Tesla Model Y vs. BMW iX3 im Vergleich – was können die Elektro-SUVs?

Eine erhöhte Sitzposition, viel Stauraum, Geländewagenfeeling – und das alles auch noch lokal emissionsfrei? Das ist keine Utopie mehr, denn Autohersteller setzen zunehmend auch bei größeren Autos wie SUVs auf Elektrifizierung. Das Ergebnis: Unter anderem das Tesla Model Y sowie der BMW iX3, elektrische SUVs für Alltag und Abenteuer.

Elektroautos und teilelektrifizierte Wagen wie Plug-in Hybride erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit – nicht grundlos, wie wir finden. Immerhin ist die Technik bereits so weit, dass die Batterien von Elektroautos annähernd verbrennertypische Reichweiten von bis zu 600 Kilometern pro Akkuladung erreichen. Vor lauter Entzückung über die Kauffreude der Kundschaft haben die Autobauer mittlerweile einige Elektrowagen im Programm, sodass der Überblick schwerfallen könnte. In diesem Vergleichstest zeigen wir Ihnen das Tesla Model Y sowie den BMW iX3, – zwei stattliche SUVs mit Elektromotor, die es ganz schön in sich haben – um etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Vergleich der zwei Elektro-SUVs

SUV mal elektrisch! Wir werden im Folgenden nicht nur betrachten, worin sich die Batterien der beiden Wagen unterscheiden, sondern auch, wie es in Sachen Preis, Kofferraum, Design und Innenraum aussieht.

Außenabmessungen und Design

Schick und sportlich wollen es die meisten Kund:innen – “Das können sie haben!”, denken sich die Autofirmen und beglücken den Automarkt mit eleganten und dynamischen SUVs.

Ein solcher schicker Vertreter aus dem Elektro-SUV-Segment ist das Tesla Model Y. Dass es dermaßen königlich daherkommt, liegt vermutlich zu großen Teilen an dem Fließheck, welches Tesla auch bei seinem Model X verbaut. Damit gleicht der Wagen doch eher einem SUV-Coupé mit den besten Eigenschaften aus SUV, Coupé und Van.

Wer sich für ein Model Y entscheidet, bekommt 4,75 Meter Länge, 1,92 Meter Breite und 1,62 Meter Höhe. Das deutsche Durchschnittsauto ist etwa 4,4 Meter lang, Tendenz steigend. Zumindest in dieser Hinsicht wäre mit dem Tesla Model Y also schon ausgesorgt.

X, Y, aber auch Z? Zu einem Tesla Model Z ist es bis jetzt noch nicht gekommen und es ist auch noch keines in Aussicht. Aber X und Y reichen eigentlich schon vollkommen aus! Das Markengesicht des US-amerikanischen Konzerns zieht sich durch alle Modelle – Scheinwerfer, die an einen Porsche erinnern, eine schmale Schnauze mit fehlendem Kühlergrill, wegen der fehlenden Notwendigkeit der Motorkühlung durch Luftzufuhr.

Die Fensterrahmen und Türgriffe in mattem Schwarz wollen nicht aufdringlich sein und fügen sich daher wunderbar in das elegante Gesamtbild des Wagens ein. Wer sich nicht entscheiden kann, ob lieber eine Limousine, ein SUV oder ein Coupé, nimmt einfach ein Model Y, das ohnehin etwa zu zwei Dritteln aus dem Limousinen-Modell Model 3 besteht. 18 Zentimeter höher und zack – steht das Model Y da.

Oh je! Es scheint fast, als wolle BMW bei der Kundschaft etwas Verwirrung stiften: X1, X2, X3 und so weiter, iX, iX3, i3 – eine etwas bessere Unterscheidbarkeit hätte der BMW-Nomenklatur sicher gut getan. Wie gut, dass carwow hier etwas Licht ins Dunkel bringen kann: Der BMW iX3 ist ein futuristisch anmutendes Gefährt aus dem BMW-Modellrepertoire, welches SUV-Fahren erträglicher für die Umwelt macht!

