Renault Clio Test

Spritziger Viertürer mit französischem Chic

7/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Gelungenes Fahrwerk
  • Ordentliche Platzverhältnisse
  • Gefälliger Dreizylinder
  • Schlechte Übersicht nach hinten
  • Hohe Ladekante
  • Sperrige Mittelkonsole

12.990 € - 23.290 € Preisklasse

5 Sitze

4,4 - 5,2 l/100km

Test

Die fünfte Generation des Renault Clio sieht dem Vormodell, ganz nach dem Motto „Evolution statt Revolution“, ähnlich, was man gut verstehen kann. Seit 1990 verkaufte sich der Clio sehr gut. Fast 15 Millionen Exemplare des französischen Kleinwagens wurden bis zur Neuauflage 2019 verkauft.

Von den Karosseriemaßen wirkt der Clio V, dessen Konkurrenten auch in der Neuauflage Ford Fiesta, Opel Corsa, Peugeot 208, Seat Ibiza und VW Polo heißen, aber fit und sportiv. Die Länge wuchs um 1,2 Zentimeter und die Höhe sank um drei Zentimeter – gut für die Optik.

Das Überraschende an dem kompakter gewordenen Format ist das gewachsene Raumangebot. Auf den Vordersitzen kommt man bequem unter und auch dahinter. Die hohe Mittelkonsole dominiert zwar den Bereich zwischen dem Fahrer und Beifahrer, aber sie sorgt auch für Staufläche. Da der Clio, der optisch durch die gut kaschierten hinteren Türgriffe wie ein Dreitürer wirkt, nur als Fünftürer geliefert wird, steigt man hinten fast so bequem ein wie vorne.

Da die Vordersitze ausgedünnt wurden, stehen auf der Rückbank fast drei Zentimeter mehr Kniefreiheit zur Verfügung. Damit darf man auch als größerer Erwachsener hinten einsteigen. Zählt man zu den Sitzriesen, muss man aber den Kopf vielleicht etwas einziehen – ein akzeptabler Tribut an die optisch attraktive Flachheit.

Der Kofferraum baut hinten nicht ab – im Gegenteil. Im Vergleich zum Vorgänger legte er im  Volumen mit 391 Liter deutlich zu. Im Vergleich: Der Gepäckraum des VW Polo schluckt 351 Liter und der des Ford Fiesta nur 292 Liter. Der solide, herausnehmbare doppelte Kofferraumboden ist ein Vorteil, da sich so eine ebene Ladefläche oder ein tiefer Laderaum ergibt. Aus letzterem resultiert jedoch ganz automatisch eine höhere Ladekante.

Im Cockpit präsentiert der Renault Clio eine neue Clio Welt. Das Armaturenbrett schmeichelt den Handflächen mit weichen Oberflächen und die Bedienung über den bis zu 9,3 Zoll großen Hochformat-Touchscreen verläuft weit intuitiver als im Clio IV. Ohne großes Nachdenken findet man drum herum auch noch richtige Tasten und Schalter zum Bedienen.

Mit seiner neuen Plattform hat die Sicherheit, die schon im Basismodell von einem Notbremssystem unterstützt wird, gewonnen. Die teilt sich der Clio V wie die neu entwickelten Motoren in Zukunft mit den Schwestermodellen von Dacia und Nissan. Das Motorenangebot besteht hauptsächlich aus Dreizylindern und bietet bis zu 130 PS Leistung mit Schaltgetriebe oder Automatik – darunter auch ein verbrauchsgünstiger Hybrid.

Technische Daten

Länge 4,05 Meter
Breite 1,80 Meter
Höhe 1,44 Meter
Kofferraumvolumen 391 bis 1.096 Liter
Türen 5

Der Renault Clio ist kompakt geblieben, aber er fährt sich mit seinem harmonisch, leicht straff abgestimmten Fahrwerk und seiner guten Geräuschdämmung wie ein Größerer. Das Lenkgefühl und das Ansprechen des Motors lassen sich erstmals im Clio mit Fahrprogrammen variieren.

Die Benziner

Angeboten werden nur noch Benziner, deren Leistungsspektrum zwischen 65 und 130 PS liegt. Zumeist kommt vorne ein Dreizylindermotor mit Schaltgetriebe zum Einsatz. Den Vierzylinder mit 130 PS fährt man bequem mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und den Hybrid voraussichtlich mit einer stufenlosen CVT-Automatik, die auch für die 100-PS-Maschine nach dem Marktstart zur Verfügung steht.

Der Dreizylinder leistet im Clio entweder 65, 73 oder 100 PS. Die beiden schwächeren Motoren funktionieren dann gut, wenn einem der Motor nicht so wichtig, kräftiger Durchzug nicht unbedingt nötig ist und der Clio zumeist im Stadtverkehr bewegt wird.

Die 100-PS-Maschine, die dank des Turboladers ihr maximales Drehmoment von 160 Nm bereits bei 2.750 Umdrehungen mobilisiert, hat da mehr zu bieten. Der Dreizylinder, der sich außer bei hohen Drehzahlen nicht in den Vordergrund drängt, beißt schon bei sehr niedrigen Drehzahlen fein an.

