Volkswagen Caddy

Funktionaler Allrounder steckt viel weg

6,9
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Großer und variabler Kofferraum
  • Sparsame Diesel
  • Gute Bremsen
  • Transportergefühle
  • Zu tief eingebauter Monitor
  • Hoher Preis

18.528 € - 39.710 € Preisklasse

5 - 7 Sitze

4,4 - 6,1 l/100km

Test

Sie haben etwas zu transportieren? Eine Familie, viele Kinder, große Möbel oder doch gleich alles zusammen? Und das zum fairen Preis? Dann sitzen Sie im Volkswagen Caddy vielleicht goldrichtig, denn der taugt sowohl als Transporter als auch als Familienauto und ist zudem preiswerter als ein VW Touran. Seine Tugenden ließen ihn über die Jahre immer mehr zum Volkstransporteur werden.

War die erste Auflage, die 1979 präsentiert wurde, noch ganz unzweideutig ein Nutzfahrzeug, wurde das Nutztier Caddy mit der Zeit zum Haustier domestiziert und zu einem Transporter für die Familie umgewandelt. Heute verteilt sich die Caddy-Produktion, die sich auf Kastenwagen, Kombi, kurzen oder langen Radstand und Ein- bis Siebensitzer unterteilt, fast in gleichen Teilen auf die professionelle Zielgruppe und Privatnutzer, was auch daran liegt, dass der VW sich heute fast so fährt wie ein normaler Pkw – wie gesagt, fast.

Die Gattung Hochdachkombi, zu der ein VW Caddy zählt, glänzt mit ihren auf den Alltag zugeschnittenen Talenten: der variablen Sitzverteilung, den praktischen Schiebetüren, den Verstaumöglichkeiten am Dach und dem praktischen, weil kastenförmigen und hohen Kofferraum. Und wer Hochdachkombi fährt, sieht dank aufrechter Dachsäulen und großer Scheiben auch noch besser als in so manchem Kombi oder SUV beim Rangieren.

Das Interieur

Den Caddy liefert Volkswagen im 4,51 Meter-Format oder als 4,98 Meter langen Caddy Maxi. Selbst in der kurzen Karosserievariante bietet der geräumige Niedersachse genug Platz für die Familie. Die sitzt hier auch noch ausgesprochen bequem auf der Rückbank und den Vordersitzen mit straffer Polsterung, genug Oberschenkelauflage und ausreichendem Seitenhalt. Die Papas wird es freuen, denn die Kindersitze mit den offenen Isofix-Ösen lassen sich im Fond leicht installieren.

Viele Schalter und das Infotainment, das nun auch mit dem Handy kommuniziert, erinnern an die vertraute Pkw-Welt. Das höhere Geräuschniveau und die meist kratzempfindlichen Teile aus Hartplastik verraten dann aber doch das getarnte Nutztier. Und wenn man weiter im Innenraum prüfend herumschaut, bemerkt man, dass das Display des Bordcomputers etwas pixelig und der Touchscreen zu tief in der Mittelkonsole verbaut ist, als dass er optimal im Blick des Fahrers wäre.

Der Kofferraum

Sogar wenn in zweiter Reihe alle Sitze belegt sind, also drei Insassen hinten sitzen, steht ein Volumen von 750 Liter im Kofferraum zur Verfügung. Nutzt man den Caddy als Siebensitzer, schrumpft das Ladeabteil allerdings auf schmale 190 Liter.

Wird die zweite Sitzreihe umgeklappt oder komplett ausgebaut, passen für die Größe gigantische 3.030 Liter hinein, die in dem 1.120 bis 1.190 Millimeter breiten und 1.226 bis 1.230 Millimeter hohen Kofferraum unterkommen. Der Ausbau der Sitze wird dabei meist wie folgt beurteilt: als kräftige Arme erfordernd, aber unkompliziert oder als zu aufwendig.

Das Gefühl einen Transporter zu fahren, schwingt im Caddy immer noch mit. Zwar hat es sich mit der 2015er Neuauflage und der komfortableren Abstimmung des Starrachsenfahrwerks gebessert, aber einer hinteren Starrachse, die mit ihren Blattfedern hohe Lasten verdaut, sind beim Abrollen über unstetem Asphalt immer noch Grenzen gesetzt. Überraschenderweise reagiert der hohe Caddy weniger empfindlich als erwartet auf Seitenwind und hält gut die Spur. Lenkung und Traktion überzeugen ebenso.

Und das auch im Gespannbetrieb? Wenn bis zu 1,5 Tonnen an der Anhängerkupplung hängen, fällt die Fahrstabilität, die Eingriffe des Anhänger-ESP selten nötig macht, positiv auf. Der Verbrauch steigt dabei aus Gespannfahrersicht nur moderat auf etwa 10 Liter.

Die Insassen hören weniger von den heute 84 bis 150 PS starken Aggregaten als in der Vergangenheit. Das hat vor allem zwei Gründe. Erstens die Geräuschdämmung wurde gegenüber dem Vorgänger verbessert und zweitens bricht der Wind weniger an den nun kompakteren Außenspiegeln.