Mit 4,73 Metern Länge, 1,89 Metern Breite und 1,69 Metern Höhe schwimmt der iX3 größenmäßig etwa auf einer Wellenlänge mit dem Model Y von Tesla.

Oft hat man das Gefühl, wenn man etwas Gutes für die Umwelt tun möchte, muss man auf etwas verzichten. Nicht so beim iX3: Die elektrifizierte Variante des Verbrennermodells BMW X3 setzt komplett auf Strom und sieht dabei auch noch klasse aus. Die blauen Applikationen an der Front, an den Seiten wie auch am Heck sind dezent gestreut und stehen neben einem frischen Farbgefühl auch für die abgasfreie Natur des iX3.

Im Vergleich zum Model Y von Tesla kommt der iX3 von BMW um einiges kräftiger daher, steht selbstbewusst auf der Straße und profitiert dabei von seinem ohnehin schon designtechnisch ausgereiften Teilespender X3. Vor allem am Heck und an der Kofferraumklappe wirkt der Wagen beinahe schon schwer und behäbig, fährt sich dank der leistungsstarken Batterie jedoch sehr sportlich. Der iX3 kommt unter anderem mit einer Dachreling, womit das Model Y nicht dienen kann.

Innenraum und Fahrkomfort

Gleich und doch so verschieden! Das ist das Motto bei den zwei in diesem Vergleichstest behandelten Modellen. Zumindest in Sachen Länge und Breite rangieren die beiden etwa in einer Dimension. Aber im Innenraum offenbart sich, wer mehr will – und zwar mehr Passagier:innen aufnehmen. 5 Fahrgäste sind sowohl im iX3 als auch im Model Y Programm; wer will, kann sein Tesla Model Y aber auch mit 7 Sitzen ausstatten und macht sein Elektro-SUV zu einem echten Minivan.

Als 7-Sitzer ist der Stromer von Tesla natürlich das optimale Modell um als Familienauto zu dienen. Sind die Kleinen allerdings einmal aus den Kinderschuhen ausgewachsen, dürften sie mit den Sitzen hinter der zweiten Reihe nicht mehr so glücklich sein. Die optionalen zwei Sitze sind eigentlich nur für Kleinkinder geeignet, wer mehr Körpergröße und längere Extremitäten aufweist, bekommt auf diesen Plätzen auf Dauer Rückenschmerzen.

Mit seinen potentiellen 7 Sitzen deutet das Model Y auf jeden Fall an, dass es mächtig Stauraum für allerlei Dinge bietet. Die recht große Kofferraumklappe ermöglicht einen komfortablen Zugang zu dem bei umgeklappten Rücksitzen 1.868 Liter fassenden Kofferraum.

Im Fahrraum ist bei Tesla alles wie gehabt: Bequeme Sitze, solide Verarbeitung sowie ein dominantes 15-Zoll-Display. Dominant ist es nicht nur deswegen, weil es so viel Platz im Armaturenbrett einnimmt, sondern auch, weil quasi alle Funktionen des Autos über diese zentrale Anlaufstelle gesteuert und geregelt werden. Knöpfe findet man bis auf einige am Lenkrad und die für die Fensteröffnung so gut wie keine mehr.

BMW macht mit seinem iX3 keine großen Experimente und belässt es einfach dabei: 5 Leute passen rein – basta! Das heißt aber nicht, dass der iX3 kein Familienauto ist!

Seine Abstammung vom X3 verspricht viel Beinfreiheit in der zweiten Sitzreihe – und dieses Versprechen hält er auch. Die Abstinenz einer dritten Sitzreihe mag zwar auf den ersten Blick bedauernswert sein, bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass man gar nicht erst in Versuchung kommt, den mit ordentlich Platz bemessenen Kofferraum schrumpfen zu lassen.

