Elektroauto laden: Wie kann ich mein Auto laden?

Glaubt man den Vorhersagen, werden in den nächsten Jahren Elektroautos die Straßen überschwemmen. Die Hersteller basteln fleißig an neuen Modellen, doch wie sieht es mit den Lademöglichkeiten aus? Hier herrscht bisher noch ein Mangel. Wir haben für Sie einige Möglichkeiten zusammengestellt, wie Sie Ihr E-Auto laden können.

Viele Menschen interessieren sich mittlerweile beim Neuwagenkauf für Elektroautos, denn die Auswahl an Modellen wächst stetig, hier sind unsere top 5 E-Autos:

Top 5 E-Autos
Modell Angebote ab
VW e-up! 11.231 €
Renault Zoe 10.273 €
Opel Corsa-e 16.761 €
BMW i3 23.804 €
MINI Cooper SE 3-Türer 19.827 €

Aktuell profitieren Sie von der Innovationsprämie für E-Autos und können außerdem von der gesenkten Mehrwertsteuer bis Ende 2020 profitieren. Wie lange Sie auf Ihr Elektroauto warten müssen, haben wir für Sie in unserer Lieferzeitenliste für E-Autos zusammengestellt.

Inhaltsübersicht
Elektroauto zu Hause laden
Unterwegs laden: Ladestationen für E-Autos
Induktives Laden von E-Autos

1. Elektroauto zu Hause laden

Das Elektroauto zu Hause zu laden ist wohl der einfachste Weg – aber auch der Langsamste.

Kann man E-Autos an einer normalen Steckdose laden?

Ja, das Laden an einer Haushaltssteckdose ist möglich, sollte aber nur im Ausnahmefall stattfinden. In der Regel braucht man dafür ein spezielles Kabel mit einer Steuer- und Schutzeinrichtung, was aber bei den meisten Elektroautos zum Lieferumfang gehört. Die Ladeleistung des Haushaltsnetzes ist nicht besonders hoch, man muss mit 2,3 kW auskommen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man sehr viel Zeit zum Laden seines E-Autos einplanen sollte, wenn man es an einer normalen Steckdose laden möchte.

Außerdem hält die normale Steckdose einer dauerhaft starken Belastung oft nicht unbeschadet Stand, was zu einer erhöhten Erwärmung und damit auch zu einer höheren Brandgefahr führen kann.

Warum brauche ich eine Wallbox?

Neben der schnelleren Ladezeit sind Wandladestationen – auch Wallboxen genannt – gegenüber dem Laden am Hausnetz auch sicherer, da sie über besondere FI-Schutzschalter verfügen. Diese verhindern, dass Personen einen Stromschlag bekommen oder das Stromkabel überhitzt. Die Wallbox wird einfach an der Wand montiert und kann verschiedene Größen haben. Je nach Hersteller gibt es mittlerweile passende Wallboxen zum jeweiligen E-Auto, doch auch viele unabhängige Hersteller bieten Wallboxen für das Laden zu Hause an.

Die Ladeleistung beträgt zwischen 3,6 und 22 kW, je nachdem, ob man einen Starkstromanschluss verwendet oder nicht. Schließt man die Box an Letzteren an, können Elektroautos in zwei bis sechs Stunden geladen werden. Allen Wallboxen gemeinsam ist, dass sie einen festen Anschluss an die Hausinstallation benötigen und meist einen Typ-2-EU-Stecker haben. Für ältere Elektroautos mit einem Typ-1-Stecker gibt es passende Anschlusskabel. Unterscheiden können sich die Wallboxen vor allem in der Ladeleistung und dem Bedienkomfort. Es gibt Boxen mit Display oder Controlpanel, die über den Ladevorgang informieren. Manche Boxen können auch vernetzt werden, doch bei solchen Geräten müssen Sie mit einem deutlich höheren Preis rechnen.

Was kostet eine Ladestation für zu Hause?