Die Benziner

Die Benzinmotoren treten als Trio gegen die 1,4 bis 1,5 Tonnen des VW Caddy an: der eher schwache 84 PS 1,2-Liter-Vierzylinderturbo, der 102 PS produzierende 1,0-Liter-Dreizylinderturbo oder der 1,4-Liter-Vierzylinderturbo mit 125 PS. Schon von dem bei niedrigen Drehzahlen genug Kraft entwickelnden 102-PS-Motor wird die Fuhre zur erquicklichen Partie gemacht. Dabei verbraucht der Caddy im Werksverbrauch 5,3 bis 5,5 Liter Super, aber im Einsatz deutlich mehr.

Die Diesel

Einen Einsatz, den im hoch bauenden und schwer transportierenden Caddy idealerweise ein Dieselmotor übernimmt. Vier Selbstzünder mit einem Output von 75, 102, 122 oder 150 PS kommen mit Frontantrieb oder Allradantrieb zum Zuge. Die 2,0-Liter-TDIs, die schon im niedrigen Drehzahlbereich kraftvoll präsent sind, hauchen dem Caddy mehr Leben ein als die Benziner, die sich am hohen Leergewicht mit höheren Drehzahlen abarbeiten müssen. Bei weniger Verbrauch.

Die Sparvariante 2.0 TDI BlueMotion erreicht mit ihrer 30 Millimeter tiefergelegten Karosserie, Energiesparreifen, Start-Stopp-Automatik und Bremsenergierückgewinnung einen Verbrauch von 4,2 l/100 km. Als weitere Sparalternative steht auch noch ein 110 PS leistender Erdgas-Caddy 1.4 TGI im Motorenaufgebot. Angeboten wird der Caddy insgesamt mit vier Schaltboxen: dem manuellen Fünf- oder Sechsgang-Schaltgetriebe sowie dem Sechs- oder Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Viel Sicherheit geht auf Schnee und nasser Fahrbahn vom Allradantrieb aus. Der ist in den Caddy und den Caddy Maxi allerdings nur in Verbindung mit dem 122 und 150 PS starken 2,0-Liter-Dieselmotor zu bestellen.

Die Sicherheitsausstattung wurde in der 2015er Neuauflage aufgewertet. Der City-Notbremsassistent, ESP und die Multikollisionsbremse, die das Fahrzeug nach einer Erstkollision automatisch abbremst, sind serienmäßig an Bord.

Extra bestellt werden müssen die Einparkhilfe und der adaptive Tempomat, der, nachdem der Fahrer das Tempo vorgegeben hat, immer den Abstand zum Vordermann hält. Für einen als Transporter geborenen Hochdachkombi ist es auch um die passive Sicherheit erstaunlich gut gestellt. Im Euro NCAP-Crashtest erreichte der Caddy die maximale Wertung von fünf Sternen.

Der im polnischen Posen gebaute VW Caddy kommt nicht günstig, aber günstiger als ein VW Touran. Über das, was man am Ende wirklich zahlt, entscheiden Motor, Ausstattungslinie, die Bestuhlung und die lieben Extras.

Das Basismodell Conceptline, das vom 84 PS starken 1,2-Liter-Benziner mehr schlecht als recht bei Laune gehalten wird, kann mit seiner Ausstattung nicht wirklich überzeugen. Da erscheint ein Upgrade auf den Trendline für ein Radio, eine zusätzliche Schiebetür links im Lade-/Fahrgastraum und elektrische Fensterheber empfehlenswert.

Wer sich richtig verwöhnen will, der legt noch eine Schippe drauf und nimmt den Comfortline inklusive Klimaanlage, Lederlenkrad, Dachreling und Radio mit Farbdisplay. Das Topmodell des Lieferprogramms, der Caddy Maxi 2.0 TDI BMT 4MOTION Highline, kommt mit einer Preisliste von 56 Seiten, die erahnen lassen, dass Caddy-Bestellen nicht nur wegen dem vielen Zubehör, sondern auch wegen der schier unendlichen Zahl an Aufbauten, Türen und Sitzkonfigurationen viel Überlegung erfordert.

Für Kunden, die den Caddy als Beförderungsmittel für die Großfamilie nutzen wollen, ist der Caddy Maxi die Empfehlung, da ein Plus von 47 Zentimetern Länge dem Innenraum und der Siebensitzigkeit zugutekommt. An soviel Vielfalt im Angebot reichen wenige Konkurrenten  – Citroen Berlingo, Dacia Dokker, Fiat Doblo, Peugeot Partner, Renault Kangoo und Skoda Roomster – heran.

Zusammenfassung

Ein Schnäppchen ist der Volkswagen Caddy nicht. Ein in Rumänien produzierter Dacia Dokker startet schon bei knapp 9.000 Euro in der Preisliste. Aber der VW Caddy offeriert mehr Qualität und erledigt die gestellten Aufgaben und Pflichten noch ein gutes Stück talentierter, universeller und zivilisierter. Speziell dann, wenn man den VW Caddy oder den noch geräumigeren Caddy Maxi als Familienauto nutzt.

Suchen Sie die besten Volkswagen Caddy Angebote?

Auf carwow vergleichen Sie einfach die besten Neuwagenangebote von lokalen und nationalen Volkswagen-Vertragshändlern. Großartige Angebote und ein stressfreier Autokauf ohne negative Überraschungen!

Caddy Angebote vergleichen Sparen Sie im Schnitt 3.800 €