(Un)sichere Kurvenfahrt: Was bedeutet untersteuern und übersteuern?

30. September 2022 von

Vor allem, wenn man mit etwas zu viel Geschwindigkeit in Kurven fährt, kann es manchmal zu Situationen kommen, in denen sich das Fahrzeug schwammig anfühlt, oder man merkt, dass das Heck nicht mehr ganz in der Spur ist. Das Auto unter- oder übersteuert. Damit Sie durch diese Fahrsituation sicher und souverän kommen, sagen wir Ihnen, wie Sie richtig reagieren und wie es zum Über- oder Untersteuern kommen kann.

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Unsicheres Fahrverhalten kann gefährlich werden

Bestimmt ist es den meisten von Ihnen schon mal passiert: Man fährt etwas (zu) flott in eine Kurve, und das Fahrzeug fühlt sich plötzlich unsicher an. Sie haben das Gefühl, dass das Auto ausbrechen könnte – dann hat Ihr Auto wahrscheinlich über- oder untersteuert. Allgemein lässt sich sagen, dass vor allem das Verhältnis der Hinter- und Vorderräder zueinander die Ursache für über- oder untersteuern ist. Hierbei spielt auch die Antriebsart eine Rolle.

Was bedeutet übersteuern?

Beim Übersteuern kann es passieren, dass in Kurven das Heck eines Fahrzeugs ausbricht. Vor allem, wenn man zu stark beschleunigt, oder zu schnell in eine Kurve fährt. Technisch gesehen liegen die Hinterräder schräger auf der Straße als die vorderen, sie haben also weniger Auflagefläche und liegen deshalb nicht so sicher auf der Fahrbahn.

Was bedeutet untersteuern?

Das Untersteuern ist das Gegenteil von übersteuern. Hier bilden die Vorderräder einen größeren Schräglaufwinkel als die Hinterräder, was dazu führen kann, dass bei einer Kurvenfahrt das Auto gefühlt nach außen geschoben wird. Sie laufen also Gefahr, dass Sie die Kurve nicht mehr komplett schaffen, und das Fahrzeug nicht mehr auf das Einlenken reagiert.

Ursachen von Unter- und Übersteuerung?

Für das Über- und Untersteuern gibt es verschiedene Ursachen, wobei überhöhte Geschwindigkeit bei allen zu Grunde liegt.

1. Ursachen für Untersteuerung

Wie wir bereits erklärt haben, kommt ein Untersteuern des Fahrzeugs dann zustande, wenn die Vorderachse beim Einlenken in eine Kurve nach außen schiebt. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben:

  • Zu geringer Luftdruck im Reifen
  • Falsche Reifenmischung
  • Reifentemperatur ist zu niedrig
  • Vorderachsfeder zu hart oder sehr weich
  • Kaum oder wenig Einfederweg der Vorderachse
  • Fehler bei der Fahrzeugeinstellung
  • Zugstufe im Vorderachsdämpfer ist zu hart

Untersteuern ist relativ häufig der Fall, doch das bedeutet nicht, das alle Fahrzeuge schlecht gebaut sind. Wenn man sich als Hersteller entscheiden muss, ob ein Auto eher zum über- oder untersteuern neigt, entscheidet man sich für das Untersteuern. Das hat den Grund, dass der oder die Fahrer:in ein untersteuerndes Auto viel einfacher wieder unter Kontrolle bekommen kann, als ein Fahrzeug, dass übersteuert.

2. Ursachen für Übersteuerung

Gefährlicher als das Untersteuern ist ein Übersteuern des Fahrzeugs. Hierbei bricht das Heck in der Kurve nach außen aus. Auch für diese Phänomen gibt es verschiedene Ursachen:

  • Luftdruck der Reifen zu niedrig
  • Falsche Reifenmischung
  • Geringe Reifentemperatur
  • Hinterachsfeder oder -stabilisator zu hart
  • Zugstufe der Hinterachsstoßdämpfer zu hart
  • Hinterachsstoßdämpfer zu kurz
  • Fehlerhafte Fahrzeugeinstellung

Autos mit Heckantrieb neigen mehr dazu, zu übersteuern. Bei Modellen mit Frontantrieb gilt genau das Gegenteil – wobei natürlich nicht ausgeschlossen ist, dass auch ein Frontantriebs-Fahrzeug übersteuert und ein Heckantriebler untersteuern kann.

Wie verhindert man unter- und übersteuern?

Es ist relativ wahrscheinlich, dass Sie im Laufe der Zeit einmal in eine Fahrsituation geraten, die das Auto unter- oder übersteuern lässt. Damit die Situation nicht gefährlich wird, sollten Sie wissen, wie Sie richtig reagieren – oder noch besser, wie Sie unter- und übersteuern schon vorab verhindern können.

Untersteuern verhindern

Wenn Sie in eine Kurve fahren und bemerken, dass Ihr Auto anfängt über die Vorderräder nach außen zu schieben, dann sollten Sie auf jeden Fall vom Gas gehen (nicht bremsen!). So können Sie das Untersteuern stoppen, denn das Gewicht verlagert sich dann wieder auf die vorderen Räder, sie bekommen wieder mehr Grip und lenken wieder in die Kurve ein. Das bedeutet, wenn ein Auto untersteuert, ist keine direkte Reaktion der fahrenden Person nötig, was den Vorgang weniger gefährlich als das Übersteuern macht.

Übersteuern verhindern

Genau wie beim Untersteuern, muss auch beim Übersteuern eines Fahrzeug sofort dafür gesorgt werden, dass die Kräfte, die sich auf die Räder auswirken, schnell verringert werden. Das bedeutet auf jeden Fall Fuß vom Gas, und wenn möglich auskuppeln. Leider ist es beim Übersteuern damit meist nicht getan, denn wenn das Heck bereits ausgebrochen ist, ist eine direkte Gegenlenkreaktion nötig, damit das Auto nicht ins Schleudern gerät.

Moderne Assistenzsysteme wie das ESP helfen aber heutzutage, dass die Räder automatisch abgebremst werden und das Auto wieder in die richtige Spur kommt.

Ist ein Auto mit Heckantrieb gefährlicher?

Das ein Auto mit Heckantrieb gefährlicher ist als ein Modell mit Frontantrieb stimmt so nicht. Was aber richtig ist, ist die Tatsache, dass ein Auto mit Frontantrieb für die meisten Menschen einfacher zu kontrollieren ist. Die Kontrolle kann man aber lernen, es ist also eher eine Gewohnheit, die uns den Heckantrieb gefährlicher erscheinen lässt.

Wer auf ein Modell mit Heckantrieb – was vor allem bei Premiummarken wie BMW der Fall ist – umsteigen, dann fahren Sie anfangs etwas vorsichtiger und gewöhnen Sie sich an den neuen Antrieb. Mit Übung und Gewohnheit ist das Fahren mit Heckantrieb dann kein Problem mehr.

Vorsicht ist aber bei schlechten Witterungsverhältnissen geboten. Vor allem auf nasser, eisiger oder verschneiter Straße kann das Heck gerne mal ausbrechen. Vor allem bei leistungsstarken Autos kann das schon mal passieren.