Skoda Fabia

Durchdachter Kleinwagen mit modernen Sicherheitssystemen

7/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Variable Sitze
  • Gute Straßenlage
  • Sichere Fahreigenschaften
  • Viel Hartplastik
  • Keine Xenonscheinwerfer lieferbar
  • Stufe bei umgeklappter Rückbank

12.230 € - 21.410 € Preisklasse

5 Sitze

4,3 - 4,8 l/100km

Test

Wer früher Kleinwagen fuhr, erwartete wenig und erhält heute überraschend viel fürs Geld: ein Stadtauto, ein Familienauto und einen Reisewagen in einem. Logisch, man muss auch im Kleinwagen von heute gewisse Abstriche und Zugeständnisse an Platz, Komfort und Antrieb machen, aber eben viel weniger als früher.

Dafür steht der Skoda Fabia exemplarisch wie sein ärgster Konkurrent, der noch populärere VW Polo. Die anderen Konkurrenten des Fabia heißen Ford Fiesta, Hyundai i20, Opel Corsa, Peugeot 208 und Renault Clio. In diesem illustren Feld der erwachsenen Kleinwagen hinterlässt der Skoda mit seiner Praxisorientiertheit und dem guten Raumangebot viele positive Eindrücke.

Aber nicht allein an Platz hat der als viertüriges Steilheck oder als Kombi antretende Fabia mit der Neuauflage im Herbst 2014 gewonnen, sondern auch an Attraktivität. Das war allerdings auch nicht schwierig: Die erste und zweite Auflage des Fabia boten optisch langweilige Hausmannskost: Die schmeckte in Fahrt ganz gut, sah aber alles andere als lecker aus. Der Fabia der dritten Generation offenbart da mehr Geschmack. Die Karosserielinie ist stimmiger und die Proportionen verlaufen weit harmonischer.

Auch unter dem Blechkleid demonstriert der Fabia eindrucksvoll die Zugehörigkeit von Skoda zum VW-Konzern. Mit den guten VW-Motoren, die eine Leistungsspanne von 60 bis 110 PS abdecken genauso wie mit den modernen Infotainment- und Assistenzsystemen, die ebenfalls Volkswagens reichem Konzernbaukasten entstammen.

Der Fabia ist solide verarbeitet, seine Bedienung gibt keine Rätsel auf und auch in der Fahrsicherheit gehört er zu den Vorbildlichen. Das bringt viele Vorteile mit sich, aber auch einen Nachteil. Der Fabia bietet als Stadtauto, Familienauto und Reisewagen zwar viel mehr als in seinen ersten beiden Auflagen, aber so billig wie damals wird er heute von Skoda nicht mehr angeboten.

Warum sich Kleinwagen-Fahren heute nicht mehr unbedingt so anfühlt, hat weniger mit Magie zu tun als mit gewachsener Länge und Breite sowie verbesserter Raumökonomie. Dies lässt sich auch mit dem Fabia gut belegen. Er fällt heute mit 3,99 Meter fast so lang aus wie der 4,02 Meter lange Golf 3 von 1997 und wuchs in der Breite im Vergleich zum Fabia der vorigen Generation um beträchtliche neun Zentimeter. Dieses enorme Größenwachstum spürt man vor allem hinten auf der Rücksitzbank, wo zwei Insassen bequem sitzen und im Kofferraum.

Das Interieur

Die Gediegenheit eines Audi A1 Hipsters geht einem Realisten wie dem Skoda Fabia völlig ab. Hier verwöhnt kein aufgeschäumter Kunststoff den Blick, sondern Hartplastik dominiert. Das Raumgefühl ist gut, was auch etwas mit den hohen Scheiben zu tun hat und es gibt genug Platz zum Ablegen.

Wenn man sitzt, wundert man sich, wie viel Platz noch bis zur Türverkleidung, zum Dachhimmel und Vordersitz bleibt. Deshalb sitzt man zumeist bequem. Allerdings nicht immer gleich gut. Langbeinige stört die mangelnde Oberschenkelauflage auf den tief eingebauten Sitzschemeln und fast alle Fahrer der mangelnde Seitenhalt der Vordersitze. Für die existiert allerdings eine gute Alternative für wohlfeile 190 Euro: die langstreckentauglichen Sportsitze.

Auf der Rücksitzbank hängt das Platzangebot ganz stark von den vorne Platz nehmenden ab: Wer hinter einem Langen sitzt, sitzt schlecht. Wer hinter einem Kurzen sitzt, sitzt gut. Gehört man zu den Sitzriesen, kontaktiert man entweder die Rückseite der Vordersitze oder den Dachhimmel. Oder beides gleichzeitig.

Der Kofferraum

Wie groß der Kofferraum heute in einem Kleinwagen und konkret im Skoda Fabia ausfallen kann, offenbart der erneute Vergleich mit dem VW Polo. Mit dem muss man, weil nur 280 bis 952 Liter in den Kofferraum passen, so manches Gepäckstück zuhause lassen, was man im Fabia dank 330 bis 1.150 Liter Volumen noch mit auf die Reise nehmen kann. Leider ist die Ladefläche bei umgeklappter Bank nicht ganz eben.