Wo man im iX3 auch hinsieht, die Materialauswahl ist ein Augenschmaus und fasst sich genauso angenehm an. Besonders gelungen ist BMW das iDrive-Bedienkonzept, das sich schon seit längerem durch die Modellpalette des Autobauers zieht und ein intuitives Bedienen des Hauptbildschirms ermöglicht.

Auch BMW mag digitale Spielereien, aber ein paar mehr Knöpfe als im Model Y wurden der Kundschaft trotzdem vergönnt. Das erleichtert vor allem die Bedienung der ab der ersten Ausstattungsvariante verfügbaren 3-Zonen-Klimaautomatik. Damit reisen Mitfahrende nicht nur bequem, sondern auch angenehm temperiert.

Kofferraum

Wer hinten vollmacht, hat vorne noch Platz – so funktioniert die Beladung im Tesla Model Y. Ist das Kofferraumvolumen bereits ausgereizt, kann auch der zusätzliche Stauraum unter der Motorhaube genutzt werden.

Der Elektroautopionier gibt im Datenblatt des Model Y keine punktgenaue Zahl für das Ladevolumen im 5-sitzigen Zustand an. Mit umgeklappter Rückbank sind allerdings bis zu 1.868 Liter möglich. Wer etwas damit anfangen kann: 1,9 Kubikmeter soll das Model Y schlucken.

Im BMW iX3 gibt es für allerlei Habseligkeiten bis zu 510 Liter Platz im Kofferraum. Das dürfte mehr als genug für einen Familienurlaub sein. Bei umgelegter zweiter Sitzreihe fasst das Elektro-SUV sogar stolze 1.560 Liter. Die im Verhältnis 40:20:40 teilbare Rückbank ermöglicht dabei eine variable Handhabung des Kofferraums: Ist eine lange Badenudel dabei, kann einfach ein Sitz umgeklappt und die Badenudel in der Länge durchgereicht werden – easy!

Motoren, Batterien und Reichweite

Performen oder möglichst weit kommen? Zwischen diesen zwei Varianten dürfen Tesla-Kund:innen wählen. Diese heißen dann offiziell Performance und Maximale Reichweite und kommen, je nach Gusto der Käufer:innen, mit 480 PS beziehungsweise mit 351 PS.

Mit der Modellvariante Maximale Reichweite sind etwa 505 Kilometer Reichweite mit einer Akkuladung möglich. Wer darauf verzichten und lieber mehr Power unter seiner Haube wissen will, wählt die Variante Performance und muss sich dann mit 480 Kilometern Reichweite begnügen – das ist zwar weniger, aber dafür erhalten Kaufinteressierte eine Beschleunigung, die jenseits von Gut und Böse liegt: nämlich 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Angebote vergleichen Modellvarianten des Tesla Model Y
Variante: Maximale Reichweite Plaid
Leistung: 351 PS 480 PS
Batteriekapazität: 75 kWh 75 kWh
Reichweite: 505 km 580 km
Max. Geschwindigkeit: 217 km/h 241 km/h
0–100 km/h: 5,1 s 3,7 s
Antriebsart: Allrad mit Dual-Motor Allrad mit Dual-Motor

Wer bereits bei zwei verschiedenen Batterievarianten in Entscheidungsschwierigkeiten gerät, dem sei der BMW iX3 ans Herz gelegt. Hier kann man keine falsche Wahl treffen, denn der SUV kommt wirklich immer mit 286 PS und bis zu 458 Kilometern mit einer vollen Ladung. 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h wirken im Vergleich zum Model Y schneckenartig, rühren aber von der adaptiven Rekuperation, welche vorausschauend auf das Sparen von elektrischer Energie getrimmt ist.

