Volkswagen Golf 8 Test

Die Neuauflage des Klassikers

9/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Vielfältiges Motorenangebot
  • Modernes Cockpitkonzept
  • Modernes Infotainment
  • Weniger Modellvarianten
  • Aufregend geht anders
  • Nur zwei Jahre Garantie

21.045 € - 36.115 € Preisklasse

4 - 5 Sitze

3,5 - 5,1 l/100km

Test

https://youtu.be/7h-UUcIW79g

Der Golf bleibt der Golf. Der Fortschritt ist in der achten Generation aber enorm. Das zeigt sich vor allem im Cockpit und im Motorraum. Hier hat der neue Golf seinen ewigen Kontrahenten, dem Ford Focus und Opel Astra, einiges voraus – auch wenn man es ihm optisch nicht gleich ansieht.

Von der Form, die mit 4,28 Meter Länge kompakt genug zum Parken ist, ein gutes Raumangebot im Innen- und Kofferraum bietet und übersichtlich ist, bleibt sich der Wolfsburger Dauerbrenner fast fünf Jahrzehnte nach dem ersten VW Golf, der 1974 präsentiert wurde, treu.

Im Vergleich von Golf 8 und Golf 7 fallen von vorne gesehen die schmaleren LED-Scheinwerfer und die prägnanter geformte Motorhaube ins Auge. Von der Seite erkennt man den kompakten VW an den „golfartig“ geformten hinteren Dachsäulen. Das Heck mit LED-Rückleuchten und „angetäuschtem“ Auspuff (er endet vor der Heckschürze) wirkt etwas breiter als am Vormodell. Und wer den „Golf“-Schriftzug unterhalb des VW Logos am Heck erblickt, fühlt sich sogleich in der langen Tradition von VWs Bestseller zuhause.

Aufregend geht anders, aber nach dem Einstieg erlebt man eine Überraschung. Das Ganze wirkt ansehnlich, die Verarbeitung gewohnt hochwertig und man sitzt wie im Golf 7 vorne wie hinten bequem, aber dann setzt es die Moderne in digitaler Form. Aus dem Cockpit des Golf 8, der wie der Vorgänger auf VWs MQB-Plattform aufbaut, wurden die Schalter weitgehend verbannt.

Die meisten Funktionen werden nun über einen 8,25 oder optional 10,25 Zoll großen Touchscreen gesteuert. Das serienmäßige Digitalcockpit lässt sich individuell einstellen. Erstmals projiziert ein Head-up-Display wichtige Infos hinter dem Lenkrad auf die Windschutzscheibe.

Die Infotainmentsysteme sind mit der fest eingebauten SIM-Karte immer online. Der Golf 8 kommuniziert nicht nur mit dem Smartphone, sondern er lässt sich damit sogar starten. Praktische Dinge wie das kabellose Smartphone-Laden, die Online-Sprachsteuerung, der Empfang von Online-Verkehrsinfos und das Surfen über den WLAN-Hotspot sind ebenso möglich.

Die Bedienung fühlt sich für die Generation Tablet flott vertraut an, weil die Bedienmenüs einfach und klar gestrickt sind. Beispiel: Die Temperatur wird zwar auf dem Touchscreen eingestellt, aber das geschieht nicht mit Konzentration erforderndem Tippen auf dem Bildschirm (wie etwa bei Peugeot oder Volvo), sondern mit einem von der Bewegung natürlicherem und weniger ablenkendem Wisch über den Bildschirm. Und die Sprachbedienung kommt im Golf nun auch mit Alltagssprache klar.

Dass ein neuer Golf mit den modernsten Sicherheitssystemen und Fahrassistenten auf den Markt kommt, versteht sich bei VWs Bestseller beinahe von selbst. Ganz neu im Golf 8 ist die Car2X-Kommunikation. Damit warnt der Golf, der permanent online ist, nicht nur Fahrzeuge in seiner Nähe vor havarierten Autos, Unfällen und dem Stauende, sondern er empfängt auch Warnungen von anderen Fahrzeugen, die diese neue, genormte Technik schon an Bord haben.

Dies ist so zukunftsweisend wie das aufgefrischte Motorenprogramm im VW Golf 8, der mit seiner direkten Lenkung und kompaktem Wendekreis (ca. 10,9 Meter), seiner geglückten Federungsabstimmung und guten Dämmung im Handling und Fahrkomfort zu überzeugen weiß. Das Motorenangebot fällt mit neuen Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Motoren und einem Erdgasmotor neben den klassischen Benzinern und Dieselmotoren ausgesprochen umfangreich aus.