Je nachdem, wie hoch die Ladeleistung ist und welchen Hersteller Sie wählen, ist für eine Wallbox ungefähr mit einem Preis zwischen 500 und 2.000 Euro zu rechnen. Dazu kommt dann noch der Preis für die Elektroinstallation und die Montage, denn beides muss von einem Fachmann vorgenommen werden. Ein Elektroinstallateur haftet dann auch für den fachgerechten Einbau. Auch wenn eine Wallbox nochmal eine Investition darstellt, ist eine Ladestation für zu Hause ein Muss für alle, die ihr E-Auto effizient und unabhängig von öffentlichen Ladesäulen aufladen möchten.

Kann ich in jedem Haus ein Elektroauto laden?

Das ist nicht gesagt, denn hier kommt es darauf an, wie alt die Elektroinstallation Ihres Hauses ist. Handelt es sich um einen Neubau, dürfte es keine Probleme geben, doch die Elektrik älterer Häuser ist meist nicht nach den aktuell geltenden Vorschriften für das Laden von E-Autos ausgelegt. Lassen Sie in jedem Fall Ihre Elektroinstallation von einem Fachmann prüfen. Dieser kann Ihnen dann sagen, ob die vorhandene Installation für den Anschluss von E-Fahrzeugen ausreichend ist. Hier geht es vor allem darum, dass eine alte Elektrik das lange Laden mit hohen Leistungen nicht unbedingt aushält – oder zumindest kein offizielles Siegel dafür gegeben wird.

Wie lade ich mein E-Auto in einem Mietshaus auf?

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

Wenn Sie einen privaten Stellplatz in einer Mietgarage haben, mussten bis vor Kurzem der Vermieter oder die Wohneigentümergemeinschaft zustimmen, dass Sie dort eine Ladesäule installieren dürfen. Im März 2020 wurde ein neues Gesetz beschlossen welches besagt, dass ein Wohnungseigentümer den Einbau einer Ladevorrichtung verlangen darf. Die anderen Eigentümer dürfen demnach nur noch darüber mitbestimmen, wie die Baumaßnahme ausgeführt wird.

Auch Mieter haben theoretisch dieses Recht, doch der Vermieter müsste dafür dann tätig werden. Tut er das nicht, müsste man seinen Anspruch vor Gericht einklagen. Die Kosten für eine Ladestation trägt in beiden Fällen aber immer der Antragsteller. Noch ist das Gesetz nicht in Kraft getreten, es dürfte aber nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Die zweite Möglichkeit wäre, das Auto nachts an einer öffentlichen Ladestation zu laden. Allerdings hat das im Vergleich zum Laden in der eigenen Tiefgarage viele Nachteile. Man weiß beispielsweise nie, ob man einen Ladeplatz bekommt, vielleicht muss man das Auto weit weg abstellen, weil in Wohnungsnähe gar keine Ladestationen vorhanden sind. Auch preislich wird es auf Dauer teuer, denn öffentliche Stationen kosten bedeutend mehr als das Laden an der Wallbox.

Wie lange dauert das Laden eines E-Autos?

Das kann man pauschal nicht sagen, denn es kommt einmal darauf an, wie groß die Batterie Ihres Elektroautos ist und mit welcher Leistung geladen wird. Eine kleine Batterie ist natürlich schneller geladen als eine große, wobei das Laden an der Haushaltssteckdose auch bei kleinen Akkus sehr lange dauert, wohingegen man an einer Schnellladestation vielleicht nur eine Stunde braucht. Hier ein Beispiel: Der Hyundai Kona Elektro ist mit einer 39,2 kWh Batterie und einer 64 kWh Batterie erhältlich. Die Ladedauer an einer Haushaltssteckdose beträgt für den kleineren Akku ca. 14 Stunden, für den größeren sogar ca. 23 Stunden.

Lädt man mit einer Wallbox, ist der 39,2 kWh Akku in ca. 8 Stunden wieder fit, beim 64 kWh Akku sind es sogar nur ca. 6 Stunden, wenn man mit 11 kW lädt. Findet man eine 100 kW-Schnellladestation sind beide Batterien in nur 54 Minuten wieder voll geladen.

Die Ladezeiten aller aktuellen E-Autos an verschiedenen Lademöglichkeiten haben wir übersichtlich in einem Ratgeber für Sie zusammengestellt.

