Reisen mit einem Baby im Auto – was muss man beachten?

29. Juni 2022 von

Mit dem Baby auf eine lange Autofahrt aufzubrechen, kann verlockend sein, ist aber nicht immer so einfach. Natürlich möchte die junge Familie die Verwandtschaft besuchen und das kleine Wunder vorstellen, doch ein weinender Säugling kann den Eltern gehörig auf die Nerven gehen. In diesem Artikel verraten wir, wie der Roadtrip mit Kleinkind an Board entspannt und sicher abläuft.

⏰  Kurz zusammengefasst

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Vor- und Nachteile des Reisens mit Kleinkind

Zunächst einmal die Vorteile, mit einem Säugling an Bord zu reisen: Neugeborene können perfekte Reisepartner sein. Sind die Kinder erstmal etwas älter und können reden, ist das Weinen das kleinste Problem, das Eltern auf langen Autofahrten ertragen müssen. Junge heranwachsende Kinder haben einen enormen Bewegungsdrang und sitzen daher meist unruhig und hibbelig auf der Rückbank. Säuglinge hingegen schlafen in der Regel etwa 15 Stunden am Tag und haben noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus. Die meiste Zeit dürfte das oder der Kleine daher gemütlich in seiner Babyschale schlafen.

Dennoch ist eine solche Reise nicht unbedingt stressfrei für Eltern und Kind. Es gibt natürlich auch Kids, die Autofahren nicht mögen und unentwegt schreien. Darüber hinaus kann der Säugling auf der Rückbank auch eine gefährliche Ablenkung für den Fahrenden sein. Der Schnuller fällt auf den Boden, das Kleinkind kreischt – wer ständig nach hinten schauen muss, baut auch mal schnell einen Unfall.

Es gibt natürlich passende Autos mit Isofix-Befestigungen oder auch Autos für Familien, dennoch ist die Fahrt im Auto nicht unbedingt bequem und sicher für Neugeborene. Warum das so ist, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Ab wann darf das Neugeborene mit ins Auto?

Die empfindlichsten Körperteile eines Säuglings sind am Anfang Hals und Wirbelsäule. Zu Beginn der Lebenszeit müssen Eltern den Kopf beim Heben des Kleinkindes mit der Hand stützen, da die Säuglinge ihren Kopf noch nicht selbstständig gerade halten können. Doch was hat das mit dem Auto zu tun?

Kurz gesagt: Das Sitzen in einer Babyschale ist nicht ideal. Dass Neugeborene ihren Kopf nicht selbstständig halten können, kann in der Schale zu Atemproblemen führen. Darüber hinaus sollte sich das oder der Kleine auf Grund der empfindlichen Wirbelsäule die meiste Zeit in einer liegenden Position befinden – oder mit einer Tragehilfe ergonomisch durch die Gegend getragen werden – beides wird in der Babyschale nicht erfüllt.

Bei Autoschalen befinden sich die Kids meist in einer halbsitzenden Position. Dabei wird der Brustkorb ein Stück zusammengedrückt. Darunter leiden Atmung und Wirbelsäule gleichermaßen. Ganz frisch neugeborene Kinder sollten daher nur Reisen von etwa 30 Minuten bestreiten. Also zum Beispiel nach der Geburt vom Krankenhaus nach Hause.

Kinderärzte und Hebammen empfehlen, das Neugeborene in den ersten sechs Wochen bis drei Monaten keinen längeren Autofahrten auszusetzen. Kürzere Fahrten von unter drei Stunden sind dabei weniger das Problem, lange Reisen zur Verwandtschaft können aber durchaus gefährlich werden.

Wichtiger Tipp: Viele Eltern legen ihr Neugeborenes nicht nur während der Autofahrt in eine Babyschale. Viele Modelle lassen sich an einem Kinderwagengestell befestigen, so dass Eltern ihr Kind häufig auch nach der langen Fahrt noch in der unvorteilhaften Position durch die Gegend kutschieren. Besser für den Säugling sind in jedem Fall Tragehilfen. Wer sein Kleinkind mit einem Tuch an den eigenen Körper bindet, trägt es ganz nah und sicher bei sich – das festigt auch die frühe Eltern-Kind-Beziehung.