Genauso viel Auswahl herrscht bei den Extras und Ausstattungslinien, die im Golf nun nicht mehr Trendline, Comfortline und Highline heißen. Manches Extra lässt sich jetzt sogar bestellen, nachdem der Golf (UVP ab 21.045 €) schon in der eigenen Garage parkt.

Mehr Infos über die Extras und Ausstattungslinien, die neuen Motoren sowie die Modellvarianten erhalten Sie in dieser Kaufberatung.

Technische Daten

Abmessungen und Maße
Länge 4,28 Meter
Breite 1,79 Meter
Höhe 1,49 Meter
Kofferraumvolumen 381 bis 1.237 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.315 bis 1.465 Kilogramm
Zuladung 408 bis 585 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 1.800 bis 1.960 Kilogramm
Zulässige Anhängelast
ungebremst / gebremst
650 bis 730 Kilogramm /
1.400 bis 1.800 Kilogramm

Vier Vierzylinder-Turbodirekteinspritzer mit Otto- oder Dieselpartikelfilter stehen zum Verkaufsstart im Angebot. Darauf folgen Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Antriebe sowie ein Erdgasantrieb (CNG), die mit dem flott zu schaltenden 6-Gang-Schaltgetriebe oder der 7-Gang-Doppelkupplungs-Automatik (DSG) kombiniert werden.

Die Benziner

Die zwei Benziner mit 90 und 110 PS sind quirlige 1,0-Liter-Dreizylinder, die im neuen VW Golf den Einstieg bilden und bereits von anderen VW Modellen bekannt sind. Wer mehr Leistung benötigt, entscheidet sich für einen der beiden 1,5 Liter großen TSI-Motoren mit 130 oder 150 PS Leistung.

Die beiden 1.5 TSI besitzen eine temporäre Zylinderabschaltung (ACT), welche den Motor bei mäßiger Leistungsanforderung als Zweizylinder laufen lässt, was Kraftstoff sparen hilft. Den Verbrauch gibt VW für beide Motoren im Golf mit 4,7 bis 5,0 Liter/100 km an. In der Praxis dürften es ein, zwei Liter Super mehr sein.

Der stärkere der beiden 1,5-Liter-Turbomotoren produziert 250 statt 200 Newtonmeter Drehmoment, die in einem etwas schmaleren Leistungsfenster zwischen 1.500 und 3.500 Umdrehungen statt zwischen 1.400 und 4.000 Umdrehungen zur Verfügung stehen.

Weitere Hybridvarianten folgen und zwei Plug-in-Antriebe mit 204 und 245 PS Systemleistung, mit denen rein elektrisches Fahren möglich ist, sowie ein Motor mit 130 PS Leistung und umweltfreundlicherem Erdgas (CNG) im Tank.

Die Diesel

Für den niedrigsten Verbrauch im Langstreckenbetrieb stehen zwei Dieselmotoren mit 115 PS und neuem 6-Gang-Schaltgetriebe und 150 PS und bekannter 7-Gang-DSG-Automatik im Programm. Beide Dieseltriebwerke senden schon bei 1.600 Umdrehungen mit 300 und 360 Nm Drehmoment genug Kraft an die Vorderräder und sollen im Mittel mit nur 3,5 und 3,7 Liter/100 km auskommen.

Durch die zweifache AdBlue-Einspritzung (Twindosing genannt) soll sich die Stickoxid-Emission (NOx) im Fahrbetrieb um bis zu 80 Prozent reduzieren und der Verbrauch der 2,0 Liter großen TDI-Motoren soll gegenüber den vergleichbaren Vorgängern um bis zu 17 Prozent niedriger liegen. Die Frage ist und bleibt, wie man selbst in Zukunft – und das hat ganz viel mit VWs missglückter Firmenpolitik der Vergangenheit zu tun – zum VW Diesel steht.

1.5 TSI ACT 1.5 TSI ACT 2.0 TDI 2.0 TDI
Hubraum [ccm] 1.498 1.498 1.968 1.968
Leistung [PS] 130 150 115 150
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 7-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Vmax [km/h
9,2 | 214 8,5 | 225 10,2 | 202 8,8 | 223
Kraftstoff Benzin Benzin  Diesel Diesel

Die Ausstattungslinien wurden mit dem Wechsel vom Golf 7 zum Golf 8 überarbeitet. Die bisher angebotenen Linien Trendline, Comfortline und Highline wurden ersetzt. Die Basis heißt jetzt ganz schlicht „Golf“. Darüber rangieren drei Linien. Die Linie Life wird gleich zum Start des Golf 8 angeboten, die höheren Linien Style und R-Line folgen später.

