Tesla Model 3 vs. Hyundai Kona Elektro im Vergleich – welcher Stromer hat die Nase vorne?

Dem Tesla Model 3 wird in diesem Vergleichsratgeber der Hyundai Kona Elektro als Antagonist gegenüber gestellt. Moment mal – Elektro-Limousine vs. Elektro-SUV? Wo sind da die vergleichbaren Gemeinsamkeiten? Wie stark sich das Model 3 und der Kona Elektro wirklich voneinander unterscheiden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wo Elektro draufsteht, ist zwar in der Regel auch Elektro drin, aber trotzdem gilt: Elektroauto ist nicht gleich Elektroauto! Diese Gleichung mag auf den ersten Blick etwas verwirrend wirken, macht aber aufgrund enormer Unterschiede zwischen den einzelnen, auf dem Markt befindlichen elektrischen Vehikel durchaus Sinn. Sicher unterscheiden sich die Autos schon mal auf jeden Fall wegen des vorne auf der Motorhaube oder im Kühlergrill platzierten Markenlogos, aber was drin steckt, ist meist noch viel aufschlussreicher!

Vergleich der zwei Elektroautos

Wer bei den beiden elektrisierten Wagen die Nase vorne hat, werden wir in verschiedenen Kategorien beleuchten. Die Außenmaße als auch das Design sind maßgeblich für den Vergleich, genauso wie der Fahrzeuginnenraum, das Kofferraumvolumen, die angebotenen Batterien mitsamt Ladedauer und Reichweite sowie – wer hätte es gedacht – die Preise. Natürlich soll auch ein Fazit gen Ende für eine leichtere Entscheidung sorgen.

Außenabmessungen und Design

Elektro ist Trend – das dürften mittlerweile alle wissen. In der Autowelt hat sich für Elektrowagen ein futuristisches Auftreten etabliert. Genauso in ein futuristisches Kleidchen gehüllt sind natürlich auch das Model 3 von Tesla sowie der Hyundai Kona Elektro.

Ganz klar ist, dass das Tesla Model 3 nichts geringeres als eine Limousine ist. Mit seinen stattlichen Maßen von 4,69 Metern Länge und 1,85 Metern Breite zeigt das Auto von Elektropionier Tesla durchschnittliche und noch absolut stadttaugliche Dimensionen. Die Höhe des Wagens schlägt mit 1,44 Metern zu Buche.

Obgleich das Model 3 eigentlich mal so gar nichts mit Porsche gemeinsam hat, erinnert seine Schnauze doch stark an Modelle wie den 718 oder den Porsche Cayenne. Für diese abenteuerliche gedankliche Verbindung sorgen vor allem die flach zulaufende Front sowie die nach hinten dünner werdenden sowie länger gezogenen Scheinwerfer. Und auch wenn man nach wie vor nicht in einem Porsche sitzt, könnte man rein ob der technischen Daten meinen, man säße in einem! Aber hierzu später mehr in der Rubrik “Motoren, Batterien und Reichweite”.

Im Jahr 2021 erfuhr die Limousine aus dem Hause Tesla eine Modellpflege, infolge derer sich tatsächlich eher innen als außen etwas getan hat. Eine der wenigen äußerlichen Änderungen betrifft die Leisten um die Fenster herum sowie die Türgriffe und die Kameraabdeckungen – wo ehemals Chromelemente im Sonnenschein blitzten, setzt Tesla nun auf schlichtes Schwarz. Kleine Änderung mit großer Wirkung – der Wagen ist zwar nicht wie ausgewechselt, aber ein bisschen legerer wirkt das Ganze schon.

Die Koreaner scheinen wohl an ihrer Farbe Divein Jeju einen Narren gefressen zu haben, denn der Farbton, der wohl am besten mit “Babyblau” übersetzt werden kann, erscheint in vielen Werbefotos und -videos des Hyundai Kona Elektro. Zu Recht? Das ist natürlich Geschmackssache, aber die junge Elektroauto-Technologie mit einer frischen Farbe zu kombinieren, gibt an sich ein stimmiges Bild ab.