Kann das Elektroauto mit Photovoltaik geladen werden?

Ja, Sie können Ihr E-Auto mit einer Photovoltaik-Anlage laden. Allerdings eignet sich eine solche Anlage eher als Ergänzung, denn schließlich kann man sich nie sicher sein, wie oft die Sonne scheint und welche Leistung die Anlage dementsprechend bringt. Was außerdem dazu kommt ist, dass die normale Anzahl an Paneelen, die auf dem Hausdach angebracht sind, meist nicht ausreichen um ein Elektroauto zu laden. Entweder Sie ergänzen die Anlage um weitere Paneele oder Sie greifen auch weiterhin auf Netzstrom zurück, sparen sich aber dank der Sonnenenergie ein wenig Geld.


2. Unterwegs laden: Ladestationen für E-Autos

Das öffentliche Ladenetz für Elektroautos in Deutschland befindet sich noch im Aufbau. Bisher gibt es ca. 23.000 Stationen, das ist aber noch zu wenig, wenn man bedenkt, dass in den nächsten Jahren laut Experten eine Elektroauto-Flut droht. Wir sagen Ihnen, was Sie zu diesem Thema wissen müssen:

Wie kann ich öffentliche Ladesäulen finden?

Längere Fahrten mit einem E-Auto sollten gut vorbereitet werden, denn eine Ladestation ist nicht so einfach zu finden wie eine Tankstelle. Am besten informieren Sie sich schon zu Hause vor der Abfahrt über Ladesäulen, die sich auf Ihrer Wegstrecke befinden. Wenn Sie ein Auto mit Navigationssystem haben, wird auch hier bei den meisten Modellen über eine Funktion das Ladesäulennetz mit der nächstgelegenen Ladesäule angezeigt.

Wo kann man E-Autos aufladen?

Will man an öffentlichen Ladestationen auftanken, hat man die Wahl zwischen AC-Ladesäulen, die zwischen 11 und 22 kW leisten und DC-Ladesäulen, das sind die sogenannten Schnellladestationen. Hier kann man sein Auto mit einer Ladeleistung von meist 50 kW laden. Eine Ausnahme bilden Teslas Supercharger, die auf 135 kW Leistung kommen. Allerdings sind sie nur mit Tesla Modellen kompatibel.

Für die Zukunft sind Ladestationen mit einer Leistung von bis zu 350 kW vorgesehen, damit wäre das Auto in nur wenigen Minuten aufgeladen. Lademöglichkeiten sind vor allem in Städten zu finden, denn dort sind sie aufgrund des höheren Aufkommens rentabler als in ländlichen Gegenden. Damit man sich die Wartezeit besser vertreiben kann, befinden sich die Stationen oft in der Nähe von Restaurants, Einkaufszentren, Cafés, Parkhäusern oder städtischen Einrichtungen.

Wie lade ich ein E-Auto?

Im Grunde genommen unterscheidet sich das Laden eines Elektroautos nicht besonders stark vom Tanken eines klassischen Verbrenners. Wir geben Ihnen eine Schritt-für-Schritt Anleitung:

  1. Stellen Sie den Motor ab
  2. QR-Code auf der Ladesäule mit dem Smartphone abscannen und per App anmelden oder Ladekarte verwenden
  3. “Tankdeckel” öffnen und das E-Auto per Kabel mit der Ladestation verbinden (verwendet man ein eigens Kabel, dann als erstes an der Ladestation anstecken und danach am Auto)
  4. Ladevorgang in der App oder online starten
  5. Vorgang stoppen, sobald gewünschter Ladestand erreicht ist (bei Vollladung wird automatisch gestoppt)
  6. Ladevorgang beenden, indem Sie den Stecker vom Fahrzeug lösen

Was kostet es, ein Elektroauto unterwegs zu laden?

Was die Zahlungsmodalitäten angeht, herrscht ein wenig Verwirrung, denn jeder Anbieter rechnet anders ab. Transparente Tarifmodelle von Stromanbietern gibt es kaum, auch die Kosten unterscheiden sich teilweise enorm. Hat man es geschafft zu tanken, bezahlt man je nach Anbieter bar, mit Karte, auf Rechnung, online oder per Smartphone. Bei manchen Anbietern muss man sich vorher mit einer speziellen Chipkarte registriert haben, spontanes Laden ist dann eher schwierig – muss aber dennoch angeboten werden.