Noch deutlicher wird die Geräumigkeit des Kofferraums, wenn man die Ladefläche des 26,5 Zentimeter längeren Fabia Combi betrachtet. Ein direkter Konkurrent wie der Seat Ibiza ST hat mit 430 bis 1164 Litern deutlich weniger Raum aufzubieten als der Fabia mit 530 bis 1395 Litern. Wem auch das noch nicht ausreicht, hat zudem die Option hinten bis zu eine Tonne an den Haken zu nehmen.

Gehen Sie mit dem Fabia ruhig auf Langstrecke, vielleicht nicht mit dem kleinsten Motor und Sie entsteigen ihm entspannt. Die den Komfort fördernden Komponenten heißen gute Geräuschdämmung, ein auf die Autobahnfahrt komfortabel abgestimmtes Fahrwerk und in der Polsterung bequem geformte Sitze.

Bei höheren Geschwindigkeiten kommt über der zumeist besseren Belagsdecke der Autobahn die Straffheit des Fahrwerks nicht ganz so zur Geltung. In der Stadt auf geschundener Asphaltdecke schon eher. Schlechte Straßen nimmt der Fabia trocken retournierend. Über derben Rillen kündet die Dämpfung der Vorderachse von ihren Grenzen und die Hinterachse rollt poltrig hinten ab.

Fahrdynamisch ist die Straffheit des Skoda Fabia aber von Vorteil. Das unbeschwerte Handling, das gute Anbremsen und das willige Einlenken mit der präzise arbeitenden Lenkung lassen es einen spüren. Die breite Spur und die Tieferlegung um drei Zentimeter gegenüber dem Vorgänger tragen ihren Teil dazu bei. Der Fabia liegt satt auf der Straße.

Wenn beim Ausloten der Fahrwerksgrenzen – was man sich im Alltag getrost sparen sollte – das Untersteuern des eine Tonne schweren Fabia beginnt, also das Schieben über die Vorderräder, geschieht dies friedvoll und unter der Überwachung des ESP.

Das Einstiegsmodell des Fabia bleibt im Leergewicht unter einer Tonne. Überhaupt müssen sich alle Motoren im Fabia nicht zu sehr abarbeiten, wenn sie stärker sind als der Einstiegsmotor mit nur 60 PS. Zwei Benziner und ein Dieselmotor mit bis zu 110 PS Leistung stehen zur Wahl.

Alle Fabia-Modelle rollen mit Start-Stopp-System, Bremsenergierückgewinnung und rollwiderstandsoptimierten Reifen zum Kunden. Geschaltet wird mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe, Sechsgang-Getriebe oder dem optionalen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG).

Die Benziner

Der 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner im Fabia 1.0 MPI leistet 60 oder 75 PS. Seine schwächere Variante, die den kompakteren Skoda Citigo und seine Schwestermodelle VW up! und SEAT Mii noch locker vorantreibt, muss im Fabia zu viel schuften, da der Sauger, der ausschließlich in den unteren Ausstattungslinien Active und Ambition zu bestellen ist, nur müde 95 Newtonmeter Drehmoment produziert. Damit sprintet der Fabia in tristen 15,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, um es bei 160 km/h dann gut sein zu lassen.

Dem 75 PS-Motor gelingt es mit ebenfalls 95 Nm nur etwas flotter mit 14,7 Sekunden und 172 km/h. Also spart man sich die 700 Euro Aufpreis auf den 60 PS-Motor und investiert besser, falls man es kann, gleich 2.100 Euro mehr in die 95 PS des 1.0 TSI-Vierzylinders. Der verbraucht sogar etwas weniger als der Sauger (4,3 l/100 km Super im Werksverbrauch, eher 6,0 l in der Praxis), macht mit ordentlichem Antritt aus niedrigen Drehzahlen und harmonischer Leistungsentfaltung aber weitaus mehr Fahrspaß.

Noch mehr davon produziert der 110 PS starke 1.0 TSI mit dem schnell schaltbaren Sechsgang-Getriebe. Die Fahrleistungen sprechen für sich. In 9,5 Sekunden steht Tempo 100 an. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 196 km/h.

Die Diesel

Diesel fahren ist im Fabia ein teurer Spaß, und man fragt sich schon, ob man das über die Jahre des Besitzes mit den günstigeren Treibstoffkosten wieder hereinholen kann. Der 1,4-Liter-TDI leistet im Fabia 90 oder 105 PS.

Der 90 PS-Dreizylinder-Diesel, der entweder an das Fünfgang-Schaltgetriebe oder das Siebengang-DSG gekoppelt ist, dreht locker hoch und liefert trotz seines Hubräumchens stramme 230 Newtonmeter Kraft an die Vorderräder, die in Richtung Maximaldrehzahl, typisch Diesel, immer mehr verebbt.

