SEAT Ibiza

Mit mehr Platz und Komfort auf den Spuren des Leon

7,9
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Gelungenes Fahrwerk
  • Gute Platzverhältnisse
  • Großer Kofferraum
  • Erhöhte Ladekante
  • Stufe im Ladeboden
  • Nicht viele Assistenzsysteme

12.490 € - 21.590 € Preisklasse

5 Sitze

3,8 - 5,0 l/100km

Test

Seat fährt den Schwestermarken im Konzern nicht mehr nur hinterher. Nein, die Spanier eilen dem Rest sogar voraus, denn die fünfte Generation des seit 1984 über 5,3 Millionen Mal verkauften Ibiza baut als erstes Modell des VW-Konzerns auf der neuen MQB-A0-Plattform aus Wolfsburgs Modularem Querbaukasten auf. Noch vor dem VW Polo und dem Audi A1.

Das verschafft dem Ibiza trotz fast unveränderter Länge von 4,06 Meter mehr Platz im Innenraum und Kofferraum. Zudem führt das beträchtliche Plus an Breite im Vergleich mit dem Vorgänger zu einer noch überzeugenderen Straßenlage und der enorm gewachsene Radstand sorgt für einen verbesserten Fahrkomfort.

Was der Kleinwagen jedoch an Größe gewinnt, verliert er an Derivaten. Den Ibiza gibt es künftig nur noch als Viertürer. Ein Kombi ist auch nicht vorgesehen und die traditionell sportlichste Version Cupra fällt in der neuen Generation ebenfalls weg.

Dafür kommt der nur 1.100 kg schwere Ibiza mit effizienten, kleinen Benzinmotoren im Juni 2017 zu den Seat-Händlern. Der VW Polo lässt sich einige Monate mehr Zeit und der Audi A1 kommt sogar erst 2018. Wer VWs neue Plattform zuvor auf die spanische Art genießen möchte, sitzt im neuen Ibiza, der gegenüber dem Vorgänger in vielerlei Hinsicht echten Fortschritt bedeutet, schon sehr richtig.

Im Vergleich zum Vorgänger haben sich die Länge und die Höhe nur geringfügig verändert, aber 8,7 Zentimeter mehr Breite und 9,5 Zentimeter mehr Radstand sorgen im Innen- und Kofferraum für deutlich verbesserte Platzverhältnisse.

Das Interieur

Für seine Klasse bietet der Ibiza reichlich Platz. Auf den verbreiterten Vordersitzen steht zweieinhalb Zentimeter mehr Kopffreiheit zur Verfügung und dahinter dreieinhalb Zentimeter mehr Beinfreiheit. Damit fahren auch größere Erwachsene gut auf der Rückbank mit und auch davor im Cockpit fühlen sie sich pudelwohl.

Die Schalter befinden sich dort, wo man sie erwartet und die Rundinstrumente lassen sich sehr gut ablesen. Der Look ist klar und schnörkellos und die Verarbeitung sehr gut, auch wenn manches Teil aus günstigem Hartplastik gefertigt ist. Einen echten Hingucker liefert der 8-Zoll-Bildschirm des Infotainmentsystems. Ein weiteres Display folgt bald mit dem Digitalcockpit vom neuen VW Golf; vermutlich schon Ende 2017.

Der Kofferraum

Ein Plus von 63 Liter ist in dieser Klasse eine ganze Menge. Mit dem von 292 auf 355 Liter gewachsenen Kofferraum bietet der Ibiza nicht nur mehr Volumen als das Vormodell, sondern auch als die Konkurrenten VW Polo und Opel Corsa. In denen passen 75 und 70 Liter weniger in das Gepäckfach. Die Ladekante steht den Koffern im Ibiza allerdings etwas im Wege, und wenn die Rückbank flachgelegt wird, ergibt sich daraus keine ganz ebene Ladefläche. Dafür wartet der neue Ibiza aber zum ersten Mal mit einem variablen Ladeboden auf.

Etwas straffer, etwas sportiver – Diese Abstimmung war in der Vergangenheit typisch Ibiza. Mit mehr Breite, längerem Radstand und dem neuen Chassis, das eine um 30 % steifere Karosserie trägt, verbesserte Seat die Fahreigenschaften noch einmal: Das Einlenken in die Kurve, das Handling, die Traktion, das Geräuschniveau und den Komfort, der nicht zu den Stärken des von 2008 bis 2017 gebauten Vorgängers zählte.