Golf

Bereits das Golf Einstiegsmodell verfügt über eine vorbildliche Sicherheitsvorsorge, die ihm die Maximalwertung von fünf Sternen im Euro NCAP-Crashtest sichert. Zum Sicherheitspaket der Basisausstattung zählen der Spurhalteassistent (Lane Assist), das Umfeldbeobachtungssystem (Front Assist) samt City-Notbremsfunktion und Fußgänger- und Radfahrererkennung sowie die Car2X-Fahrzeugkommunikation, die vor Unfällen, Stauenden und Pannenfahrzeugen im Nahbereich warnt.

Ebenso wie die LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten sind die Digitalinstrumente, ein Touchscreen-Infotainment mit mobilen Online-Diensten und -Funktionen und eine Bluetooth-Telefonschnittstelle zum Basispreis inklusive. Das schlüssellose Startsystem, das Multifunktionslenkrad und die 1-Zonen-Klimaautomatik gehören ebenfalls zur serienmäßigen Grundausstattung des Golf.

Golf Life

Die Ausstattungslinie Life macht den Unterschied mit den 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, der Ambientebeleuchtung sowie mit diversen Chromelementen im Innenraum.

Das Navigationssystem „Discover Pro“ mit einem 10,25 statt 8,25 Zoll großen Touchscreen gehört hier ebenso zur Ausstattung wie die Sprachbedienung, die Schnittstelle zum induktiven Laden des Smartphone und die drahtlose iPhone-Integration „App-Connect Wireless“.

Mit der Einparkhilfe „ParkPilot“, dem automatischen Autobahn- und Stadtlicht und der Verkehrszeichenerkennung gewinnt diese Linie bei der Sicherheit. Die Mittelarmlehne vorn und hinten (mit zwei weiteren USB-Schnittstellen und Luftausströmern) und Lederlenkrad und -schaltknauf ergänzen den Ausstattungsumfang des Golf 8.

Style und R-Line

In der R-Line kommt der Golf mit 17-Zoll-Felgen, anderen Karosserieanbauteilen und Sportsitzen, die den Kompaktwagen insgesamt sportiver erscheinen lassen. Außerdem erhält man in der R-Linie und im Style zudem ein Harman Kardon Soundsystem mit zehn Lautsprechern, 12-Kanal-Verstärker und 480 Watt Leistung für tollen Musikempfang.

Zu den empfehlenswerten Features im VW Golf 8 zählen, wenn es das Budget zulässt, die Matrix-LED-Scheinwerfer mit adaptiver Lichtanpassung und das neue Head-up-Display, das als vollwertige Lösung, die auf die Frontscheibe und nicht auf ein einfaches Plastikscheibchen projiziert, gefällt.

Mit dem “We Connect”-Service kann das Smartphone als Fahrzeugschlüssel fungieren. Das funktioniert zurzeit aber leider nur mit Samsung Smartphones. Damit können dann verschiedene Daten zum Fahrzeugstatus abgerufen werden. Noch mehr Funktionen hat der erweiterte Dienst “We Connect Plus” zu bieten, wie etwa Echtzeitverkehrsinfos online, die Aktivierung der Standheizung aus der Ferne oder eine bessere Spracherkennung dank Online-Anbindung.

Nach dem Kauf des Golf 8 – und das ist ganz neu – hat der Kauf von Extras noch kein Ende, denn über den Service “We Upgrade” können, weil die Technik dafür im neuen Golf schon installiert ist, Optionen wie der Fernlichtassistent, der WLAN-Hotspot oder der automatische Abstandsregeltempomat (ACC) frei geschaltet werden.

Zusammenfassung

Auch in der achten Auflage bleibt der Golf vom Auftritt und den Anlagen der Golf, aber in vielem ist er moderner geworden. Das gilt für das Cockpit und Infotainment genauso wie für die neuen Motoren. An den guten Platzverhältnissen, die den Golf zum Familienwagen oder universellen Zweitwagen machen, änderte sich nichts. Die gute Verarbeitung und Bedienbarkeit bleiben auch mit der Neuauflage nicht auf der Strecke. Einige Karosserievarianten wie das Golf Cabrio oder der e-Golf, der durch den VW ID.3 ersetzt wird, aber schon. Die Kombivariante Golf Variant steht ab Ende 2020 aber weiterhin im Angebot.

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