Toyota RAV4 Test

Ein SUV auch für raues Gelände

8/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Ausgereifter Hybridantrieb
  • Komfortabler Federungskomfort
  • Gute Verarbeitung
  • Keine verschiebbare Rückbank
  • Geringe Zuladung (Hybrid)
  • Zweifarblack nur beim Style Selection

29.990 € - 47.690 € Preisklasse

5 Sitze

4,4 - 6,2 l/100km

Test

Toyota ist oft der Erste und damit höchst erfolgreich. Das war mit dem Hybrid so und auch mit dem Kompakt-SUV RAV4 war der japanische Hersteller im Jahr 1994 früh auf dem Markt. Mit über neun Millionen Verkäufen ist der Toyota RAV4 der weltweit meistverkaufte SUV. Nun präsentiert Toyota diesen SUV in der fünften Auflage.

Der RAV4, Modelljahr 2019, wirkt wie eine kleine Revolution. Bisher stand das RAV4-Outfit nicht für aufregendes Design. Der Traditions-SUV war extrem solide und alltagstauglich, jedoch auch ein bisschen langweilig, etwas beliebig und wollte es sichtbar zu vielen Recht machen. Der neue RAV4 zeigt dagegen Kante. Toyota hat begriffen, dass sich mutiges und gutes Design verkauft – bestes Beispiel: der Toyota C-HR. Bei den anderen Herstellern, wie VW mit dem Tiguan oder Honda mit dem CR-V, waren die Neuauflagen eher evolutionär. Für konservative RAV4-Fahrer ist das neue Modell aber auf jeden Fall ein Einschnitt.

So modisch präsentierte sich noch kein RAV4, was seinen Kundenkreis erweitern wird, ihn aber auch verwechselbar macht. Auf den ersten Blick könnte der RAV4 auch von Hyundai oder Jeep stammen. Aber wen stört das, wenn er so viel gelungener erscheint und viele objektive Vorteile gegenüber dem Vormodell bietet?

Der neue Toyota RAV4, der auf einer neuen Plattform aufbaut, bietet auf 4,60 Meter Länge im Fond und im bis zu 1.690 Liter großen Kofferraum mehr Platz. im Innenraum wirken die Kunststoffe hochwertiger. An der Bedienbarkeit der Schalter und des Touchscreen gibt es nichts auszusetzen. Das Infotainment und die Sicherheitsausstattung mit über 20 Fahrassistenzsystemen sind modern.

Da der Toyota RAV4 durch die neue Plattform auch leichter wird und die Motoren, die als Hybrid bis 222 PS leisten, überarbeitet wurden, soll der RAV4 Hybrid jetzt auch auf der Autobahn weniger verbrauchen. Die fünfte Auflage präsentiert sich damit überzeugender denn je. Vieles wurde auch im Detail entscheidend verbessert – vieles, aber nicht alles.

Was so eine neue Plattform alles bewirkt. Die TNGA-Plattform (Toyota New Global Architecture Platform), die sich der neue RAV4 mit dem Toyota C-HR und Toyota Prius teilt, schafft Platz, weil sie die Platzverhältnisse im Toyota RAV4 ganz neu ordnet.

Auf der Rückbank steht erheblich mehr Raum zur Verfügung, weil der Radstand durch die kürzeren Karosserieüberhänge um drei Zentimeter wächst und der Akkupack nun unter der Rückbank verschwindet. Das macht es auch langbeinigen Erwachsenen möglich, bequem hinten mitzufahren.

Beim Umklappen der Rücksitzlehnen ist auch ein alter Makel des Vormodells – die Stufe im Ladeboden – nicht mehr vorhanden. Die Ladefläche fällt zudem um sechs Zentimeter länger aus, was das Kofferraumvolumen auf geräumige 580 Liter wachsen lässt.

Trotz der neuen Plattform ändern sich zwei Dinge im RAV4 nicht: Auf eine verschiebbare Rückbank, die ein VW Tiguan besitzt, und die Siebensitzigkeit, die ein Honda CR-V bietet, muss man im Toyota SUV verzichten. Das zweite ist nicht unbedingt ein Nachteil, denn auf den Plätzen sechs und sieben würde es sehr eng zugehen, das erste kann man aber vermissen, weil die Wahl zwischen mehr Beinfreiheit oder mehr Kofferraum nun mal sehr praktisch ist. Vielleicht befindet sich die Verschiebefunktion nicht im Angebot, weil im Toyota RAV4 von beidem reichlich geboten wird.