Der Ibiza rollt jetzt feiner ab und stört mit den niedrigen Abrollgeräuschen die Ruhe im Innenraum nur wenig. Die relativ direkt abgestimmte Lenkung gehört zu den Fahrfreude bereitenden Aktivposten. Sie arbeitet feinfühlig und präzise und gibt eine gute Rückmeldung vom Straßenbelag.

In schnell durchfahrenen Kurven neigt sich der Ibiza nur wenig zur Seite und beim kräftigen Anbremsen der Kurve taucht er auf der Vorderachse nicht unangenehm ein. Damit bringt der Spanier seine Kraft, ohne dass viel Antriebseinflüsse in der Lenkung zu spüren sind, sicher auf die Straße. Und auch wenn verzögert wird, überzeugt er mehr als der Vorgänger.

Noch straffer abgestimmt ist der Kleinwagen in der FR-Ausstattung. Sie ist traditionell neben dem Cupra die sportlichste Ibiza Variante, aber beim neuen Modell auch mit dem Sportfahrwerk und den 18-Zoll-Rädern kein Zahnplombenlöser. Im Gegenteil, der Ibiza liegt satt auf der Straße, ohne auf schlechter Straße zu nerven, denn dann hilft ein Tastendruck an der Mittelkonsole, und es geht im Komfortmodus etwas kommoder voran.

Im Sommer 2017 fährt der Ibiza mit 75 bis 150 PS in den Handel. Ganz neu ist der Erdgasantrieb. Die Gänge werden, abhängig vom Motor, mit dem manuellen Fünfgang- oder Sechsgang-Schaltgetriebe oder von der Siebengang-Doppelkupplungsautomatik eingepflegt.

Die Benziner

Der bekannte 1,0-Liter-Benziner steht in drei Leistungsstufen, die alle mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet sind, im Angebot. Die Einsteigervariante mit 75 PS hat keine Turboaufladung, während die 95 PS und 115 PS Versionen mit einem Turbo kommen. Schon der 95-PS-Benziner und noch mehr der mit 115 PS machen Spaß im 1,1 Tonnen leichten Ibiza.

Der stärkste Dreizylinder dreht flott und leichtfüßig hoch und beschleunigt den Ibiza, der im Gegensatz zur 95-PS-Version mit einem Sechsganggetriebe ausgerüstet ist, in flotten 9,3 Sekunden auf 100 und weiter bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h. Der Verbrauch liegt nach den Angaben des Herstellers bei 4,7 l/100 km. Weil ein kleiner Dreizylinder aber drehen muss, um zu leisten, liegt der Verbrauch in der Regel um zwei Liter höher.

Dass ein Dreizylinder mit seiner ungeraden Zylinderzahl rauer läuft als ein Vierzylinder, sollte man auch beachten. Wer dies nicht schätzt, bestellt den Ibiza 1.5 TSI. Dieser neue Vierzylinder beschleunigt den Ibiza mit seinen 150 PS in 7,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h. Nicht ganz so schnell, aber umweltfreundlicher läuft der 1.0 TGI mit seinen 90 PS, denn Erdgas verbrennt sauberer als Benzin.

Die Diesel

Noch länger hält der 40-Liter-Tank des Ibiza mit den Dieselmotoren. Wer lange Strecken mit dem geringst möglichen Verbrauch zurücklegen möchte, für den existiert auch heute noch keine bessere Alternative. Im Ibiza wählt der Dieselfahrer zwischen drei Leistungsstufen des 1.6 TDI aus: 80, 95 oder 110 PS.

Die neue MQB-Plattform des Ibiza bildet nicht nur die Grundlage für eine sichere Straßenlage, sondern auch für eine Reihe neuer moderner Assistenzsysteme. Diese hielten schon im neuen Leon und Ateca Einzug und sind nun erstmals auch im Ibiza zu bestellen.

Zur Sicherheit tragen, serienmäßig oder optional, die Umfeldbeobachtung “Front Assist” inklusive City-Notbremsassistent, der im Stau automatisch den Abstand zum Vordermann haltende Radar-Tempomat, die neuen Parksensoren sowie eine verbesserte Rückfahrkamera bei. Leider haben es nützliche Extras wie der Spurhaltewarner und die Verkehrszeichenerkennung nicht bis in den Ibiza geschafft.

