BMW 1er

Spritziger Kompaktwagen mit Premium-Anspruch

8,5
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Dynamischer Reihensechszylinder
  • Lenkverhalten
  • Fünf Türen zum fairen Aufpreis
  • Wenig Beinfreiheit auf der Rückbank
  • 3-Zylinder klar über Normverbrauch
  • Magere Gewährleistung

24.700 € - 49.400 € Preisklasse

4 - 5 Sitze

3,7 - 7,8 l/100km

Test

Der BMW 1er ist heute noch, aber schon bald vielleicht nicht mehr, ein typischer BMW. Vorne arbeitet der Motor und die Kraft gelangt hinten auf die Straße. Arbeitsprinzip: Heckantrieb.

BMWs Einser wird als Dreitürer oder Fünftürer und mit einer Serienausstattung ausgeliefert, die noch viel Spielraum nach oben lässt. Zumindest eine Klimaautomatik und das gut gemachte iDrive sind mit an Bord. Wer den BMW 1er mit dem VW Golf, Audi A3, Opel Astra oder Ford Focus vergleicht, sollte sich über einen Nachteil des 1er bewusst sein: Auf der Rücksitzbank geht es um die Beine herum eng zu.

Nicht das Platzangebot, sondern die Motoren, Fahrwerke und der Heckantrieb machen den Einser so einzigartig in einer Fahrzeugklasse voller Fronttriebler. Im Motorraum kommen Drei-, Vier- und Sechszylinder zum Einsatz. Der sparsamste Motortyp ist der 116 PS starke Dreizylinder-Dieselmotor im 116 ED und der stärkste der M140i, der auch mit Allradantrieb geliefert wird. Der bereitet mit 340 PS und ausgewogener Gewichtsverteilung die größte Fahrfreude.

An diesem sportiven Fahrgefühl wird sich in Zukunft etwas ändern, in der die Einmaligkeit des Einsers bald Geschichte sein wird.

Der BMW 1er ist ein Fahrerauto. Vorne sitzt man richtig gut, dahinter eng. Das Cockpit und die Bedienung verdienen fast nur Lob, die Beinfreiheit auf der Rückbank ist aber stark von der Größe des davor sitzenden und der eigenen Beinlänge abhängig.

Das Interieur

Der Einstieg vorne gestaltet sich leicht. Jedoch steht beim Zustieg nach hinten im Dreitürer trotz der serienmäßigen Einstiegshilfe der Sitz im Weg. Das klappt mit zwei zusätzlichen Türen zwar besser, allerdings wächst damit die Beinfreiheit im Fond nicht. Im Dreitürer finden ab Werk nur vier Insassen Platz. Ohne Aufpreis wird aber auch eine Rückbank mit drei Sitzplätzen eingebaut.

Auf den vorderen Plätzen blickt man auf ein typisches, gut verarbeitetes BMW-Cockpit und sitzt mit genug Bein-, Schulter- und Kopffreiheit selbst mit 1,95 Meter Körpergröße gut. Die Übersicht nach vorne und zur Seite ist OK, allerdings ist der Heckbereich wegen des schmalen Heckfensters und der breiten Dachsäulen nicht gut einzusehen.

Der Kofferraum

Beim Gepäck geht im Einser mehr als auf der Rücksitzbank. Die ist serienmäßig asymmetrisch oder dreigeteilt umklappbar. Ist das geschehen, entsteht eine beinahe ebene Ladefläche und das Volumen wächst von 360 auf 1.200 Liter. Ein ähnliches Volumen wie im Golf, wo 380 bis 1.270 Liter unterkommen.

Die relativ geringe Breite und die hohe Ladekante sind nicht gerade hilfreich beim Einladen und der hohe Kofferraumabschluss nicht praktisch beim Entladen. Soll noch mehr mitgenommen werden, dürfen bis zu 75 Kilo auf dem Dachgepäckträger verstaut werden und bis zu 1.200 Kilo an den Haken.

Der BMW 1er ist einzigartig – und das nicht nur im übertragenen Sinne. Bei keinem in der Klasse kommt die Kraft an den Hinterrädern auf die Straße. Nicht beim Golf, nicht beim Mercedes, nicht beim Ford. Nur der BMW setzt auf Hinterradantrieb und mit den stärkeren Modellen auch auf den Allradantrieb xDrive.

Warum? Fahren Sie ihn, dann spüren Sie es. Nehmen Sie ruhig einen kleinen 116d. In einem M140i spürt es dann auch der Letzte. Fahrdynamik ist im 1er auf Priorität gebucht. Der Bayer ist vom Fahrwerk ein wohl ausbalancierter Typ.

Wie fein er einlenkt, wie tänzerisch er die Kurven durcheilt und wie er hinten aus der Kurve heraussetzt, das hat unmissverständlich etwas mit dem Heckantrieb zu tun. Ein neutrales, gut beherrschbares und sicheres Handling ist das Resultat.

Was da an Komfort übrig bleibt? Für manche federt der 1er wie ein BMW 3er, andere empfinden ihn als angenehm straff. Was an Komfort bleibt, kann selbst im sportlichen M140i mit Sportfahrwerk, 10-Millimeter-Tieferlegung und breiten 18-Zoll-Rädern noch gut akzeptiert werden.

Der eine Fahrer holt sich den Kick mit einem feurigen Sechszylinder, der andere fährt einen braven Vierzylinder und ein anderer gerät mit einem Turbodiesel bei jedem Tankstopp in Euphorie. Egal welcher Typ Sie sind, der Einser hält ein Angebot für Sie bereit.