Check-Liste: 6 Punkte für die Autofahrt mit Baby

  1. Nicht zu häufig fahren: 2 bis 3 Stunden in der Babyschale sind okay, sollten aber nicht zur Gewohnheit werden. Die Babyschale sollte in den ersten Monaten nur so selten wie möglich zum Einsatz kommen.
  2. Bei längeren Fahrten sind Pausen sinnvoll: Idealerweise sollte das Kind nur zwei Stunden am Stück in der Babyschale sitzen und anschließend für etwa 30 Minuten aus der Schale geholt werden. In dieser autofreien Zeit sollten die Kinder hingelegt und zum Bewegen angeregt werden.
  3. Eine gemütliche Atmosphäre schaffen: Damit das oder der Kleine auch am Tag gut schlafen kann, sind Fensterblenden sinnvolle Helferlein. Dann wird es schön dunkel und das Kind kann nicht geblendet werden.
  4. Temperatur spontan anpassen: Bei längeren Autofahrten ist es sinnvoll, das Kind nicht in eine Jacke zu stecken, sondern mittels einer Decke zu wärmen. Diese kann einfach entfernt werden, wenn es im Auto zu warm wird.
  5. Die Babyschale überdenken: Alternativ zur Babyschale kann auch eine Babywanne oder Babywiege für das Auto gekauft werden. In dieser Sitzvariante liegt der Säugling komplett gerade.
  6. Alternative Verkehrsmittel bedenken: Klar, die Zugfahrt dauert vermutlich länger als die Autoreise, ist für das Neugeborene aber eine sichere Alternative. Im Zug kann der Säugling gerade hingelegt oder im Tragetuch transportiert werden. Für junge Familien gibt es in IC- und ICE-Zügen sogar spezielle Kleinkindabteile.

Für Unterhaltung und Spaß sorgen

Ist das oder der Kleine schon etwas älter und bereit für eine längere Autofahrt in den Urlaub, sollten Eltern für Unterhaltung sorgen. Wenn der Säugling nicht mehr unentwegt schläft, ist er in der Regel sehr aktiv und möchte nicht langweilig in der Babyschale sitzen. Gut geeignet sind Spielsachen, die sich an der Babyschale selbst oder seitlich an der Autotür befestigen lassen. Dann kann das Kind spielen, ohne dass das Spielzeug dauernd zu Boden fällt.

Sind Sie zu zweit mit dem Neugeborenen im Auto, ist es sinnvoll, wenn ein Passagier oder eine Passagierin auf der Rückbank beim Kind Platz nimmt. Säuglinge brauchen gerade am Anfang viel Aufmerksamkeit und lenken bei der Fahrt gerne die Steuernden ab, wenn sich niemand Zeit für sie nimmt.

Fahren Sie alleine mit Kind im Auto, kann die Babyschale auch auf dem Beifahrersitz befestigt werden. Dann muss aber der Airbag ausgeschaltet werden.

Das richtige Timing ist alles!

Klar, das Neugeborene hat in der Regel noch keinen festen Tag-Nacht-Rhythmus und auch nicht immer zur gleichen Zeit Hunger, dennoch sind womöglich Tendenzen erkennbar. Sinnvoll ist es, die Autofahrt nach dem Stillen zu starten, wenn es satt und zufrieden ist. Weniger geeignet sind natürlich „Quatsch-Stunden“. Wenn das Kleinkind gerade am rumalbern ist, sollte man lieber keine lange Autofahrt beginnen.

Zudem kann es sinnvoll sein, die Straßenlage im Auge zu behalten und nicht zu den typischen Stoßzeiten abzufahren. Gerade Kleinkinder müssen bekanntlich noch nicht zur Schule und die Autoreise sollte daher nicht zwingend in die typischen Sommerferien fallen.

