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Lohnt sich der Kauf eines importierten EU-Neuwagens?

02. Oktober 2023 von

Es klingt verlockend. Anstatt einen Neuwagen in Deutschland zu kaufen, kann man sich nach günstigeren Alternativen im europäischen Ausland umsehen. Doch sind importierte EU-Neuwagen wirklich zu empfehlen?

Bei der Suche nach einem Neuwagen wird man früher oder später auf scheinbar attraktive Angebote aus dem EU-Ausland stoßen. Nach deutschem Recht ist ein Fahrzeug ein Neuwagen, wenn zwischen der Herstellung des Autos und dem Zeitpunkt des Erwerbs nicht mehr als ein Jahr vergangen ist und das Fahrzeug keine Vorbesitzer hatte.

Diese Kriterien müssen auch EU-Neuwagen erfüllen, um hierzulande zugelassen zu werden. Diese Autos wurden zwar für einen anderen Markt als Deutschland entworfen, locken jedoch mit ihrem Schnäppchenpotential.

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Was sind Reimport und Import Autos?

Die beiden Begriffe Import und Reimport werden häufig verwechselt, deshalb hier eine kurze Erklärung:

  1. Import-Autos: Wer sich für ein Import-Auto entscheidet, der kauft ein Fahrzeug, dass bereits im Ausland gebaut worden ist. Dieses importiert man dann nach Deutschland.
  2. Reimport-Autos: Ein Reimport bedeutet, dass das Fahrzeug ursprünglich in Deutschland produziert wurde, allerdings für einen ausländischen Markt. Reimportiert man ein Fahrzeug, dann kauft man dieses wieder im Ausland ein und lässt es zurück nach Deutschland bringen. Aufgrund des Preisgefälles zwischen den Ländern kann diese Vorgehensweise finanzielle Vorteile bieten.

Es kommt auch häufig vor, dass man sein Altfahrzeug ins Ausland verkauft, wenn man es ersetzen möchte.

Finanzielle Aspekte eines EU-Neuwagens

Wie bereits erwähnt, kann es deutlich günstiger sein, wenn man im EU-Ausland einen Neuwagen kauft und importiert beziehungsweise reimportiert. Wie kommen diese hohen Rabatte für EU-Fahrzeuge zustande? Es ist eigentlich ganz einfach. Der Preis, den wir für einen Neuwagen zahlen, setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Netto-Verkaufspreis plus Steuern.

EU-Neuwagen können bis zu 30 Prozent günstiger sein als Autos, die für den deutschen Markt gedacht sind. Das ist vor allem dem Netto-Verkaufspreis geschuldet, der in Deutschland vergleichsweise hoch ist. Kauft man das Fahrzeug also im EU-Ausland, bekommt man es deutlich günstiger. Beim Export eines noch nicht zugelassenen Neuwagens fallen außerdem keine nationalen Steuern an. Die bezahlen Sie erst in Deutschland, und hier kommen Sie häufig günstiger weg als im Ausland.

Günstige Neuwagen können Sie unter anderem in Dänemark, Griechenland, Niederlande, Portugal und Finnland bekommen.

Unterschiedliche Steuern beim Neuwagenkauf im EU-Ausland

Laut EU-Recht muss ein Neuwagen in dem Land versteuert werden, in dem er zugelassen wird. Das bedeutet, wenn Sie beispielsweise ein Fahrzeug in Spanien kaufen, dann bezahlen Sie dort den, im Vergleich zu Deutschland, günstigen Netto-Verkaufspreis. Wenn Sie das Auto dann in Deutschland zulassen, bezahlen Sie 19 Prozent Mehrwertsteuer – in Spanien würden Sie 21 Prozent bezahlen. Also haben Sie sozusagen an zwei Stellen gespart.

Zudem kann es sein, dass im EU-Ausland je nach Länderrecht eine einmalige Zulassungssteuer für den Kauf eines Fahrzeugs zu entrichten ist. Das haben wir in Deutschland ebenfalls nicht – dafür ist aber der Verkaufspreis entsprechend höher angesetzt.

Ausstattungsunterschiede bei EU-Neuwagen

Der zweite wichtige Grund sind die möglichen Ausstattungsunterschiede. Da, wie bereits erwähnt, die meisten EU-Staaten zusätzliche Steuern beim Neuwagenkauf verlangen, werden die Netto-Preise von den Herstellern dort niedriger angesetzt als in Deutschland. Ansonsten ist die Frage, welches Auto man sich leisten kann, gar nicht mehr so leicht zu beantworten. Das zwingt die Autohersteller zum Sparen bei anderen EU-Fahrzeugen und dieses Verzichten spürt man zumeist beim Ausstattungsumfang.

Es kann sich dabei um Kleinigkeiten wie eine Sitzheizung handeln, die in einem schwedischen Neuwagen häufiger vorkommt als in einem spanischen, aber auch um sicherheitsrelevante Extras wie beispielsweise eine elektronische Wegfahrsperre. Diese Sperre ist bei Versicherungen in Deutschland äußerst wichtig, während sie in anderen Ländern nicht zum Standard zählen muss. Deshalb sollten Sie die Ausstattung des Modells aus dem europäischen Ausland immer mit der des deutschen Pendants vergleichen.

Hier können sich angebliche Preisvorteile der EU-Fahrzeuge relativieren, denn man muss stets bedenken, dass man auch in Deutschland bei Neuwagenpreisen mit Nachlässen rechnen oder mit Vorführwagen noch weiter sparen kann.