Dadurch kann man den 1,0-Liter-Benziner mit dem gut zu schaltenden 5-Gang-Getriebe auch schaltfaul fahren. Das sorgt für einen niedrigen Verbrauch, der im kombinierten Mittel von Renault mit 4,4 Liter Super/100 km angegeben wird. Von einem runden Liter mehr sollte man in der Praxis aber ausgehen.

Flotter und souveräner als im Clio TCe 100 geht es mit dem 130 PS starken Clio TCe 130 EDC voran. Der Vierzylinderturbo mit 1,3 Liter Hubraum produziert schon bei 1.600 Umdrehungen sein Maximaldrehmoment von 240 Nm. Damit geht es im 1,2 Tonnen leichten Franzosen dann mit bis zu 200 km/h und mit 5,2 Liter Superbenzin in der Werksangabe immer noch sparsam voran.

Am sparsamsten arbeitet der Hybrid (ab 2020). Im Clio Hybrid sorgen ein 1,6-Liter-Vierzylinderbenziner, zwei Elektromotoren und ein 1,2-kWh-Akku für niedrigen Verbrauch. Der Elektroantrieb kommt dabei oft zum Einsatz, aber langes rein elektrisches Fahren ist mit dem kleinen Akku nicht möglich.

Der Clio als reines Elektroauto ist nicht geplant. Wozu auch? Die Rolle des E-Autos ist in der Modellpalette mit dem erfolgreichen Renault Zoe schon besetzt.

TCe 100 TCe 130 EDC
Hubraum [ccm] 999 1.333
Leistung [PS] 100 130
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe 7-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Höchstgeschwindigkeit [km/h
11,8 | 180 9,0| 200
Kraftstoff Benzin Benzin

Nur wenn man sich für das Clio Basismodell ohne Radio, Klimaanlage und Touchscreen entscheidet, ist die Ausstattung karg. Die fünfte Auflage des französischen Kleinwagens präsentiert sich mit modernem Infotainment, angenehmen Neuigkeiten und einem guten Ergebnis im Crashtest.

Der Bildschirm des Easy Link-Infotainments misst in der Diagonale 7 Zoll (18 Zentimeter) oder 9,3 Zoll (23,6 Zentimeter). Die Hochformatigkeit ist nicht nur ungewöhnlich, sondern der Bildschirm auch einer der größten in der Kompaktklasse.

Über den entspiegelten Monitor werden die Multimedia- und Navigationsfunktionen sowie die Multi Sense Fahrprogramme angesteuert, die den Motor, die Automatik und die Lenkung komfortabler oder sportlicher ansprechen lassen.

Software- oder Navi-Updates holt sich das System ganz modern „over the air” an Bord. Mit der Smartphone-App „MY Renault” lässt sich der Clio aus der Ferne orten oder von außen ein Navigationsziel eingeben. Hinzu kommen die Adressensuche über Google und Verkehrsmeldungen, Wetternachrichten, Benzinpreise oder Gefahreninfos in Echtzeit. Integriert ist außerdem ein automatischer Notruf bei einem Unfall.

Mit dem Soundsystem von Bose ist im Clio mehr Musik drin. Das System beschallt den Innenraum mit neun Lautsprechern, darunter ein Subwoofer in der linken hinteren Seitenverkleidung, der die gesamte Fahrzeugkabine als Resonanzkörper nutzt.

Der Sicherheit des Clio V nutzen die vielen Fahrerassistenzsysteme. Das Spektrum der Fahrassistenten umfasst den serienmäßigen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, den Fernlichtassistenten und die Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitswarner. Ebenso sind die Einparkhilfen vorne und hinten, die Rückfahrkamera sowie der Easy-Park-Assistent erhältlich.

Verfügbar ist außerdem der Toter-Winkel-Warner, der Spurhaltewarner, der Spurhalteassistent und das geniale 360-Grad-Rundumsichtsystem, das den unübersichtlichen Heckbereich des Clio mit vier Kameras entschärft. Neu im Clio ist ebenfalls der Autobahn- und Stauassistent. Das teilautomatisierte System kann auf mehrspurigen Straßen zeitweise komplett die Regie übernehmen, beschleunigen, bremsen und dem vorausfahrenden Fahrzeug folgen.

Mit dem adaptiven Tempomat mit Stop & Go-Funktion, der zwischen 0 und 170 km/h arbeitet, bremst das System im Stau und zäh fließenden Verkehr bis zum Stillstand ab und fährt selbstständig wieder an, sobald sich das vorausfahrende Fahrzeug in Bewegung setzt. Vergehen bis dahin mehr als drei Sekunden, muss der Fahrer das Gaspedal antippen.

Schade ist, dass Renault den Autobahn- und Stauassistenten sowie den adaptiven Tempomat nur für den Clio TCe 130 mit der 7-Gang-EDC-Automatik anbietet. Lobenswert sind dagegen die fünf Sterne, die der Renault Clio V im Euro NCAP-Crashtest erhielt.

Zusammenfassung

Sicher, modern, wendig, kommunikativ, komfortabel – der Renault Clio hat in der Vier-Meter-Klasse in seiner fünften Generation einiges zu bieten. Nur keinen Dieselmotor mehr. Den werden die meisten Kunden wegen der sparsamen Dreizylinder aber kaum vermissen im Clio V, der sich auch vom Raumangebot so erwachsen präsentiert wie keine Generation zuvor.

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