Viele Ladestation-Betreiber rechnen nicht nach kWh ab, was die einfachste Möglichkeit wäre. Warum ist das so? Das ist ein technisches Problem, denn die Normalladesäulen müssen mit eichkonformen Zählern ausgestattet werden. Der Einbau geeichter Zähler ist aber momentan nur an wenigen Ladesäulen möglich, für Schnellladesäulen sind noch nicht einmal eichkonforme Zähler vorhanden. Vorschrift ist Vorschrift, deshalb greifen die Betreiber auf andere Abrechnungsmethoden zurück. Pauschaltarife nach Ladevorgang sind hier keine Seltenheit und liegen bei ca. 6 Euro, egal wie lange es dauert.
Aber wie gesagt, hier gibt es keine pauschale Antwort und es kommt ganz darauf an wo Sie wohnen und was dort angeboten wird.

Welcher Steckertyp wird von meinem E-Auto unterstützt?

In Europa sollte überall der Typ-2-Stecker funktionieren, dieser hat sich durchgesetzt und ist laut EU-Norm der Standard-Stecker für die Europäische Union. Mit diesem Stecker sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Andere Steckverbindungen können aber zusätzlich angeboten werden. Folgende Steckertypen für E-Autos gibt es:

  • Typ 1-Stecker: Einphasiger Stecker mit Ladeleistung von bis zu 7,4 kW. Vor allem Automodelle aus dem asiatischen Raum verwenden diesen Steckertyp.
  • Typ 2-Stecker: Dreiphasiger Stecker mit Ladeleistung von bis zu 43 kW (im öffentlichen Raum). Gängiger Steckertyp für Europa und an fast allen Ladesäulen fest verbaut zu finden.
  • Combo-Stecker (CCS): Ergänzung zum Typ 2-Stecker mit zwei zusätzlichen Leistungskontakten für die Unterstützung von Schnellladefunktionen des AC- und DC-Ladens bis zu 170 kW.
  • CHAdeMO-Stecker: Japanisches Schnellladesystem mit bis zu 100 kW.
  • Tesla Supercharger: Modifizierte Versin des Mennekes-Stecker Typ 2 für Ladeleistung von bis zu 120 kW. Nur für Tesla-Kunden nutzbar.

3. Induktives Laden von E-Autos

Ein Wunsch für die Zukunft ist das induktive Laden. Einige Autobauer wie BMW, Porsche, Audi und KIA arbeiten bereits an alltagstauglichen Lösungen. Die Idee ist gut und würde das momentan unersetzliche Kabel überflüssig machen. Einfach parken und am nächsten Tag mit dem vollgeladenen Auto wieder losfahren, das wäre es, was Zeit und Nerven spart.

Wie funktioniert induktives Laden beim Auto?

Die Energie wird über ein elektromagnetisches Feld von einer sogenannten Sendeeinheit auf dem Boden zu einer entsprechenden Empfängereinheit am Fahrzeugunterboden übertragen. Wenn man so will, fließt der Strom dabei wireless durch die Luft. Ganz so einfach ist es aber nicht, denn damit der Wirkungsgrad nicht leidet, muss das Auto exakt über der Bodenplatte ausgerichtet werden. Das muss entweder der Fahrer machen oder spezielle Technik im Fahrzeug richtet den Wagen perfekt aus.

W hat als weltweit erster Hersteller ein induktives Ladeverfahren auf den Markt gebracht – Wireless Charging nennen es die Münchner. Das System hat momentan einen Wirkungsgrad von 85 Prozent, was nicht schlecht aber auf jeden Fall noch ausbaufähig ist. Beim BMW 530e iPerformance kann man seit April 2018 das Wireless Charging als Sonderausstattung bestellen. Doch auch Porsche und Audi haben den Nutzen erkannt, momentan ist induktives Laden aber deutlich teurer als eine Ladesäule und zusätzlich noch ineffektiver.