SEAT Arona

Peppiger Ibiza-SUV für die Stadt

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Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Moderne Konnektivität
  • Solide Verarbeitung
  • Sparsame Motoren
  • Karge Basisausstattung
  • Keine verschiebbare Rückbank
  • Kein Allradantreb

15.990 € - 24.320 € Preisklasse

5 Sitze

4,0 - 5,1 l/100km

Test

Seat bietet künftig einen SUV auf Basis des Kleinwagen-Bestsellers Ibiza an. Der Arona wird nach dem großen Bruder Ateca der zweite SUV in der Geschichte des spanischen Herstellers sein und ebenfalls in Martorell vom Band laufen.

Kaum ein Segment hat in den letzten Jahren so geboomt wie das der Kompakt-SUVs, was uns in letzter Zeit viele SUVs wie den Hyundai Kona, Opel Crossland X, Citroen C3 Aircross und Kia Stonic beschert hat. Mit denen konkurriert der Seat Arona genauso wie mit den alten Haudegen vom Schlage eines Fiat 500X, Nissan Juke, Peugeot 2008 oder Renault Captur.

Der Arona ist im Prinzip ein Seat Ibiza mit anderen Mitteln: Er basiert auf dem Ibiza, verfügt über dessen Sicherheitsausstattung und Infotainment, mutet im Innenraum mit mehr Platz, Kopffreiheit und 400 Liter Kofferraumvolumen aber luftiger und geräumiger an.

Das liegt daran, dass er mit 4,14 Meter um acht Zentimeter länger und mit 1,55 Meter um beträchtliche elf Zentimeter höher ausfällt.

Wegen der größeren Höhe gelingt der Einstieg gemütlicher als im 1,44 Meter tiefen Ibiza und die Übersicht profitiert ebenso davon. Gemütlicher präsentiert sich der Arona auch in Fahrt, da sein Handling nicht so ausfällt wie im Ibiza.

Die 95 bis 115 PS starken Drei- und Vierzylinder teilt sich der Arona mit Seats Bestseller genauso wie die gute Straßenlage. Sein Terrain ist nicht das Gelände, sondern er tut nur so: Der Seat Arona besitzt keinen Allradantrieb, sondern nur Frontantrieb.

Optisch macht er auf robust mit dem Unterfahrschutz an Front und Heck, der schwarzen Beplankung rundherum und der serienmäßigen Dachreling. So läuft das heute nun einmal – mehr Schein als Sein – bei den boomenden Kompakt-SUVs.

Was der Seat Arona so an Platz, Kofferraum, Motoren, Sicherheit und Ausstattung zu bieten hat und was nicht, ob er als Familienauto taugt und sich ähnlich agil wie der Ibiza fährt, das zeigt sich in unserem Test.

Der Arona ist mit seinen 4,14 Meter Gesamtlänge acht Zentimeter länger als der Ibiza, baut als SUV-Crossover um 11 Zentimeter höher als der Kleinwagen und ist genauso breit. Das sind gute Voraussetzungen für das Raumangebot im Inneren des Arona.

Das Interieur

Im Cockpit präsentiert sich der SUV wie ein echter Seat. Mit schnörkelfreiem Cockpit, klaren Instrumenten, wenig Schaltern und einfacher Bedienbarkeit. Das Navigationssystem arbeitet einwandfrei. Digitale Instrumente (wie im neuen VW Polo) werden ab 2018 auch in Seats SUVchen verbaut.

Der Einstieg fällt leichter als im Ibiza. Nicht nur für einen Menschen mit grauem Haar, sondern ganz grundsätzlich. Die um fünf Zentimeter höhere Sitzposition auf den bequemen Vordersitzen sorgt in Kombination mit den hohen Scheiben für ein deutlich luftigeres Raumgefühl und eine etwas erhabenere Übersicht auf das Verkehrsgeschehen vor und seitlich vom Fahrzeug.

Der von vorne nach hinten durchgereichte Zugewinn an Kopffreiheit unter dem Dachhimmel sorgt dafür, dass der Sohn, wenn er mit 35 noch nicht aus dem Haus ist, hinten immer noch gut sitzen kann.

Der Kofferraum

Der variabelste SUV ist der Seat Arona aber nicht. Da haben ihm andere SUVs etwas voraus. Der Citroen C3 Aircross und der Opel Crossland X besitzen eine verschiebbare Rückbank, mit der sich im Hinterwagen mehr Beinfreiheit oder Kofferraum schaffen lässt. Der Arona besitzt sie nicht.

