Kurzzeitkennzeichen: Alle Infos auf einen Blick

19. November 2021 von

Neben dem klassischen Standard-Eurokennzeichen gibt es eine ganze Reihe von speziellen Sonderkennzeichen, die je nach Situation beantragt werden können oder deren Nutzung sogar gesetzlich vorgeschrieben wird. Unter diese Kategorie fällt auch das Kurzzeitkennzeichen. Wir haben die wichtigsten Infos zu diesem Kennzeichentyp für Sie!

⏰  Kurz zusammengefasst

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Was ist ein Kurzzeitkennzeichen?

Das Kurzzeitkennzeichen wird im Volksmund auch “gelbes Kennzeichen” genannt. Verwendet wird es zu Probe- und Überführungsfahrten innerhalb Deutschlands. Haben Sie ein Fahrzeug gekauft und können oder möchten dieses nicht zu sich nach Hause liefern lassen? Oder verkaufen Sie privat ein Auto, und möchten eine Probefahrt anbieten, obwohl das Auto schon abgemeldet ist? Dann benötigen Sie ein Kurzzeitkennzeichen, damit das Fahrzeug über deutsche Straßen bewegt werden darf, bevor Sie es an Ihrem Wohnort mit einem Standard-Kennzeichen zulassen können.

Quelle: Allianz Direct

Man erkennt das Kurzzeitkennzeichen am gelben Feld am rechten Rand. Dort steht das Datum, bis zu welchem das Kennzeichen gültig ist, auf Tag, Monat und Jahr genau. Am linken Rand sieht man wie beim Standardkennzeichen die Stadt- oder Landkreisabkürzung, daneben eine Nummer, welche immer mit 03 oder 04 beginnt. Das Eurofeld fehlt, denn das Kurzzeitkennzeichen ist nur für Fahrten innerhalb Deutschlands zugelassen, weshalb das Eurozeichen hier nicht nötig ist.

Das Kurzzeitkennzeichen hat eine maximale Gültigkeit von fünf Tagen, Samstage und Sonntage sind eingeschlossen. Damit Sie ein Fahrzeug vor dem Kauf Probe fahren können, ist ein Kurzzeitkennzeichen eine gute Sache. Doch die Fahrt mit dem gelben Kennzeichen ist nur dafür da, um die Gebrauchsfähigkeit bei stillgelegten oder abgemeldeten Fahrzeugen festzustellen. Möchte man das Fahrzeug an den eigenen Wohnort überführen, kann man das innerhalb von fünf Tagen machen, das Auto ist in dieser Zeit allerdings lediglich durch eine Kfz-Haftpflichtversicherung geschützt.

Außerdem ist das Kennzeichen an ein bestimmtes Fahrzeug gebunden und kann nicht auf ein anderes übertragen werden. Ist der Zweck des Kennzeichens erfüllt, kann nach Ablauf die gelbe Nummer entweder behalten oder entsorgt werden. Eine Rückgabe ist nicht erforderlich.

Wie beantrage ich ein Kurzzeitkennzeichen?

Hier sehen Sie auf einen Blick, welche Schritte Sie gehen müssen, um Ihr Kurzzeitkennzeichen zu erhalten:

  • eVB-Nummer von Versicherung einholen
  • Zulassungsstelle aufsuchen
  • Personalausweis, eVB-Nummer, HU-/AU-Bescheinigung vorlegen
  • Kurzzeitkennzeichen prägen lassen
  • Zulassungsstempel auf Schilder aufbringen lassen (bei Zulassungsstelle)
  • Kennzeichen am Fahrzeug befestigen

Was kostet ein Kurzzeitkennzeichen?

Die angegebenen Kosten dienen der Orientierung und können je nach Zulassungsstelle und Versicherer variieren:

  • Schilderkosten: Die Prägung kostet ungefähr 15 bis 20 Euro.
  • Verwaltungskosten: Es gibt keine einheitliche Regelung, meist aber 10 bis 15 Euro.
  • Versicherung: Kfz-Haftpflichtversicherung, individuell schwankend zwischen 30 und 130 Euro.

Kurzzeitkennzeichen im Ausland gültig?

Das Kurzzeitkennzeichen ist generell ein nationales Kennzeichen. Das bedeutet es gilt erstmal nur innerhalb Deutschlands. Mit manchen Nachbarländern bestehen aber Abkommen über eine gegenseitige Anerkennung der jeweiligen nationalen Kennzeichen, die einer Überführung dienen. Aktuell bestehen solche Abkommen mit Österreich, Italien, Dänemark und der Schweiz.

Manche andere Länder tolerieren die Kurzzeitkennzeichen, doch es gibt ohne Abkommen keinen Anspruch auf Einreise. Es kann passieren, dass empfindliche Geldstrafen verhängt werden oder im schlimmsten Fall sogar das Fahrzeug beschlagnahmt wird.

Was grundsätzlich nicht erlaubt ist, ist das Mitführen des Kennzeichens aus Deutschland ins Ausland, um es dort an ein Fahrzeug anzubringen und es so nach Deutschland zu überführen. Das stellt eine unzulässige Fernzulassung dar, und wird mit empfindlichen Geldstrafen belegt.

Darf man mit einem Kurzzeitkennzeichen ohne gültigen TÜV fahren?

Wenn ein Fahrzeug ein Kurzzeitkennzeichen hat, dürfen Sie dieses ohne einen aktuellen TÜV-Nachweis zur nächstgelegenen Untersuchungsstelle fahren, um die Fahrtauglichkeit des Fahrzeugs feststellen zu lassen. Diese Stelle muss im Zulassungsbezirk oder einem angrenzenden Bezirk liegen. Dabei handelt es sich um eine Ausnahme. Diese wird im Fahrzeugschein des Kurzzeitkennzeichens als beschränkte, erlaubte Fahrt eingetragen.

Wird bei der Hauptuntersuchung ein Mangel festgestellt, ist die Fahrt zu einer Werkstatt für eine unmittelbare Reparatur ebenfalls erlaubt. Allerdings gilt das nicht, wenn das Fahrzeug als verkehrsunsicher eingestuft wurde.