Wertverlust beim Wiederverkauf

Sollten Sie vorhaben den EU-Neuwagen so lange zu fahren, bis ihm die Räder abfallen, dann ist der Wiederverkaufswert nicht von Belang. Ansonsten ist es wichtig zu wissen, dass ein Autoverkauf von Importfahrzeugen schwieriger ist als bei deutschen Gebrauchtwagen. Der Wertverlust fällt hier höher aus.

Ferner wird das EU-Fahrzeug wahrscheinlich auch weniger Interessenten anziehen, denn importierte Autos tragen oft das Stigma der schlechten Qualität und miesen Ausstattung. Darum wünschen sich die meisten Käufer:innen hierzulande einen deutschen Gebrauchtwagen.

Was man beim EU-Neuwagenkauf beachten sollte

Sollten Sie sich mit der Preisthematik auseinandergesetzt und eine positive Bilanz gezogen haben, dann folgt im nächsten Schritt der EU-Neuwagenkauf. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie ein Neuwagenkauf im europäischen Ausland durchgeführt werden kann, entweder man beauftragt einen Händler in Deutschland, der sich auf den Import spezialisiert hat oder ist persönlich vor Ort.

Deutsche Händler als Verkäufer des EU-Neuwagens

Falls Sie einen deutschen Händler mit dem Kauf beauftragen, dann sollten Sie darauf achten, dass er als Verkäufer eingetragen ist. Sollte dies der Fall sein, dann gelten für Sie die hiesigen Gesetze des Autokaufs. Sollte der Händler lediglich als Vermittler auftreten, dann gelten beim Neuwagenkauf die Gesetze des Landes, in dem das Fahrzeug gekauft wurde. Hat der Händler dann für Sie den Import und die Zulassung des EU-Neuwagens in Deutschland übernommen, sollten Sie lediglich sicherstellen die folgenden Unterlagen zu erhalten:

  • Originale Rechnung
  • Certificate of Conformity zeigt Einhaltung internationaler Normen
  • Serviceheft inklusive Fahrgestellnummer und Auslieferungsdatum
  • Zulassungsbescheinigung

Nun ist alles geregelt, doch wie steht es mit der Neuwagengarantie bei importieren Fahrzeugen? Erstmal ist es wichtig, dass Sie Serviceheft und evtl. Garantiekarte im Original ausgehändigt bekommen haben und es vom ausländischen Vertragshändler auch abgestempelt und mit Fahrgestellnummer und Übergabedatum versehen wurde.

Wenn Sie einen Garantiefall haben, dann sollten Sie sich erstmal die Garantiebedingungen durchlesen, denn im Fall der Fälle gilt der Garantie-Umfang des Landes, in dem Sie das Auto gekauft haben. Natürlich können Sie sich aber an einen Händler in Ihrer Nähe wenden, um den Schaden reparieren zu lassen.

Wie erkennt man unseriöse Import-Händler?

Wie überall, gibt es auch in dieser Branche schwarze Schafe. Sie sollten in folgenden Fällen vorsichtig sein:

  • Es wird eine Anzahlung vor dem Kauf verlangt.
  • Ist die Webseite des Händlers seriös, gibt es einen Unternehmenssitz?
  • Es wird kein konkreter Produktionstermin angegeben.

Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, dann sollten Sie lieber nach einem anderen Händler Ausschau halten, denn es könnten Indieze für unseriöse Angebot sein.

Selbstimport vs. Händlerimport – worauf muss man achten?

Die deutschen Händler machen den Import natürlich nicht umsonst. Deshalb kann man noch mehr Geld sparen, wenn man sich dafür entscheidet den Neuwagenkauf im EU-Ausland in die eigene Hand zu nehmen.

Jedoch kommen in dem Fall, neben den offensichtlichen Hürden wie mögliche Sprachhindernisse und die lange Fahrt, noch weitere den Neuwagenkauf betreffende Problematiken hinzu. Um die originale Rechnung, das Certificate of Conformity und das Serviceheft muss man sich dann genauso kümmern wie um das Kurzzeitkennzeichen für die Fahrt nach Hause. Wie man sieht, ist der Papierkram nicht ganz ohne.

Fazit zum EU-Neuwagenkauf

Es gilt immer zu prüfen, ob sich der Autokauf im Ausland mit all seinen Vor- und Nachteilen lohnt. Während der meist niedrigere Anschaffungspreis für einen EU-Neuwagen spricht, stehen dem der Wertverlust beim Wiederverkauf, der mögliche Verzicht beim Ausstattungsumfang, der viele Papierkram und eventuell ein geringerer Garantieumfang entgegen. So sollte man auf jeden Fall prüfen, ob keine besseren Angebote in Deutschland zu finden sind.

Häufige Fragen zum Thema EU-Neuwagen

Wenn noch Fragen offen geblieben sind, haben wir hier einige Antworten für Sie.

Was ist ein EU-Import im Neuwagen-Handel?

Unter einem Import versteht man, dass ein Neuwagen im EU-Ausland produziert wurde und von dort nach Deutschland importiert wird.

Was sind Reimporte?

Von einem Reimport spricht man, wenn ein Auto zwar in Deutschland produziert wurde, aber für einen ausländischen Markt gedacht ist. Das Fahrzeug wird dann ins entsprechende Land gebracht und von dort aus dann wieder zurück nach Deutschland importiert – also reimportiert.

Welche Garantie-Ansprüche hat man auf Reimporte?

Das lässt sich nicht generell sagen, es kann aber schwierig sein, Reimport-Garantien im eigenen Land geltend zu machen. Nicht jeder Vertragshändler erkennt diesen Garantieanspruch an. Informieren Sie sich am besten im Vorfeld schon über dieses Thema.