Angebote vergleichen Modellvarianten des BMW iX3
Variante: Standard
Leistung: 286 PS
Batteriekapazität: 80 kWh
Reichweite: 458 km
Max. Geschwindigkeit: 180 km/h
0–100 km/h: 6,8 s
Antriebsart: Allrad

Lademöglichkeiten

Teslas Supercharger-System ist für hauseigene Fahrzeuge das Allheilmittel, wenn es um die schnelle Akkuladung geht. 270 Kilometer Reichweite können Besitzer:innen des Model Y in lediglich 15 Minuten aufladen – wirklich lobenswert! Wer darüber hinaus im Eigenheim nicht mit einer Wallbox dienen kann, der muss seinen geliebten Tesla voraussichtlich die ganze Nacht über an der Haushaltssteckdose hängen lassen, damit der Akku sich wieder volllädt.

Das BMW-Charging-Netzwerk bietet Nutzer:innen einen Zugang zu rund 450.000 öffentlichen Ladepunkten weltweit. An einer Schnellladesäule zapft der iX3 in Windeseile 80 % seiner Gesamtenergie wieder ab – nämlich in flotten 34 Minuten. Mit Wallbox oder gar Haushaltssteckdose dauert das Ganze natürlich länger. Für diesen Zweck liefert BMW den BMW Flexible Fast Charger mit.

Preise

Dass Verbraucher:innen bei Elektroautos vergleichsweise tief in die Tasche der Spendierhosen greifen müssen, dürfte hinlänglich bekannt sein. Immerhin kostet neue Technologie ihren Preis. Das Gute daran: Sowohl Spritkosten als auch Steuer sparen sich Käufer:innen eines Elektrowagens.

Wer ein Model Y von Tesla möchte, bezahlt für die Variante Maximale Reichweite 58.620 Euro, für Performance hingegen 65.620 Euro. Das wirkt zwar nicht gerade günstig, wer aber auf etwas Platz und Reichweite verzichten kann, nimmt lieber das Tesla Model Y anstelle des Tesla Model X und spart somit auf einen Streich rund 40.000 Euro. Die Technik in den Wagen ist ohnehin die gleiche.

Bei BMW heißt es eher: Ein Preis, ein Wort. Das Elektro-SUV iX3 des deutschen Autobauers gibt es ab 66.300 Euro zu haben. Wer auf das Plus an Ausstattung nicht verzichten möchte, nimmt noch ein paar Gimmicks dazu und zahlt so schnell auch mal etwas über 71.800 Euro.

Fazit

SUV? Boomt. Elektroautos? Sowieso. Warum also nicht SUV und Elektro miteinander verbinden und die ultimative Fusion daraus bilden: Ein Elektro-SUV! Viel Platz, gute Straßensicht, Geländewagenlook und eine hervorragende elektrische Reichweite, das zeichnet das Model Y und den iX3 aus.

Tesla Model Y – ab 58.620 €
✅  Elegantes Design ✅  SUV mit Fließheck
✅  Optional als 7-Sitzer erhältlich ✅  Sehr gutes Infotainmentsystem
✅  Viel Kofferraumvolumen ✅  Hervorragende Reichweite
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Mehr Komfort und feinere Materialien wird die Kundschaft wohl eher im BMW iX3 finden, während das Tesla Model Y etwas für Reichweitenliebhaber ist. Das bulligere Erscheinungsbild bietet darüber hinaus eher der BMW-SUV, das Model Y sieht im Vergleich dazu eher wie ein elegantes Ballkleid aus. Mehr Personen schafft in jedem Fall eher das Model Y, denn es ist mit 7 Sitzen verfügbar.

BMW iX3 – ab 66.300 €
✅  Kantig, dennoch schick ✅  Kompakt-SUV
✅  Gutes iDrive-Bedienkonzept ✅  Hochwertig verarbeitet
✅  Genug Kofferraumvolumen ✅  Sehr gute Reichweite
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Letztlich sollten Sie bei Ihrer Wahl natürlich auch bedenken, wie und ob Sie Zugang zu einer Schnelllademöglichkeit finden können, welche Marke Ihnen womöglich eher zusagt und wie viele Personen Sie mit dem Wagen transportieren möchten.