Besitzt man einen schweren Anhänger, dann sollte man den Toyota RAV4 Hybrid mit Allradantrieb bestellen, denn dann dürfen 1.650 Kilogramm an den Haken genommen werden. Beim Monobenziner geht, egal ob mit Front- oder Allradantrieb, mit bis zu 2.000 Kilogramm noch mehr. Und noch ein Warnung: In einem reichhaltig ausgestatteten RAV4 kann schon mit drei schweren Männern samt Reisegepäck die Zuladungsgrenze von 360 Kilogramm im Hybrid erreicht sein.

Technische Daten

Länge 4,60 Meter
Breite 1,85 Meter
Höhe 1,69 Meter
Kofferraumvolumen 580 bis 1.690 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.615 bis 1.825 Kilogramm
Zuladung 360 bis 435 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 2.050 bis 2.185 Kilogramm
Zulässiges Anhängelast ungebremst / gebremst 750 Kilogramm/800 bis 2.000 Kilogramm

Egal, für welchen der zwei Motoren man sich entscheidet, man fährt im neuen RAV4 nicht sportlich, sondern betont bequem und gut abgeschottet von den Umgebungsgeräuschen durch die Landschaft. Ob mit Front- oder Allradantrieb, hängt vom Einsatzzweck ab. Ein Diesel steht für das neue Modell nicht mehr zur Verfügung.

Der Benziner

Toyota erwartet, dass nur etwa ein Fünftel aller Käufer sich für den Monobenziner entscheiden werden. Der Vierzylinder mobilisiert aus zwei Litern Hubraum maximal 208 Newtonmeter Drehmoment zwischen 4.300 und 5.200 Umdrehungen. Wenn man die 175 PS abrufen will, muss man noch höher drehen. Das passt nicht so gut zu einem SUV wie die vorteilhaftere Leistungsentfaltung eines gut abgestimmten Hybridmotors.

Der Hybrid

Der Hybrid schöpft mit 2,5 Liter Hubraum mehr aus dem Vollen. Entscheidender als die 221 Newtonmeter Drehmoment des Vierzylinders ist aber die Kraft, die der 120 PS starke Elektromotor schon im unteren Drehzahlbereich den 178 PS des Benziners zuschießt. Die zusätzlichen 202 Newtonmeter schieben aus dem Keller. So motorisiert schnalzt das Duo aus Elektro- und Benzinmotor den 1,8 Tonnen schweren Hybrid in knapp über acht Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.

Bei Vollgas arbeitet der Hybridantrieb zwar immer noch laut, doch er hält sich beim normalen Fahren und auf kurzen Strecken mit rein elektrischem Antrieb zurück. Bei hohem Tempo kann auch der Verbrauch über neun Liter Super steigen. In der Werksangabe nimmt sich der Hybrid mit 4,5 bis 4,8 Liter/100 km trotzdem deutlich weniger Super aus dem 55 Liter großen Tank als der Benziner mit 6,0 bis 6,4 Liter. Und im Stadtverkehr spielt er mit der Elektrounterstützung seine Vorteile am besten aus.

Geht es mit dem neuen RAV4 ins Gelände, was mit 1,5 Zentimeter mehr Bodenfreiheit im Vergleich zum Vorgänger besser gelingt, sollte man den RAV4 mit Allradantrieb bestellen. Leider fehlt auch beim vierradgetriebenen RAV4 die Bergabfahrhilfe, die an starken Gefällen für ein gutes Gefühl und Sicherheit bei der Geländefahrt sorgt.

RAV4 2.0 RAV4 2.0 4×4 RAV4 Hybrid RAV4 Hybrid 4×4
Hubraum [ccm] 1.987 1.987 2.487 2.487
Leistung [PS] 175 175 218 222
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe Stufenlose Automatik Stufenlose Automatik
0-100 km/h [s|
Höchstgeschwindigkeit [km/h
9,8 | 190 9,9 | 190 8,4 | 180 8,1 | 180
Kraftstoff Benzin Benzin Benzin Benzin

Der Preis ist fair und die Preisstruktur einfach. Für den Hybrid zahlt man 3.000 Euro Aufpreis, für den Allradantrieb im Benziner 2.500 Euro und beim Hybrid 3.000 Euro. Bei den sechs Ausstattungslinien muss allerdings weitaus mehr auf die Details geschaut werden. Sonst entscheidet man sich am Ende noch für die falsche Variante.

RAV4

Sicherheit wird mit dem Toyota Safety Sense im RAV4 ganz groß geschrieben – und das schon im Einstiegsmodell. Hier gehören das Pre-Collision System mit Fahrradfahrer-/Fußgänger-Erkennung, der Spurhalteassistent mit Lenkhilfe, die Verkehrsschilderkennung, der adaptive Tempomat (ACC) und der Spurverfolgungsassistent (nur im Hybrid) mit zur Serienausstattung. Die Abblendlichtautomatik der LED-Scheinwerfer, die Anhängerstabilisierung und der Berganfahrassistent sorgen ebenfalls für mehr Sicherheit.

