Was tun bei vereisten Scheiben? Diese Tipps helfen weiter

14. November 2022 von

Der Winter kommt – das ist eine Tatsache. Egal, ob es schneit oder lediglich der Reif auf den Feldern liegt – die dicke Eisschicht auf dem Auto bleibt den Fahrer:innen meist nicht erspart. Bereits ein paar Grad unter Null genügen, damit Wasser auf der Fensterscheibe des Wagens gefriert. Wir zeigen, welche Tricks wirklich helfen!

⏰ Kurz zusammengefasst

Wer der Straßenverkehrsordnung gerecht werden möchte, muss alle Scheiben vom Eis befreien. Also neben der Front- und der Heckscheibe auch alle Seitenscheiben. Ist zudem Schnee auf dem Auto, muss auch dieser entfernt werden. Auch eine gefrorene Innenscheibe muss vom Eis befreit sein, bevor man losfährt.

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4 vorbeugende Tipps gegen vereiste Scheiben

  1. Am Abend durchlüften
  2. Entfeuchtersäckchen auf das Armaturenbrett
  3. Mit einer Windschutzscheibenabdeckung vorbeugen
  4. Self-Made-Spray aus Essig und Wasser

Sie wissen bereits am Vortag, dass es kalt werden soll? Diese Situation ist ideal. Jetzt können Sie Ihr Auto direkt winterfest machen. Im ersten Schritt sollte das Auto am Abend kurz durchgelüftet werden. Dadurch wird das Innenklima an die Außentemperatur angeglichen.

Wer von eingefrorenen Innenscheiben geplagt wird, kann ein Entfeuchtersäckchen auf dem Armaturenbrett platzieren. Alternativ kann auch Zeitungspapier auf dem Armaturenbrett verteilt werden. Das Papier saugt die Feuchtigkeit im Auto auf.

Wer seine Außenscheiben vorm Einfrieren schützen möchte, kauft sich am besten eine Windschutzscheibenabdeckung. Diese verfügen meist über eine reflektierende, alubeschichtete Seite, die im Sommer vor Wärme und im Winter vor Eis schützt. Wer mehr Geld zur Verfügung hat, kann auch direkt eine Halb- oder Ganzgarage kaufen. Dann bedeckt die Abdeckung nicht nur die Scheibe, sondern die gesamte Front (Halbgarage) oder das ganze Auto (Ganzgarage).

Alternativ zur gekauften Abdeckung können auch Folien, Laken oder Tücher verwendet werden. Diese sind allerdings nicht so verlässlich wie eine speziell konzipierte Abdeckung.

Statt einer Abdeckung kann auch ein Self-Made-Spray vor Scheibenfrost schützen. Dafür eignet sich ein 3:1-Verhältnis mit drei Teilen Essig und einem Teil Wasser. Auch hier gilt wieder: Das Wasser sollte nicht zu warm sein. Diese Flüssigkeit kann am Vorabend großflächig auf der Fensterscheibe verteilt werden. Die entstandene Schicht soll das Eis daran hindern, sich auf der Scheibe festzusetzen.

Alternativ kann auch ein Esslöffel Salz mit 0,5 Liter lauwarmem Wasser vermischt und mittels eines Schwamms auf der Scheibe verteilt werden. Auch hier schützt die zurückbleibende Schicht vor Eisansammlungen.

Diese 4 Utensilien brauchen Sie

Was hilft eigentlich am besten, um das Auto wieder sicher und startklar zu machen? Was tun bei vereisten Scheiben? Zu dieser Frage kursieren zahlreiche Mythen. Manches hilft schlicht nicht weiter, anderes ist sogar verboten und nur ein paar ausgelesene Tricks sind wirklich nützlich. In diesem Artikel erfahren Sie, was wirklich hilft, wenn die Scheiben erst einmal zugefroren sind.

  1. Eiskratzer
  2. Enteisungsspray
  3. Haushaltsabzieher
  4. Besen

Die Wahl des Eiskratzers

Traditionell und trotzdem gut: der Eiskratzer. Mit diesem Utensil lässt sich das gefrorene Wasser von der Scheibe schaben. Wichtig ist jedoch das Material. Als Schaber sollte nur verwendet werden, was auch als Schaber gekauft wurde. Härtere, ungeeignete Materialien können ansonsten die Scheibe zerkratzen.

Beim Kauf kann die Kundschaft zwischen kleinen, handlichen und großen, langen Modellen wählen. Bei Kleinwagen sind die kompakteren Modelle sinnvoll, Besitzer:innen von großen SUVs müssen teils auf längere Varianten zurückgreifen. Wichtig ist, dass die Schabkante nicht wackelt, aber trotzdem über ausreichend Flexibilität verfügt. Der perfekte Eiskratzer kommt mit einer glatten Schabkante und einer grob gezahnten Seite für hartnäckigeres Eis.

Mittlerweile finden sich auf dem Markt auch beheizbare oder rotierende Eisschaber. Diese sind aber meist weniger hilfreich als herkömmliche Kratzer und kosten in der Regel mehr. Wir raten daher von solchen Spielereien ab.

Home-Made-Spray oder Enteisungsspray kaufen?

