noch.

Tendenziell liegt der Seat Leon Sportstourer im Vergleich zu den Plattformvettern Golf Variant und Octavia Combi leicht straff auf der Straße. Dadurch bereitet er das Quäntchen mehr Fahrspaß, für den die spanische Marke steht. Dass der Spanier heute zu 100 Prozent Deutscher ist, bemerkt man im Motorraum.

Super Schaltung

Alle Motoren kommen von VW und Audi. Sie leisten im Seat Leon Sportstourer zwischen 90 und 204 PS. Der Einstiegsmotor ist ein nicht immer leiser Dreizylinder. Der Topmotor, der Plug-in-Hybrid, verbraucht am wenigsten. 
Der bekannte 1,0-Liter-Dreizylinderturbo steht im Leon Sportstourer in seiner 90 PS-Version im Angebot. 90 PS gegen 1,3 Tonnen. Das klingt nach Arbeit. Der kleine Dreizylinder, der immerhin 175 Newtonmeter Drehmoment entwickelt, dreht quirlig hoch, aber er muss mit dem Schalthebel bei Laune gehalten werden.

Weniger drehzahlabhängig und lässiger geht es mit mehr Zylindern, Hubraum und Leistung mit dem 1.5 TSI voran, der mit einer Zylinderabschaltung – Umschalten von Vier- auf Zweizylinderbetrieb bei niedriger Last – und mit Mild Hybrid-Technik Kraftstoff spart.

Die Verbrauchswerte des 130 oder 150 PS starken 1,5-Liter-Vierzylinders, der mit 200 und 250 Newtonmeter mehr Drehmoment und Durchzugskraft entwickelt, unterscheiden sich von denen des Einstiegsmotors nur unwesentlich und pendeln in der Praxis um die sieben Liter Super. In der Spitze geht es mit 221 km/h aber deutlich flotter und souveräner auf der Autobahn voran.

Und das am besten mit dem manuellen 6-Gang-Schaltgetriebe, das Laune macht. Es schaltet sich auf kurzem Weg, leichtgängig und präzise.

Der immer mit dem 6-Gang-DSG liierte Plug-in-Hybrid mobilisiert im Leon Sportstourer 1.4 e-Hybrid maximal 350 Nm und 204 PS. Der 1,4-Liter-Vierzylinder steuert 150 PS bei und der Elektromotor kurzzeitig 115 PS. 

Preis-Leistungs-Laster? 

Und die Preis-Leistung? Auch wenn der Einstieg im Seat Leon Kombi mit über 20.700 Euro heute teurer ist, als bei der Premiere im Jahr 2013, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. 

Das DSG-Getriebe sollte man im 130- oder 150-PS-Benziner nicht vermissen, weil das im 1.5 TSI serienmäßige 6-Gang-Schaltgetriebe so klasse zu schalten ist. Das optionale Dynamic-Paket für rund 900 Euro ist eine empfehlenswerte Anschaffung, weil das Handling damit gewinnt. Egal, was man macht, mit der Entscheidung für den Seat Kombi spart man gegenüber dem Golf Kombi einige Euro – daran hat sich, und das ist gut so, nichts geändert.

Platz und Praxistauglichkeit

Der größte und fühlbarste Vorteil der neuen Plattform ist mehr Platz. Weil der neue Leon Sportstourer den alten Leon ST mit 4,64 Meter Länge um 10 Zentimeter und den Leon um fast 30 Zentimeter überragt, fühlt er sich im Innenraum geräumiger und luftiger an. Im Radstand überbietet er sogar der Deutschen liebstes Kombimobil, den Golf Variant. Der misst 2,67 Meter im Radstand. Der Leon Sportstourer schiebt zwischen den Achsen mit 2,69 Meter nochmals zwei Zentimeter nach.

Die spürt man vor allem auf der Rückbank. Kniefreiheit ist nicht das Problem, denn der Sportstourer hat die Lösung. Davon profitiert der Platz vor den Knien, der es auch Erwachsenen bequem macht. 

Die Beine sollten nur nicht zu lang sein. Allerdings nicht wegen der Beinfreiheit, sondern wegen dem Kontakt zum Sitzpolster. Die Kombikarosserie baut tief, weil Seat vor Jahren die Rolle der sportiven Marke im VW Konzern übernommen hat. Daraus resultiert eine tiefe Sitzposition auf der Rückbank und der Fakt, dass die Oberschenkel von Langbeinigen nicht ganz auf den Polstern der Sitzbank aufliegen – was bei langer Fahrt unbequem sein kann. 

Neben dem luftigen Innenraum erlebt man im Kofferraum die nächste, positive Überraschung. Der Kofferraum, der vorher schon im Leon ST groß war, hat nochmals zugelegt. Um 33 Liter auf 620 Liter. Damit sticht der Leon Sportstourer viele andere Kombis in seiner Klasse aus – selbst den sehr geräumigen Golf Variant.  

Gut, in einen Skoda Octavia Combi – dem Platzhirsch im Kombikonzert –  passt mit 640 bis 1.700 Liter noch mehr hinein (Seat: 1.600 Liter maximal), aber besser fuhr man in einem Seat Kombi noch nie beim Gepäck, wie mit dem neuen Modell.

Auch, weil das neue Fahrwerk im Leon Sportstourer komfortabler mit der Straße interagiert. Es erweist sich in Fahrt als harmonisch abgestimmt, ohne die für Seat so typische Leichtfüßigkeit beim Einlenken aufzugeben. 