Die manuelle Klimaanlage gehört im Benziner und die 2-Zonen-Klimaautomatik im Hybrid zur Serienausstattung. Ergänzt wird die Ausstattung um das Lederlenkrad, den Lederschaltknauf/-wahlhebel, die elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbaren Außenspiegel und das Multimediasystem Toyota Touch mit 7,0-Zoll-Farbmonitor und Rückfahrkamera.

RAV4 Comfort

Diese Variante erkennt man von außen an der Dachreling und im Cockpit am 8-Zoll-Farbmonitor des Multimediasystems. Das besitzt ebenfalls eine Rückfahrkamera. Dazu kommen im Comfort die Nebelscheinwerfer, der Regensensor, der automatisch und stufenlos abblendende Innenspiegel, die Parksensoren vorne und hinten und die 2-Zonen-Klimaautomatik im Benziner.

RAV4 Business Edition (zusätzlich zum Comfort)

„Business“ steht für das, was das Geschäft  sicherer und bequemer macht: der zusätzliche Toter-Winkel-Warner mit Rückfahrassistent, die Sitzheizung der Vordersitze, das Navigationssystem und das Digitalradio DAB+.

RAV4 Club (zusätzlich zum Comfort)

Wer als Raver im Club Platz nimmt, der auf 17 statt 18 Zoll-Rädern rollt, erhält ein beheizbares Lenkrad und beheizbare Vordersitze. Im Fond sitzt man hinter stärker abgedunkelten Seitenscheiben. Obendrein erhält man einiges dazu, was mit gutem Sehen zu tun hat: die beheizbaren Scheibenwischer und Scheibenwaschdüsen, die beheizbare Scheinwerferreinigungsanlage und den Smart-View Mirror. Die Kameraaufzeichnung am Heck liefert ein extrem weitwinkliges Bild vom Bereich hinter dem Fahrzeug auf den Innenspiegel, an dessen Optik man sich bei der Entfernungseinschätzung erst einmal gewöhnen muss.

RAV4 Style Selection (zusätzlich zum Club)

Leider nur hier erhält man das Dach in schicker Kontrastfarbe lackiert. Drinnen nimmt man auf einem elektrisch verstellbaren Fahrersitz mit Kunstlederbezug unter dem schwarzen Dachhimmel Platz. Die Außenspiegel erhalten eine Ausstiegsbeleuchtung. Das Soundsystem stammt vom amerikanischen Hersteller JBL. Und auch bei der Sicherheit wird hier mit dem genialen 360-Grad-Kamera-Rundumsichtsystem und der Einparkhilfe mit aktiver Bremsunterstützung mehr geboten. Das Technik-Paket (siehe unten) ist im Style Selection ebenfalls inklusive.

RAV4 Lounge (zusätzlich zum Club)

Im Lounge sitzt man auf echtem Leder. Die Sitze lassen sich elektrisch verstellen, heizen und belüften. Auch die Frontscheibe ist beheizbar. Hinzu kommen noch die LED-Projektions-Scheinwerfer, das 360-Grad-Kamera-Rundumsichtsystem, die Einparkhilfe mit aktiver Bremsunterstützung, die Außenspiegel mit Ausstiegsbeleuchtung, das JBL Soundsystem und das Technik-Paket.

Das Paket, das auch für den Club bestellbar ist, umfasst den Toter-Winkel-Warner mit Rückfahrassistent, das Smart-Key-System, die elektrische Heckklappe, den Digitalradioempfang DAB+ und die kabellose Ladestation fürs Smartphone. Dann gibt es im RAV4 nicht mehr viel zu entscheiden. Panorama-Glasdach gefällig? Ein Fußsensor für die elektrische Heckklappe? Das Protection-Paket mit Kofferraumschalenmatte und Ladekantenschutz? Das Navigationssystem Touch&Go Plus mit Google Streetview und WLAN-Funktion?

Zusammenfassung

Ein solider und komfortabler SUV wie eh und je ist der RAV4 geblieben, ein vom Design attraktiverer ist er geworden. Obwohl er durch die neue Plattform in den Kriterien Sicherheit, Ambiente, Platz- und Kofferraumangebot entscheidend aufgesattelt hat, hat sich der Preis nicht verändert. Und auch eine alte Toyota-Regel bei der Motorwahl, wenn es die Wahl gibt, hat Bestand. Der Hybrid ist die erste Wahl, mit dem Toyota der erste war und immer noch höchst erfolgreich ist.

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