Nissan X-TRAIL Test

Geräumiger SUV mit hoher Variabilität

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Optional sieben Sitze
  • Verschiebbare Rückbank
  • Gute Ausstattung
  • Unübersichtliches Heck
  • Anfahrschwäche (1.6 dCi)
  • Durchschnittliche Bremse

25.590 € - 45.500 € Preisklasse

5 Sitze

4,9 - 6,4 l/100km

Test

Der X-Trail ist in Nissans SUV-Programm der große Bruder des Qashqai. Die dritte Auflage, die auf dem kleineren SUV basiert, hat mit den beiden ersten X-Trail Generationen, die noch als robuster Geländewagen auftraten, wenig gemeinsam.

Heute ist der X-Trail vor allem größer als der Qashqai und kämpft mit dem Hyundai Santa Fe, Skoda Kodiaq und VW Tiguan Allspace um Marktanteile.

Obwohl sich der kompaktere Qashqai (Länge: 4,39 Meter) in Deutschland besser verkauft als der 4,69 Meter lange, 1,83 Meter breite und bis zu 1,73 Meter hohe X-Trail, bietet der einiges mehr: das größere Raumangebot im Fond und den geräumigeren Kofferraum (550 bis 1.982 Liter Volumen).

Darüber hinaus gibt es beim X-Trail die Option auf sieben Sitze und die verschiebbare Rückbank, mit der man serienmäßig entweder die Beinfreiheit oder den Gepäckraum erweitern kann.

Im Sommer 2017 erhielt der Nissan X-Trail, der im Jahr 2014 in Deutschland präsentiert wurde, ein Facelift. Die Karosserie wurde dabei eher kosmetisch überarbeitet (neuer Kühlergrill, neue Stoßfänger, veränderte Tagfahrlichter), aber der Innenraum und die Ausstattung deutlich aufgewertet. Erkennbar unter anderem am neuen, unten abgeflachten Lenkrad und an der hochwertigeren Materialauswahl. Das Sicherheitsangebot wurde um moderne Assistenzsysteme wie den Querverkehrswarner aufgewertet.

Ganz so handlich wie der Qashqai fährt sich der X-Trail jedoch nicht. Dessen Motoren finden sich, bis auf den kleinen Benziner und Diesel, auch im X-Trail-Motorraum wieder. Sie leisten 130 bis 177 PS und bringen ihre Kraft per Front- oder Allradantrieb auf die Straße.

Mit bis zu sieben Sitzplätzen, einer verschiebbaren Rückbank und annähernd 2.000 Liter Kofferraumvolumen hat der X-Trail Dinge zu bieten, die im Qashqai nicht einmal gegen Zuzahlung zu erhalten sind.

Das Interieur

Der Einstieg gestaltet sich bequem, weil die Sitzposition im X-Trail höher als im Qashqai ausfällt. Auf den Vordersitzen angekommen, lassen sich die Schalter leicht bedienen und die Instrumente gut ablesen. Es stehen mit 1,73 Meter Höhe beträchtliche 14 Zentimeter mehr Kopffreiheit als im 1,59 Meter niedrigen Qashqai zur Verfügung.

Im Fond herrscht wegen 30 Zentimeter mehr Länge und der um 15 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbaren Rückbank viel Beinfreiheit. Bestellt man den 7-Sitzer, verschwinden die Sitzgelegenheiten sechs und sieben bei Nichtbedarf im Kofferraumboden.

Der Kofferraum

Hier hinten zeigt der Nissan X-Trail dem kleinen Bruder wie es voluminöser und variabler geht. Im Vergleich zu dessen 430 bis 1.585 Litern fällt das Gepäckabteil im X-Trail mit 550 bis 1.982 Litern geräumiger aus. Sogar noch geräumiger als in der SUV-Oberklasse in einem BMW X5 oder Volvo XC90 (1.870 und 1.886 Liter).

Die Ladekante baut höher als im Kombi. Zu erwarten im hochbeinigen SUV. Mit bis zu 685 Kilogramm darf eine große Portion eingepackt werden. Der doppelte Ladeboden, die beiden einsetzbaren Bodenplatten, mit denen Koffer und Jacken getrennt voneinander verstaut werden können, sowie die in einem Fach verschwindende Gepäckraumabdeckung sorgen für Ordnung.

Die elektrisch öffnende Heckklappe lässt sich mit einem Fußschwenk in Richtung Stoßfänger öffnen, was hilfreich ist, wenn man alle Hände voll zu tun hat. Und Anhänger? Bis zu zwei Tonnen können mit dem Nissan X-Trail gezogen werden.

Mehr Gewicht und Länge bedeuten weniger Handling. So ist das im Allgemeinen und so ist es bei einer Vergleichsfahrt im X-Trail und Qashqai auf der Landstraße auch ganz konkret. Der große SUV ist mit 4,69 Meter vom Bug bis zum Heck und 1,5 bis 1,8 Tonnen auf der Waage sperriger und schwerer. Das spürt man.

Der eine fährt dem anderen immer etwas voraus. Auch in der Stadt, in der die Lenkung präzise arbeitet, aber sich der große Wendekreis von 11,9 Metern bemerkbar macht. Der X-Trail liegt gut, ohne große Seitenneigung auf der Straße. Wegen dieser Abstimmung dringt aber auch die eine oder andere Fahrbahnunebenheit in den akustisch gut gedämmten Innenraum.