Nicht immer hilft das Kratzen alleine – und gerade bei Dauerfrost kann eine solche Enteisung wirklich lange dauern. Im Idealfall wird der Kratzer daher mit einem Enteisungsspray kombiniert. Das Spray beinhaltet Alkohole wie Ethanol und Glykol. Diese Stoffe gefrieren weniger schnell als Wasser und lösen die Eisschicht auf.

Am besten eignen sich Sprays mit geringem bis gar keinem Glycerin und einem fein verteilenden Sprühkopf. Glycerin ist Schmierfilm bildend und kann bei zu hoher Dosierung Lack und Dichtungen angreifen. Wir raten zu Pumpsprühflaschen, da Gassprüher weniger umweltfreundlich sind.

Wer kein Geld für ein teures Spray ausgeben möchte, kann auch auf Hausmittel zurückgreifen. Bekannt ist eine 2:1-Mischung aus Wasser und Reinigungsalkohol mit einem Schuss Spülmittel. Jedoch sollte das verwendete Wasser nicht zu warm sein. Je wärmer das Wasser, desto schneller gefriert es wieder.

Zudem kann die Scheibe reißen, wenn der Warm-Kalt-Unterschied zu groß ist. Ist die Lösung auf der Fensterscheibe verteilt, sollte sie möglichst schnell abgetrocknet werden. Wenn der Alkohol verdunstet, gefriert die Scheibe ansonsten erneut. Self-Made-Sprays erfordern somit mehr Vorsicht, und sollten nur mit Bedacht verwendet werden.

Haushaltsabzieher

Zusätzlich zu den bekannten Eisentfernungs-Utensilien, dem Eiskratzer und dem Enteisungsspray, gibt es zwei weitere wichtige Werkzeuge, die das Auto startklar machen: den Haushaltsabzieher und den Besen.

Das Schmelzwasser lässt sich am besten mit einem herkömmlichen Haushaltsabzieher entfernen, den man normalerweise für die Dusche verwendet. Wenn neben Eis auch Schnee auf dem Auto liegt, ist der Besen eine ideale Hilfe. Wichtig ist hier jedoch die Borstenwahl. Zu harte Härchen können das Auto verkratzen.

Heizung an?

Umweltfreundlich ist es nicht gerade, dafür aber durchaus hilfreich. Wenn das Auto über eine Standheizung verfügt, kann diese zum Enteisen angeschaltet werden. Dann wird die Scheibe von Innen geheizt.

Noch praktischer ist eine Front- und/oder Heckscheibenheizung. Diese ist explizit auf das Erwärmen der Scheibe spezialisiert, und sorgt daher für besonders schnelle und gute Effekte.

Wer ein Elektroauto besitzt und dieses im Winter auch nutzt, muss besonders aufpassen. Das Heizen eines E-Autos im Winter stellt den Akku vor besondere Herausforderungen und lässt die Reichweite sinken.

Keine gute Idee ist es, das Auto im Winter warm laufen zu lassen. Das stört nicht nur die Nachbarn, sondern ist außerdem nicht erlaubt.

So ist der Zugang nie blockiert und der Wagen kann immer betriebsbereit gemacht werden.

Was nicht tun bei vereisten Scheiben?

“Nein” sagen wir zu einem laufenden Motor, um die Windschutzscheibe mit Hilfe der Autoheizung zu enteisen. Die Autoheizung darf rein rechtlich nur verwendet werden, wenn der Wagen über eine Standheizung verfügt. Fahrer:innen, die den Motor ihres Autos laufen lassen, machen sich mit diesem Verhalten strafbar und schaden zugleich der Umwelt. Diese Variante ist daher keine sinnvolle Lösung.

Finger weg von heißem Wasser. Wer dachte, kochende Flüssigkeit würde der vereisten Scheibe helfen, liegt falsch. Warmes Wasser friert tatsächlich schneller als kaltes, und ein zu großer Warm-Kalt-Unterschied kann dazu führen, dass die Scheibe reißt.

Sauberkeit ist auch im Winter wichtig. Wer sein Auto auch von außen reinlich hält, kann Kratzern vorbeugen. Die meisten Beschädigungen beim Eiskratzen entstehen durch Staub oder Sand, der sich auf der Scheibe befindet. Die Partikel werden beim Kratzen über die Oberfläche geschoben und können die Scheibe zerkratzen.

“Nein” sagen wir auch zu Inkonsequenz und schlampiger Arbeit. Wer lediglich ein kleines Guckloch freikratzt oder bereits bei einer freigeblasenen unteren Scheibenkante losfährt, wird zur Gefahr im Straßenverkehr. Hier drohen Fahrer:innen ein saftiges Bußgeld und bei einem Unfall kann sich das Vergehen auch auf den Versicherungsschutz auswirken. Auch, wenn man selbst nicht der oder die Schuldige war, kann die beeinträchtigte Sicht dafür sorgen, dass dem Unfallopfer eine Mitschuld zu Lasten gelegt wird.

Das kann sich beispielsweise auf die Höhe des Schadensersatzes auswirken. Wer dachte, eine Haushaltsklinge wie beispielsweise ein Kochfeldschaber würde den Eisschaber ersetzten, verletzt das Auto. Mit solch harten, spitzen Klingen können Dichtungen angeschnitten und Scheiben zerkratzt werden.