Auto warmlaufen lassen – gut oder schlecht?

14. November 2022 von

Wenn es im Winter früh morgens eisig kalt ist, liegt es nahe, das Auto warm laufen zu lassen. Doch darauf sollten Sie aus verschiedenen Gründen verzichten. Wir sagen Ihnen warum und geben Ihnen Alternativen an die Hand.

⏰ Kurz zusammengefasst

Wenn es bei Ihnen Zeit für ein neues Auto wird, dann haben wir hier die besten Neuwagenangebote für Sie zusammengestellt:

Darf man das Auto im Winter warm laufen lassen?

Die einfache Antwort lautet: Nein. Es ist nicht nur Nachbarn gegenüber unfair, wenn Sie früh am Morgen den Motor im Stand warmlaufen lassen – es schadet auch der Umwelt aufgrund unnötiger Abgasbelastung. Deshalb ist in der Straßenverkehrsordnung geregelt, dass ein unnötiges Laufenlassen des Fahrzeugmotors verboten ist – das schließt natürlich ein Warmlaufen lassen mit ein.

Damit sich Autofahrer:innen auch daran halten, ist ein nicht zu geringes Bußgeld vorgesehen. Wenn Sie das Auto warmlaufen lassen, riskieren Sie eine Strafe von satten 80 Euro plus Verwaltungsgebühren.

Wenn Ihr Fahrzeug aufgrund eisiger Temperaturen gar nicht mehr anspringen will, dann können Sie sich Starthilfe geben lassen.

Bringt warmlaufen lassen überhaupt etwas?

Damit Sie sich nicht zu sehr über das Verbot ärgern, haben wir gute Nachrichten – denn das Auto warmlaufen zu lassen, ist ohnehin wenig effizient. Wenn das Auto steht, braucht es wesentlich länger, um die benötigte Betriebstemperatur zu erreichen, als während der Fahrt. Das bedeutet auch, dass der Spritverbrauch recht hoch ist, und zusätzlich wird das Auto im Stand gar nicht richtig warm. Ein kalter Motor verbraucht mehr Sprit und außerdem arbeitet der Katalysator erst richtig gut, wenn er warm ist.

Das bedeutet, dass im Stand bei noch kaltem Motor ungefähr 70 Prozent mehr Schadstoffe ausgestoßen werden, als sonst. Der Effekt ist also quasi dahin – da können Sie Nachbarn und Umwelt also gleich den Gefallen tun und das Auto erst gar nicht im Stand laufen lassen.

Welche Alternativen zum Warmlaufenlassen gibt es?

Natürlich müssen Sie Ihre beschlagenen Scheiben frei bekommen oder sie von innen gefrorenem Eis befreien, bevor Sie losfahren. Denn ebenfalls in der Straßenverkehrsordnung verankert ist, dass eine freie Sicht gegeben sein muss, damit die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleistet werden kann. Wenn man den Motor nicht warmlaufen lassen darf, was macht man dann?

  • Wenn möglich: in einer Garage parken
  • Standheizung
  • Frostschutzfolien oder (Halb)garage
  • Trockentuch im Auto

Natürlich ist es für das Auto und auch für Sie am besten, in einer Garage zu parken. Wenn das nicht möglich ist, dann kommt eine Standheizung in Frage, die können auf eine bestimmte Uhrzeit programmiert werden und wärmen das Auto auf, sodass man ohne Sichtprobleme und kalte Finger sofort losfahren kann.

Wenn auch das nicht möglich ist, dann gib es Frostschutzfolien, die wenigstens ein Anfrieren der Autoscheiben verhindern. Das gilt natürlich nur für die Frontscheibe, deshalb gibt es auch die Möglichkeit sogenannte (Halb)garagen zu verwenden. Das ist ein Überwurf, der entweder halb oder auch ganz über das Auto geworfen und an Spiegeln oder auch Felgen befestigt werden kann. Somit bleiben auf jeden Fall die Scheiben frei von Eis und Schnee.

Immer gut ist es, wenn Sie ein Trockentuch mit ins Auto nehmen, denn damit kann man schnell und effektiv beschlagene Scheiben frei wischen – auch wenn das unter der Fahrt passieren sollte.

Schadet das Warmlaufen im Winter dem Auto?

Ja, das tut es. Wenn Sie das Auto warmlaufen lassen, riskieren Sie auf Dauer Schäden, denn während dieser Phase erhöht sich der Verschleiß. Der Grund dafür ist, dass das Motoröl später die gewünschte Betriebstemperatur erreicht, was die Reibung im Motor erhöht.

Außerdem gelangt bei einem kalten Motor eine größere Menge unverbrannter Kraftstoff auf die Zylinder, die dadurch schlechter geschmiert werden. Die Folge kann Kolben- und Zylinderverschleiß sein.

Wie das Auto im Winter starten?

Als erstes sollten Sie sicherstellen, dass Sie eine funktionstüchtige und volle Autobatterie haben, denn diese ist im Winter besonders wichtig und wird stark beansprucht. Um Ihr Fahrzeug zu schonen sollten Sie vorsichtig losfahren, solange der Motor noch nicht die Betriebstemperatur erreicht hat. Ein Benziner sollte erstmal nicht über 2.500 Umdrehungen pro Minute kommen, bei Dieselfahrzeugen lieber noch ein Stückchen weniger.

Haben Sie immer ein Auge auf die Kontrollleuchten im Auto, vor allem Öltemperaturanzeige, denn das Kühlwasser wird schneller warm, daran sollten Sie sich nicht unbedingt orientieren.