In der Neigung lässt sich die Rückbanklehne ebenso wenig verstellen. Nur in die Ebene klappen. Dann schluckt das Kofferabteil bis zu 1.280 Liter. In der Grundkonfiguration sind es 400 Liter. Das ist eine ganze Menge. 45 Liter mehr als im Ibiza. Praktisch ist auch der zweite Ladeboden. Aber das war es dann schon mit der Variabilität.

Der Seat Ibiza bietet ein knackiges Fahrwerk in Verbindung mit einem friedfertigen Frontantrieb. Im Arona bleibt davon nur der friedfertige Frontantrieb. Sein Fahrwerk ist eher komfortabel als knackig abgestimmt.

Jedoch passt das gut zu einem SUV. Ganz gut kann man deshalb akzeptieren, dass sich der Arona mit dem höheren Aufbau deutlicher in schnellen Kurven zur Seite neigt.

Wer es sportiver schätzt, bestellt den FR mit dem adaptiven Sportfahrwerk, das den Arona 1,5 Zentimeter tiefer liegen lässt. Wird das serienmäßige Fahrsystem Seat Drive Profile (vier Modi: Normal, Eco, Sport und Individual) auf Sport gestellt, arbeitet auch die Servolenkung, die präzise und leichtgängig rotiert, direkter.

Zwei Dinge fallen noch auf. Übersichtlich ist der Arona wegen der breiten hinteren Dachsäulen nicht und leise ebenso wenig. Wenn es auf der Autobahn schneller vorangeht, nehmen die Wind- und Abrollgeräusche hörbar zu.

Und für das Gelände ist der Seat auch nicht geboren mit 19 Zentimeter Bodenfreiheit und dem fehlenden Allradantrieb. Jedoch fällt das nicht weiter ins Gewicht, denn die meisten fahren ihn eh nur auf der Straße, und da reicht auch der Frontantrieb.

Zum Marktstart werden für den Arona Drei- und Vierzylinder mit 95 bis 150 PS Leistung angeboten, die entweder mit dem Fünfgang- oder Sechsgang-Schaltgetriebe oder einem Doppelkupplungsgetriebe (DSG) ausgerüstet sind.

Die Benziner

Die quirlig hoch drehenden 1,0-Liter-Turbo-Dreizylinder mit 95 oder 115 PS sind in Kombination mit den manuellen Schaltgetrieben keine Motoren für Schaltfaule und müssen mit fünf (95 PS) und sechs Gängen (115 PS) bei Laune gehalten werden.

Der beliebteste Benziner ist die 115 PS-Variante. Sie hält die nur 1,2 Tonnen mit ihren 200 Newtonmetern Drehmoment schon gut in Schwung und das bis 182 km/h. Noch besser performt der Arona mit dem schon vom Ibiza bekannten 150 PS starken 1,5-Liter-TSI im FR (250 Nm, 205 km/h). Der sprintet in 8,0 statt 10,0 Sekunden auf 100 km/h, aber das tut er nicht leise.

Ob man sich für den populären oder den stärksten Benziner entscheidet, macht beim Preis einen großen Unterschied, aber kaum beim Verbrauch, denn der Dreizylinder mit wenig Hubraum muss oft höher drehen als der Vierzylinder mit mehr Hubraum (Verbrauch: 5,1 l/100 km).

Deshalb erreicht der Dreier in der Praxis nie die angegebenen 4,9 bis 5,0 Liter, sondern man muss mindestens mit einem ein bis zwei Liter höheren Verbrauch rechnen. Der sauberste und umweltfreundlichste Ottomotor wird der 90 PS leistende 1.0 TSI CNG mit Erdgas im Tank sein, aber der lässt noch bis Sommer 2018 auf sich warten.

Die Diesel

Diesel = wenig Verbrauch. Bei den Dieselmotoren hat man die Wahl zwischen dem 1,6-Liter-Diesel mit 95 PS und 5-Gang-Schaltgetriebe oder mit 115 PS und 6-Gang oder DSG. Beide arbeiten im Arona mit dem typischen Knurren der VW TDIs, aber auch am sparsamsten mit einem Normverbrauch um die vier Liter. Dabei haben die Motoren beim Leeren des 40-Liter-Tanks nur ein Problem. Diesel = im Moment nicht besonders beliebt.

Ab Werk gehören im Arona immer zum Sicherheitspaket das Umfeldbeobachtungssystem mit Fußgängererkennung und City-Notbremsfunktion, der Berganfahrassistent und die Multikollisionsbremse, die das Fahrzeug nach einem Unfall automatisiert abbremst.