Wer schlicht keine Lust auf diese Farbe hat, dem steht es natürlich auch frei, eine andere zu wählen. Aber auf die Formen, Rundungen und Kanten an der Karosserie können Kund:innen natürlich keinen Einfluss nehmen. Das kann nur Hyundai – und das macht der koreanische Autohersteller auch, zumindest im Vergleich zum nicht elektrifizierten Geschwisterchen des Kona. Der Kona und der Kona Elektro sind augenblicklich voneinander unterscheidbar – immerhin fehlt dem unter Strom stehenden Wagen gänzlich ein Kühlergrill.

Auch hinten macht Hyundai keinen Hehl aus dem elektrischen Herz des Kona Elektro: die Aufschrift “electric” ziert die Kofferraumklappe an der rechten unteren Kante. Als etwas unglücklich geraten könnte man die Zugangsklappe zum Ladeanschluss bezeichnen – diese in die Karosserie vorne neben dem Logo zu integrieren, lenkt irgendwie ungewollt viel Aufmerksamkeit dorthin. Das haben andere Autohersteller durchaus schon eleganter gelöst.

Als SUV geboren und gleichzeitig ein Stadtauto – das ist der Kona Elektro, denn mit seinen überschaubaren Maßen von 4,18 Metern Länge, 1,80 Metern Breite sowie 1,57 Metern Höhe lässt sich bestimmt die ein oder andere Parklücke erobern.

Innenraum und Fahrkomfort

Limousine gegen SUV – normalerweise wäre hier Platz garantiert. Nicht so bei den beiden Vergleichsmodellen hier. Beide müssen in gewisser Hinsicht Einbußen hinnehmen: 5 Passagier:innen können maximal mitreisen, werden hinten aber wohl in eher unfreundliche Bedingungen gebettet.

Im Model 3 von Tesla hakt es zwar nicht an der Beinfreiheit, aber die abfallende Dachlinie sorgt bei besonders großen Menschen für dezente Platzangst. Im Hyundai Kona Elektro hingegen sind aufgrund des SUV-Designs Kopf und Schultern luftiger Freiheit ausgesetzt, die Beine dürften sich aber nach einer Streckung sehnen. Ungünstig, zumal die Rückseiten der Vordersitze mit Hartschalenplastik bekleidet sind, damit die vorne Sitzenden keine Rückenmassage durch fremde Knie erfahren müssen.

Wer es sich im Tesla Model 3 bequem macht, darf sich auf eine tiefe Sitzposition sowie dem Gesäß schmeichelnde Sitze einstellen. Wie man es von Tesla gewohnt ist, zeigt sich der Innenraum respektive Armaturen ziemlich knopflos – der Scherz musste sein. Kopflos ist die Gestaltung jedenfalls nicht, denn das sehr puristische Lenkrad und der große quergelegte Zentralbildschirm sorgen für eine hervorragende Übersichtlichkeit.

Neuerung im neuen Model 3 von 2021: Das Auto schaut beim Fahren zu! Richtig gehört, das Model 3 schaut dem Fahrenden bei der Benutzung des Autopiloten durch die Rückspiegelkamera zu und warnt bei Unaufmerksamkeit und Ablenkung. Sehr pflichtbewusst!

Auch sonst ist das Model 3 beinahe schon übersättigt mit technischen Spielereien, die allesamt natürlich auch nützlich sind. Ein- und Ausparkassistenten machen das Parken mühelos und 12 eingebaute Ultraschallsensoren erkennen nahe Autos und können im Ernstfall die Notbremsung einleiten.

Der Hyundai Kona Elektro hat zwar etwas straffere Sitze im Angebot, die aber keineswegs unbequem sind. Zusätzlich genießen Fahrer:innen und Fahrgäste natürlich das Plus an Sitzposition, denn SUV-typisch verschafft die hohe Straßenlage eine klasse Rundumsicht.

Wer haptische Tasten mag, dürfte im Kona Elektro deutlich glücklicher sein als im Model 3, da immerhin die Klimaanlage sowie die Lautstärke mit Drehreglern und Knöpfen bedient werden. Abgesehen davon hält das koreanische Elektro-SUV natürlich auch digitale Zuckerl bereit: Ein 10,25 Zoll großes Display in der Mitte sowie eine digitales Kombiinstrument stellen den Beitrag zu einer angemessenen Technisierung dar.