Die Benziner

Sie sind ein sportlicher Fahrer? Dann sitzen Sie im M140i oder besser noch im M140i xDrive mit Allradantrieb goldrichtig. Der Sport 1er spurtet mit seinem seidig-feurigen 340-PS-Turbo in 5,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Nur 4,9 Sekunden vergehen, wenn die Achtgang-Steptronic mitgeordert wurde und nur 4,7 Sekunden, wenn die Allradvariante bestellt wurde. In solchen Momenten sieht mancher Sportwagen nur das Heck des sechszylindrigen Einsers.

Die Hälfte der Zylinder hilft beim Sparen und kommt im 116i und im 118i mit 109 und 136 PS zum Zuge. Die beiden 1,5-Liter-Turbomotoren produzieren 180 und 220 Nm Drehmoment und laufen mit 195 und 210 km/h so flott wie früher nur Sportwagen.

Noch temperamentvoller hält der 184-PS-Vierzylinder den 120i in Schwung und noch dynamischer gelingt es mit den 224 PS des 125i. Geschaltet wird mit dem Sechsgang-Handschaltgetriebe oder der Achtgang-Automatik.

Die Diesel

Der Sparmeister im Einser heißt 116d ED mit einem Werksverbrauch von 3,4 bis 3,8 l/100 km. In der Praxis verbraucht der vom Geräusch angenehme, bei hohen Drehzahlen hörbar wie ein Dreizylinder werkelnde Motor aber ein, zwei Liter mehr.

Im 118d, 120d und 125d mit 150, 190 und 224 PS sind unüberhörbar Vierzylinder-Diesel am Werk und liefern mit einem maximalen Drehmoment von 320, 400 und 450 Nm genau die Kraft, die man am Turbodiesel so schätzt. Bei wenig Verbrauch von 3,8 bis 4,7 l/100 km und trotzdem sehr guten Fahrleistungen.

Ein 125d beschleunigt in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h – an diese Performance-Verbrauch-Bilanz kommt keiner der Benziner im 1er heran.

Die Diesel 120d und 118d und der M140i werden auch mit dem Allradantrieb xDrive angeboten. Da rutscht es dann weniger, weil der Vierradantrieb im Winter auf verschneiten Straßen mehr Sicherheit als der Heckantrieb bietet. Daher drängen sich die Allradversionen des BMW 1er gerade dann auf, wenn man in einer bergigen Region lebt oder öfter dorthin zum Skifahren fährt.

Die Fahrsicherheit erhöhen die heute obligatorische Reifendruckanzeige und seit dem Facelift 2015 ein radarbasierter Tempomat mit Stop & Go-Funktion, der im Tempobereich zwischen 30 und 210 km/h arbeitet und der Parkassistent, mit dem sich auch automatisiert quer einparken lässt.

Darüber hinaus lassen sich weitere Sicherungen wie der kameragestützte Driving Assistant, die Rückfahrkamera und das System Speed Limit Info mit Überholverbotsanzeige bei der Bestellung ankreuzen. Für noch mehr aktive Sicherheit stehen das adaptive Fahrwerk, das M Sportfahrwerk, die variable Sportlenkung und die M Sportbremsanlage in der Sonderausstattungsliste des BMW 1er.

Im ADAC-Bremstest stand der BMW 1er nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach ordentlichen 36,3 Metern. Das Crashverhalten der Karosserie und die Absicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit fünf Sternen belohnt.

Der BMW 1er war bis 2015 nicht gerade für seine üppige Serienausstattung bekannt, sondern eher für Ausstattungsgeiz. Daran änderte sich nach dem Facelift etwas.

Heute gehören in jedem BMW 1er immer die Klimaautomatik, der Regensensor, das Radio BMW Professional, das Bediensystem iDrive und der hochauflösende 6,5-Zoll-Bildschirm, der als freistehender Bordmonitor in das Armaturenbrett integriert ist, mit zur Serienausstattung. Ab Werk sind alle Versionen mit einer SIM-Karte ausgestattet, über die die 1er-Besatzung ins Internet gehen oder im Notfall einen Notruf absetzen kann.

Der Preis steigt mit den vier Ausstattungslinien Advantage, Sport Line, Urban Line und M Sport, die neben dem Basismodell zur Wahl stehen und teure Navigationssysteme, größere Aluräder, Soundanlagen, die empfehlenswerten Sportsitze bieten. Mit ConnectedDrive geht es online und Infos über den Verkehr in Echtzeit, das aktuelle Wetter und die neusten E-Mails werden auf dem Monitor dargestellt.

Die zusätzlichen Türen sind zum relativ wohlfeilen Preis von 750 Euro zu erwerben. Das ist positiv. Eine Gewährleistung von nur drei Jahren ist für ein Produkt mit Premium-Anspruch dürftig, wenn andere Hersteller weit günstigerer Automobile sogar fünf oder sieben Jahre Garantie ab Werk anbieten.

Zusammenfassung

Mit Ausstattung überschütten sie einen in München immer noch nicht. Man sollte sich auch überlegen, ob man das Geld für die Fünftürigkeit investiert, denn die zwei Zusatztüren ändern, auch wenn sie den Wiederverkaufswert vielleicht verbessern, nichts grundlegend am Raumangebot. Das bleibt hinten eng.

Der Einser ist mit guten Motoren, agilem Fahrwerk und dem Heckantrieb auch weiterhin die fahraktive Alternative zum VW Golf. Aber nicht mehr lange, denn die nächste Einser-Generation kommt garantiert mit Frontantrieb auf den Markt. Das ist doch ein guter Grund, gerade jetzt über einen neuen BMW 1er nachzudenken.

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