Bei den Assistenzsystemen hält der Seat Arona das hohe Sicherheitsniveau des Seat Ibiza mit dem Toter-Winkel-Warner, dem Querverkehrwarner und dem Parkassistenten. Der bequeme adaptive ACC-Tempomat und der Auffahrwarner befinden sich auch im Sicherheitsprogramm, aber ein Spurhalteassistent und eine Fernlichtautomatik nicht.

Viel Sicherheit geht auch vom Fahrwerk aus. Der Arona hält sauber die Spur, während das ESP im Grenzbereich sanft eingreift, sodass der Arona wie auch der Ibiza nicht kritisch in kritischen Situationen reagieren. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Den Arona gibt es in den vier Ausstattungsvarianten Reference, Style, FR und Xcellence. Die Grundausstattung des kleinen SUVs ist ziemlich spärlich. Die elektrischen Fensterheber, der Bordcomputer, die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und die Dachreling sind Serie.

Das größte Problem der Reference-Ausstattung ist wohl der 95 PS-Benziner und 95 PS-Diesel. Das sind die einzigen zwei Aggregate, die in Kombination mit der Basisausstattung erhältlich sind. Eine Klimaanlage ist zudem nicht enthalten.

Dafür muss man in die Ausstattungslinie Style investieren, die zusätzlich zu einer Klimaanlage auch noch Nebelscheinwerfer, ein Multifunktionslenkrad, den mit Leder ummantelten Handbrems- und Schalthebel, Bluetooth, LED-Tagfahrlichter, LED-Heckleuchten und Leichtmetallfelgen beinhaltet.

Die beiden Ausstattungslinien Xcellence und FR kosten gleichviel. Bei der ersten Variante liegt der Schwerpunkt mehr auf Funktionalität und bei der zweiten auf dem sportlichen Auftritt.

Beiden gemeinsam sind die verchromte Dachreling und verchromte Fensterrahmen sowie die silbernen Stoßfängerleisten. Beide verfügen über hintere Parksensoren, die Müdigkeitserkennung, die Klimaautomatik, den Tempomat und das 8-Zoll-Media-System mit gut gemachter Full-Link-Smartphone-Einbindung.

Den Xcellence kennzeichnen andere Sitzpolster und weiße Applikationen im Cockpit. Von außen erkennt man diese Variante an den 16-Zoll-Felgen und am verchromten Kühlergrill und den verchromten Schwellerleisten. Geöffnet und gestartet wird hier schlüssellos.

Der FR gibt sich mit dem sportiven Kühlergrill und Heckstoßfänger sowie den 18-Zoll-Felgen zu erkennen. Im Interieur machen auf den ersten Blick die Sportsitze und die Dekorleiste in Lederoptik am Armaturenbrett den Unterschied. Optional lässt sich der FR mit dem adaptiven Fahrwerk ausrüsten.

Und noch individueller ausstaffieren lässt sich der kleine spanische SUV mit den Ausstattungspaketen, dem farblich abgesetzten Dach, bis zu 68 Farbkombinationen und vielen weiteren Extras.

Mit dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis ist der Arona ein typischer Seat. Er kostet dafür, dass er mehr Raum bietet, nur wenig mehr als der kompaktere Ibiza, genauso viel wie ein Renault Captur, aber deutlich weniger als ein Opel Crossland X oder Peugeot 2008.

Zusammenfassung

Der Seat Arona ist ein überaus praktischer Weggefährte und darüber hinaus nicht sonderlich teuer. Der Arona fühlt sich im Innenraum oft an wie ein Ibiza, ist aber luftiger und man hat mehr Platz als im Kleinwagen. Zudem fährt sich der Arona anders und die Sitzposition ist angenehm erhöht und komfortabel. Oder aus der Sicht des Ibiza-Fans gesehen: weniger sportlich.

Mit dem Ibiza teilt er sich die relativ sparsamen VW-Motoren und die gute Sicherheitsausstattung. Damit reiht sich der kompakte Seat SUV, ohne groß aus der Reihe zu tanzen (Geräuschkulisse bei höherem Tempo, unübersichtliches Heck), ein in den nicht enden wollenden Reigen der kompakten SUVs. Von denen unterscheidet sich der Seat Arona weniger durch spektakuläres Design als mit solider VW-Technik und seinem kundenfreundlichen Preis-Leistungs-Verhältnis.

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