Sicherheit im Sinne des Fahrkomforts ist für den Kona Elektro kein Fremdwort: Assistenten wie einen Querverkehrswarner mit Notbremsfunktion und einen Toter-Winkel-Warner bietet der Kona gegen Aufpreis. Interessant: Das System LVDA, welches einen Anfahrhinweis gibt, sobald das Vorderauto beispielsweise bei einer grünen Ampel startet.

Kofferraum

Wie bei einigen Elektrofahrzeugen üblich, verfügt das Tesla Model 3 über zwei Laderäume: den Kofferraum, wo man ihn als Laie vermuten würde, sowie einen zweiten unter der Motorhaube, wo sonst ein Motor sein Unwesen treiben würde.

So kann das Model 3 üppige 542 Liter Gepäck unterbringen, wovon 425 Liter in den Kofferraum hinten wandern müssten. Einziger Kritikpunkt: Die Öffnung, die den Kofferraum preisgibt, fällt relativ klein aus und steht der Beladung mit etwas größeren Transportgütern etwas im Wege.

Trotz des SUV-artigen Eindruckes des Hyundai Kona Elektro ist der Kofferraum eher eine kleine Höhle: 332 Liter fasst der Laderaum, bei umgeklappten Rücksitzen sind es immerhin 1.114 Liter. Für Einkäufe und Co. dürfte das allemal reichen, große Koffer oder gar Möbel sorgen allerdings dafür, dass der Kofferraum sehr schnell sehr voll ist.

Motoren, Batterien und Reichweite

Bei Tesla haben die Kund:innen die Qual der Wahl: Wollen Sie performen, weit kommen oder lieber standardmäßig unterwegs sein? Die Modellausführungen heißen beim Model 3 Standard Plus, Maximale Reichweite und Performance. Die Variante Standard Plus kommt mit Hinterradantrieb, der kleinsten Reichweite von etwa 448 Kilometern sowie der “langsamsten” Beschleunigung von 5,6 Sekunden auf 100 km/h.

Wie vorhin im Kapitel “Außenabmessungen und Design” versprochen, zeigen wir Ihnen jetzt, wieso im Model 3 Porsche-Feeling aufkommt: Die Ausführungen Maximale Reichweite und Performance, die jeweils mit Allrad und Dualmotor kommen, brauchen von 0 auf 100 km/h nur sensationelle 4,4 beziehungsweise 3,3 Sekunden. Zum Vergleich: Ein Porsche 911 S Turbo braucht für diesen Vorgang 2,7 bis 2,8 Sekunden – wow.

Maximale Reichweite gibt den Fahrer:innen die Möglichkeit, bis zu 618 Kilometer weit mit einer Ladung zu kommen – das ist ein hervorragender Wert. Performance hält etwas weniger Kilometer parat, dafür kommt man aber in den Genuss von schicken 20-Zoll-Alufelgen – Performance muss sich ja irgendwie auszahlen.

Angebote vergleichen Modellvarianten des Tesla Model 3
Variante: Standard Plus Maximale Reichweite Performance
Leistung: 306 PS 462 PS 490 PS
Batteriekapazität: 53 kWh 75 kWh 75 kWh
Reichweite: 448 km 614 km 567 km
Max. Geschwindigkeit: 225 km/h 233 km/h 261 km/h
0–100 km/h: 5,6 s 4,4 s 3,3 s
Antriebsart: Hinterradantrieb Allrad mit Dual-Motor Allrad mit Dual-Motor

Beim Hyundai Kona Elektro muss die Wahl zwischen zwei Batterien erfolgen: Nämlich zwischen der mit 136 PS und der mit 204 PS. Wer sich für mehr Pferdchen entscheidet, bekommt auch mehr Reichweite spendiert, denn das stärkere Modell kommt nach WLTP bis zu 484 Kilometer weit. Ansonsten sind 305 Kilometer realistisch.

Im Gegensatz zum Model 3 fühlt man sich nicht wie in einem Rennwagen – zumindest mit Blick auf die Beschleunigung. Die ist natürlich trotzdem nicht schlecht und wird im Datenblatt mit 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h angegeben.

