BMW 1er

Spritziger Kompaktwagen mit Premium-Anspruch

9/10
Wow-Wertung
Unsere Fachleute vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Agiles Handling
  • Gutes Platzangebot
  • Viele Assistenzsysteme
  • Hoher Preis
  • Kein Sechszylinder mehr
  • Nur 2 Jahre Garantie

25.735 € - 48.253 € Preisklasse

4 - 5 Sitze

3,4 - 9,6 l/100km

Test

Tausche Charakter gegen Alltagsnutzen? Die dritte Generation des BMW 1er, der unter den Kompakten mit der Mercedes A-Klasse, dem Audi A3, Ford Focus und VW Golf konkurriert, hat im Vergleich zu den Vorgängern deutlich an Alltagsnutzen gewonnen.

Länger wurde er dabei nicht – ein guter Zug in einer Zeit, wo Autos immer größer werden – aber geräumiger. Der im BMW 1er neue Frontantrieb in Kombination mit quer eingebauten Motoren schafft mehr Luftigkeit im Innenraum und besonders auf der Rückbank, die im ersten BMW 1er von 2004 und auch im zweiten, ebenfalls am Heck angetriebenen von 2011 eine erklärte Problemzone war.

Im neuen BMW 1er sorgt zudem ein Plus von dreieinhalb und zwei Zentimetern in der Breite und im Radstand dafür, dass im Fond deutlich mehr Schulter-, Bein- und Kopffreiheit zur Verfügung steht – eine andere 1er-Welt.

Und damit hat es mit den Neuerungen noch kein Ende. Der Reihensechszylinder ist im BMW 1er genauso passé. Unter der Motorhaube arbeiten nur noch Drei- und Vierzylindermotoren. Und das mit guter Performance und flotten Fahrleistungen – Kein BMW 1er fährt langsamer als 200 km/h.

Die drei Türen sind wie der Heckantrieb und der Sechszylinder ebenfalls Geschichte. Der neue 1er wird nur noch mit praktischen fünf Türen geliefert und mit einer im Vergleich zum Vorgänger stark aufgewerteten Auswahl an Infotainment- und Fahrassistenzsystemen, die schon vom BMW 3er, 5er und 7er bekannt sind, und die nun, vom vollwertigen Head-up-Display bis zum Stop and Go-Tempomat, auch hier zum Einsatz kommen.

Mehr zu bieten hat auch das Cockpit. Es neigt sich im klassischen BMW-Stil leicht zum Fahrer hin und der sitzt ein Hauch sportlicher als in manchem Konkurrenten. Das ist aber noch nicht alles, denn auch mit hochwertigeren Materialien, digitalen Instrumenten und verfeinerter Verarbeitung hat sich im Vergleich zum Vormodell viel getan.

Der optische Auftritt gibt mit der selbstbewussten überbreiten BMW-Niere ein Versprechen, dass der neue BMW 1er mit satter Straßenlage in den Kurven einlöst. Die verbreiterte Spur und die blitzschnelle Traktionskontrolle machen es möglich – aus Freude am Frontantrieb?

Das Fehlen des Heckantriebs und des sonoren Reihensechszylinders nagt am Markenkern von BMW, denn den machten sie in der Vergangenheit mit aus. Frage ist nur, ob das viele Kompaktklassekäufer tatsächlich stört?

Der bessere Alltagsnutzen und die praktischen Dinge des Lebens wie die serienmäßigen fünf Türen und der geräumige Kofferraum machen den BMW Einser für viele attraktiver denn je. Und auch Heckantriebstraditionalisten kommen zumindest mit den stärkeren Motoren auf ihre Kosten, denn die gibt’s mit dem Allradantrieb xDrive.

Der Preis ist mit dem Raumangebot mit gewachsen. Am Ende kann das, wenn man sich für die stärkeren Motoren, die höheren Ausstattungslinien und einige Extras entscheidet, eine Menge kosten. Daran hat sich, auch wenn sich so vieles geändert hat, nichts geändert.

