Nur für den Notfall: Was ist ein Standstreifen?

24. November 2022 von

Standstreifen sind die meist asphaltierten Streifen neben der Fahrbahn. Sie sind für das Halten bei Notfällen gedacht. Weil sie aber immer leer sind, ist ein Befahren gerade bei Staus sehr verführerisch. Welche Strafen beim Fahren auf dem Standstreifen drohen und wann es erlaubt ist, den Standstreifen zu befahren, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Ein Seitenstreifen ist jeder befestigter und unbefestigter Streifen an der Seite der Fahrbahn. Seitenstreifen wird aber im folgenden Beitrag synonym zu Standstreifen verwendet.

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Wann darf man den Standstreifen befahren?

Laut Straßenverkehrsordnung ist der Seitenstreifen nicht Bestandteil der Fahrbahn und darf daher nicht befahren werden. Der Standstreifen auf der Autobahn ist also keine zusätzliche Spur. Eine Ausnahme bilden zum Beispiel Baustellen. Hier wird häufig auf Standstreifen geleitet. Baustellen sind aber in der Regel im voraus geplant, das heißt, Markierungen oder Schilder verdeutlichen Fahrern, dass das Fahren auf dem Standstreifen vorgesehen ist.

Eines dieser Schilder ist das Verkehrszeichen 223.1, das das Fahren auf dem Seitenstreifen erlaubt. Dieses wird auch angewendet bei zeitlich begrenzt erhöhtem Verkehrsaufkommen. Dadurch soll Stau vermieden werden. Dieses Schild wird nur für eine gewisse Zeit bei außergewöhnlichen Situationen verwendet. Sollte ein Pannenfahrzeug den Standstreifen nutzen, wird die Befahrung des Seitenstreifens wieder verboten.

Nachdem Sie die Baustelle oder die Problemstelle verlassen haben, müssen Sie den Standstreifen wieder verlassen. Sollten Sie eine Panne haben, können und sollen Sie auf den Seitenstreifen fahren und dort stehen bleiben. Dadurch behindern und gefährden Sie den restlichen Verkehr am wenigsten. Aktivieren Sie das Warnblinklicht und platzieren Sie ein Warndreieck in angemessener Entfernung. Beim Verlassen des Fahrzeugs sollten Sie eine Warnweste tragen. Betreten Sie niemals die Fahrbahn und wenn Sie oder Ihre Mitfahrer keinen Grund haben, im Auto zu bleiben, platzieren Sie sich am besten hinter der Leitplanke.

Auf allen Spuren einer Autobahn gilt ein Halteverbot: Seitenstreifen sind hier keine Ausnahme. Ein Parkverbot auf Seitenstreifen ist darin eingeschlossen.

Darf man bei einem Stau auf dem Standstreifen fahren?

Generell ist es nicht erlaubt, den Stau auf dem Standstreifen zu umfahren. Auf dem Seitenstreifen zu fahren, um schneller voran zu kommen wird mit einer Strafe von 75 € und einem Punkt in Flensburg geahndet. Rechts überholen ist generell sehr gefährlich und das auf dem Standstreifen zu tun blockiert diesen außerdem, wenn er in einem Notfall benötigt wird. Wichtig ist auch, dass selbst beim Bilden einer Rettungsgasse Standstreifen frei bleiben.

Der Standstreifen darf nur durch die Rettungsgasse blockiert werden, wenn Sie von der Polizei dazu aufgefordert werden oder wenn keine andere Möglichkeit besteht, eine Rettungsgasse zu bilden. Selbst Rettungsfahrzeuge dürfen den Seitenstreifen normalerweise nicht befahren, da dieser durch einen Pannenwagen blockiert werden könnte.

Auf dem Standstreifen überholen

Der Standstreifen gilt nicht als Fahrbahn und darf daher nicht zum Überholen verwendet werden. Es ist außerdem sehr gefährlich, da er für Notfälle vorgesehen ist. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Kollision mit einem Pannenwagen auf dem Standstreifen kommen. Rechts überholen ist nicht erlaubt und auch sehr gefährlich, da der Fahrer jeder Zeit auf die rechte Spur ziehen kann. Theoretisch kann das beim links überholen auch passieren, was ist am Rechtsüberholen gefährlicher?

Zum einen erwarten die Menschen weniger von rechts überholt zu werden. Außerdem kann beim Wechseln der Spuren nach links durch einen Seitenblick fast der komplette tote Winkel gesehen werden. Auf der rechten Seite ist der tote Winkel daher deutlich gefährlicher. Alle Informationen zum rechts überholen finden Sie in einem vorherigen Beitrag.

Auf dem Standstreifen fahren oder parken: Welche Strafen gibt es?

Auf Standstreifen darf nicht grundlos gefahren oder gehalten werden. Dass Standstreifen-Überholen Strafen nach sich ziehen, ist für die meisten Menschen mit Führerschein klar. Tatsächlich sind es nur Strafen im Umgangssprachlichen Sinn, da es hier ein Bußgeld und keine Strafe im juristischen Sinn gibt. Auch können Sie mit einem Punkt in Flensburg rechnen. Mit welchen Bußgeldern man laut dem Bußgeldkatalog rechnen muss und welches Verhalten auf dem Seitenstreifen noch strafbar ist, lesen Sie in folgender Tabelle:

Tatbestand Bußgeld Punkte
unbefugt auf Seitenstreifen fahren 55 €
-> und dabei andere behindern 70 €
-> und dabei andere gefährden 80 €
-> und dabei einen Unfall verursachen 100 €
Seitenstreifen zum schnelleren Vorankommen
nutzen
75 € 1
-> und dabei andere gefährden 90 € 1
-> und dabei einen Unfall verursachen 110 € 1
Auf dem Seitenstreifen einer Autobahn oder
Kraftstraße:Entgegen der Fahrtrichtung gefahren ODER

Rückwärts fahren ODER

Wenden

130 € 1
-> und dabei andere gefährden 160 € 1
-> und dabei einen Unfall verursachen 195 € 1
Entgegen eines Verbots auf dem Seitenstreifen
halten
10 €
-> und dabei andere behindern 15 €
Entgegen eines Verbots auf dem linken Seitenstreifen
parken
15 €
-> und dabei andere behindern 25 €
-> länger als eine Stunde 25 €
-> länger als eine Stunde und dabei andere
behindern
35 €

Abschließend lässt sich sagen, dass der Standstreifen für Notfälle freigehalten werden sollte und dadurch nicht zum Überholen oder Abkürzen benutzt werden sollte.