In der Version FR lässt sich der Kleinwagen im Modus „Sport“ noch fahraktiver und damit sicherer bewegen. Das gilt auch für die neue Bremsanlage des Ibiza. Die bietet eine sehr gute Dosierbarkeit und einwandfreies Ansprechen und ist damit der Bremsanlage des Vormodells überlegen.

Im ADAC-Bremstest wurde der Ibiza noch nicht getestet, aber beim Euro NCAP-Crashtest konnte der Kleinwagen bereits überzeugen. Die maximale Wertung von fünf Sternen stand am Ende zu Buche.

Zwischen den vier Ausstattungsvarianten Reference, Style, FR und Xcellence fällt die Entscheidung.

Das Einstiegsmodell Reference, das auf mickrigen 14-Zoll-Rädern steht, stattet den Ibiza mit Airbags, der Zentralverriegelung, Fensterhebern vorne, dem Berganfahrassistenten und der Umfeldbeobachtung „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion zweckmäßig aus.

Die reizvollere Ausstattung befindet sich jedoch im Ibiza Style. Dort kostet die Klimaanlage nicht mehr 800 Euro Aufpreis, sondern ist gleich serienmäßig an Bord. Dinge wie die 1/3-2/3 geteilt umklappbare Rückbanklehne, das Infotainmentsystem Touch Colour inklusive 5-Zoll-Farb-Touchscreen sowie SD-Karten-, USB-, AUX-in- und Bluetooth-Schnittstellen sind dann ebenfalls Serie.

Außerdem gehören beim Style noch die 15-Zoll-Leichtmetallräder, ein beleuchteter vorderer Fußraum, die in Wagenfarbe lackierten Außenspiegelgehäuse und Türgriffe, die Chromapplikationen im Innenraum, das Dreispeichenlederlenkrad, der Lederschaltknauf sowie das LED-Tagfahrlicht samt LED-Heckleuchten mit zur Ausstattung.

Die höchsten Ausstattungsvarianten, die beide zum gleichen Preis angeboten werden, sind die Versionen FR und Xcellence. Bei Letzterer handelt es sich um die eher elegantere Ausführung, die mit einer Klimaautomatik, dem Tempomat, der Müdigkeitserkennung, den beheizbaren Außenspiegeln, dem praktischen Ablagefach unter dem Fahrersitz und der Mittelarmlehne vorne auftrumpft.

Der FR zielt mit seinem Look und seiner Ausstattung auf den sportiven Fahrer. Zum FR-Paket gehören Stoßfänger mit größeren Lufteinlässen, eine sportlichere Heckschürze und Dekorleisten in Schwarz. Der FR rollt auf 18 Zoll und reagiert mit dem Sportfahrwerk und der härteren der zwei einstellbaren Dämpferkennlinien, die im Xcellence komfortabler abgestimmt sind, in Kurven noch direkter.

Weitere Optionen stehen im Seat Ibiza mit den neuen Voll-LED-Scheinwerfern, einer induktiven Ladestation fürs Smartphone und dem Abstandsregeltempomat im Angebot. Und auch bei der Konnektivität ist der Ibiza mit dem Full Link-System modern und zeitgemäß, denn damit verbindet man das Smartphone ganz einfach via Apple CarPlay, Android Auto oder MirrorLink mit dem Fahrzeug. Damit geht das Preis-Leistungs-Verhältnis auch im neuen Seat Ibiza sehr gut auf.

Zusammenfassung

Auf den Spuren des Leon – Beim Fahren fühlt sich der Ibiza in der fünften Generation oft wie der größere Leon an. Das liegt nicht nur an der Familienähnlichkeit und Gemeinsamkeiten bei der Technik. Der neue Ibiza macht beim Platzangebot im Fond und im Kofferraum einen großen Schritt nach vorne.

Das leichtfüßige Handling bleibt, aber der Komfort legt merklich zu. Moderner präsentiert sich der Ibiza in der fünften Auflage auch in der Sicherheitsausstattung und im Infotainmentangebot. Insgesamt fühlt sich der Kleinwagen schon sehr nach dem Seat Leon an.

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