Technische Daten

Abmessungen und Maße
Länge 4,32 Meter
Breite 1,80 Meter
Höhe 1,43 Meter
Kofferraumvolumen 380 bis 1.200 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.365 bis 1.600 Kilogramm
Zuladung 550 bis 560 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 1.845 bis 2.085 Kilogramm
Zulässige Anhängelast
ungebremst / gebremst
680 bis 750 Kilogramm /
1.300 bis 1.500 Kilogramm

Immer ist man im BMW 1er Generation 3 bis zu 200 km/h schnell. Die Wahl fällt zwischen Drei- oder Vierzylindern. Die Dreier, die man an einem Auspuffendrohr erkennt, gibt es ausschließlich mit Frontantrieb, die Vierer, die hinten mit einem zweiflutigen Auspuff enden, erhalten im 120d xDrive und 135i xDrive serienmäßig einen Allradantrieb und eine Automatik. Die ist auch bei allen anderen Motoren optional zu bestellen.

Die Benziner

Ein Hybrid-, Plug-in-Hybrid- oder Elektroantrieb steht im BMW 1er, der in Fahrt einen gelungenen Kompromiss aus agilem Handling, sportiver Direktheit und Komfort liefert, nicht im Angebot. Den Einstieg bildet zum Marktstart ein Dreizylinder.

Der quirlige 1,5-Liter-Motor, der dank Turboaufladung 220 Newtonmeter Drehmoment produziert, sorgt für flotte Fahrleistungen. Im Topmodell M135i xDrive geht aber alles noch flotter vonstatten.

Das spürt man sofort und kann es auch gut an den Zahlen fest machen. 306 PS Leistung und 450 Nm Drehmoment sorgen für Kraft in fast allen Lebenslagen und der Allradantrieb dafür, dass diese auch auf die Straße gelangt.

Fordert man den M135i xDrive, beschleunigt er wie ein echter Sportwagen. An Verbrauchswerte, wie von BMW angegeben, ist dann aber nicht mehr zu denken. Und auch wenn man es weniger forsch angehen lässt, genehmigt sich der M135i xDrive erheblich mehr als die vom Hersteller prognostizierten 6,8 bis 7,1 Liter/100 km.

Die Diesel

Der Diesel ist tot? Sterben sieht anders aus. Zum Marktstart kommt der BMW 1er nur mit zwei Benzinern, aber mit drei Dieselmotoren auf den Markt.

Wählt man den günstigsten Selbstzünder, sitzt man im 116d mit Dreizylindermotor. Der ist zwar der schwächste im Bunde, aber nicht schwach. Bereits der 1,5-Liter-Turbodiesel transportiert 270 Nm Drehmoment an die Vorderräder und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h.

Die stärkeren Vierzylinder bieten mit mehr Hubraum trotzdem von allem mehr, ohne viel mehr aus dem mit Frontantrieb 42 Liter und mit Allradantrieb 50 Liter großen Tank zu schlürfen. Der 118d, mit dem man sich schon sehr gut zufrieden geben kann, und der 120d xDrive produzieren 350 und 400 Nm, und man fährt damit trotzdem sehr sparsam.

Die stimmige Durchzugskraft der großen Diesel und die niedrigen Verbrauchswerte der Selbstzünder, die in der Werksangabe zwischen knapp unter vier und knapp über viereinhalb Liter verbrauchen, erklären, warum der Dieselmotor der ökonomischste Antrieb für Langstreckenfahrer und nicht so schnell totzukriegen ist.

118i M135i xDrive 116d 118d 120d xDrive
Hubraum [ccm] 1.499 1.998 1.496 1.995 1.995
Leistung [PS] 140 306 116 150 190
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 8-Gang-Automatik 6-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 8-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Vmax [km/h
8,5 | 213 4,8 | 250 10,3 | 200 8,5 | 218 7,0 | 230
Kraftstoff Benzin Benzin Diesel Diesel Diesel

Die praktischen hinteren Türen, die den Einstieg und das Befestigen des Kindersitzes erleichtern, sind in der dritten Generation serienmäßig mit an Bord. Einiges andere nicht. Und mit den Extras, von 19 Zoll großen Rädern, diversen Scheinwerfer- und Fahrwerksvarianten und den Ausstattungslinien steigt der Preis. Die Spanne reicht von knapp unter 30.000 Euro bis weit über 50.000 Euro.