Die Entscheidung fällt im X-Trail zwischen drei Motoren und zwei Getrieben. Einem Benziner mit 163 PS und zwei Dieselmotoren mit 130 oder 177 PS sowie dem Schaltgetriebe oder der CVT-Automatik im 1,6- und 2,0-Liter-Diesel.

Der Benziner

Der 1,6-Liter-Vierzylinder liefert 240 Newtonmeter Drehmoment und 163 PS Leistung. Ausschließlich an die Vorderräder und in Kombination mit der Sechsgang-Handschaltung. Der Benziner arbeitet leise und kultiviert, reißt im schweren SUV aber keine Bäume aus.

In der Praxis landet der Verbrauch bei rund 7,5 l/100 km Super. Ein Hybridmotor, der weniger Treibstoff konsumiert, befindet sich noch nicht im Lieferprogramm, wird aber später noch die Motorenpalette ergänzen.

Die Diesel

Auf dem Papier steht der 130 PS starke 1,6-Liter-Diesel mit maximal 320 Newtonmetern gut im Futter. Das Getriebe ist aber lang abgestimmt, sodass es um die Elastizität nicht so gut steht, wie es das Datenblatt glauben macht. Der Verbrauch liegt im Alltag um sieben Liter Diesel.

Wer bei ähnlichen Verbrauchswerten mehr Kraft schätzt oder öfter einen Anhänger zieht, setzt besser auf den X-Trail 2.0 dCi. Der 177 PS starke Zweiliter-Diesel produziert 380 Newtonmeter Drehmoment und ist wie der kleine Diesel auch mit Allradantrieb und einer stufenlosen CVT-Automatik lieferbar.

Die Automatik reduziert die Anhängelast im größeren Diesel allerdings von 2.000 auf 1.650 Kilogramm.

Das 2017er Facelift bescherte dem Nissan X-Trail neue Assistenzsysteme. Etwa den Querverkehrswarner und den Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung.

Weitere Fahrassistenten erhöhen die Sicherheit. Der Spurhalteassistent gibt ein Warnsignal, wenn eine Fahrbahnmarkierung überrollt wird. Der Einparkassistent und die Rückfahrkamera sichern das unübersichtliche Heck ab. Die gleiche Aufgabe übernimmt das 360-Grad-Rundumsichtsystem, das den Nissan in der Vogelperspektive auf den Bildschirm zaubert.

Ein Fernlichtassistent kann ebenfalls geordert werden. Und auch die im Cockpit eingeblendeten Tempobeschränkungen tragen zur Fahrsicherheit bei (serienmäßig).

Ein weiterer Sicherheitsposten ist im Winter der Allradantrieb. Der arbeitet in der Regel nur an der Vorderachse, verteilt die Kraft aber, wenn Traktion gefordert wird, im Verhältnis 50 zu 50 zwischen den Vorder- und Hinterrädern. Wer oft Hänger bewegt, sollte ebenso auf die Allradvariante mit besserem Zugvermögen setzen.

Im ADAC-Bremstest kam der Nissan X-Trail nach einer Vollbremsung aus 100 km/h erst nach durchschnittlichen 37,4 Metern zum Stehen (der Qashqai stand schon nach 34,7 Metern). Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Schon die Einstiegsvariante des X-Trail verfügt über eine Klimaanlage, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, die Einparksensoren vorne und hinten, die elektronische Parkbremse, elektrische Fensterheber, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie ein Audiosystem mit CD-Player, Digitalradio, vier Lautsprechern und Bluetooth-Freisprecheinrichtung.

Für die Sicherheit sorgt neben diversen Airbags ein Fahrerassistenzpaket, das einen autonomen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, einen Spurhalteassistenten und eine Verkehrszeichenerkennung umfasst.

Ab dem Ausstattungsgrad Acenta sind zusätzlich eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, eine Lordosenstütze für den Fahrersitz, der Licht- und Regensensor sowie die Lederummantelung für Lenkrad und Schalthebel an Bord.

Der Fernlichtassistent, der selbstständig zwischen Abblend- und Fernlicht wechselt, sorgt ebenso für gute Sicht wie die Nebelscheinwerfer. Von außen erkennt man diese Variante an den hinten abgedunkelten Scheiben.

Den N-Connecta erkennt man an den 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, der silbernen Dachreling, den Chromzierteilen und an den Voll-LED-Scheinwerfern (mit adaptivem Lichtsystem).

Ebenfalls gehören die elektrische, auch per Gestensteuerung zu öffnende Heckklappe, das schlüssellose Start- und Zugangssystem Intelligent Key, die beheizbaren Vordersitze, die Lenkradheizung und das Navigationssystem mit 360-Grad-Monitor mit zum Lieferumfang.

Mehr als Tekna geht im X-Trail nicht. In dieser Variante sind die serienmäßig mit Leder bezogenen Fahrer- und Beifahrersitze elektrisch verstellbar und beheizbar. Das Bose Audiosystem sorgt mit acht Lautsprechern für besseren Klang und Nissans Safety Shield mit dem eingebauten Querverkehrswarner für mehr Sicherheit.

Und das Preis-Leistungs-Verhältnis? Es bestimmt sich daran, wie man zum X-Trail steht.

Zusammenfassung

Der Nissan X-Trail ist einige tausend Euro teurer als der Nissan Qashqai. Der bietet dafür mehr Auswahl bei den (kleineren) Motoren, weniger Gewicht und damit die etwas günstigeren Verbrauchswerte und ein leichtfüßiges Handling.

Für SUV-Freunde, die bis zu sieben Sitze, mehr Platz und eine höhere Variabilität benötigen, ist der größere SUV aber der geeignete.

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