Der 105-PS-TDI, der 250 Newtonmeter anliefert, macht es nicht viel besser. Er beschleunigt in 10,1 statt 11,1 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht 193 statt 182 km/h. Der Aufpreis für die bessere Performance beträgt 600 Euro. Fair.

Vergleicht man dagegen den 95 PS starken Benziner 1.0 TSI und den 1.4 TDI mit 90 PS, kostet der Dieselmotor happige 2.130 Euro Aufpreis. Damit er sich effektiv rechnet, muss man also ziemlich viele Kilometer zurücklegen. Damit ist er ganz klar etwas für die Fahrer, die viel Langstrecke fahren. Die anderen sparen nichts.

In der Evolution ist das ganz natürlich. Der neueste Fabia ist auch der sicherste Fabia. Optionen wie der Abstandsradar mit automatischer Notbremsfunktion fand man vor Jahren nicht einmal in gehobenen Klassen, geschweige denn in einem Skoda. Kleinwagen verband man früher mit mehr Risiko im Fall eines Unfalls.

Heute erhält ein Skoda Fabia im Euro NCAP-Crashtest die maximale Wertung von fünf Sternen und belegt das Gegenteil. Die Fahrt im Skoda wird von den aktiven Qualitäten, die sich der Fabia vom Polo abgeschaut hat, noch weiter abgesichert: mit der breiten Spur, die den Kompakten gut durch die Kurven führt, mit dem straffen Fahrwerk, das den Fabia erdig auf der Straße liegen lässt und dem agilen Handling, das noch Ausweichmanöver steht, wenn es brenzlig wird.

Gut bremst der Fabia auch. Bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 stand er im ADAC-Bremstest nach 36,4 Metern.

Schon für 12.150 Euro sitzt man im 60 PS leistenden Fabia Active. Der 75 PS-Motor kostet 600 Euro zusätzlich und der Fabia Combi ebenfalls 600 Euro Aufpreis auf einen gleich motorisierten Viertürer mit Steilheck.

Ein viertüriger VW Polo startet bei 12.750 Euro, ein Ford Fiesta Trend mit 70 PS und ein Opel Corsa 1.2 Selection mit 70 PS bei 12.950 sowie 11.995 Euro. Besonders diese Preise spiegeln wieder, dass der Skoda Fabia im Vergleich zu früher kein Schnäppchen mehr ist. Auch weil Dinge wie die Klimaanlage, die Fernbedienung für die Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und das Radio im Basismodell für 12.150 Euro noch nicht zur Serienausstattung gehören.

Daher macht es durchaus Sinn, rund 2.000 Euro Aufpreis in die nächsthöhere Ausstattungslinie Ambition zu investieren, die mit Klimaanlage, Audiosystem, Bordcomputer, Tempomat, City-Notbremsassistent und der teilbar klappbaren Rückbanklehne vom Produktionsband rollt.

Zudem hat der Ambition drei entscheidende Vorteile. Erstens lassen sich erst in dieser Ausstattungslinie nützliche Extras wie etwa die Parksensoren und der Berganfahrassistent mitbestellen. Zweitens kann erst hier unter allen Motoren und lieferbaren Getriebevarianten ausgewählt werden. Drittens stehen attraktive Zubehörpakete wie beispielsweise das Comfort-Paket (Klimaautomatik, Park-, Licht- und Regensensor, elektrische Fensterheber hinten, Digitalradio) und das Business-Paket (Navigation, Multifunktionslenkrad, Bluetooth mit Sprachsteuerung) erst hier im Angebot.

Die Ausstattungslinie Style bietet noch mehr (Sitzheizung vorne, Nebelscheinwerfer, Mittelarmlehne). Die Topausstattung Monte Carlo (16-Zoll-Leichtmetallräder, Panoramaglasdach, Sportsitze) macht den Fabia optisch sportlicher, aber mit bis zu 22.510 Euro auch deutlich teurer.

Zusammenfassung

So billig wie damals ist der Skoda Fabia heute nicht mehr. Allerdings weiterhin preiswert und das im wahrsten Sinne des Wortes: den Preis wert. Mit seiner VW-Technik lässt er viele andere Kleinwagen im direkten Vergleich hinter sich.

Im Raumangebot ist er nicht nur eine gleichwertige Alternative zum VW Polo, sondern sogar die bessere, weil der Innenraum etwas großzügiger und der Kofferraum deutlich größer ausfallen. Da sich viele Motoren und Features in Fabia und Polo gleichen, aber eben die Preise nicht, bleibt der Skoda Fabia von seinem Charakter das, was er eigentlich schon immer war: Ein kluges Auto für Rechner.

Der Skoda Fabia ist der perfekte Kleinwagen für Kunden ohne Statuswahn und ebenso eine gute Wahl für die Kleinfamilie, die vor allem ein solides, sicheres und verlässliches viertüriges Auto zum fairen Preis sucht – und bekommt.

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