1er Serienmodell

Man kann sich in der langen Liste der Extras in der Preisliste vertiefen und verlieren, aber man muss es nicht. Bereits das 1er Basismodell ist adäquat ausgestattet mit der Klimaautomatik, dem Multifunktionslenkrad mit Lederbezug, dem so genannten „Fahrerlebnis“-Schalter mit Eco Pro Modus, der Freisprechanlage mit USB-Schnittstelle und noch mit einigem anderen mehr.

Den Komfort erhöhen die Lichtautomatik, der Regensensor und das schlüssellose Startsystem und die Sicherheit der Spurhalteassistent, die Notbremsfunktion, das intelligente Notrufsystem und der Geschwindigkeitsbegrenzer.

1er Advantage

Der nicht nur wörtliche, sondern tatsächliche Vorteil im Advantage (Englisch: „Vorteil“) machen der höhenverstellbare Beifahrersitz, das Ablagenpaket, der Tempomat mit Bremsfunktion und die Parksensoren vorne und hinten aus.

1er Sport Line

Neben einem 1er Advantage stehend erkennt man die Sport Line an den 17 statt 16 Zoll großen Felgen, den schwarz glänzenden Applikationen der Karosserie und der LED-Bestückung von Scheinwerfern, Nebel- und Heckleuchten. Im Cockpit sitzt man auf Sportsitzen und die Ambientebeleuchtung sorgt für eine wohnlichere Atmosphäre.

1er Luxury Line

Auch die Luxury Line steht auf 17 Zoll und besitzt die ganzen LED-Leuchten. Die Karosserieapplikationen aber schimmern in satiniertem Alu und die Vorderleute sitzen auf beheizbaren und mit Leder bezogenen Sitzen.

1er M Sport

Auch diese Ausstattungslinie ist den zwei vorangehenden sehr ähnlich. Heißt: 17 Zoll auf den Pneus, LEDs in den Leuchten. Den Unterschied zum Advantage erkennt man hier aber sofort an dem sportlicheren M Aerodynamic-Paket und darauf im Innenraum an den Sportsitzen und der Ambientebeleuchtung.

Und beim Infotainment und den Fahrassistenten geht noch viel mehr. Die Bedienung des Infotainmentsystems, dessen Bildschirm entweder 8,8 oder 10,25 Zoll misst, geschieht über den Touchscreen, den iDrive-Regler, die praktischen Direkttasten, die verbesserte Spracheingabe oder über die Gestensteuerung.

Genauso up to date wie die Multimediabestandteile präsentieren sich die Fahrassistenten mit dem automatischen Abstandsregeltempomat mit Verkehrszeichenerkennung und Stop and Go-Funktion, dem Heckkollisions- und Querverkehrwarner, dem vollwertigen, 9,2 Zoll großen Head-up-Display (keine Ausfahr-Scheiben-, sondern eine Frontscheibenlösung) oder dem Parkassistenten, der sich sogar die Strecke in eine Sackgasse merkt, und dann automatisch rückwärts wieder herausfährt.

Zusammenfassung

Tausche Charakter gegen Alltagsnutzen? Guter Tausch. Etwas Charakter schwand, aber kaum einen stört’s. Die Notwendigkeit von mehr Platz raffte den Heckantrieb dahin und das Downsizing den Reihensechszylinder und trotzdem wird es die wenigsten stören, sondern eher begeistern.

So viel Platz gab es seit seiner Premiere 2004 im BMW 1er weder auf der Rückbank noch im Kofferraum. Mit seiner neuen Frontantriebsplattform setzt sich der Einser trotzdem mit agiler Handlichkeit von der Konkurrenz ab und genauso mit der durch die neue Technik erst möglichen Fahrassistenz- und Infotainment-Moderne, die ihren Preis, aber, wie der BMW 1er, auch ihren Wert hat.

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