Innenraum, Infotainment und Ausstattung

Und die Bedienzentrale? Das Cockpit wirkt, typisch Seat, puristisch, aber nicht so nordisch-unterkühlt wie in einem VW. An der Ablesbarkeit der Instrumente gibt es nichts auszusetzen. An der Materialgüte mancher Kunststoffteile im gut verarbeiteten Interieur aber schon. Und auch die Bedienung überzeugt nicht ganz.

Hier holt den Seat, der in der Vergangenheit mit wenigen Schaltern für Klarheit bei der Bedienung stand, die Moderne ein. „Modern“ heißt nicht immer besser. Etwa beim Einstellen der Lautstärke, der Klimatisierung oder des Fahrmodus mit den Fingerkuppen auf dem Touchscreen. Das erfordert Konzentration oder eine ruhige Hand. Oder beides zusammen. Mit einem Dreh oder einem Druck auf den Schalter ginge das schneller von der Hand, aber warum einfach, wenn‘s auch kompliziert geht? 

Vorteilhaft ist dagegen, dass man vieles im Leon auch mit dem Sprachassistenten erledigen kann, etwa die Einstellung der Temperatur oder des Radiosenders. Eigenartig ist es allerdings, dass man die Sprachsteuerung mit einem "Hola, Hola!" aktivieren soll.

Am Infotainment gibt es nicht viel auszusetzen, außer, dass vieles wie die Connect Online-Dienste, das Digitalradio (DAB+), die kabellose Ladestation fürs Smartphone, die Einbindung über Apple CarPlay/Android Auto, das Beats Soundsystem und die 3D-Navigation in der günstigsten der vier Ausstattungslinien extra kostet – das ist allerdings normal und bei anderen Marken auch so.

Kraftstoffverbrauch, CO2-Ausstoß und Abgasnorm

Wenn das Ladekabel des Plug-in Hybrids genutzt wird und der 12,8-kWh-Lithium-Ionen-Akku mit 2,3 kW in 5:48 Stunden oder mit 3,6 kW in 3:42 Stunden täglich geladen wird, spart das am meisten.

Dann fährt man mit dem Leon Sportstourer 1.4 e-Hybrid bis zu 70 Kilometer rein elektrisch und das mit einem Kraftstoffverbrauch von idealerweise 1,2 bis 1,3 Liter/100 km. Nutzt man das Ladekabel jedoch nicht oder fährt man hauptsächlich Langstrecke, dann macht der Plug-in-Hybrid, der mit knapp 1,7 Tonnen über 300 Kilogramm mehr als der Sportstourer mit dem Basismotor wiegt, nicht wirklich Sinn, der Diesel dafür um so mehr.

Der 2,0-Liter-Diesel ist ein Klassiker im Motorraum in Modellen von VW, Audi, Skoda und Seat und ganz klar der Favorit für Langstrecken. Er schaufelt mit satten 360 Nm, die schon ab 1.700 Umdrehungen zur Verfügung stehen, reichlich Drehmoment an die Vorderachse und begnügt sich im Alltag, ohne dass man dafür besonders sparsam fahren muss, mit fünf bis sieben Litern Diesel – abhängig vom Gasfuß.   

Sicherheit und Schutz

Eine eigene Wertung im Euro NCAP abseits des Kompaktmodells SEAT Leon erhält der Sportstourer nicht. So gelten auch für den Kombi die vollen fünf Sterne, welche die kleinere Variante dort erreichte. Der Insassenschutz überzeugte dabei auf ganzer Linie sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.

Bei einem möglichen Aufprall mit ungeschützten Verkehrsteilnehmenden trübten die steifen Karosserieteile rund um die Windschutzscheibe das Testergebnis. Beim Thema Sicherheitsunterstützung erreichte der Leon Sportstourer mit seinen Assistenzsystemen ein insgesamt gutes Ergebnis, obwohl die Geschwindigkeitsassistenz nicht komplett überzeugte.

Zuverlässigkeit und Probleme

Der SEAT Leon Sportstourer ist schon seit mehreren Generationen am Markt und gilt insofern als ausgereift. Das zeigt sich auch bei der Zuverlässigkeit. Für die aktuelle Generation gab es bislang lediglich eine Rückrufaktion für Modelle aus dem Bauzeitraum zwischen September 2020 und Januar 2022. Dabei wurde eine fehlerhafte Sicherung getauscht, um das Risiko eines Kurzschlusses zu minimieren.

An Garantie gibt es auf den SEAT Leon Sportstourer lediglich die gesetzlich vorgeschriebenen zwei Jahr auf das gesamte Fahrzeug.

SEAT Leon Sportstourer FAQs

Die Wahl fällt zwischen dem 5-türigen Fließheck und dem 5-türigen Kombi und im Motorraum zwischen Benziner, Mild-Hybrid, Plug-in-Hybrid oder Diesel.

Das Einstiegsmodell des Seat Leon Sportstourer kostet rund 24.000 Euro.

Das Einstiegsmodell des Seat Leon Sportstourer kostet rund 24.000 Euro.

Der Leon Plug-in-Hybrid und ein Mild-Hybrid sind bereits auf dem Markt und bestellbar.

Der Leon ST, der heute Leon Sportstourer heißt, ist 4,64 Meter lang.

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