Angebote vergleichen Modellvarianten des Hyundai Kona Elektro
Variante: 39,2 kWh
Batterie
64 kWh
Batterie
Leistung: 136 PS 204 PS
Batteriekapazität: 39,2 kWh 64 kWh
Reichweite: 305 km 484 km
Max. Geschwindigkeit: 155 km/h 167 km/h
0–100 km/h: 9,9 s 7,9 s
Antriebsart: Frontantrieb Frontantrieb

Lademöglichkeiten

Es steht fest: Schnellladesäulen sind das Nonplusultra für die Ladung von Elektroautos. An einer solchen brauchen elektrifizierte Vehikel nur einen Bruchteil dessen, was an Zeit bei einer Haushaltssteckdose anfällt.

Das Model 3 von Tesla kann an dem schnell wachsenden System von Teslas eigenen Superchargern geladen werden. Diese Infrastruktur wird kontinuierlich ausgebaut und deckt das Land zunehmend ab, kostet aber entsprechend Geld. Dafür bekommen Kund:innen aber auch mächtig Ladeleistung: In weniger als 15 Minuten werden etwa 50 % der Reichweite nachgeladen, die volle Ladung dauert etwa 45 Minuten. An der Haushaltssteckdose sind für eine volle Batterie 24 Stunden notwendig – na, dann doch lieber eine Wallbox installieren, oder?

Hyundai gibt für den Kona Elektro auf seiner Webseite eine Ladedauer von etwa 47 Minuten, sofern von 10 auf 80 % und an einer Schnellladesäule getankt wird. An der Steckdose Zuhause sind je nach Variante 17 oder 28 Stunden nötig, um “voll zu machen”. Auch hier empfiehlt sich entsprechend die Installation einer Wallbox. Mit 11 kW Wechselstrom sind es immerhin nur bis zu 8,5 Stunden.

Preise

Elektroautos sind teuer – eine Floskel, die leider gewissermaßen der Wahrheit entspricht. Neue Technologien haben immer ihren Preis. Immerhin muss man bedenken, dass man trotz der vergleichsweise hohen Kaufinvestition Steuergelder sowie eine Menge Tankgebühren spart.

Ein Model 3 bekommen Interessent:innen in der Standardausführung verhältnismäßig günstig. In diesem Fall möchte Tesla 39.990 Euro sehen. Die Wahl des Modells Maximale Reichweite führt zu einem Preisaufschlag von 10.000 Euro auf 49.990 Euro. Wer alles rausholen will, wählt die Ausführung Performance und legt stolze 54.990 Euro auf den Tisch. Für das Geld bekommt man allerdings mehr oder weniger das aktuellste Stück Technik, das sich derzeit auf dem Automarkt finden lässt.

Tatsächlich hinkt der Hyundai Kona Elektro preislich gar nicht mal arg hinterher: Für die Basisversion werden 35.650 Euro fällig, während die Variante mit mehr Reichweite und größerem Akku mit 41.850 Euro zu Buche schlägt.

Fazit

Zugegeben: Eine Tesla-Limousine mit einem Hyundai-SUV zu vergleichen, mag auf den ersten Blick recht makaber wirken, zeigt jedoch den Umgang der Autobauer in Bezug auf ihre Elektroauto-Philosophien. Der Kona Elektro wirkt aufgrund seiner Bauweise etwas hipper, das Tesla Model 3 zeigt hingegen die etwas besseren Fahrleistungen.

Tesla Model 3 – ab 39.990 €
✅  Elegantes Design ✅  Elektro-Limousine
✅  Bequeme Sitze ✅  Sehr gutes
Infotainmentsystem
✅  Stauraum unter der
Motorhaube
✅  Hervorragende Reichweite
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Welches Auto es letztendlich wird, können wieder einmal nur Sie selbst beantworten. Wie viel Reichweite benötigen Sie? Welcher Fahrzeugtyp sagt Ihnen mehr zu? Wieviel Geld wollen Sie für den Kauf in die Hand nehmen? Oder gefällt Ihnen schlicht die eine Marke besser als die andere? Unabhängig davon, welche Wahl Sie treffen – Sie leisten mit dem Kauf eines Elektroautos einen Beitrag zur Verringerung des Abgasaustoßes.

Hyundai Kona Elektro – ab 35.650 €
✅  Frisches Design ✅  Elektro-SUV
✅  Funktionale Bedienung ✅  Gute Reichweite
✅  Erschwingliche Preise ✅  Erhöhte Sitzposition
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