Ist das Ziel nicht die Verwandtschaft, sondern ein Hotel mit festen Check-in-Zeiten, sollten Sie genügend Puffer einplanen. Lieber fahren sie etwas früher los und kommen zu früh an, als dass Sie am Ende hetzen müssen. Pausen sind nämlich wichtig und sollten auf keinen Fall aus Stressgründen vermieden werden. Am besten Sie suchen sich bereits vor der Reise ein paar Raststätten aus, an denen Sie halten und pausieren möchten.

Für ausreichend Nahrung sorgen

Gerade Kids, die noch komplett gestillt werden, können bei Autofahrten zum Problem werden. Während das Auto rollt, ist das Stillen an der Brust natürlich tabu, da das Kind für diesen Zweck abgeschnallt werden müsste. Um den Säugling trotzdem mit Milch zu versorgen, kann die Mutter entweder vor der Reise ein bisschen Milch abpumpen oder eine Flaschenmilch anrühren.

In beiden Fällen kann ein Fläschchenaufwärmer sinnvoll sein. Diesen kann man mit einem Adapter an den Zigarettenanzünder anschließen und so das Fläschchen erwärmen.

Ist das mitreisende Kleinkind schon etwas älter und bereits an Brei gewöhnt, sind natürlich auch Gläschen mit gekaufter oder selbstgemachter Babynahrung ein Muss. Gerade Fruchtbreie können auch auf Zimmertemperatur genossen werden.

Regelmäßig wickeln

Kids sind nicht doof und ja, sie merken es sofort, wenn sie in die Windel gemacht haben. Meist machen sie dann mit lautem Geschrei auf sich aufmerksam. Für Eltern gilt daher: Regelmäßig Windeln wechseln! Das ist auch sinnvoll, wenn eine verdreckte Babyschale vermieden werden soll. Babys sitzen mit ihrem vollen Gewicht auf der Windel, wodurch diese im Auto schneller auslaufen kann – das ist eine Sauerei!

Sinnvoll für das Wickeln unterwegs ist eine wasserfeste Wickelunterlage. Damit sie länger hält, sollte eine Urinunterlage obendrauf gelegt werden.

Reisetasche packen – diese 10 Produkte müssen rein

Folgende Kleinigkeiten sollten unbedingt in eine Tasche gepackt und in der Fahrkabine verstaut werden. Niemand möchte anhalten müssen, nur um ein paar Spielsachen aus dem Kofferraum zu holen:

  1. Spielsachen
  2. Ersatzschnuller
  3. Milchfläschchen und Erwärmer mit Adapter
  4. Brei-Gläser
  5. Feuchttücher
  6. Windeln
  7. Wickelunterlage
  8. Wechselsachen fürs Kind
  9. Plastiktüten für volle Windeln und dreckige Kleidung
  10. Reiseapotheke

Reiseapotheke

Gerade wenn Sie mit dem Baby ins Ausland fahren möchten, sollten Sie eine Reiseapotheke mit an Bord haben. Nicht selten passieren gerade auf stressigen Autofahrten kleine Unfälle und schnell muss jemand verarztet werden oder die holprige Autofahrt führt zu Übelkeit.

Folgende Utensilien sollten immer mit an Bord sein:

  1. Pflaster und Mullbinden für kleinere Verletzungen
  2. Wunddesinfektionsmittel
  3. Fieberthermometer
  4. Fieberzäpfchen oder -saft
  5. Sonnencreme
  6. Insektenschutz und Kühlgel für Insektenstiche
  7. Wund- und Heilsalben
  8. Medikamente gegen Blähungen, Verstopfung und Magenbeschwerden
  9. Medikamente gegen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
  10. Elektrolyte zum Ausgleich von Mineralstoffverlusten
  11. Pinzette
  12. Zeckenzange

Ist die Autofahrt erstmal überstanden, steht dann einem erholsamen Urlaub nichts mehr im Weg.